Endoskopie – eine Untersuchung von innen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei einer Endoskopie schaut die Ärztin oder der Arzt mit einem dünnen, biegsamen Schlauch in Ihren Körper hinein. An der Spitze des Schlauchs ist eine kleine Kamera. So können Organe von innen betrachtet werden, ohne dass eine Operation nötig ist. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „nach innen schauen“.
Wichtige Fakten
- Eine Endoskopie ist eine schonende Untersuchung, bei der Hohlorgane mit einer Kamera von innen betrachtet werden.
- Sie wird häufig am Magen-Darm-Trakt durchgeführt, zum Beispiel als Magenspiegelung oder Darmspiegelung.
- Vor der Untersuchung gibt es meist ein beruhigendes Medikament, damit Sie nichts spüren.
- Eine Endoskopie kann auch zur Behandlung genutzt werden, zum Beispiel um Polypen zu entfernen oder Blutungen zu stillen.
Ja, in Deutschland werden Endoskopien sehr häufig durchgeführt, besonders zur Krebsvorsorge und zur Abklärung von Magen-Darm-Beschwerden.
Endoskopien betreffen Menschen aller Altersgruppen. Manche Untersuchungen finden bereits im Kindesalter statt, andere vor allem bei älteren Erwachsenen, zum Beispiel die Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge.
Symptome
- Nach einer Endoskopie: plötzliche, sehr starke Bauchschmerzen
- Massenhaftes Bluterbrechen oder hellrotes Blut im Stuhl
- Fieber mit Schüttelfrost
- Atemnot oder starke Atembeschwerden
- Bewusstlosigkeit oder Kreislaufkollaps
- ⚠Anhaltende starke Übelkeit und Erbrechen nach der Untersuchung
- ⚠Zunehmende Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Fieber über 38°C
- ⚠Dunkler Stuhlgang oder Blut im Stuhl, begleitet von Schwindel
Häufige Symptome
- Anhaltende Schmerzen im Oberbauch oder Magenbereich
- Sodbrennen, das trotz Behandlung nicht besser wird
- Schluckbeschwerden oder das Gefühl, dass Essen hängen bleibt
- Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhlgang
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Anhaltender Durchfall oder Verstopfung
Symptome bei Kindern
- Starke Bauchschmerzen ohne erkennbare Ursache
- Wiederholtes Erbrechen, besonders mit Blut
- Bleibende Schluckstörungen
- Blut im Stuhl
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Blutarmut ohne klare Ursache
- Schwarzer Stuhl oder Blutauflagerungen
- Plötzliche Veränderung der Stuhlgewohnheiten
- Schmerzen beim Schlucken
Ursachen
Hauptursachen
- Zur Abklärung von unklaren Beschwerden im Magen-Darm-Trakt
- Zur Vorsorge, zum Beispiel Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs
- Zur Kontrolle von bekannten Erkrankungen wie Magengeschwüren oder chronischen Darmentzündungen
- Um Gewebeproben (Biopsien) zu entnehmen
- Zur Behandlung, zum Beispiel Entfernen von Polypen oder Stillen von Blutungen
Risikofaktoren
- Magen-Darm-Erkrankungen in der Familie
- Alter über 50
- Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
- Chronische Entzündungen im Magen-Darm-Trakt
- Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten
- Übergewicht und Bewegungsmangel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke oder zunehmende Bauchschmerzen
- Sichtbares Blut im Stuhl oder dunkler, teerartiger Stuhl
- Wiederholtes Erbrechen von Blut
- Ungewollter starker Gewichtsverlust
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Anhaltendes Sodbrennen oder saures Aufstoßen
- Schluckbeschwerden
- Chronische Durchfälle oder Verstopfung
- Blutarmut (Anämie) ohne erkennbare Ursache
Diagnose
Eine Endoskopie wird in einer Arztpraxis, einer Klinik oder einem Endoskopiezentrum durchgeführt. Der Arzt führt den Endoskopschlauch entweder über den Mund in die Speiseröhre und den Magen (Magenspiegelung), über den After in den Darm (Darmspiegelung) oder über winzige Hautschnitte in Gelenke oder den Bauchraum (Bauchspiegelung). Vorher wird meist ein beruhigendes Medikament gespritzt, damit Sie die Untersuchung entspannt erleben.
Mögliche Untersuchungen
- Magenspiegelung (Gastroskopie): Untersuchung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm
- Darmspiegelung (Koloskopie): Untersuchung des Dickdarms
- Bauchspiegelung (Laparoskopie): Untersuchung der Bauchhöhle
- Gelenkspiegelung (Arthroskopie): Untersuchung von Gelenken wie Knie oder Schulter
- Bronchoskopie: Untersuchung der Atemwege und Lunge
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor der Untersuchung müssen Sie meist nüchtern bleiben, das heißt, Sie dürfen 6 bis 8 Stunden vorher nichts essen und nichts trinken. Bei einer Darmspiegelung müssen Sie zusätzlich den Darm mit einem Abführmittel entleeren, das Ihnen Ihr Arzt verordnet. Sie liegen während der Untersuchung auf einer Liege. Der Arzt führt das Endoskop vorsichtig ein. Sie bekommen eine Betäubungsspritze, damit Sie nichts spüren. Die Untersuchung dauert in der Regel 15 bis 30 Minuten. Danach dürfen Sie sich etwas erholen und werden noch kurz überwacht. Da Sie ein Beruhigungsmittel bekommen haben, dürfen Sie anschließend selbst nicht Auto fahren.
