Gürtelrose: Neue Impfempfehlung für Erwachsene
Übersicht
Gürtelrose (Herpes Zoster) ist ein schmerzhafter Hautausschlag mit Bläschen, der meist auf einer Körperseite bleibt. Sie entsteht, wenn das Windpocken-Virus, das nach einer früheren Windpocken-Erkrankung im Körper schlummert, wieder aktiv wird. Das ist keine neue Ansteckung mit Gürtelrose.
Wichtige Fakten
- Gürtelrose wird durch die Reaktivierung des Windpocken-Virus ausgelöst, nicht durch eine neue Ansteckung.
- Typisch ist ein einseitiger, gürtelartiger Ausschlag mit Bläschen und Schmerzen.
- Eine Impfung kann das Risiko senken. Fachleute empfehlen sie für bestimmte Gruppen, vor allem für ältere Erwachsene und Menschen mit besonderen Risiken.
Ja, Gürtelrose ist verbreitet. Schätzungen zufolge erkrankt etwa jeder dritte Mensch im Laufe des Lebens.
Vor allem ältere Erwachsene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind betroffen. Auch jüngere Menschen können erkranken, besonders wenn das Immunsystem belastet ist.
Symptome
- Rufen Sie 112 an bei plötzlicher Bewusstlosigkeit, Krampfanfall oder starker Verwirrtheit.
- Rufen Sie 112 an bei Anzeichen einer Hirnhautentzündung, zum Beispiel hohes Fieber mit Nackensteife, starken Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit.
- Rufen Sie 112 an bei plötzlicher Lähmung, schwerer Atemnot oder anderen lebensbedrohlichen Anzeichen.
- ⚠Ausschlag an der Nase oder nahe am Auge, Sehveränderungen oder Augenschmerzen: noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen.
- ⚠Ausschlag im Ohr mit Hörminderung, Schwindel oder Gesichtslähmung: noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen.
- ⚠Starke Schmerzen, die nicht besser werden, oder Anzeichen einer Hautinfektion mit zunehmender Rötung, Eiter oder Fieber.
- ⚠Geschwächtes Immunsystem oder eine laufende Behandlung, die das Immunsystem dämpft.
Häufige Symptome
- Kribbeln, Brennen oder Schmerz an einer Stelle, oft schon vor dem Ausschlag
- Einseitiger Ausschlag mit Bläschen, häufig gürtelförmig um den Rumpf
- Berührungsempfindlichkeit der betroffenen Haut
- Fieber, Kopfschmerzen und Müdigkeit
- Geschwollene Lymphknoten in der Nähe
Symptome bei Kindern
- Gürtelrose ist bei Kindern selten.
- Wenn ein Kind einen schmerzhaften, einseitigen Ausschlag mit Bläschen hat, sollte es ärztlich untersucht werden.
- Kinder mit geschwächtem Immunsystem haben ein höheres Risiko für einen schwereren Verlauf.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben ein höheres Risiko für starke Schmerzen und einen längeren Verlauf.
- Ein anhaltender Nervenschmerz nach der Gürtelrose kommt bei älteren Erwachsenen häufiger vor.
- Bei Ausschlag im Gesicht können Auge oder Ohr betroffen sein. Dann ist eine schnelle ärztliche Abklärung wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Gürtelrose entsteht durch die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus. Dieses Virus löst zuerst Windpocken aus.
- Nach einer Windpocken-Erkrankung bleibt das Virus in Nervenzellen des Körpers und kann später wieder aktiv werden.
- Die Bläschenflüssigkeit kann bei Menschen ohne Immunität Windpocken auslösen. Gürtelrose selbst wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen.
Risikofaktoren
- Höheres Alter, vor allem ab etwa 50 Jahren
- Geschwächtes Immunsystem durch Krankheit oder Behandlung
- Bestimmte chronische Erkrankungen
- Starke körperliche oder seelische Belastung und Schlafmangel können eine Reaktivierung begünstigen, sind aber nicht die alleinige Ursache
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Verdacht auf Gürtelrose im Gesicht, besonders an Nase oder Auge
- Bei Ausschlag im Ohr mit Hörminderung, Schwindel oder Gesichtslähmung
- Bei starken Schmerzen oder Anzeichen einer Hautinfektion
- Bei geschwächtem Immunsystem oder einer immundämpfenden Behandlung
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei neuem einseitigem Ausschlag, Brennen oder Schmerzen unklarer Ursache
- Wenn Sie eine Impfberatung zur Gürtelrose wünschen
- Wenn Sie unsicher sind, ob eine Impfung für Sie infrage kommt
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden und schaut sich den Hautausschlag an. Oft ist keine Laboruntersuchung nötig. Bei unklaren Fällen kann ein Abstrich helfen.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung der Haut
- Abstrich von einem Bläschen mit PCR-Test, wenn der Befund unklar ist
- Blutuntersuchung nur in besonderen Fällen
- Augenärztliche oder HNO-ärztliche Untersuchung bei Beteiligung von Auge oder Ohr
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Meist reicht ein Termin in der Hausarztpraxis. Bei Beteiligung von Auge, Ohr oder Gesicht kann eine Überweisung an Fachärzte sinnvoll sein. Die Untersuchung ist in der Regel unkompliziert.
