Herzkrankheiten und Schlaganfall
Übersicht
Herzkrankheiten und Schlaganfall haben mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick denkt: Bei beiden geht es um die Blutgefäße. Das Herz ist eine Pumpe, die den ganzen Körper mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Sind die Gefäße, die das Herz selbst versorgen – die Herzkranzgefäße – verengt oder verstopft, spricht man von einer koronaren Herzkrankheit. Beim Schlaganfall bekommt ein Teil des Gehirns plötzlich keinen Sauerstoff mehr, meist weil ein Gefäß verstopft ist, seltener weil ein Gefäß reißt. Kurz gesagt: Beide Erkrankungen entstehen oft aus denselben Gründen, nämlich durch verengte Gefäße, Ablagerungen und Blutgerinnsel. Und beide sind ein Notfall, wenn sie akut auftreten.
Wichtige Fakten
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die häufigste Todesursache – und trotzdem lässt sich das persönliche Risiko stark beeinflussen.
- Ein Schlaganfall ist ein Notfall: Jede Minute zählt. Bei plötzlicher Lähmung, hängendem Mundwinkel oder Sprachproblemen sofort die 112 anrufen.
- Viele Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Bewegungsmangel und Übergewicht lassen sich verändern – das Gehirn und das Herz profitieren davon gleichermaßen.
Ja, sehr häufig. Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören in Deutschland zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt und sind die häufigste Todesursache. Auch Schlaganfälle sind keine Seltenheit: Jedes Jahr erleiden in Deutschland mehrere hunderttausend Menschen einen Schlaganfall. Gleichzeitig ist die Zahl der Todesfälle in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken – vor allem, weil Risikofaktoren besser behandelt werden und Akutversorgung und Rehabilitation besser geworden sind.
Grundsätzlich kann es jeden treffen. Das Risiko steigt mit dem Alter, weil Gefäße über die Jahre an Elastizität verlieren und Ablagerungen zunehmen. Männer erkranken im Durchschnitt etwas früher, Frauen eher nach den Wechseljahren. Aber auch jüngere Menschen können betroffen sein – etwa bei familiärer Belastung, bei bestimmten angeborenen Herzfehlern, bei starkem Rauchen oder bei einem sehr ungünstigen Blutdruck- und Blutzuckerprofil. Menschen mit Diabetes, Nierenerkrankungen oder dauerhaft hohem Blutdruck haben ein besonders erhöhtes Risiko.
Symptome
- Druck oder Schmerz in der Brust, der länger als wenige Minuten anhält oder in Arm, Hals, Kiefer oder Oberbauch ausstrahlt
- Plötzliche Lähmung oder Schwäche einer Körperseite, hängender Mundwinkel oder plötzlich verwaschene Sprache
- Plötzliche Sehstörung, Doppelbilder oder plötzliche Blindheit auf einem Auge
- Plötzlicher, ungewöhnlich starker Kopfschmerz, oft mit Übelkeit oder Bewusstseinstrübung
- Plötzlicher Schwindel mit Gangunsicherheit, Fallneigung oder Sprachstörung
- Bewusstlosigkeit, Krampfanfall, kalter Schweiß mit blasser Haut und Engegefühl in der Brust
- Bei all diesen Zeichen gilt: sofort die 112 anrufen, die Person nicht allein lassen und nicht selbst ins Krankenhaus fahren.
