Erhöhte rote Blutkörperchen (Erythrozytose)
Übersicht
Bei einer Erythrozytose (gesprochen: Erü-thro-zy-to-se) sind zu viele rote Blutkörperchen im Blut. Rote Blutkörperchen heißen auch Erythrozyten. Sie sind so etwas wie die Transportfahrzeuge des Körpers: Sie holen Sauerstoff in der Lunge ab und bringen ihn zu allen Organen. Sind zu viele davon unterwegs, wird das Blut dicker und fließfähiger wird es weniger – etwa wie Sirup im Vergleich zu Wasser. Das kann den Blutfluss verlangsamen. Fachleute nennen das Krankheitsbild auch Polyzythämie. Wichtig zu wissen: Ein leicht erhöhter Wert ist oft harmlos und kann zum Beispiel von zu wenig Trinken kommen. Manchmal steckt aber eine andere Erkrankung dahinter, die ärztlich abgeklärt werden sollte.
Wichtige Fakten
- Es gibt zwei Grundformen: eine echte Vermehrung der roten Blutkörperchen und eine scheinbare, bei der nur der flüssige Anteil des Blutes (das Plasma) weniger wird – etwa durch Flüssigkeitsmangel.
- Sehr oft wird eine Erythrozytose zufällig bei einer Blutuntersuchung entdeckt, ohne dass die betroffene Person etwas davon merkt.
- Häufige Ursachen sind Rauchen, Atemaussetzer im Schlaf (Schlafapnoe), chronische Lungenerkrankungen oder ein längerer Aufenthalt in großer Höhe.
- Selten steckt eine Erkrankung des Knochenmarks dahinter, bei der der Körper zu viele Blutzellen bildet. Diese Form lässt sich gut behandeln, braucht aber regelmäßige ärztliche Begleitung.
Leichte Auffälligkeiten im Blutbild sind recht häufig – besonders bei Menschen, die rauchen, wenig trinken oder eine Lungenerkrankung haben. Die seltene Form, die vom Knochenmark ausgeht, ist dagegen eher ungewöhnlich. Wie häufig eine Erythrozytose insgesamt ist, hängt stark davon ab, wie genau man hinschaut: Je mehr Blutbilder gemacht werden, desto öfter fällt ein erhöhter Wert auf.
Betroffen sein können Menschen jeden Alters. Am häufigsten fällt ein erhöhter Wert bei Erwachsenen auf, die rauchen, schnarchen und Atemaussetzer im Schlaf haben, an einer chronischen Lungen- oder Herzerkrankung leiden oder in großer Höhe leben. Die vom Knochenmark ausgehende Form tritt eher bei Erwachsenen mittleren und höheren Alters auf und betrifft Männer etwas häufiger als Frauen. Bei Kindern ist eine Erythrozytose selten – dann stecken oft ein angeborener Herzfehler oder ein längeres Leben in großer Höhe dahinter.
Symptome
- Plötzliche Brustschmerzen, die in Arm, Rücken, Hals oder Kiefer ausstrahlen können, oder ein starker Druck auf der Brust – mögliche Zeichen eines Herzinfarkts. Rufen Sie sofort 112 an.
- Plötzliche Lähmung oder Schwäche einer Körperseite, ein hängender Mundwinkel, verwaschene Sprache oder plötzlicher Sehverlust – mögliche Zeichen eines Schlaganfalls. Rufen Sie sofort 112 an.
- Plötzlich einsetzende, sehr starke Atemnot oder das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Rufen Sie sofort 112 an.
- Die stärksten Kopfschmerzen des Lebens, verbunden mit Verwirrtheit, Übelkeit oder Nackensteife. Rufen Sie sofort 112 an.
- Bewusstlosigkeit, ein Krampfanfall oder akute Verwirrtheit. Rufen Sie sofort 112 an.
- ⚠Einseitige Schwellung, Schmerz oder Überwärmung eines Beins – möglicher Hinweis auf ein Blutgerinnsel. Bitte noch am selben Tag ärztlich abklären lassen.