Behandlung
Gürtelrose wird oft mit Mitteln gegen Viren und einer passenden Schmerzbehandlung versorgt. Wichtig ist, früh ärztlichen Rat zu suchen, besonders bei Risikogruppen. Die Behandlung richtet sich nach Beschwerden, Alter und Gesundheitszustand.
Selbsthilfe zu Hause
- Ruhen Sie sich aus, besonders bei Fieber oder starker Erschöpfung.
- Kühle, feuchte Umschläge können die Haut beruhigen.
- Kratzen Sie nicht an den Bläschen und halten Sie die Haut sauber.
- Tragen Sie lockere Kleidung, damit die Haut nicht reibt.
- Vermeiden Sie engen Kontakt zu Schwangeren, Neugeborenen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, solange Bläschen offen sind.
- Nehmen Sie Schmerzmittel nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinische Behandlungen
Ärztlich verordnete Mittel gegen Viren können den Verlauf abschwächen, wenn sie früh begonnen werden. Dazu kommen eine passende Schmerztherapie und Hautpflege. Bei Beteiligung von Auge oder Ohr sind Fachärzte wichtig. Die Behandlung orientiert sich in Deutschland an Leitlinien, zum Beispiel der AWMF.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei einer unkomplizierten Gürtelrose ist eine Operation nicht nötig. Selten kann bei Komplikationen ein chirurgischer Eingriff besprochen werden; das entscheidet die behandelnde Ärztin oder der Arzt.
Leben mit der Erkrankung
In der akuten Phase können Schmerzen, Müdigkeit und der Ausschlag den Alltag einschränken. Planen Sie Pausen ein und nehmen Sie sich Zeit für die Erholung. Bei anhaltenden Schmerzen hilft eine ärztliche Schmerztherapie.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf.
- Bauen Sie Stress ab, wenn möglich.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber passen Sie die Aktivität an Ihr Befinden an.
- Verzichten Sie möglichst auf Rauchen und trinken Sie Alkohol nur in Maßen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit unterstützen den Körper. Bewegung ist erlaubt, solange Sie sich wohlfühlen. Bei Fieber oder starker Erschöpfung ist Ruhe wichtiger.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Schmerzen können zermürben und Angst oder Traurigkeit auslösen. Das ist verständlich. Sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei einer akuten seelischen Krise oder Gedanken, sich selbst zu verletzen, holen Sie sofort Hilfe, zum Beispiel über den Notruf 112.
Vorbeugung
Das Risiko für Gürtelrose lässt sich senken, aber nicht ganz verhindern. Eine Impfung kann schützen. Ein gesunder Lebensstil unterstützt das Immunsystem, ersetzt aber keine individuelle Impfberatung.
Impfungen
Es gibt Impfungen gegen Gürtelrose. Fachleute empfehlen eine neuere Impfung für ältere Erwachsene und für Menschen mit bestimmten Risiken. Die genauen Empfehlungen hängen von Alter, Gesundheit und Land ab. In Deutschland orientieren sich Empfehlungen unter anderem an den Hinweisen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob und wann eine Impfung für Sie sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening auf Gürtelrose gibt es nicht. Wichtig ist, typische Beschwerden früh zu erkennen und bei Risikogruppen rechtzeitig ärztlichen Rat zu suchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltender Nervenschmerz nach der Gürtelrose, auch postherpetische Neuralgie genannt
- Narben und zusätzliche Hautinfektionen
- Bei Augenbeteiligung können Schäden am Auge entstehen
- Bei Ohrbeteiligung sind Hörminderung, Schwindel und Gesichtslähmung möglich
- Bei geschwächtem Immunsystem kann der Verlauf schwerer sein
Langzeitprognose
Die meisten Menschen erholen sich vollständig. Eine frühe Behandlung und eine individuelle Impfberatung können das Risiko für Komplikationen senken. Auch wenn Schmerzen länger anhalten, gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Beschwerden.
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Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2026
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