POTS – wenn Aufstehen das Herz rasen lässt
Übersicht
POTS ist die Abkürzung für „posturales Tachykardiesyndrom“. „Postural“ bedeutet „auf die Körperhaltung bezogen“, „Tachykardie“ heißt Herzrasen. Gemeint ist: Wenn jemand aufsteht, steigt der Puls plötzlich stark an – oft um 30 Schläge pro Minute oder mehr –, und der Blutdruck bleibt dabei meist normal oder fällt nur leicht ab. Normalerweise ziehen sich die Blutgefäße beim Aufstehen zusammen und drücken das Blut nach oben zum Herzen und zum Kopf. Bei POTS funktioniert diese automatische Anpassung nicht richtig. Das Blut versackt in den Beinen, der Körper reagiert mit einem schnellen Puls, und es wird einem schwindelig, flau oder schwarz vor Augen. POTS ist eine Störung des sogenannten autonomen Nervensystems – das ist der Teil des Nervensystems, der unbemerkt Atmung, Kreislauf und Verdauung steuert. Das Herz selbst ist dabei in der Regel nicht krank.
Wichtige Fakten
- Bei POTS steigt der Puls beim Aufstehen stark an – meist um mindestens 30 Schläge pro Minute –, während der Blutdruck kaum abfällt.
- Typisch sind Schwindel, Herzklopfen, Müdigkeit und „Brain Fog“ (das Gefühl, im Kopf wie eingenebelt zu sein), besonders morgens und nach dem Essen oder bei Wärme.
- Viele Betroffene werden lange nicht ernst genommen, weil die Beschwerden von außen unsichtbar sind – POTS ist aber eine anerkannte, gut untersuchbare Kreislaufstörung.
POTS ist häufiger, als viele denken. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 1 bis 3 von 100 Menschen betroffen sind, wobei die Zahl der nicht erkannten Fälle hoch sein dürfte. Seit Infektionen wie COVID-19 bekannter geworden sind, wird die Diagnose deutlich öfter gestellt – manche Menschen entwickeln POTS nach einer Virusinfektion.
Am häufigsten trifft es Jugendliche und junge Erwachsene zwischen etwa 15 und 50 Jahren, und Frauen deutlich öfter als Männer. Bei Jugendlichen tritt POTS oft rund um den Wachstumsschub oder nach einer Infektion auf. Auch ältere Menschen können betroffen sein, dann wird es aber häufiger mit anderen Kreislaufursachen oder Medikamentenwirkungen verwechselt.
Symptome
- Bewusstlosigkeit mit Sturz und Verletzung, besonders Kopfverletzung
- Bewusstlosigkeit, die länger als eine Minute anhält oder aus der die Person nicht richtig wach wird
- Plötzlicher Brustschmerz, Engegefühl in der Brust oder Ausstrahlen in Arm, Hals oder Kiefer
- Starke Atemnot oder das Gefühl, keine Luft zu bekommen
- Herzrasen zusammen mit Ohnmacht, Kollaps oder Bewusstseinsstörung
- Plötzlich auftretende einseitige Schwäche, hängender Mundwinkel, Sprachstörung oder Sehverlust – Zeichen eines Schlaganfalls
- Anhaltendes, sehr schnelles Herzrasen in Ruhe, das nicht von selbst aufhört, zusammen mit Unwohlsein
- ⚠Erste Ohnmacht überhaupt – bitte am selben Tag ärztlich abklären lassen
- ⚠Wiederholte Ohnmachtsanfälle ohne bekannte Ursache
- ⚠Das Gefühl, nicht genug trinken zu können, oder anhaltendes Erbrechen mit Zeichen von Austrocknung (wenig Urin, trockener Mund, Kreislaufschwäche)
- ⚠Puls, der auch im Liegen dauerhaft sehr hoch bleibt und sich nicht beruhigt
- ⚠Neue Beschwerden, die gemeinsam mit Fieber, Infekt oder nach einer Impfung auftreten und nicht besser werden
Häufige Symptome
- Herzrasen oder Herzklopfen, das kurz nach dem Aufstehen beginnt und oft im Liegen wieder verschwindet
- Schwindel, Benommenheit oder ein „Schwarz-vor-Augen-Werden“ beim Stehen
- Große Müdigkeit und das Gefühl, ab dem Mittag „keine Energie“ mehr zu haben
- Brain Fog – Konzentrationsprobleme, Wortfindungsstörungen, das Gefühl, alles wie durch Watte wahrzunehmen
- Übelkeit, Magendruck oder Völlegefühl, besonders nach dem Essen
- Kurzatmigkeit oder das Bedürfnis, tief durchzuatmen, obwohl die Lunge gesund ist
- Kalte, blasse oder bläuliche Hände und Füße, manchmal mit Kribbeln
- Kopfschmerzen, oft migräneartig, und Druck im Nacken
- Verschlimmerung bei Wärme, nach dem Essen, nach Alkohol, in der Früh und nach längerem Stehen
- Ohnmachtsanfälle (Synkopen) bei einem Teil der Betroffenen
- Starkes Schwitzen oder Frieren ohne erkennbaren Grund
Symptome bei Kindern
- Häufig nach einer Infektion oder in einer Wachstumsphase: Das Kind ist plötzlich schnell erschöpft und will nicht mehr in die Schule
