Augenkrebs
Übersicht
Augenkrebs bedeutet, dass sich im oder am Auge bösartige Zellen gebildet haben. Bösartig heißt: Die Zellen wachsen unkontrolliert und können Gewebe schädigen. Bei Erwachsenen ist das Aderhautmelanom am häufigsten: ein Tumor aus pigmentbildenden Zellen in der Aderhaut, einer Schicht unter der Netzhaut. Bei Kindern gibt es das Retinoblastom, einen seltenen Tumor der Netzhaut. Auch Lid, Bindehaut oder Tränendrüse können betroffen sein.
Wichtige Fakten
- Augenkrebs ist ein Sammelbegriff für bösartige Tumoren im Auge, an der Augenoberfläche oder in umgebenden Geweben.
- Früh erkannt lässt sich Augenkrebs oft besser behandeln. Regelmäßige Augenuntersuchungen können helfen, Veränderungen rechtzeitig abzuklären.
- Die meisten Augenveränderungen sind kein Krebs. Lassen Sie auffällige Beschwerden trotzdem von einer Augenärztin oder einem Augenarzt abklären.
Augenkrebs ist selten. Das Aderhautmelanom ist die häufigste Krebsart im Inneren des Auges bei Erwachsenen, bleibt aber insgesamt eine seltene Erkrankung.
Aderhautmelanom betrifft meist Erwachsene, häufig mit zunehmendem Alter. Retinoblastom betrifft fast nur kleine Kinder, meist vor dem 5. Lebensjahr. Andere Tumoren an Lid, Bindehaut oder Tränendrüse können in jedem Alter auftreten. Menschen mit heller Haut und hellen Augen haben ein etwas höheres Risiko für Aderhautmelanom.
Symptome
- Plötzlicher Verlust des Sehens oder eine plötzliche, starke Sehverschlechterung
- Starke plötzliche Augenschmerzen oder ein plötzlich stark geschwollenes, hartes Auge
- Plötzliches Doppeltsehen zusammen mit Schwäche, Sprachstörung, Gesichtslähmung oder Taubheitsgefühl – mögliche Zeichen eines Schlaganfalls
- ⚠Neue viele Floater oder plötzlich auftretende Lichtblitze
- ⚠Ein dunkler Schatten oder Vorhang im Gesichtsfeld
- ⚠Eine weiße Pupille, neu aufgetretenes Schielen oder eine auffällige Augenveränderung bei einem Kind
- ⚠Zunehmende Sehverschlechterung oder wiederkehrende Augenschmerzen
Häufige Symptome
- In frühen Stadien oft keine Beschwerden
- Unscharfes Sehen oder verschwommenes Sehen
- Neue viele fliegende Mücken im Sichtfeld, sogenannte Floater
- Lichtblitze oder Blitzen im Auge
- Ein dunkler Schatten oder ein Vorhang im Gesichtsfeld
- Verändertes Farbsehen oder verzerrtes Sehen
- Selten Augenschmerzen
- Bei Tumoren an der Augenoberfläche: Knoten, Rötung, Reizung oder ein Fremdkörpergefühl
Symptome bei Kindern
- Eine weiße Pupille, die besonders auf Blitzfotos auffällt, statt eines roten Reflexes
- Neu aufgetretenes Schielen
- Gerötetes oder geschwollenes Auge
- Verschlechtertes Sehen oder Probleme beim Greifen und Erkennen
- Manchmal keine Beschwerden, sodass die Veränderung nur bei einer Untersuchung auffällt
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Aderhautmelanom tritt häufiger mit zunehmendem Alter auf
- Beschwerden können lange fehlen
- Achten Sie auf neue Sehveränderungen, Floater, Lichtblitze oder einen Schatten im Gesichtsfeld
- Auch ein sonst unauffälliges Auge kann betroffen sein
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist oft nicht bekannt.
- Aderhautmelanom entsteht aus pigmentbildenden Zellen in der Aderhaut.
- Retinoblastom entsteht durch Veränderungen im RB1-Gen. Diese Veränderung kann erblich sein oder neu auftreten.
- Andere Augenkrebsarten können von verschiedenen Zellarten im Auge oder an den Augenanhangsgebilden ausgehen.