- ⚠Kurze Brustschmerzen oder Druckgefühle, die wieder verschwunden sind – noch am selben Tag ärztlich abklären lassen
- ⚠Plötzlich aufgetretene, wieder vollständig zurückgegangene Lähmung, Taubheit oder Sprachstörung (sogenannte TIA – ein Warnzeichen, das sofort abgeklärt werden muss; im Zweifel die 112 rufen)
- ⚠Neu aufgetretenes Herzrasen oder ein deutlich unregelmäßiger Puls
- ⚠Zunehmende Atemnot bei leichter Belastung oder im Liegen, die neu ist oder sich verschlechtert
- ⚠Neu geschwollene Beine oder plötzliche Gewichtszunahme über wenige Tage
- ⚠Sehr hohe Blutdruckwerte mit Kopfschmerz, Schwindel, Nasenbluten oder Sehstörungen
- ⚠Kurze Ohnmachtsanfälle oder Schwarzwerden vor den Augen
Häufige Symptome
- Druck, Enge oder Brennen in der Brust, oft hinter dem Brustbein, manchmal auch nur als komisches Gefühl
- Atemnot oder schnelle Erschöpfung bei Belastung, die früher leichtfiel
- Schmerzen oder Ausstrahlung in Arm, Schulter, Hals, Kiefer oder Oberbauch
- Herzklopfen, Herzrasen oder ein unregelmäßiger Pulsschlag
- Geschwollene Knöchel oder Beine, Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen
- Beim Schlaganfall: plötzlich hängender Mundwinkel, plötzliche Schwäche oder Lähmung einer Körperseite
- Beim Schlaganfall: plötzlich verwaschene oder fehlende Sprache, Verständnisprobleme
- Beim Schlaganfall: plötzliche Sehstörung, Doppelbilder oder halbseitiger Gesichtsfeldverlust, plötzlicher Schwindel mit Gangunsicherheit
- Beim Schlaganfall: sehr plötzlich einsetzende, ungewöhnlich starke Kopfschmerzen
Symptome bei Kindern
- Herzprobleme bei Kindern sind meist angeborene Herzfehler. Hinweise können Trinkschwäche, blaue Lippen oder Finger, schnelles Ermüden beim Spielen und langsames Gedeihen sein.
- Bei älteren Kindern und Jugendlichen können Leistungsknick, Herzrasen oder auffällige Atemnot beim Sport auf eine Herzrhythmusstörung oder einen Herzfehler hinweisen.
- Schlaganfälle sind bei Kindern sehr selten, aber möglich – zum Beispiel bei bestimmten Gerinnungsstörungen, Gefäßerkrankungen oder nach schweren Infektionen. Plötzliche Lähmungen oder Sprachverlust sind immer ein Notfall.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen verläuft ein Herzinfarkt oft ohne den typischen Brustschmerz. Stattdessen können plötzliche Luftnot, Übelkeit, Schwäche oder Verwirrtheit im Vordergrund stehen.
- Ein Schlaganfall zeigt sich älterer Menschen manchmal nur durch plötzliche Verwirrtheit, Sturzneigung, auffällige Schläfrigkeit oder verwaschene Sprache – auch das ist ein Notfall.
- Bei Menschen mit Demenz oder eingeschränkter Kommunikation lohnt sich ein genauer Blick auf plötzliche Veränderungen: einseitiges Hängen des Gesichts, Greifschwäche einer Hand, Ungleichgewicht beim Gehen.
Ursachen
Hauptursachen
- Ablagerungen in den Gefäßwänden (Arteriosklerose): Fett- und Entzündungsstoffe sammeln sich in den Adern, die Gefäße werden enger und steifer.
- Blutgerinnsel: Ein Gerinnsel kann ein verengtes Herzkranzgefäß oder ein Hirngefäß plötzlich verschließen – das ist die häufigste Ursache von Herzinfarkt und Schlaganfall.
- Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern: Dabei bilden sich im Herzen kleine Gerinnsel, die ins Gehirn geschwemmt werden können.
- Dauerhaft hoher Blutdruck: Er schädigt die Gefäßwände über Jahre und macht sie anfällig für Ablagerungen und Risse.
- Hirnblutung: Seltener platzt ein Gefäß im Gehirn, oft als Folge von sehr hohem Blutdruck oder einer Gefäßveränderung.
