Deep vein thrombosis awareness
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine tiefe Venenthrombose (TVT) ist ein Blutgerinnsel in einer tiefen Vene, meist im Bein. Dieses Gerinnsel kann die Blutzirkulation blockieren und gefährlich werden, wenn es in die Lunge wandert (Lungenembolie).
Wichtige Fakten
- Die TVT ist eine ernste Erkrankung, die behandelt werden muss.
- Sie tritt häufiger nach Operationen oder langem Sitzen auf.
- Frühe Behandlung senkt das Risiko einer Lungenembolie deutlich.
Ja, TVT ist relativ häufig. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 100.000 bis 200.000 Menschen, besonders über 60-Jährige. Aber auch jüngere Erwachsene können betroffen sein.
Betroffen sind vor allem Menschen mit Risikofaktoren wie Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen oder erblicher Veranlagung. Auch Schwangere und Menschen nach Operationen oder langen Flugreisen haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Plötzliche Atemnot
- Brustschmerzen, die sich beim Atmen verschlimmern
- Husten mit blutigem Auswurf
- Plötzliche Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- ⚠Starke Schwellung und Schmerzen in einem Bein, die plötzlich auftreten oder sich verschlimmern – am gleichen Tag einen Arzt aufsuchen.
Häufige Symptome
- Schwellung eines Beins (meist des Unterschenkels)
- Schmerzen oder Schweregefühl im Bein
- Überwärmung der Haut
- Rötung oder bläuliche Verfärbung der Haut
- Gespannte, glänzende Haut
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind die Symptome ähnlich, aber oft leichter und werden manchmal übersehen. Warnsignale sind: Schwellung, Schmerzen oder Bewegungseinschränkung eines Beins ohne Verletzung.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können die Symptome unspezifisch sein: Schwellung, Schweregefühl oder Verfärbung. Manchmal treten Schmerzen auf, die mit einer Muskelzerrung verwechselt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Verlangsamter Blutfluss (z. B. langes Sitzen oder Liegen)
- Veränderungen der Blutgerinnung (z. B. durch Vererbung oder Krebs)
- Verletzung der Gefäßinnenwand (z. B. durch Operation oder Trauma)
Risikofaktoren
- Übergewicht
- Rauchen
- Alter über 60 Jahre
- Schwangerschaft
- Einnahme von Hormonpräparaten (z. B. „Pille“)
- Krampfadern
- Längere Reisen (auch im Flugzeug)
- Krebserkrankungen
- Operationen (vor allem an Beinen oder Hüfte)
- Bettlägerigkeit
- Erbliche Veranlagung (Thrombophilie)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Schwellung, Schmerzen und Rötung in einem Bein – noch am selben Tag einen Arzt aufsuchen.
- Bei Atemnot, Brustschmerzen oder blutigem Husten sofort den Notruf 112 wählen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie mehrere Risikofaktoren haben oder die Beschwerden über Tage leicht zunehmen, vereinbaren Sie zeitnah einen Termin.
- Nach einer langen Reise mit Beinschwellung ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose durch eine gründliche Untersuchung und bildgebende Verfahren. Zunächst werden die Beine begutachtet und auf Schwellung, Überwärmung und Druckempfindlichkeit geprüft. Der D-Dimer-Test (Bluttest) kann helfen, eine TVT auszuschließen. Die sicherste Methode ist die Kompressionssonografie (Ultraschall), bei der die Venen mit Schallwellen sichtbar gemacht werden.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung
- D-Dimer-Bluttest
- Kompressionssonografie (Ultraschall)
- Venographie (selten) – Röntgen mit Kontrastmittel
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzlos und in der Regel schnell durchführbar. Der Arzt drückt mit dem Ultraschallkopf auf die Haut, was etwas Druckgefühl verursachen kann. Bei einem positiven Befund wird die Behandlung oft noch am selben Tag eingeleitet.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, das Blutgerinnsel aufzulösen, ein weiteres Wachstum zu verhindern und eine Lungenembolie zu vermeiden. Meist erfolgt sie medikamentös. Manchmal kommt auch ein Eingriff infrage.
