Asthma erkennen: So wird die Diagnose gestellt
Übersicht
Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege – chronisch heißt: Sie kann über lange Zeit bestehen bleiben. Bei Asthma sind die Bronchien (die feinen Luftwege in der Lunge) dauerhaft leicht entzündet und überempfindlich. Dadurch verengen sie sich bei bestimmten Reizen schneller als normal, und es kann zu Husten, pfeifender Atmung und Atemnot kommen. Die Diagnose Asthma ergibt sich nicht aus einem einzigen Test. Eine Ärztin oder ein Arzt sammelt Schritt für Schritt Informationen aus dem Gespräch, der körperlichen Untersuchung und aus Lungenfunktionstests und schließt dabei andere Ursachen aus. In Deutschland orientieren sich Ärztinnen und Ärzte dabei an den Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften).
Wichtige Fakten
- Asthma wird durch ein Zusammenspiel von Gespräch, Untersuchung und Lungenfunktionstests festgestellt – nicht durch einen einzelnen Test.
- Typisch ist, dass die Beschwerden kommen und gehen: Sie schwanken im Tagesverlauf, oft sind sie nachts oder frühmorgens stärker.
- Ob sich eine Verengung der Atemwege wieder löst – etwa nach einem Medikament, das die Bronchien weitet –, hilft dabei, Asthma von anderen Lungenerkrankungen zu unterscheiden.
- Nicht jedes pfeifende Atmen ist Asthma. Besonders bei kleinen Kindern wird die Diagnose deshalb oft im Verlauf und mit etwas Geduld gestellt.
Asthma gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen überhaupt. In Deutschland leben mehrere Millionen Menschen mit Asthma, darunter viele Kinder und Jugendliche. In der Hausarztpraxis ist Asthma ein sehr häufiger Anlass für Untersuchungen der Lunge.
Asthma kann in jedem Alter beginnen. Am häufigsten startet es im Kindesalter, oft zusammen mit einer Allergie wie Heuschnupfen oder Neurodermitis. Aber auch Erwachsene können neu an Asthma erkranken – manchmal nach wiederholten Atemwegsinfekten, durch Reize am Arbeitsplatz oder ohne klar erkennbaren Auslöser. Bei älteren Menschen wird Asthma häufiger übersehen, weil Beschwerden wie Husten oder Luftnot vorschnell dem Alter oder dem Herzen zugeschrieben werden.
Symptome
- Schwere Atemnot, bei der Sie oder die betroffene Person kaum noch Luft bekommt
- Sie können nur noch einzelne Wörter sprechen oder müssen beim Sprechen ständig Luft holen
- Lippen, Gesicht oder Fingernägel werden bläulich
- Verwirrtheit, starke Müdigkeit oder das Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden
- Das Notfall-Medikament wirkt nicht oder nur kurz
- Plötzliche Verschlechterung mit Angst, Unruhe oder zusammengesunkener Haltung zum Luft holen
- Wenn das Pfeifen plötzlich ganz verschwindet, die Atemnot aber bleibt („stille Brust“) – das kann ein Zeichen für eine sehr schwere Krise sein
- In diesen Fällen sofort den Notruf 112 anrufen.