Risikofaktoren
- Rauchen – einer der stärksten Risikofaktoren für beide Erkrankungen
- Bluthochdruck
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)
- Diabetes (Zuckerkrankheit)
- Übergewicht, besonders Bauchfett
- Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung mit viel Salz, gesättigten Fetten und Zucker
- Regelmäßiger, hoher Alkoholkonsum
- Stress und dauerhaft schlechter Schlaf, zum Beispiel bei Schlafapnoe (nächtlichen Atemaussetzern)
- Zunehmendes Alter und familiäre Vorbelastung – also Herzinfarkt oder Schlaganfall bei nahen Angehörigen in jungen Jahren
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Brustschmerzen, Engegefühl oder Druck in der Brust, auch wenn sie wieder nachlassen
- Plötzliche oder vorübergehende Lähmung, Taubheit, Sprachstörung oder Sehstörung – hier zählt jede Minute
- Neu aufgetretenes Herzrasen, Stolpern des Herzens oder ein sehr unregelmäßiger Puls
- Plötzliche Atemnot oder Atemnot in Ruhe
- Ohnmacht oder Beinahe-Ohnmacht
- Sehr hoher Blutdruck mit Beschwerden wie Kopfschmerz, Schwindel oder Sehstörungen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sie möchten Ihr persönliches Risiko einschätzen lassen, zum Beispiel wegen familiärer Vorbelastung
- Ihr Blutdruck wurde mehrfach erhöht gemessen
- Sie haben seit Längerem wenig Kraft bei Belastung oder werden schneller müde als früher
- Bei Ihnen wurde Diabetes, eine Nierenerkrankung oder eine Fettstoffwechselstörung festgestellt
- Sie rauchen und möchten aufhören – hier gibt es wirksame Unterstützung
- Sie hatten bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall und möchten Ihre Nachsorge und Medikamente besprechen
Diagnose
Am Anfang steht fast immer ein ausführliches Gespräch: Welche Beschwerden haben Sie, seit wann, bei welcher Belastung, was lindert sie? Dazu kommen Ihre Vorgeschichte, Medikamente, Lebensgewohnheiten und die Familiengeschichte. Danach folgt eine körperliche Untersuchung mit Abhören von Herz und Lunge, Pulsfühlen, Blutdruckmessung und Abtasten der Beine. Je nach Ergebnis schließen sich Untersuchungen des Herzens und der Gefäße an. Beim akuten Schlaganfall geht es schnell: Hier wird meist sofort eine Bildgebung des Kopfes gemacht, um zu sehen, ob ein Gefäß verstopft oder geplatzt ist. Wichtig zu wissen: Die Untersuchungen sind heute schonend und gut verträglich, und die meisten dauern nur wenige Minuten.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung, eventuell auch über 24 Stunden zu Hause
- Blutuntersuchung: Blutzucker, Blutfette, Nieren- und Entzündungswerte, bei Bedarf Gerinnungswerte
- Elektrokardiogramm (EKG) – eine Aufzeichnung der Herzströme, die Rhythmus und Durchblutung zeigt
- Langzeit-EKG über 24 bis 48 Stunden, um unregelmäßige Herzschläge zu finden
- Belastungs-EKG auf dem Fahrrad oder Laufband
- Ultraschall des Herzens (Echokardiografie): zeigt Größe, Pumpkraft und Klappen
- Ultraschall der Halsschlagadern und der Beingefäße
- Bildgebung des Kopfes mit Computertomografie oder Magnetresonanztomografie beim Verdacht auf Schlaganfall
- Bei Bedarf eine Herzkatheteruntersuchung, um die Herzkranzgefäße direkt darzustellen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Fragen Sie nach, welche Untersuchung warum gemacht wird und was das Ergebnis bedeutet. Es hilft, sich vorher Notizen zu machen und jemanden zum Gespräch mitzunehmen. Bringen Sie Ihre Blutdruckwerte und eine Liste Ihrer Medikamente mit. Nach der Diagnose bekommen Sie in der Regel einen Plan, was als Nächstes sinnvoll ist – oft geht es dabei nicht nur um Medikamente, sondern auch um Bewegung, Ernährung und Rauchstopp.
Behandlung
Die Behandlung hat zwei Ziele: akute Gefahr abwenden und langfristig Herz und Gehirn schützen. Beim akuten Herzinfarkt oder Schlaganfall geht es um Minuten – hier wird im Krankenhaus versucht, das verstopfte Gefäß schnell wieder zu öffnen. Danach, und auch bei chronischen Herzkrankheiten, geht es darum, die Risikofaktoren gut einzustellen und die Gefäße zu stabilisieren. Das gelingt am besten mit einem Zusammenspiel aus Medikamenten, Bewegung, Ernährung und dem Verzicht auf Rauchen.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie verordnete Medikamente regelmäßig ein – auch wenn Sie sich gut fühlen. Bei Nebenwirkungen sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, statt selbst abzusetzen.