Behandlung
Eine Endoskopie ist oft nicht nur eine Untersuchung, sondern kann auch zur Behandlung eingesetzt werden. So können zum Beispiel Polypen – also gutartige Schleimhautwucherungen – direkt entfernt oder Blutungen gestillt werden. Der Eingriff selbst ersetzt meist keine Operation, kann aber in vielen Fällen dazu beitragen, eine Operation zu vermeiden.
Selbsthilfe zu Hause
- Schonen Sie sich nach der Untersuchung, bis die Beruhigungsspritze nachlässt.
- Trinken Sie ausreichend, aber in kleinen Schlucken, wenn Sie wieder dürfen.
- Bevorzugen Sie leicht verdauliche Kost am ersten Tag.
- Nehmen Sie nach der Untersuchung keine schweren Maschinen in Betrieb und treffen Sie keine wichtigen Entscheidungen.
- Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wann Sie wieder Ihre gewohnten Medikamente einnehmen dürfen.
Medizinische Behandlungen
Die medizinischen Maßnahmen hängen vom Befund ab. Nach der Untersuchung bespricht die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen das Ergebnis. Bei Auffälligkeiten wie Entzündungen oder Geschwüren gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, zum Beispiel Medikamente, die die Magensäure reduzieren oder Entzündungen hemmen. Bei Polypen oder kleinen Tumoren können diese in der Regel im Rahmen der Endoskopie entfernt werden. Ihr Behandlungsteam wird alle Schritte mit Ihnen besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann erforderlich sein, wenn bei der Endoskopie ein bösartiger Tumor entdeckt wird, der operativ entfernt werden muss, oder wenn die Endoskopie zu einer Verletzung der Organwand geführt hat, die genäht werden muss.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer unkomplizierten Endoskopie können Sie in der Regel am nächsten Tag wieder Ihren normalen Alltag aufnehmen. Klingen Sie zum Beispiel in der Arztpraxis oder im Endoskopiezentrum ein, wann Sie nach Hause gehen dürfen und was Sie beachten sollten. Meist dürfen Sie nach einer Magenspiegelung schon nach ein paar Stunden wieder normal essen.
Tipps für den Alltag
- Viel trinken, am besten Wasser oder ungesüßten Tee.
- Leichte Bewegung an der frischen Luft fördert das Wohlbefinden.
- Auf das Rauchen nach der Untersuchung verzichten, da dies die Magenschleimhaut reizen kann.
- Ausreichend schlafen und Stress vermeiden.
Ernährung und Bewegung
Nach der Untersuchung ist eine leichte, vollwertige Kost ideal, zum Beispiel Suppen, gedünstetes Gemüse, Reis oder Kartoffeln. Schwere, fettige Mahlzeiten sollten Sie am ersten Tag meiden. Bewegung an der frischen Luft ist gut, aber vermeiden Sie anstrengenden Sport an dem Tag der Untersuchung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Endoskopie kann bei vielen Menschen Unbehagen oder Angst auslösen. Das ist völlig normal. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Sorgen. Sie oder er kann Ihnen die Untersuchung genau erklären und Ihnen die Beruhigungsspritze anbieten. Denken Sie daran: Die Endoskopie hilft, Krankheiten zu erkennen und zu behandeln – das ist ein Schritt zu mehr Gesundheit.
Vorbeugung
Endoskopische Untersuchungen selbst müssen nicht „verhindert“ werden, sie sind ein wichtiges Diagnose- und Behandlungsverfahren. Krankheiten, die eine Endoskopie nötig machen, lassen sich zum Teil durch einen gesunden Lebensstil vermeiden: ausgewogene Ernährung, viel Bewegung, nicht rauchen, wenig Alkohol.
Impfungen
Gegen einige Infektionen, die Magen-Darm-Beschwerden auslösen können, gibt es Schutzimpfungen. Ob eine Impfung für Sie sinnvoll ist, entscheiden Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland wird die Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge angeboten. Ab 50 Jahren können Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über eine Vorsorgekoloskopie sprechen. Diese Untersuchung kann Darmkrebs früh erkennen oder sogar verhindern, weil dabei Vorstufen entfernt werden können.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine unbehandelte innere Blutung nach einer Gewebeentnahme kann zu Blutarmut oder Kreislaufproblemen führen.
- Eine unbehandelte Verletzung der Organwand (Perforation) kann zu einer Bauchfellentzündung führen.
- Wenn ein entdeckter Polyp nicht entfernt wird, kann er sich in seltenen Fällen zu Darmkrebs entwickeln.
Langzeitprognose
Die allermeisten Endoskopien verlaufen ohne Komplikationen. Die Untersuchung ist eine der wichtigsten Methoden der modernen Medizin. Wenn etwas gefunden wird, bedeutet das oft, dass eine Behandlung rechtzeitig beginnen kann. Ihr Behandlungsteam ist da, um Sie zu unterstützen.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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