- ⚠Beschwerden, die neu auftreten und sich über Stunden oder Tage verschlimmern
- ⚠Nächtliches Aufwachen mit Husten oder Luftnot, mehrmals in einer Woche
- ⚠Fieber zusammen mit Husten und Luftnot
- ⚠Erstmals pfeifende Atmung, besonders bei einem Kind
- ⚠Zunehmender Bedarf an einem schnell wirkenden Notfall-Medikament – das sollte am selben Tag ärztlich abgeklärt werden
- ⚠Verschlechterung nach Kontakt mit einem bekannten Auslöser, die nicht von selbst besser wird
Häufige Symptome
- Husten, der besonders nachts oder am frühen Morgen auftritt und über Wochen bleibt
- Pfeifende oder giemende Atemgeräusche beim Ausatmen
- Ein Gefühl von Enge in der Brust
- Atemnot, vor allem bei körperlicher Anstrengung, bei Kälte oder bei Kontakt mit Allergenen (Stoffe, auf die man allergisch reagiert)
- Beschwerden, die kommen und gehen und sich nach einer Erkältung, bei Nebel, Rauch oder starken Gerüchen verstärken
- Zäher Schleim, der schwer abgehustet werden kann
- Wachwerden in der Nacht wegen Husten oder Luftnot
Symptome bei Kindern
- Husten beim Toben, Lachen oder Weinen, der immer wieder auftritt
- Wiederkehrende „Bronchitis“ oder Infekte, die lange anhalten
- Beim Atmen ziehen sich die Zwischenrippenräume oder der Bauch deutlich ein
- Das Kind spricht beim Spielen kürzere Sätze, macht häufiger Pausen oder vermeidet Anstrengung
- Nächtliches Husten und unruhiger Schlaf
- Beschwerden vor allem in der kalten Jahreszeit oder bei Kontakt mit Tieren, Staub oder Pollen
- Hinweis: Bei kleinen Kindern ist pfeifendes Atmen oft Folge eines Infekts und nicht gleich Asthma. Deshalb beobachten Ärztinnen und Ärzte den Verlauf meist über einige Zeit.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Husten als einziges oder führendes Zeichen, oft ohne pfeifende Atmung
- Luftnot, die fälschlich als „normale Alterserscheinung“ oder als Herzproblem gedeutet wird
- Weniger körperliche Aktivität – dadurch fällt die Luftnot zunächst weniger auf
- Beschwerden, die mit anderen Erkrankungen wie Herzschwäche oder COPD (chronische Bronchitis mit Lungenblähung) verwechselt werden können
- Mehrere gleichzeitig eingenommene Medikamente, die die Atmung beeinflussen können
Ursachen
Hauptursachen
- Eine angeborene Neigung, auf bestimmte Reize empfindlich zu reagieren – Asthma entsteht aus einem Zusammenspiel von Anlagen und Umwelt.
- Eine dauerhafte Entzündung der Bronchien: Die Schleimhaut ist gereizt, die Muskulatur zieht sich leichter zusammen und es bildet sich mehr Schleim.
- Allergien: Bei vielen Menschen mit Asthma lösen Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze die Beschwerden aus.
- Atemwegsinfekte, vor allem in der frühen Kindheit, können die Anfälligkeit erhöhen.
- Reizstoffe wie Tabakrauch, Abgase, starke Gerüche oder Staub am Arbeitsplatz.
- Körperliche Anstrengung, kalte oder trockene Luft und seelischer Stress können Beschwerden auslösen, sind aber nicht die Ursache des Asthmas selbst.
Risikofaktoren
- Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis in der Familie
- Eigene Allergien oder Neurodermitis (trockene, juckende Haut)
- Tabakrauch in der Schwangerschaft oder im Kindesalter – auch Passivrauchen
- Frühgeburt oder niedriges Geburtsgewicht
- Häufige Atemwegsinfekte im Säuglings- und Kleinkindalter
- Übergewicht
- Berufliche Belastung mit Staub, Dämpfen oder Chemikalien (zum Beispiel in Bäckereien, Lackierereien oder der Reinigungsbranche)
- Stark belastete Luft in der Umgebung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Atemnot in Ruhe auftritt oder schnell schlimmer wird
- Wenn ein Kind beim Atmen die Rippen einzieht, nicht trinken mag oder teilnahmslos wirkt
- Wenn ein Notfall-Medikament nicht oder nur für wenige Minuten hilft
- Wenn zu Husten und Luftnot Fieber oder ein allgemein schlechtes Befinden kommt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Husten über mehr als drei bis vier Wochen anhält, besonders nachts
- Wenn beim Ausatmen ein Pfeifen zu hören ist
- Wenn Sie bei Anstrengung deutlich weniger Luft haben als früher
- Wenn Beschwerden immer wieder nach Kontakt mit Tieren, Staub oder Pollen oder in bestimmten Räumen oder Jahreszeiten auftreten
- Wenn bei Ihnen eine Allergie bekannt ist und nun die Atmung dazukommt