Selbsthilfe zu Hause
- Das betroffene Bein hochlegen (über Herzhöhe)
- Bewegung im Rahmen der ärztlichen Anweisung (z. B. leichte Spaziergänge)
- Viel trinken (Wasser oder ungesüßte Tees)
- Kompressionsstrümpfe nach ärztlicher Verordnung tragen
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung besteht in der Regel aus blutverdünnenden Medikamenten (Antikoagulanzien). Diese gibt es als Tabletten oder Spritzen. Die Therapie dauert meist mindestens 3 bis 6 Monate. Bei bestimmten Risikofaktoren kann sie länger sein. Die genaue Dauer und Art der Medikamente legt der Arzt fest. In speziellen Fällen kann ein Thrombus durch Katheter aufgelöst (Thrombolyse) oder mechanisch entfernt (Thrombektomie) werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (Thrombektomie) ist selten nötig. Sie kommt infrage, wenn das Gerinnsel sehr groß ist, starke Durchblutungsstörungen verursacht oder wenn Medikamente nicht ausreichen. Auch bei einer Lungenembolie mit schweren Symptomen kann ein Eingriff (Embolieentfernung) erfolgen.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen können nach einer TVT ein normales Leben führen. Wichtig ist, die vom Arzt verordneten Medikamente regelmäßig einzunehmen und die empfohlenen Kompressionsstrümpfe zu tragen. Schwellungen gehen meist nach einigen Wochen zurück, manchmal bleiben sie aber bestehen (postthrombotisches Syndrom). Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung (Spazierengehen, Schwimmen, Radfahren)
- Gewichtsnormalisierung
- Rauchen aufgeben
- Genügend trinken
- Langes Sitzen oder Stehen vermeiden, öfter die Beine bewegen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die Gefäßgesundheit. Spezielle Diäten sind nicht nötig. Vermeiden Sie stark zucker- und fetthaltige Lebensmittel. Bewegung ist sehr wichtig: 30 Minuten moderate Aktivität täglich, wie Gehen oder Schwimmen. Nach Absprache mit dem Arzt können Sie alle Sportarten ausüben.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine TVT kann Angst machen, besonders das Risiko einer Lungenembolie oder einer erneuten Thrombose. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle. Bei anhaltender Angst oder Depression suchen Sie Hilfe. In akuten Krisen ist die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 erreichbar (Anruf kostenlos).
Vorbeugung
Ja, vieles lässt sich durch einen gesunden Lebensstil und Vorsichtsmaßnahmen verhindern. Besonders wichtig: Nach Operationen oder langen Reisen die Beine bewegen, ausreichend trinken, Kompressionsstrümpfe bei hohem Risiko tragen. Bei erblicher Veranlagung kann der Arzt vorbeugend Medikamente empfehlen.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening ist nicht empfohlen. Bei Menschen mit hohem Risiko (z.B. nach einer TVT in der Familie) kann der Arzt eine Blutuntersuchung auf Thrombophilie durchführen. Das ist aber nicht routinemäßig nötig.
Komplikationen
Unbehandelt
- Lungenembolie – das Gerinnsel wandert in die Lunge und kann dort lebensbedrohlich sein
- Postthrombotisches Syndrom – dauerhafte Schwellung, Schmerzen und Hautveränderungen am betroffenen Bein
- Wiederkehrende Thrombosen – wenn die Ursache nicht behandelt wird
Langzeitprognose
Die Behandlung einer TVT ist heute sehr gut möglich. Mit rechtzeitiger Therapie sinkt das Risiko einer Lungenembolie stark. Viele Menschen erholen sich vollständig. Bei manchen bleiben leichte Schwellungen zurück, die mit Kompressionsstrümpfen behandelt werden können. Durch konsequente Vorbeugung lässt sich das Wiederholungsrisiko senken. Es gibt keinen Grund, die Hoffnung zu verlieren.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
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