- Messen Sie Blutdruck und, wenn empfohlen, auch Blutzucker regelmäßig und notieren Sie die Werte.
- Bewegen Sie sich nach Absprache regelmäßig – oft sind zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen gut geeignet.
- Rauchstopp: Fragen Sie nach Unterstützung. Das ist oft der wirksamste einzelne Schritt.
- Achten Sie auf Warnzeichen und wissen Sie, was im Notfall zu tun ist – 112 anrufen.
- Nehmen Sie Reha-Angebote und Schulungen wahr; sie helfen, den Alltag sicher zu gestalten.
Medizinische Behandlungen
Ärztlich verordnete Medikamente wirken auf verschiedene Weise zusammen: Sie senken den Blutdruck, verbessern die Blutfettwerte, verdünnen das Blut beziehungsweise hemmen die Gerinnung, entlasten das Herz oder stabilisieren den Herzrhythmus. Bei Vorhofflimmern geht es zusätzlich darum, den Rhythmus zu behandeln und das Schlaganfallrisiko zu senken. Auch Krankheiten, die das Risiko erhöhen – etwa Diabetes oder eine Schilddrüsenüberfunktion – werden mitbehandelt. Welche Behandlung zu Ihnen passt, hängt von Ihren Befunden und Vorerkrankungen ab; das bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt individuell mit Ihnen. Fragen Sie bei Unklarheiten ruhig nach, auch Ihre Apotheke kann zur richtigen Einnahme beraten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Manchmal reicht eine medikamentöse Behandlung nicht aus. Dann können Eingriffe helfen: Eine Herzkatheteruntersuchung mit Aufdehnung und Stützgefäß (Stent) kann ein verengtes Herzkranzgefäß wieder öffnen. Bei bestimmten Verengungen sind Bypass-Operationen eine Option, bei denen überbrückende Gefäße den Blutfluss wiederherstellen. Stark verengte Halsschlagadern können operativ oder mit Kathetertechnik behandelt werden, um das Schlaganfallrisiko zu senken. Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen kann eine Verödung von Gewebe im Herzen (Ablation) helfen, und manche Menschen benötigen einen Herzschrittmacher oder einen implantierten Defibrillator. Ob ein Eingriff sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab und wird ausführlich mit Ihnen besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall verändert sich der Alltag oft – manchmal nur für einige Wochen, manchmal dauerhaft. Eine gute Nachricht: Mit Rehabilitation, Geduld und Unterstützung gewinnen viele Menschen wieder viel Selbstständigkeit zurück. Es hilft, den Tag überschaubar zu strukturieren, Pausen einzuplanen und Aufgaben Schritt für Schritt wieder aufzunehmen. Sprechen Sie offen darüber, was Ihnen schwerfällt; Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie können ganz konkret helfen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung in einem Tempo, das sich gut anfühlt, und nach ärztlicher Rücksprache
- Rauchstopp, möglichst mit Unterstützung
- Wenig Alkohol
- Ausreichend Schlaf und, wenn nötig, Abklärung von Schlafapnoe
- Stress abbauen – zum Beispiel durch Entspannungsübungen, Spaziergänge oder Gespräche
- Soziale Kontakte pflegen; Einsamkeit belastet Herz und Psyche
- Impfungen im Blick behalten, denn Infekte können das Herz-Kreislauf-System belasten
Ernährung und Bewegung
Eine herzfreundliche Ernährung ist keine strenge Diät, sondern eine dauerhafte Gewohnheit: viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und gutes Öl, dazu Fisch statt vieler Wurst- und Fleischprodukte. Salz sparsam verwenden, denn zu viel Salz treibt den Blutdruck hoch. Süße Getränke und stark verarbeitete Lebensmittel möglichst selten. Bei der Bewegung gilt: etwas ist immer besser als nichts. Schon zügiges Gehen von etwa 20 bis 30 Minuten an den meisten Tagen tut Herz und Gehirn gut. Nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall starten Sie am besten im Rahmen einer Reha oder nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und steigern sich langsam.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Angst, Traurigkeit und Reizbarkeit sind nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall sehr häufig – das ist keine Schwäche, sondern eine normale Reaktion auf ein einschneidendes Erlebnis. Manche Menschen entwickeln eine Depression, die oft auch körperliche Beschwerden verstärkt und die Genesung bremst. Wichtig: Darüber zu sprechen hilft, und es gibt wirksame Behandlungen. Wenn Sie sich über längere Zeit niedergeschlagen fühlen, keinen Antrieb haben oder Ihre Gedanken nur um die Krankheit kreisen, wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. In seelischen Krisen gibt es außerdem rund um die Uhr die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 222 2222 – kostenlos und anonym. Bei akuter Lebensgefahr durch Suizidgedanken gilt die 112.