- Wenn Sie rauchen oder früher geraucht haben und Husten oder Luftnot bemerken
Diagnose
Die Diagnose Asthma wird in Schritten gestellt. Zuerst führt die Ärztin oder der Arzt ein ausführliches Gespräch (Anamnese): Wann treten die Beschwerden auf? Nachts? Beim Sport? In bestimmten Räumen? Gibt es Allergien, raucht jemand im Haushalt, welche Medikamente werden genommen? Danach folgt eine körperliche Untersuchung mit Abhören der Lunge. Der entscheidende Baustein sind Lungenfunktionstests: Sie zeigen, wie viel Luft Sie ein- und ausatmen können und ob sich die Atemwege wieder weiten lassen. Dazu kommen oft Allergietests und manchmal eine Blutuntersuchung. Ziel ist nicht nur, Asthma zu erkennen, sondern auch andere Ursachen für Husten und Luftnot auszuschließen – zum Beispiel Infekte, eine Herzschwäche oder eine chronische Bronchitis. Wenn das Bild nicht eindeutig ist, wird der Verlauf beobachtet und die Untersuchung nach einiger Zeit wiederholt.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch (Anamnese) zu Beschwerden, Auslösern, Allergien, Rauchen, Beruf und Familie
- Körperliche Untersuchung, vor allem Abhören von Lunge und Atemwegen
- Spirometrie (Lungenfunktionstest): Sie atmen in ein Messgerät; gemessen wird, wie viel Luft und wie schnell Sie ausatmen können
- Reversibilitätstest (Bronchodilatator-Test): Die Messung wird nach einem Medikament wiederholt, das die Bronchien weitet. Besserte sich die Atmung deutlich, ist das ein typischer Hinweis auf Asthma
- Peak-Flow-Messung: Ein kleines Handgerät misst die maximale Ausatemgeschwindigkeit. Über Tage oder Wochen protokolliert, zeigt es Schwankungen und den Verlauf
- Ganzkörperplethysmografie: Eine erweiterte Lungenfunktionsmessung in einer geschlossenen Kammer, die auch den Widerstand in den Atemwegen erfasst
- FeNO-Messung: Dabei wird die Menge eines bestimmten Gases in der Atemluft gemessen, das auf eine Entzündung in den Atemwegen hinweisen kann
- Allergietests, zum Beispiel ein Hauttest (Pricktest) oder eine Blutuntersuchung auf Antikörper gegen bestimmte Allergene
- Blutuntersuchung, unter anderem auf Entzündungszellen, die bei Allergien und Asthma eine Rolle spielen
- Röntgenaufnahme der Lunge oder in besonderen Fällen eine Computertomografie, um andere Erkrankungen auszuschließen
- Provokationstests (nur in spezialisierten Praxen oder Kliniken): Die Atmung wird unter kontrollierten Bedingungen zum Beispiel durch körperliche Belastung oder einen Reizstoff geprüft
- Bei Kindern: meist ein kindgerechtes Vorgehen – Beobachtung über einen längeren Zeitraum, kindgerechte Lungenfunktion und gegebenenfalls ein Test mit einem bronchienweitenden Medikament
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Rechnen Sie damit, dass die Abklärung nicht in einem einzigen Termin abgeschlossen ist. Oft braucht es zwei oder drei Termine und manchmal eine Verlaufsbeobachtung. Die meisten Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern nur wenige Minuten: Sie atmen in ein Mundstück oder in eine Messkammer. Anstrengend ist vor allem das konzentrierte Ausatmen – schwindelig oder kurzatmig zu werden, ist dabei normal und vergeht schnell wieder. Bringen Sie möglichst ein Symptomtagebuch mit, eine Liste Ihrer Medikamente und, falls vorhanden, frühere Lungenfunktionsbefunde. Fragen Sie vorher, ob Sie Ihre gewohnten Medikamente wie üblich nehmen sollen – manche Medikamente verändern die Messergebnisse und werden manchmal vorher abgesetzt, aber nur nach ärztlicher Anweisung. Am Ende bekommen Sie ein verständliches Gespräch über das Ergebnis und einen Plan für das weitere Vorgehen.
Behandlung
Asthma ist gut behandelbar. Das Ziel der Behandlung ist, dass Sie möglichst keine Beschwerden haben, nachts durchschlafen, normal aktiv sein können und keine Asthmaanfälle erleben. Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad und Verlauf und wird in Stufen angepasst – in Deutschland orientiert sich dies an den AWMF-Leitlinien. Sie umfasst zum einen eine dauerhafte Behandlung der Entzündung in den Atemwegen, zum anderen ein schnell wirkendes Medikament für akute Beschwerden. Genauso wichtig wie Medikamente sind eine gute Schulung, die richtige Anwendung des Inhalationsgeräts, das Vermeiden wichtiger Auslöser und ein persönlicher Notfallplan.