- Bauchschmerzen, Übelkeit und Appetitlosigkeit, oft morgens vor dem Aufstehen
- Schwindel beim Aufrichten, beim Aufstehen nach dem Sitzen oder beim Stehen in der Schlange
- Konzentrationsprobleme und schlechtere Schulleistungen, ohne dass eine Lernstörung vorliegt
- Die Beschwerden werden manchmal fälschlich als „Angst“, „Schulverweigerung“ oder „Faulheit“ gedeutet
- Bei Jugendlichen kann ein schnelles Längenwachstum die Blutgefäßregulation vorübergehend überfordern
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schwindel und Stürze, besonders beim Aufstehen aus dem Bett oder vom Stuhl
- Unsicherheit beim Gehen, verschwommenes Sehen für einige Sekunden nach dem Aufstehen
- Müdigkeit und allgemeine Schwäche, die vorschnell dem Alter zugeschrieben werden
- Beschwerden können durch Medikamente verstärkt werden, die den Blutdruck senken oder entwässern
- Wichtig: Ältere Menschen haben oft zusätzlich andere Ursachen für Schwindel, etwa Herzrhythmusstörungen, Flüssigkeitsmangel oder Nervenerkrankungen – das muss ärztlich abgeklärt werden
Ursachen
Hauptursachen
- Fehlregulation des autonomen Nervensystems: Die Blutgefäße ziehen sich beim Aufstehen nicht ausreichend zusammen, und der Körper „überschießt“ mit einem schnellen Puls.
- Oft ein Auslöser erkennbar: eine Virusinfektion (zum Beispiel COVID-19 oder andere Atemwegsinfekte), eine Schwangerschaft, eine Operation, ein Unfall oder eine längere Bettruhe.
- Bei manchen Betroffenen spielt eine Bindegewebsbesonderheit eine Rolle, etwa eine Überbeweglichkeit der Gelenke („hypermobiles Spektrum“).
- Manchmal sind Antikörper oder eine gestörte Nervenversorgung der kleinen Blutgefäße beteiligt – das wird wissenschaftlich noch untersucht.
- Bei einem Teil der Betroffenen findet sich keine klare Ursache. Das bedeutet nicht, dass die Beschwerden „eingebildet“ sind – die Regulation des Kreislaufs ist messbar verändert.
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht und Alter zwischen etwa 15 und 50 Jahren
- Eine kürzlich durchgemachte Infektion, besonders eine Viruserkrankung
- Überbewegliche Gelenke (Hypermobilität) oder eine entsprechende familiäre Veranlagung
- Längere Bettruhe oder eine Phase mit wenig Bewegung, nach der der Kreislauf „einschläft“
- Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt
- Sehr niedriges Blutvolumen durch wenig Trinken oder häufiges Schwitzen
- Familiäre Häufung – POTS tritt in manchen Familien gehäuft auf
- Starker Leistungssport mit plötzlichem Trainingsstopp
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie oder Ihr Kind zum ersten Mal ohnmächtig geworden sind
- Wenn Schwindel und Herzrasen so stark sind, dass Sie nicht mehr sicher stehen oder gehen können
- Wenn Sie sich nach einem Sturz verletzt haben oder danach verwirrt sind
- Wenn zusätzlich Brustschmerz, Atemnot oder ein unregelmäßiger, sehr schneller Puls auftritt
- Wenn Sie das Gefühl haben, kaum trinken zu können, oder wenn Sie viel Flüssigkeit verlieren (Fieber, Erbrechen, Durchfall)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihnen seit Wochen beim Aufstehen schwindelig wird oder das Herz klopft
- Wenn Sie deutlich weniger belastbar sind als früher und sich das nicht erklärt
- Wenn Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Kreislaufbeschwerden Ihren Alltag, die Schule oder die Arbeit beeinträchtigen
- Wenn bei Ihrem Kind plötzlich Leistungsknick, Bauchschmerzen und Schwindel zusammenkommen
- Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Medikamente den Kreislauf beeinflussen – bitte nicht selbst absetzen, sondern ärztlich besprechen
Diagnose
POTS wird vor allem durch ein ausführliches Gespräch und eine einfache Kreislaufmessung festgestellt. Es gibt keinen einzelnen Blutwert und kein Bild, das POTS „beweist“. Deshalb ist es wichtig, andere Ursachen für Schwindel und Herzrasen auszuschließen – etwa Herzrhythmusstörungen, eine Schilddrüsenüberfunktion, Blutarmut, Eisenmangel oder Flüssigkeitsmangel. In Deutschland orientieren sich Ärztinnen und Ärzte dabei an Leitlinien, zum Beispiel der AWMF zur Abklärung von Ohnmacht (Synkope) und Kreislaufbeschwerden.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch: Wann treten die Beschwerden auf, wie lange stehen Sie dann, was hilft, was verschlimmert?