Risikofaktoren
- Höheres Alter bei Aderhautmelanom
- Helle Haut und helle Augenfarbe
- Familiäre Belastung mit Retinoblastom
- Erbliche Genveränderungen, besonders im RB1-Gen
- Für einige Tumoren an Lid und Bindehaut wird starker UV-Licht-Kontakt als möglicher Faktor diskutiert
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche Sehverschlechterung oder plötzlicher Sehverlust
- Starke Augenschmerzen oder ein plötzlich stark geschwollenes Auge
- Neue viele Floater, Lichtblitze oder ein Schatten im Gesichtsfeld
- Weiße Pupille oder neu aufgetretenes Schielen bei einem Kind
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sehveränderungen, die länger als einige Tage anhalten
- Häufige oder zunehmende Floater
- Ein Knoten, eine Rötung oder eine nicht heilende Veränderung am Augenlid oder an der Augenoberfläche
- Ein Familienmitglied mit Retinoblastom oder eine bekannte erbliche Veranlagung
- Regelmäßige Kontrollen nach einer Behandlung von Augenkrebs
Diagnose
Zuerst fragt die Augenärztin oder der Augenarzt nach Beschwerden und untersucht das Auge genau. Bei Verdacht auf Augenkrebs wird an eine Augenklinik oder ein spezialisiertes Zentrum überwiesen. Dort wird mit Bildgebung und manchmal einer Gewebeprobe geklärt, um welche Art von Tumor es sich handelt.
Mögliche Untersuchungen
- Augenärztliche Untersuchung mit weit gestellten Pupillen
- Spaltlampenuntersuchung und Spiegelung des Augenhintergrunds
- Ultraschall des Auges
- Optische Kohärenztomografie, kurz OCT – eine feine Bildgebung der Netzhaut
- Fluoreszein-Angiografie – Darstellung der Blutgefäße im Auge mit einem Farbstoff
- Magnetresonanztomografie oder Computertomografie, wenn der Tumor genauer dargestellt werden muss
- Gewebeprobe, sogenannte Biopsie, nur in ausgewählten Fällen
- Genetische Beratung und genetische Tests bei Verdacht auf erbliches Retinoblastom
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Für einige Untersuchungen werden die Pupillen mit Augentropfen weit gestellt. Danach ist das Sehen für einige Stunden verschwommen und helles Licht blendet stärker. Die meisten Untersuchungen sind schmerzfrei. Bis ein Befund feststeht, können mehrere Termine nötig sein. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Tumorart, der Größe, der Lage, dem Alter und danach, ob der Tumor bereits gestreut hat. Die Behandlung orientiert sich an augenärztlichen Fachleitlinien, zum Beispiel der AWMF. Ihr Behandlungsteam bespricht mit Ihnen die Möglichkeiten und die jeweiligen Vor- und Nachteile.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie alle Kontrolltermine ein.
- Schützen Sie Ihre Augen bei grellem Licht, wenn es Ihnen guttut.
- Notieren Sie Fragen für das Behandlungsteam.
- Sprechen Sie über Ängste und Sorgen – Sie müssen nicht allein damit umgehen.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und Pausen, besonders wenn Sie müde sind.
Medizinische Behandlungen
Je nach Situation kommen verschiedene Verfahren in Frage: eine genaue Beobachtung bei kleinen Befunden, Laserbehandlung, Bestrahlung – zum Beispiel mit kleinen Strahlenträgern am Auge oder mit Protonen –, eine Operation und bei bestimmten Tumoren eine Chemotherapie oder eine zielgerichtete Behandlung. Bei Kindern mit Retinoblastom wird oft in spezialisierten Zentren behandelt, manchmal mit mehreren Verfahren kombiniert.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann nötig sein, wenn der Tumor groß ist, das Auge stark geschädigt ist oder die Sehkraft nicht erhalten werden kann. Manchmal muss das Auge entfernt werden, medizinisch Enukleation genannt. Danach kann eine Augenprothese helfen, das Aussehen zu erhalten. In anderen Fällen werden nur der Tumor und umliegendes Gewebe entfernt.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen wichtig, oft über viele Jahre. Sehveränderungen können den Alltag beeinflussen. Fragen Sie Ihr Behandlungsteam, ob Autofahren, Arbeiten oder Sport sicher sind. Bei Kindern sind Schule, Spielen und Entwicklung Themen, die begleitet werden können.
