Dengue-Fieber – was ist das und wie schütze ich mich?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Dengue ist eine Virus-Infektion, die durch den Stich von Mücken übertragen wird. Die Krankheit kommt vor allem in tropischen und subtropischen Ländern vor. Bei den meisten Menschen verläuft sie wie eine schwere Grippe. Manche Menschen erkranken aber so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen.
Wichtige Fakten
- Dengue wird durch tagaktive Mücken übertragen, meist durch die Tigermücke.
- Die meisten Betroffenen werden wieder gesund.
- Schwere Verläufe kommen vor allem bei einer zweiten Infektion vor.
- Es gibt keine Medikamente, die das Dengue-Virus direkt bekämpfen.
Weltweit ist Dengue sehr verbreitet, besonders in Asien, Mittel- und Südamerika sowie in Afrika. In Deutschland ist die Krankheit selten – hier erkranken fast nur Menschen, die von Reisen aus solchen Gebieten zurückkommen.
Betroffen sind überwiegend Reisende in Dengue-Gebiete. Aber auch Menschen, die in diesen Regionen leben, sind gefährdet. Kleine Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen haben häufiger schwere Verläufe.
Symptome
- Plötzlich sehr starke Bauchschmerzen
- Wiederholtes Erbrechen
- Blutiges Erbrechen oder Blut im Stuhl
- Zahnfleischbluten, Nasenbluten oder andere ungewöhnliche Blutungen
- Schwere Müdigkeit, Unruhe oder Teilnahmslosigkeit
- Blasse, kalte, feuchte Haut
- Atemnot oder schnelles Atmen
- ⚠Fieber und Unwohlsein nach einer Reise in ein Dengue-Gebiet
- ⚠Hautausschlag mit Fieber
- ⚠Anhaltende Kopf- und Gliederschmerzen
- ⚠Bauchschmerzen oder wiederholtes Erbrechen
Häufige Symptome
- Plötzliches hohes Fieber, oft bis über 39 Grad Celsius
- Starke Kopfschmerzen, besonders hinter den Augen
- Muskel- und Gelenkschmerzen
- Hautausschlag, oft nach ein paar Tagen
- Übelkeit, Erbrechen
- Erschöpfung und Abgeschlagenheit
Symptome bei Kindern
- Hohes Fieber
- Hautausschlag
- Erbrechen
- Bauchschmerzen
- Trinkverweigerung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schwäche und Schwindel
- Verwirrtheit
- Weniger Wasserlassen als sonst
- Schnellerer Puls oder Kreislaufprobleme
- Gelegentlich Blutungen, zum Beispiel aus dem Zahnfleisch
Ursachen
Hauptursachen
- Das Dengue-Virus gehört zur Familie der Flaviviren.
- Die Übertragung geschieht durch den Stich der Aedes-Mücke, auch Gelbfiebermücke oder Tigermücke genannt.
- Ein Mensch kann Dengue nicht direkt auf einen anderen Menschen übertragen.
Risikofaktoren
- Aufenthalt in tropischen oder subtropischen Ländern
- Regenzeit, in der Mücken sich stark vermehren
- Stehendes Wasser in der Nähe von Häusern, wie Blumentöpfe oder Regentonnen
- Fehlender Schutz durch lange Kleidung oder Insektenschutzmittel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nach einem Auslandsaufenthalt Fieber bekommen
- Bei starken Kopf- oder Gliederschmerzen
- Bei Hautausschlag mit Fieber
- Bei Warnzeichen wie Bauchschmerzen, Erbrechen oder Blutungsneigung
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vor einer Reise in ein Dengue-Gebiet sich beim Arzt reisemedizinisch beraten lassen
- Bei anhaltenden Beschwerden nach der Rückkehr, auch ohne Fieber
Diagnose
Der Arzt fragt zuerst nach Symptomen, Reisezielen und Mückenstichen. Dann nimmt er eine Blutprobe. Das Labor sucht darin nach dem Virus oder nach Abwehrstoffen, die der Körper gebildet hat.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest auf das Dengue-Virus (PCR-Test)
- Bluttest auf Antikörper gegen Dengue
- Blutbild, besonders die Zahl der Blutplättchen
- Manchmal Leberwerte und Gerinnungswerte
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Blutuntersuchung dauert je nach Labor ein bis zwei Tage. Manchmal muss eine zweite Blutprobe genommen werden. Die Diagnose und Behandlung folgen den Empfehlungen der AWMF-Leitlinie.