- Puls- und Blutdruckmessung im Liegen und danach im Stehen über etwa 10 Minuten (aktiver Stehtest) oder am Kipptisch
- Schellong-Test – eine standardisierte Kreislaufprüfung mit regelmäßigen Messungen im Liegen und Stehen
- Ruhe-EKG und oft ein Langzeit-EKG über 24 Stunden
- Blutuntersuchungen, unter anderem Schilddrüsenwerte, Blutbild, Eisen, Elektrolyte und Blutzucker
- Ultraschall des Herzens (Echokardiografie), um Herzstruktur und -funktion zu prüfen
- Bei Bedarf Langzeit-Blutdruckmessung oder eine spezielle Untersuchung der Nervenregulation
- Ein Symptomtagebuch, das Sie vorab führen – das hilft sehr bei der Einordnung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bis die Diagnose steht, können einige Wochen vergehen, weil mehrere Ursachen ausgeschlossen werden müssen. Das ist kein Zeichen dafür, dass man Sie nicht ernst nimmt, sondern sorgfältige Medizin. Oft werden Sie zu einer Kardiologin oder einem Kardiologen überwiesen. Bringen Sie zum Gespräch am besten aufgeschriebene Werte mit: Wann tritt der Schwindel auf, wie hoch ist Ihr Puls dann, was haben Sie vorher gegessen oder getrunken? Eine gute Vorbereitung macht die Termine deutlich effektiver.
Behandlung
POTS lässt sich nicht mit einer einzigen Behandlung „abschalten“. Bewährt ist ein Baukasten aus mehreren Bausteinen: ausreichend trinken, den Kreislauf gezielt trainieren, körperliche Belastung klug einteilen und Auslöser kennen. Medikamente spielen eine untergeordnete Rolle und werden nur in ausgewählten Fällen eingesetzt. Ziel ist nicht, jeden einzelnen Pulsschlag zu „normalisieren“, sondern Ihre Beschwerden und Ihren Alltag zu verbessern.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßig trinken – viele Betroffene merken, dass ihnen mehr Flüssigkeit über den Tag deutlich hilft. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, welche Menge zu Ihnen passt, besonders wenn Sie ein Herz- oder Nierenleiden haben.
- Salz: Eine etwas salzreichere Ernährung kann bei POTS helfen, weil Salz Flüssigkeit im Körper hält – bitte aber nur nach Rücksprache, und nicht bei Bluthochdruck oder bestimmten Herzerkrankungen.
- Langsam aufstehen: erst sitzen, kurz die Beine bewegen, dann aufstehen. Beim Stehen Zehen wippen, Beine überkreuzen oder die Oberschenkel anspannen – das pumpt Blut nach oben.
- Kompressionsstrümpfe (meist bis zur Hüfte) können das Blut in den Beinen halten. Die Passform ist wichtig – lassen Sie sich im Sanitätshaus oder in der Praxis beraten.
- Kleine, häufigere Mahlzeiten statt großer Portionen; üppiges Essen und Alkohol verschlimmern die Beschwerden oft.
- Hitze meiden: nicht zu heiß duschen, im Sommer kühl bleiben, beim Aufstehen nach dem Baden besonders langsam sein.
- Das Bett am Kopfende leicht erhöhen kann den Kreislauf in der Nacht entlasten – fragen Sie vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
- Ein Symptomtagebuch führen: Es zeigt Ihnen und dem Behandlungsteam, was hilft und was nicht.
Medizinische Behandlungen
Die Basis der Behandlung ist nicht-medikamentös: Flüssigkeit, Salz nach Rücksprache, Kompression und ein angepasstes Bewegungstraining. Ist das nicht ausreichend, können Ärztinnen und Ärzte in spezialisierten Sprechstunden Medikamente erwägen, die den Blutdruck oder die Herzfrequenz beeinflussen oder die Flüssigkeitsmenge im Körper erhöhen. Diese werden bei POTS häufig außerhalb der offiziellen Zulassung eingesetzt (sogenannter „off-label“-Gebrauch) und müssen sorgfältig abgewogen werden. Welche Behandlung für Sie infrage kommt, entscheidet ausschließlich Ihre behandelnde Praxis – bitte nehmen Sie keine Medikamente auf eigene Faust ein oder ab.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei POTS selbst nicht vorgesehen. Sie kann aber indirekt eine Rolle spielen: Wenn eine andere Ursache für die Beschwerden gefunden wird, etwa eine behandlungsbedürftige Herzerkrankung, wird diese eigenständig behandelt.