Selbsthilfe zu Hause
- Die richtige Inhalationstechnik üben lassen – ein großer Teil der Wirkung hängt davon ab, wie das Gerät benutzt wird
- Einen persönlichen schriftlichen Notfallplan mit der Arztpraxis erstellen und griffbereit haben
- Auslöser kennen und möglichst meiden: Tabakrauch, starke Gerüche, kalte Luft, bekannte Allergene
- Bei Hausstauballergie: Bettwäsche regelmäßig heiß waschen, Schlafzimmer gut lüften
- Symptome und Peak-Flow-Werte in einem Tagebuch notieren, um Verschlechterungen früh zu erkennen
- Nicht rauchen und im Rauch anderer nicht mitrauchen
- Bei Atemwegsinfekten frühzeitig Rücksprache halten
- Regelmäßige Kontrolltermine wahrnehmen, auch wenn es Ihnen gut geht
- Impfungen mit der Arztpraxis besprechen
- Bei Anstrengung: langsam aufwärmen und, wenn verordnet, das Vorgehen vor dem Sport mit der Arztpraxis absprechen
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung von Asthma hat zwei Säulen. Die eine ist eine dauerhafte, entzündungshemmende Basistherapie, die meist inhaliert wird – also direkt in die Atemwege gelangt. Sie wirkt im Hintergrund und verhindert, dass die Atemwege dauerhaft gereizt bleiben; sie wird regelmäßig eingenommen, auch wenn keine Beschwerden da sind. Die andere ist ein schnell wirkendes Medikament, das die Bronchien kurzfristig weitet und bei akuten Beschwerden oder vorhersehbaren Auslösern zum Einsatz kommt. Wie beides kombiniert wird, hängt von Häufigkeit und Stärke der Beschwerden ab; die Behandlung wird in Stufen angepasst – erst bei Bedarf verstärkt, bei guter Kontrolle auch wieder reduziert. Dazu kommen je nach Situation eine Allergiebehandlung (Hyposensibilisierung), Maßnahmen zur Raucherentwöhnung und bei schwerem Asthma eine spezialisierte Betreuung, in der auch neuere Behandlungsformen geprüft werden. Wichtig: Lassen Sie Medikamente niemals eigenmächtig weg und ändern Sie nichts an der Einnahme ohne Rücksprache. Genaue Wirkstoffe, Stärken und Dosierungen legt ausschließlich Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie in Ihrer Arztpraxis oder Ihrer Apotheke nach.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Asthma in der Regel nicht nötig. Nur bei sehr schwerem Asthma, das trotz guter Behandlung schlecht kontrolliert ist, gibt es in spezialisierten Zentren besondere Verfahren, bei denen die Schleimhaut der Atemwege gezielt behandelt wird. Ob so etwas infrage kommt, entscheidet ein spezialisiertes Asthmateam nach ausführlicher Prüfung.
Leben mit der Erkrankung
Mit Asthma lässt sich gut leben. Entscheidend sind Routinen: Medikamente zuverlässig nehmen, das Inhalationsgerät sicher beherrschen, Auslöser kennen und einen Plan haben, was bei einer Verschlechterung zu tun ist. Viele Menschen führen ein Symptomtagebuch oder messen zeitweise ihren Peak-Flow – das hilft, Veränderungen früh zu bemerken, bevor es eng wird. Ein guter Kontakt zur Hausarztpraxis und regelmäßige Kontrollen sorgen dafür, dass die Behandlung nicht „einschläft“. Und: Asthma ist kein Grund, auf Aktivitäten zu verzichten – im Gegenteil, Bewegung tut gut.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen – das ist die wirksamste einzelne Maßnahme für die Lunge
- Auf ausreichend Schlaf und Pausen achten, denn Müdigkeit verstärkt Beschwerden
- Typische Auslöser im Alltag erkennen und reduzieren (Rauch, Duftkerzen, starke Reinigungsmittel, Staub)
- Ein Asthma-Schulung oder ein Lungensport-Angebot nutzen – dort lernt man den Umgang mit der Erkrankung
- Bei allergischem Asthma: Kontakt zu den bekannten Allergenen planen und möglichst verringern
- Auf Warnzeichen hören und früh reagieren, statt zu lange zu warten
Ernährung und Bewegung