- ⚠Plötzlich auftretende Sehstörungen oder Doppelbilder
- ⚠Ungewöhnlich starkes oder häufiges Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder viele blaue Flecken ohne Grund
- ⚠Neu aufgetretenes Herzrasen oder Luftnot schon bei leichter Belastung
- ⚠Starke, anhaltende Bauchschmerzen, besonders links oben unter dem Rippenbogen
Häufige Symptome
- Oft gar keine Beschwerden – der erhöhte Wert fällt nur im Blutbild auf
- Kopfschmerzen, Schwindel oder ein Druckgefühl im Kopf
- Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Konzentrationsprobleme
- Gerötete oder dunkler wirkende Haut, besonders im Gesicht
- Ohrgeräusche (Tinnitus) oder ein Gefühl von "Watte im Kopf"
- Sehstörungen wie Flimmern oder verschwommenes Sehen
- Höherer Blutdruck als sonst
- Juckreiz nach warmem Duschen oder Baden – vor allem bei der Form, die vom Knochenmark ausgeht
- Leichtes Nasenbluten oder blaue Flecken ohne klaren Grund
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist eine Erythrozytose selten und wird meist im Rahmen einer anderen Erkrankung entdeckt
- Auffällig können eine rötliche Gesichtsfarbe, Müdigkeit oder schlechteres Gedeihen sein
- Manche Kinder haben Kopfschmerzen oder klagen über Sehprobleme
- Bei Säuglingen mit angeborenem Herzfehler kann eine bläuliche Hautfarbe ein Hinweis sein
- Kinder mit auffälligem Blutbild sollten immer kinderärztlich abgeklärt werden
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Beschwerden wie Müdigkeit, Schwindel oder Konzentrationsprobleme werden oft dem Alter zugeschrieben und deshalb übersehen
- Kopfschmerzen oder Sehstörungen können stärker auffallen
- Das Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen) ist im höheren Alter ohnehin erhöht und bei Erythrozytose zusätzlich
- Häufig bestehen gleichzeitig andere Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herz- oder Lungenerkrankungen
- Die vom Knochenmark ausgehende Form tritt in dieser Altersgruppe häufiger auf
Ursachen
Hauptursachen
- Flüssigkeitsmangel – zum Beispiel durch wenig Trinken, Fieber, Erbrechen, Durchfall oder bestimmte entwässernde Medikamente. Dann wird das Blut "dicker", weil der flüssige Anteil fehlt.
- Rauchen – Kohlenmonoxid im Rauch bindet sich an die roten Blutkörperchen, der Körper bildet als Ausgleich mehr davon
- Atemaussetzer im Schlaf (Schlafapnoe): Kurze Atempausen sorgen nachts für Sauerstoffmangel, der Körper reagiert mit vermehrter Blutbildung
- Chronische Lungenerkrankungen wie COPD oder eine dauerhafte Lungenschädigung
- Angeborene Herzfehler, bei denen sauerstoffarmes Blut in den Kreislauf gelangt
- Dauerhafter Aufenthalt in großer Höhe, wo die Luft weniger Sauerstoff enthält
- Nierenerkrankungen oder gutartige bzw. bösartige Veränderungen der Niere, die das Hormon Erythropoetin (EPO) vermehrt bilden
- Selten eine Erkrankung des Knochenmarks (Polycythaemia vera), bei der der Körper ungebremst Blutzellen produziert
- Sehr selten auch bestimmte Hormonpräparate oder Dopingmittel, die die Blutbildung anregen
Risikofaktoren
- Rauchen
- Übergewicht und Schnarchen mit Atemaussetzern im Schlaf
- Chronische Lungen- oder Herzerkrankung
- Leben oder Arbeiten in großer Höhe
- Dauerhaft zu wenig Flüssigkeit, besonders bei älteren Menschen
- Männliches Geschlecht und höheres Lebensalter (bei der vom Knochenmarkt ausgehenden Form)
- Familiäre Häufung bestimmter Blutbildungsstörungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn ein Bein einseitig anschwillt, schmerzt oder sich warm anfühlt
- Bei plötzlichen Sehstörungen oder immer wiederkehrendem Flimmern vor den Augen
- Bei Nasenbluten, das nicht aufhört, oder ungewohnt vielen blauen Flecken
- Bei neuem Herzrasen oder Luftnot bei geringer Anstrengung
- Bei starken, anhaltenden Kopfschmerzen oder Schwindel
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn im Blutbild ein erhöhter Wert für rote Blutkörperchen, Hämoglobin oder Hämatokrit steht – auch wenn Sie sich völlig gesund fühlen
- Bei anhaltender Müdigkeit, Konzentrationsproblemen oder häufigem Schwindel ohne klare Erklärung
- Bei dauerhaft geröteter Gesichtshaut oder unangenehmem Juckreiz nach dem Duschen
- Wenn bei Ihnen bekannt ist, dass Sie nachts schnarchen und tagsüber sehr müde sind
- Zur regelmäßigen Kontrolle, wenn bei Ihnen bereits eine Erythrozytose festgestellt wurde
Diagnose
Am Anfang steht immer eine Blutuntersuchung. Bestätigt sich der erhöhte Wert, fragt die Ärztin oder der Arzt nach Ihrer Vorgeschichte: Rauchen Sie? Schnarchen Sie? Haben Sie eine Lungenerkrankung? Trinken Sie ausreichend? Danach folgen gezielte Untersuchungen, um zu unterscheiden, ob die roten Blutkörperchen wirklich vermehrt sind oder ob nur Flüssigkeit fehlt – und ob eine behandelbare Ursache dahintersteckt.
