Heart failure with preserved ejection fraction
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion (HFpEF) ist eine Form der Herzschwäche, bei der das Herz zwar noch ausreichend Blut auswirft (die sogenannte Ejektionsfraktion ist normal), aber nicht mehr genügend Blut aufnehmen kann. Das Herz ist steifer und weniger nachgiebig, was zu Rückstau und Flüssigkeitsansammlungen führt.
Wichtige Fakten
- HFpEF betrifft etwa die Hälfte aller Menschen mit Herzinsuffizienz.
- Die Erkrankung tritt häufiger bei älteren Frauen auf, insbesondere mit Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht.
- Im Gegensatz zur Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion ist die Auswurfleistung des Herzens normal.
- Die Behandlung konzentriert sich auf die Kontrolle von Begleiterkrankungen und die Linderung der Symptome.
Ja, HFpEF ist eine der häufigsten Formen der Herzinsuffizienz und tritt besonders im höheren Lebensalter auf.
Betroffen sind vor allem ältere Menschen, besonders Frauen über 65 Jahre. Auch Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht oder Vorhofflimmern haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Plötzliche, schwere Atemnot, die auch in Ruhe auftritt
- Brustschmerz oder Engegefühl in der Brust
- Ohnmacht oder Beinahe-Ohnmacht
- Herzrasen oder unregelmäßiger Puls mit Schwindel
- ⚠Zunehmende Schwellungen an Beinen oder Bauch
- ⚠Gewichtszunahme von mehr als 2 kg in 2 Tagen
- ⚠Häufiger Husten mit schaumigem Auswurf
- ⚠Starke Müdigkeit, die den Alltag beeinträchtigt
Häufige Symptome
- Atemnot bei Belastung oder im Liegen
- Müdigkeit und verminderte Belastbarkeit
- Geschwollene Beine, Knöchel oder Füße (Ödeme)
- Häufiger Harndrang nachts
- Trockener Husten, besonders nachts
Symptome bei Kindern
- Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion ist bei Kindern extrem selten und tritt meist nur bei angeborenen Herzfehlern auf.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen bemerken oft eine langsame Verschlechterung der Ausdauer.
- Verstärkte Schwellungen und plötzliche Gewichtszunahme können auf eine Verschlechterung hinweisen.
- Verwirrtheit oder Verstimmung können durch eine unzureichende Durchblutung des Gehirns entstehen.
Ursachen
Hauptursachen
- Bluthochdruck (Hypertonie) – der Hauptrisikofaktor
- Diabetes mellitus
- Fettleibigkeit (Adipositas)
- Koronare Herzkrankheit (KHK) – Verengung der Herzkranzgefäße
- Vorhofflimmern – unregelmäßiger Herzrhythmus
Risikofaktoren
- Alter über 65 Jahre
- Weibliches Geschlecht
- Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung
- Rauchen
- Schlafapnoe
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei den oben genannten Notfallsymptomen (z. B. akute Atemnot) sofort den Notruf 112 wählen.
- Bei plötzlicher Gewichtszunahme oder starken Schwellungen den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) kontaktieren oder die nächste Notaufnahme aufsuchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie neu oder zunehmend unter Atemnot bei Belastung leiden.
- Wenn Ihre Beine immer wieder anschwellen.
- Wenn Sie sich ungewöhnlich müde oder erschöpft fühlen.
- Wenn Sie regelmäßig Ihre Blutdruck- oder Diabetesmedikamente einnehmen und Veränderungen bemerken.
Diagnose
Die Diagnose wird durch eine Kombination aus Anamnese (Gespräch), körperlicher Untersuchung und spezifischen Tests gestellt. Ihr Arzt wird nach Ihren Symptomen, Risikofaktoren und Vorerkrankungen fragen.
Mögliche Untersuchungen
- Echokardiographie (Herzultraschall) – misst die Pumpfunktion und die Steifheit des Herzens
- Blutuntersuchung – Messung der natriuretischen Peptide (BNP/NT-proBNP), die bei Herzinsuffizienz erhöht sind
- EKG (Elektrokardiogramm) – erfasst Herzrhythmusstörungen und Hinweise auf Durchblutungsstörungen
- Belastungsuntersuchung (z. B. Spiroergometrie) – bewertet die Reaktion des Herzens unter Belastung
- Möglicherweise Katheteruntersuchung des Herzens, um die Blutdruckverhältnisse zu messen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und werden ambulant oder im Krankenhaus durchgeführt. Sie erhalten einen ausführlichen Befund und Ihr Arzt bespricht mit Ihnen die Ergebnisse und den weiteren Behandlungsplan.