Eine spezielle „Asthma-Diät“ gibt es nicht. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse und Obst unterstützt die allgemeine Gesundheit; bei Übergewicht kann eine moderate Gewichtsabnahme die Beschwerden deutlich verbessern. Bewegung ist ausdrücklich erwünscht: Ausdauersport wie Schwimmen, Radfahren, Walken oder langsames Laufen kräftigt die Atemmuskulatur und erhöht die Belastbarkeit. Wenn Anstrengung bei Ihnen Asthma auslöst, sprechen Sie mit Ihrer Arztpraxis über das Vorgehen – oft hilft gründliches Aufwärmen, und manchmal wird eine vorbeugende Einnahme vor dem Sport empfohlen. Bei sehr kalter, trockener Luft ist es sinnvoll, durch die Nase zu atmen oder die Anstrengung nach drinnen zu verlegen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Asthma und die Psyche beeinflussen sich gegenseitig. Angst vor einem Anfall, nächtliches Aufwachen oder die Sorge, bei Sport nicht mithalten zu können, belasten viele Betroffene – und starker Stress kann wiederum Beschwerden verstärken. Das ist normal und nichts, wofür man sich schämen muss. Es hilft, offen darüber zu sprechen: In der Arztpraxis, mit Familie und Freunden oder in einer Beratung. Entspannungsverfahren und Atemübungen können unterstützen. Wenn Ängste, Niedergeschlagenheit oder Hoffnungslosigkeit länger anhalten oder Sie Gedanken haben, die Ihnen Angst machen, suchen Sie bitte zeitnah Unterstützung – zum Beispiel bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt oder bei einer psychosozialen Beratungsstelle. In einem seelischen Notfall erreichen Sie die Telefonseelsorge kostenlos und rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 oder 0800 222 222 2. Bei akuter Gefahr für Leben und Gesundheit wählen Sie sofort die 112.
Vorbeugung
Asthma lässt sich nicht in jedem Fall verhindern, weil eine angeborene Neigung mitspielt. Aber man kann das Risiko senken und dafür sorgen, dass Asthma möglichst selten Beschwerden macht. Am wirksamsten ist es, Tabakrauch in der Schwangerschaft und im Kindesalter zu vermeiden. Auch konsequenter Umgang mit bekannten Allergien, das Vermeiden starker Reizstoffe und gut behandelte Atemwegsinfekte helfen. Wer bereits Asthma hat, kann Anfällen gut vorbeugen: mit regelmäßiger Basistherapie, richtiger Inhalationstechnik, einer Asthmaschulung und einem Notfallplan.
Impfungen
Impfungen sind bei Asthma besonders sinnvoll, weil Infekte der Atemwege Beschwerden deutlich verschlimmern können. Empfohlen werden je nach Alter und Situation vor allem die Grippeimpfung (Influenza) und die Impfung gegen Pneumokokken; auch die übrigen von der STIKO empfohlenen Impfungen sollten aktuell sein. Was für Sie persönlich passt, besprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening auf Asthma gibt es nicht. Sinnvoll sind aber regelmäßige Kontrolltermine, wenn die Diagnose bereits besteht: Dort wird geprüft, ob die Behandlung noch passt, ob die Inhalationstechnik stimmt und ob sich etwas verändert hat. Bei Beschwerden, die neu auftreten oder über Wochen bleiben, gilt: zeitnah abklären lassen, statt abzuwarten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandeltes oder schlecht kontrolliertes Asthma kann zu häufigeren und schwereren Asthmaanfällen führen
- Die Atemwege können sich dauerhaft verändern und empfindlicher bleiben
- Nächtliche Beschwerden und Schlafmangel belasten Konzentration und Stimmung
- Weniger Bewegung und Teilhabe – beim Sport, in der Schule, im Beruf
- Wiederholte Infekte der Atemwege und mehr Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte
- Starke Belastung für die ganze Familie, besonders wenn ein Kind betroffen ist
Langzeitprognose
Die Aussichten sind gut. Mit einer passenden Behandlung, einer guten Schulung und etwas Routine im Alltag haben die meisten Menschen mit Asthma kaum Beschwerden und können alles machen, was ihnen wichtig ist – Sport, Reisen, Beruf und Familie. Bei vielen Kindern wird das Asthma im Jugendalter deutlich ruhiger oder verschwindet ganz, manchmal kommt es später wieder. Wichtig ist, dranzubleiben: regelmäßige Kontrollen und ein offener Austausch mit der Arztpraxis machen den Unterschied. Und wenn es doch einmal eng wird, gibt es klare Wege, schnell Hilfe zu bekommen.
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Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2026
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