Vorbeugung
Ein großer Teil der Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle lässt sich verhindern oder zumindest deutlich hinauszögern. Es geht dabei nicht um Perfektion, sondern um kleine, dauerhafte Schritte. Besonders wirksam sind: nicht rauchen, Blutdruck im guten Bereich halten, Bewegung in den Alltag einbauen, herzfreundlich essen und ein gutes Gewicht anstreben. Auch die regelmäßige Einnahme verordneter Medikamente ist ein echter Schutz – sie wirken auch dann, wenn man nichts spürt.
Impfungen
Impfungen können indirekt das Herz-Kreislauf-Risiko senken, weil Atemwegsinfekte den Körper belasten und das Risiko für Komplikationen erhöhen können. Empfohlen werden insbesondere die Grippeimpfung und die Impfung gegen Pneumokokken (Lungenentzündungs-Erreger) für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch eine Corona-Auffrischung kann je nach aktueller Empfehlung sinnvoll sein. Fragen Sie Ihre Hausarztpraxis oder Apotheke, welche Impfungen für Sie passen.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland gibt es den Gesundheits-Check-up, den gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle drei Jahre nutzen können. Dabei werden unter anderem Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerte geprüft und das persönliche Risiko eingeschätzt. Auch eine Blutdruckmessung bei jedem Arztbesuch oder in der Apotheke ist sinnvoll, ebenso ein regelmäßiger Blick auf Blutzucker und Cholesterin bei familiärer Belastung. Bei Vorhofflimmern kann ein Puls-Check zur Früherkennung beitragen. Die AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) veröffentlicht Leitlinien zu Vorbeugung, Diagnostik und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall – Ihre Ärztin oder Ihr Arzt orientiert sich daran.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt als Folge verengter Herzkranzgefäße
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz), bei der das Herz nicht mehr ausreichend pumpt
- Herzrhythmusstörungen bis hin zu lebensbedrohlichen Formen
- Schlaganfall – auch als Folge von Vorhofflimmern
- Dauerhafte Einschränkungen nach einem Schlaganfall, etwa Lähmungen, Sprach- oder Gedächtnisprobleme
- Wiederholte Schlaganfälle, die das Risiko für bleibende Schäden erhöhen
- Gefäßbedingte Demenz (vaskuläre Demenz) durch viele kleine Durchblutungsstörungen im Gehirn
- Durchblutungsstörungen der Beine mit Schmerzen beim Gehen und schlechter Wundheilung
Langzeitprognose
Die Aussichten sind heute deutlich besser als noch vor wenigen Jahrzehnten. Wer Risikofaktoren kennt und behandelt, Warnzeichen ernst nimmt und im Notfall schnell handelt, hat gute Chancen, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu vermeiden oder mit geringen Folgen zu überstehen. Auch nach einem Ereignis lohnt sich die Arbeit an der eigenen Gesundheit: Viele Menschen gewinnen Lebensqualität und Selbstständigkeit zurück und leben noch viele Jahre gut damit. Es gibt dabei kein „zu spät“ – jeder Schritt zählt.
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Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2026
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