Behandlung
Die Behandlung der HFpEF zielt darauf ab, Symptome zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Da es noch keine spezifische medikamentöse Therapie gibt, steht die Behandlung von Begleiterkrankungen und die Anpassung des Lebensstils im Vordergrund.
Selbsthilfe zu Hause
- Salzarme Ernährung (maximal 5-6 g Salz pro Tag)
- Tägliches Wiegen zur Früherkennung von Flüssigkeitsansammlungen
- Regelmäßige Bewegung nach Absprache mit dem Arzt (z. B. Spaziergänge, leichtes Ausdauertraining)
- Vermeidung von Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum
- Ausreichend Schlaf und Stressabbau
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Therapie umfasst entwässernde Medikamente (Diuretika) gegen Schwellungen, blutdrucksenkende Mittel (z. B. ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptorblocker) und Medikamente zur Behandlung von Diabetes oder Vorhofflimmern. Manchmal werden auch sogenannte SGLT2-Hemmer eingesetzt, die den Blutzucker senken und gleichzeitig die Herzfunktion unterstützen. Einige Betroffene erhalten zusätzlich Eisenpräparate, wenn ein Eisenmangel vorliegt. Ihr Arzt wird die für Sie passende Kombination auswählen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen sind bei HFpEF selten nötig. In bestimmten Fällen kann jedoch ein Eingriff an den Herzkranzgefäßen (z. B. Stent) oder eine Herzschrittmacher-Implantation erforderlich sein.
Leben mit der Erkrankung
Leben mit HFpEF bedeutet, auf die Signale des Körpers zu achten. Führen Sie ein Symptomtagebuch, notieren Sie Ihr Gewicht und Bluthochdruck. Planen Sie Ruhepausen ein und vermeiden Sie Überanstrengung.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige, moderate Bewegung (z. B. Nordic Walking, Yoga)
- Gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn
- Gewichtskontrolle und -reduktion bei Übergewicht
- Blutdruck und Blutzucker regelmäßig überwachen
- Auslöser für Atemnot (z. B. große Mahlzeiten, Anstrengung) identifizieren und meiden
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit wenig Salz und gesättigten Fetten ist wichtig. Trinken Sie nicht zu viel (meist 1,5–2 Liter pro Tag, außer Ihr Arzt verordnet eine Flüssigkeitsbeschränkung). Bewegen Sie sich regelmäßig, aber hören Sie auf Ihren Körper: Bei Atemnot oder Engegefühl sofort eine Pause einlegen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die chronische Erkrankung kann Ängste auslösen und die Stimmung beeinträchtigen. Es ist normal, sich manchmal überfordert zu fühlen. Suchen Sie bei anhaltenden depressiven Verstimmungen professionelle Hilfe. Psychotherapie oder Selbsthilfegruppen können unterstützen.
Vorbeugung
Eine vollständige Vorbeugung ist nicht immer möglich, aber das Risiko kann durch einen gesunden Lebensstil und die Behandlung von Risikofaktoren deutlich gesenkt werden. Achten Sie auf einen normalen Blutdruck, einen guten Blutzucker und ein gesundes Körpergewicht.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe und Lungenentzündung (Pneumokokken) impfen. Auch eine COVID-19-Impfung wird empfohlen, da Infektionen das Herz stark belasten können.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt (Check-up ab 35 Jahren) helfen, Bluthochdruck, Diabetes und andere Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Häufige Krankenhausaufenthalte wegen akuter Herzschwäche
- Verschlechterung der Nierenfunktion
- Vorhofflimmern mit Schlaganfallrisiko
- Lungenödem (Wasser in der Lunge)
- Eingeschränkte Lebensqualität und zunehmende Gebrechlichkeit
Langzeitprognose
Mit einer guten Betreuung und konsequenten Lebensstilmaßnahmen ist die Prognose bei HFpEF oft günstig. Viele Menschen leben jahrelang stabil und können ihren Alltag gut bewältigen. Neue Behandlungsansätze geben Hoffnung auf noch bessere Therapiemöglichkeiten.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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