Behandlung
Es gibt kein Mittel, das das Dengue-Virus direkt heilt. Die Behandlung unterstützt den Körper und lindert die Beschwerden. Wer einen schweren Verlauf hat, wird im Krankenhaus betreut.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie viel Flüssigkeit, zum Beispiel Wasser, ungesüßten Tee oder Brühe.
- Halten Sie Bettruhe ein, bis das Fieber sinkt.
- Senken Sie Fieber mit allgemeinen Maßnahmen wie Wadenwickeln oder Kühlen – sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt, welche Mittel für Sie geeignet sind.
- Essen Sie leichte Kost, wenn Sie Appetit haben.
- Achten Sie auf Warnzeichen und lassen Sie sich bei Verschlechterung sofort ärztlich beraten.
Medizinische Behandlungen
Bei schwerem Dengue ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Dort erhalten die Betroffenen Infusionen mit Flüssigkeit und Salzen. Ärztinnen und Ärzte überwachen Blutdruck, Blutbild und Kreislauf. Bei Bedarf können sie blutstillende oder kreislaufstärkende Maßnahmen einleiten – immer ohne dass hier bestimmte Medikamente empfohlen werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Dengue nicht erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
In den ersten Tagen sind Bettruhe und viel Trinken das Wichtigste. Der Körper braucht Zeit, um das Virus zu bekämpfen. Die meisten Menschen sind nach etwa einer Woche deutlich besser.
Tipps für den Alltag
- Fieber regelmäßig messen und auf neue Symptome achten
- Bei Verschlechterung sofort ärztliche Hilfe suchen
- Viel trinken und sich ausruhen
- Vor Mücken schützen, damit man die Krankheit nicht an andere Mücken weitergibt
Ernährung und Bewegung
Trinken Sie am besten Wasser, Kräutertee oder Brühe. Essen Sie leichte Speisen wie Reis, Bananen, Zwieback oder Suppe. Sport und körperliche Anstrengung sollten Sie vermeiden, solange Sie Fieber haben oder sich schwach fühlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Dengue-Erkrankung kann Angst auslösen, besonders wenn man im Krankenhaus behandelt werden muss. Es ist normal, dass man sich Sorgen macht. Sprechen Sie darüber – mit Ihrer Familie, Ihren Freunden oder Ihrem Arzt. Bei Bedarf können Sie sich auch an eine psychologische Beratungsstelle wenden.
Vorbeugung
Ja, eine Infektion lässt sich am besten durch Schutz vor Mückenstichen verhindern. Dazu gehören lange Kleidung, Insektenschutzmittel auf der Haut und Mückennetze im Schlafraum. In Dengue-Gebieten ist dieser Schutz besonders tagsüber wichtig, weil die Aedes-Mücken dann stechen.
Impfungen
In einigen Ländern gibt es eine Impfung gegen Dengue. Sie wird nicht für jeden empfohlen und ist nur unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll. Lassen Sie sich vor einer Reise in einer reisemedizinischen Sprechstunde beraten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Blutungen im Magen-Darm-Trakt
- Starker Flüssigkeitsmangel (Dehydratation)
- Blutdruckabfall und Kreislaufschock
- Schädigung von Leber und anderen Organen
- Selten kann ein schwerer Verlauf lebensbedrohlich sein
Langzeitprognose
Wer rechtzeitig ärztliche Hilfe bekommt, hat sehr gute Aussichten, wieder ganz gesund zu werden. Auch schwere Verläufe heilen in Krankenhäusern meist gut aus. Nur wer sehr spät behandelt wird, kann bleibende Schäden davontragen. Die meisten Menschen sind sich nach einigen Wochen wieder kraftvoll.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Robert Koch-Institut ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.