Tipps für den Alltag
- Verzichten Sie möglichst auf Rauchen.
- Schützen Sie Haut und Augen vor starkem Sonnenlicht.
- Sorgen Sie für gute Beleuchtung beim Lesen und bei der Arbeit.
- Nutzen Sie Hilfsmittel wie eine Lupe, größere Schrift oder eine Bildschirmvergrößerung, wenn es hilft.
- Planen Sie Pausen ein, wenn die Augen schnell müde werden.
Ernährung und Bewegung
Eine besondere Diät ist bei Augenkrebs nicht nötig. Essen Sie ausgewogen und bewegen Sie sich so, wie es Ihnen guttut. Nach einer Operation oder bei Müdigkeit sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam über angepasste Bewegung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Krebsdiagnose kann Angst, Trauer, Wut oder Schlafprobleme auslösen. Das ist normal. Sorgen Sie für Entlastung und suchen Sie Unterstützung. Wenn Sie Gedanken haben, die Ihnen Angst machen, oder sich nicht mehr zurechtfinden, holen Sie sich sofort Hilfe – rufen Sie den Notruf 112 oder gehen Sie in eine Notaufnahme.
Vorbeugung
Augenkrebs lässt sich nicht sicher verhindern. Manche Risiken wie eine erbliche Veranlagung kann man nicht ändern. Wichtig ist, auffällige Veränderungen abklären zu lassen und bei familiärem Risiko regelmäßig zur Augenärztin oder zum Augenarzt zu gehen.
Impfungen
Für Augenkrebs gibt es keine Impfung.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening für Augenkrebs gibt es nicht. Bei erblichem Retinoblastom in der Familie werden Kinder früh und regelmäßig augenärztlich untersucht. Menschen mit Aderhautmelanom brauchen nach der Behandlung eine regelmäßige Nachsorge.
Komplikationen
Unbehandelt
- Der Tumor kann wachsen und das Sehen dauerhaft verschlechtern.
- Es kann zu einer Netzhautablösung kommen.
- Ein Glaukom, also grüner Star, kann entstehen und Augendruck sowie Sehnerv schädigen.
- Starke Augenschmerzen oder eine dauerhafte Schädigung des Auges sind möglich.
- Bei Aderhautmelanom kann der Tumor in andere Organe streuen, am häufigsten in die Leber.
- Bei Kindern kann ein unbehandeltes Retinoblastom das Auge und das Sehen stark schädigen.
Langzeitprognose
Viele Menschen mit Augenkrebs können gut behandelt werden, besonders wenn der Tumor früh erkannt wird. Die Aussichten hängen von Tumorart, Größe, Lage und Ausbreitung ab. Auch nach erfolgreicher Behandlung bleiben regelmäßige Kontrollen wichtig. Fragen Sie Ihr Behandlungsteam nach Ihrer persönlichen Situation – es kann sie am besten einschätzen.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsempfehlungen unterscheiden sich nach Land und Region. Diese Seite ist allgemeine Aufklärung und entspricht möglicherweise nicht den Leitlinien, Arzneimitteln oder der Praxis an Ihrem Wohnort. Besprechen Sie Ihre Anliegen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer anderen medizinischen Fachperson und folgen Sie lokalen Empfehlungen, soweit es sie gibt.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Keine Leitlinie nennt dieses Thema
Hier wird keine Gesundheitsleitlinie und kein klinisches Kapitel zitiert, das genau dieses Thema nennt. Diese Seite dient nur der allgemeinen Bildung und Information. Sie ist keine Diagnose, kein Behandlungsplan und kein persönlicher medizinischer Rat. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und folgen Sie deren Rat. Bei starken, plötzlichen oder beunruhigenden Beschwerden holen Sie zeitnah medizinische Hilfe, und rufen Sie im Notfall die örtliche Notrufnummer an. Ruqelo LLC ist nicht verantwortlich für medizinische oder rechtliche Folgen von Entscheidungen, die auf diesen Informationen beruhen.
Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.