Mögliche Untersuchungen
- Großes Blutbild mit Hämoglobin, Hämatokrit und der Zahl der roten Blutkörperchen
- Kontrolle des Blutbilds an einem zweiten Termin, oft morgens und mit gutem Flüssigkeitshaushalt
- Zählung der jungen roten Blutkörperchen (Retikulozyten) – sie zeigt, ob das Knochenmark gerade besonders viel produziert
- Messung des Hormons Erythropoetin (EPO) im Blut
- Sauerstoffsättigung im Blut, manchmal auch eine Blutgasanalyse
- Ultraschall von Bauchraum und Nieren, um andere Ursachen auszuschließen
- Bei Verdacht auf Schlafapnoe eine Untersuchung im Schlaflabor
- Bei Verdacht auf eine Knochenmarkerkrankung eine genetische Untersuchung (meist auf die sogenannte JAK2-Veränderung) und in seltenen Fällen eine Knochenmarkpunktion
- Zusätzlich oft: Blutzucker, Blutfette und Blutdruckmessung, um das Herz-Kreislauf-Risiko einzuschätzen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Rechnen Sie mit mehreren Terminen. Blutuntersuchungen werden meist wiederholt, weil ein einzelner Wert wenig aussagt. Für manche Untersuchungen müssen Sie nüchtern erscheinen – fragen Sie vorher nach. Ein Schlaflabor-Termin kann einige Wochen Vorlauf brauchen. Bis alle Ergebnisse da sind, können mehrere Wochen vergehen. Das ist normal und kein Zeichen dafür, dass etwas Schlimmes vorliegt: Es geht darum, sorgfältig abzuklären. Fragen Sie ruhig nach, wenn Sie etwas nicht verstehen, und lassen Sie sich die Werte erklären.
Behandlung
Wie behandelt wird, hängt ganz davon ab, warum die roten Blutkörperchen vermehrt sind. Steht eine andere Erkrankung im Hintergrund – etwa eine Schlafapnoe oder eine Lungenerkrankung – behandelt man zuerst diese. Bei der seltenen Form, die vom Knochenmark ausgeht, ist das Ziel, den Hämatokrit (den Anteil der roten Blutkörperchen am Blut) in einem sicheren Bereich zu halten und das Risiko für Blutgerinnsel zu senken. In vielen Fällen reicht eine gute Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt aus, um gut damit zu leben.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend trinken – über den Tag verteilt, nicht erst bei Durst. Bei Fieber, Hitze oder Durchfall brauchen Sie mehr.
- Wenn Sie rauchen: Das ist der wirksamste einzelne Schritt. Unterstützung beim Aufhören bekommen Sie bei Ihrer Hausarztpraxis oder Ihrer Apotheke.
- Täglich in Bewegung bleiben, damit das Blut gut zirkuliert – auch Spazierengehen zählt.
- Bei langem Sitzen (Auto, Flug, Büro) regelmäßig aufstehen und die Beine bewegen.
- Auf Warnzeichen des Körpers achten und bei Beschwerden nicht abwarten.
- Neue Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel oder Hormonpräparate nur nach Rücksprache einnehmen – manche können die Blutbildung beeinflussen.
- Regelmäßige Kontrolltermine wahrnehmen, auch wenn es Ihnen gut geht.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Steckt eine andere Erkrankung dahinter, wird diese behandelt – zum Beispiel eine Schlafapnoe mit einer nächtlichen Atemhilfe, eine Lungenerkrankung mit passender Therapie oder eine Herzfehlbildung mit entsprechender Versorgung. Bei Sauerstoffmangel kann eine Sauerstofftherapie helfen. Ist der Hämatokrit deutlich zu hoch, kann die Ärztin oder der Arzt eine Blutentnahme verordnen, bei der regelmäßig etwas Blut abgenommen wird (Aderlass) – so wird das Blut dünnflüssiger. Bei der vom Knochenmark ausgehenden Form kommen zusätzlich Medikamente zum Einsatz, die die Blutbildung bremsen, sowie gerinnungshemmende Mittel, um Blutgerinnseln vorzubeugen. Ihr Behandlungsteam entscheidet individuell, was zu Ihnen passt, und bespricht Nutzen und Risiken mit Ihnen. Bitte ändern Sie nichts an einer verordneten Behandlung ohne Rücksprache.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei einer Erythrozytose in der Regel kein Teil der Behandlung. In sehr seltenen Fällen kann ein Eingriff erwogen werden, etwa wenn die Milz durch die Erkrankung stark vergrößert ist und Beschwerden verursacht. Das ist eine Einzelfallentscheidung Ihrer behandelnden Ärztinnen und Ärzte.
