Verblitzung der Augen (Photokeratitis)
Übersicht
Bei einer Verblitzung reagiert die Hornhaut auf starkes UV-Licht. Die Hornhaut ist die klare, äußere Schicht des Auges. UV-Licht ist ultraviolette Strahlung, also unsichtbares Licht, das die Augen schädigen kann. Fachleute nennen das Photokeratitis. Umgangssprachlich heißt es oft „Schweißerblitz“ oder „Schneeblindheit“. Die Beschwerden treten häufig erst einige Stunden nach der Strahlung auf.
Wichtige Fakten
- UV-Licht reizt die oberflächliche Hornhaut; die Beschwerden kommen oft mit Verzögerung.
- Eine Verblitzung heilt meist innerhalb von ein bis drei Tagen folgenlos ab.
- Wichtig sind UV-Schutz, Augenschonung und bei starken oder anhaltenden Beschwerden ärztlicher Rat.
Verblitzungen sind nicht selten. Besonders bekannt sind sie bei Schweißarbeiten ohne Schutz, im Schnee und bei der Nutzung von UV-Lampen oder Solarien.
Symptome
- Plötzlicher Sehverlust oder plötzliche Erblindung
- Schwere Augenverletzung durch Unfall
- Chemikalie im Auge
- Sehr starke Augenschmerzen mit Übelkeit oder Erbrechen
- ⚠Sehstörungen, die nach 24 Stunden nicht besser werden
- ⚠So starke Schmerzen, dass das Auge nicht geöffnet werden kann
- ⚠Eitrige Absonderung oder Fieber
- ⚠Kontaktlinse kann nicht entfernt werden
Häufige Symptome
- Brennen oder Sandkorngefühl im Auge
- Tränende Augen
- Lichtempfindlichkeit
- Gerötete Augen
- Verschwommenes Sehen
- Das Gefühl, das Auge nicht öffnen zu können
Symptome bei Kindern
- Kinder reiben sich die Augen oder halten sie zu
- Weinen und Unruhe
- Scheu vor hellem Licht
- Wenig Lust, die Augen zu öffnen
- Manchmal fällt es Kindern schwer, die Beschwerden zu beschreiben
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen mit trockenen Augen können stärker reagieren
- Bestehende Augenerkrankungen können die Beschwerden verstärken
- Bei plötzlicher Sehverschlechterung sollte ärztlicher Rat gesucht werden
Ursachen
Hauptursachen
- UV-Licht beim Schweißen ohne Schutz, oft „Schweißerblitz“ genannt
- Reflexion von UV-Licht durch Schnee, Wasser oder Sand
- Solarium oder UV-Lampen
- Aufenthalt in großer Höhe oder starkem Sonnenlicht
- Defekte oder unsachgemäß genutzte UV-Lampen
Risikofaktoren
- Arbeiten mit Lichtbogen ohne passende Schutzbrille
- Wintersport oder Aufenthalt im Schnee ohne Sonnen- oder Schneebrille
- Nutzung von Solarien
- Berufliche UV-Exposition im Freien
- Bestimmte Medikamente können die Lichtempfindlichkeit erhöhen – fragen Sie Ihre Apotheke oder Ihre Ärztin oder Ihren Arzt
- Trockene Augen können Beschwerden verstärken
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sehverlust oder starke Sehverschlechterung
- Sehr starke Schmerzen
- Beschwerden nach einem Unfall oder Kontakt mit Chemikalien
- Eitrige Absonderung, Fieber oder zunehmende Rötung
- Beschwerden, die nach 24 Stunden nicht besser werden
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Leichte Beschwerden, die nach 48 Stunden nicht deutlich besser sind
- Wiederholte Verblitzungen
- Unsicherheit, ob eine Augenverletzung vorliegt
- Berufliche UV-Exposition und Fragen zum Schutz
Diagnose
Die Diagnose wird im Gespräch und bei einer Augenuntersuchung gestellt. Wichtig ist, wann und wo das UV-Licht eingewirkt hat. Die Hornhaut wird mit einer Spaltlampe angesehen. Die Spaltlampe ist ein spezielles Mikroskop für die Augen. Manchmal wird ein Farbstoff eingesetzt, der kleine Schäden an der Hornhaut sichtbar macht.