Leben mit der Erkrankung
Für viele Menschen bedeutet eine Erythrozytose vor allem: regelmäßig zur Kontrolle gehen und ein paar Gewohnheiten anpassen. Notieren Sie sich Ihre Werte und Ihre Fragen – das erleichtert die Gespräche in der Praxis. Manche spüren kaum Einschränkungen im Alltag, andere merken, dass sie mehr Pausen brauchen. Beides ist in Ordnung. Wichtig ist, dass Sie sich gut informiert fühlen und bei Unsicherheiten nachfragen.
Tipps für den Alltag
- Rauchverzicht – die wirksamste Maßnahme, um die Blutbildung zu entlasten
- Auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus achten; bei Verdacht auf Schlafapnoe die empfohlene nächtliche Atemhilfe konsequent nutzen
- Ausreichend Flüssigkeit, besonders vor und während körperlicher Anstrengung sowie bei warmem Wetter
- Langes regloses Sitzen möglichst vermeiden oder durch Bewegung auflockern
- Regelmäßige, moderate Bewegung in den Alltag einbauen
- Ein gesundes Körpergewicht anstreben – das entlastet Herz, Lunge und Kreislauf
- Regelmäßige Kontrolltermine in den Kalender eintragen und nicht aufschieben
Ernährung und Bewegung
Es gibt keine spezielle Diät, die eine Erythrozytose heilt. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten unterstützt Herz und Gefäße. Achten Sie auf eine gute Flüssigkeitszufuhr über den Tag – Wasser und ungesüßte Getränke eignen sich gut. Bei Bewegung gilt: moderat und regelmäßig ist besser als sporadisch und extrem. Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen oder Gymnastik sind gute Optionen. Ausdauersport in großer Höhe oder sehr intensive Belastungen sollten Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine veränderte Blutuntersuchung kann verunsichern, gerade wenn es eine Zeit lang dauert, bis die Ursache klar ist. Viele machen sich Sorgen um Blutgerinnsel oder um die seltene Form aus dem Knochenmark. Solche Gedanken sind verständlich und dürfen sein. Sprechen Sie offen mit Ihrem Behandlungsteam über Ihre Ängste – oft helfen konkrete Zahlen und ein klarer Plan, um wieder ruhiger zu werden. Wenn Sorgen Sie im Alltag stark belasten, sich der Schlaf verschlechtert oder Sie sich niedergeschlagen fühlen, suchen Sie Unterstützung. In akuten seelischen Notlagen erreichen Sie unter der Nummer 112 rund um die Uhr Hilfe; für seelische Krisen gibt es außerdem die Telefonseelsorge, die Ihnen ebenfalls rund um die Uhr zuhört.
Vorbeugung
Das hängt ganz von der Ursache ab. Die seltene Form, die vom Knochenmark ausgeht, lässt sich nicht vorbeugen. Viele andere Formen können Sie aber deutlich weniger wahrscheinlich machen oder verbessern: nicht rauchen, ausreichend trinken, Atemaussetzer im Schlaf behandeln lassen, chronische Lungenerkrankungen gut im Griff behalten und Übergewicht abbauen. Das senkt auch insgesamt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Früherkennungsprogramme
Ein eigenes Vorsorgeprogramm für die Erythrozytose gibt es nicht. Da aber bei den meisten Blutuntersuchungen automatisch ein Blutbild erstellt wird, fällt ein erhöhter Wert oft früh auf. Wenn Sie rauchen, Übergewicht haben, schnarchen oder eine chronische Lungenerkrankung haben, sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf an, ob eine Blutbildkontrolle bei Ihnen sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen) in den Beinen
- Erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt
- Durchblutungsstörungen, die sich zum Beispiel durch kalte, schmerzende Zehen oder Finger bemerkbar machen können
- Erhöhte Blutungsneigung – das Blut kann gerinnen und gleichzeitig weniger gut gerinnen
- Eine vergrößerte Milz mit einem Druckgefühl im linken Oberbauch
- Gicht durch den vermehrten Abbau von Blutzellen
- Bei der vom Knochenmark ausgehenden Form kann sich nach vielen Jahren das Knochenmark verändern und die Blutbildung erschöpfen
Langzeitprognose
Die Aussichten sind überwiegend gut. Bei den vielen Fällen, in denen eine andere Ursache dahintersteckt – etwa Flüssigkeitsmangel, Rauchen oder eine Schlafapnoe – bessern sich die Werte oft deutlich, sobald die Ursache angegangen wird. Auch die seltene Form aus dem Knochenmark ist heute gut behandelbar: Mit regelmäßiger ärztlicher Begleitung, angepasster Lebensweise und einer passenden Behandlung lässt sich der Hämatokrit meist in einem sicheren Bereich halten, und viele Menschen leben mit der Erkrankung lange gut. Wichtig ist, dass Sie dranbleiben – mit Kontrollterminen, guter Flüssigkeitszufuhr und Aufmerksamkeit für die Warnzeichen.
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Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2026
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