Mögliche Untersuchungen
- Befragung zu Beschwerden und UV-Exposition
- Spaltlampenuntersuchung der Augen
- Sehtest
- Bei Bedarf Farbstofftest der Hornhaut
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist kurz und tut nicht weh. Augentropfen können kurz brennen. In der Regel ist keine aufwendige Technik nötig. Bei starken Beschwerden kann eine Wiedervorstellung am nächsten Tag sinnvoll sein.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist, die Beschwerden zu lindern und die Hornhaut zu schützen. Eine Verblitzung heilt meist von selbst. Wichtig ist, weitere UV-Strahlung zu vermeiden und die Augen nicht zu reiben.
Selbsthilfe zu Hause
- Keine weiteren UV-Strahlen aussetzen, zum Beispiel Schweißarbeiten oder Solarium meiden
- Sonnenbrille tragen und die Augen schonen
- Kontaktlinsen entfernen, wenn sie tragen
- Nicht die Augen reiben
- Kühle Umschläge können wohltuend sein, aber kein Eis direkt auf das Auge legen
- Keine betäubenden Augentropfen selbst anwenden
Medizinische Behandlungen
Die ärztliche Behandlung lindert Beschwerden und schützt die Hornhaut. Möglich sind befeuchtende Augentropfen, schmerzlindernde Maßnahmen und bei Bedarf ein Schutz vor Infektionen. Betäubende Augentropfen sind für die Anwendung zu Hause nicht geeignet. Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, was zu Ihnen passt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei einer reinen Verblitzung nicht nötig. Sie kann nur bei anderen Augenverletzungen oder Komplikationen eine Rolle spielen.
Leben mit der Erkrankung
In den ersten 24 bis 48 Stunden sollten Sie die Augen schonen. Tragen Sie eine Sonnenbrille, vermeiden Sie helles Licht und fahren Sie nicht Auto, wenn Sie schlecht sehen. Am Arbeitsplatz ist passender UV-Schutz wichtig.
Tipps für den Alltag
- UV-Schutzbrille oder Sonnenbrille mit ausreichendem UV-Schutz tragen
- Solarium meiden
- Schutzausrüstung am Arbeitsplatz nutzen
- Bei Schweißarbeiten immer eine geeignete Schutzbrille und einen Schutzhelm tragen
- Bei Wintersport eine Schneebrille tragen
Ernährung und Bewegung
Eine spezielle Ernährung ist nicht nötig. Ruhige Bewegung an der frischen Luft ist meist möglich. Schützen Sie die Augen dabei vor UV-Licht. Bei starken Schmerzen oder schlechtem Sehen sollten Sie keinen Sport treiben.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Verblitzung kann kurzfristig Angst machen, besonders wenn das Sehen verschwommen ist. Meist bessern sich die Beschwerden schnell. Wenn Sorgen oder Ängste stärker werden oder Sie sich in einer seelischen Krise befinden, holen Sie sich Hilfe. In akuten Notfällen gilt der Notruf 112. Sonst können Hausarztpraxis oder lokale Krisendienste unterstützen.
Vorbeugung
Ja, eine Verblitzung lässt sich gut vermeiden. Entscheidend ist ein konsequenter Schutz vor UV-Licht.
Impfungen
Gegen eine Verblitzung gibt es keine Impfung.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Früherkennungsuntersuchung gibt es nicht. Bei beruflicher UV-Exposition sind regelmäßige Augenuntersuchungen und eine gute Schutzbrille sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltende Schmerzen und Lichtempfindlichkeit, wenn die Augen weiter UV-Licht ausgesetzt werden
- Selten eine Hornhautentzündung oder Infektion, besonders bei Reiben oder Kontaktlinsen
- Verschwommenes Sehen kann vorübergehend länger anhalten
Langzeitprognose
Die Aussichten sind sehr gut. Die Hornhaut erneuert sich schnell. Bei den meisten Menschen verschwinden die Beschwerden innerhalb von ein bis drei Tagen ohne bleibende Schäden. Wenn sie länger anhalten, lassen Sie es ärztlich abklären.
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Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2026
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