Leben mit der Erkrankung
Der wichtigste Begriff beim Leben mit POTS ist „Pacing“ – das bedeutet, Kräfte bewusst einzuteilen. Viele Betroffene lernen, Aktivitäten auf den Tag zu verteilen, Pausen einzuplanen und anstrengende Dinge in die Zeit zu legen, in der es ihnen erfahrungsgemäß besser geht – oft ist das der spätere Vormittag. Planen Sie lieber weniger und freuen Sie sich über das, was gut klappt, statt jeden Tag an einem „Normalpensum“ zu scheitern. Für Schule, Ausbildung oder Beruf können Anpassungen helfen: ein Platz zum Hinlegen in der Pause, kürzere Stehzeiten, die Erlaubnis, zwischendurch zu trinken oder sich zu setzen.
Tipps für den Alltag
- Aufstehen bewusst gestalten: Wecker klingeln lassen, noch kurz liegen bleiben, dann langsam aufsetzen
- Regelmäßige Mahlzeiten und ausreichend Flüssigkeit in den Tagesablauf einbauen
- Extreme Hitze, lange heiße Bäder und Saunagänge meiden
- Alkohol und sehr große Mahlzeiten möglichst reduzieren
- Feste Schlafenszeiten, weil ein stabiler Rhythmus dem Nervensystem hilft
- Bewegung in kleinen, regelmäßigen Portionen statt seltener großer Anstrengung
- Bei längeren Fahrten oder Veranstaltungen vorher planen: Sitzplatz am Gang, Wasser dabei, Möglichkeit zum Aufstehen
Ernährung und Bewegung
Bewegung ist einer der wirksamsten Bausteine bei POTS – aber sie muss richtig dosiert sein. Bewährt hat sich ein Training, das zunächst im Liegen oder Sitzen stattfindet, etwa Schwimmen, Rudergerät oder Liegefahrrad. So kräftigen Sie Herz und Muskeln, ohne den Kreislauf beim Aufstehen zu überfordern. Erst wenn das gut läuft, wird langsam zu aufrechter Bewegung übergegangen – zum Beispiel Gehen in kurzen Abschnitten. Wichtig: nicht „alles auf einmal“ und nicht bis zur Erschöpfung. Eine Physiotherapie mit Erfahrung in Kreislauf- und Belastungstherapie kann einen passenden Plan mit Ihnen entwickeln. Beim Essen gilt: lieber mehrere kleinere Portionen, ausreichend trinken, und beobachten Sie selbst, welche Lebensmittel Ihnen guttun.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wer POTS hat, erlebt oft eine belastende Zeit: Beschwerden sind von außen unsichtbar, die Diagnose dauert manchmal lange, und der Alltag wird plötzlich kleiner. Viele Betroffene berichten von Angst, Frust, Traurigkeit oder dem Gefühl, nicht ernst genommen zu werden – das ist völlig nachvollziehbar und keine „Schwäche“. Stress und Anspannung können die Beschwerden zusätzlich verstärken. Scheuen Sie sich nicht, psychologische Unterstützung zu suchen; sie ersetzt keine körperliche Abklärung, sondern ergänzt sie sinnvoll. Wenn Sie Gedanken haben, nicht mehr weiterleben zu wollen, holen Sie sich bitte sofort Hilfe: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos und anonym erreichbar, und im Notfall gilt der Notruf 112.
Vorbeugung
POTS selbst lässt sich nicht sicher verhindern, weil die genauen Ursachen sehr unterschiedlich sind. Was Sie tun können: nach einer Infektion oder einer längeren Bettruhe nicht zu lange inaktiv bleiben, sondern früh und vorsichtig wieder in Bewegung kommen. Auch auf ausreichend Trinken zu achten und beim Aufstehen langsam zu sein, hilft dem Kreislauf. Wer bereits POTS hat, kann mit diesen Maßnahmen Rückfällen und starken Symptomtagen vorbeugen.
Impfungen
Eine Impfung gegen POTS gibt es nicht. Es gibt aber allgemein empfohlene Impfungen, die schwere Infekte verhindern können – und Infektionen gehören zu den möglichen Auslösern von POTS. Ob und welche Impfung für Sie sinnvoll ist, besprechen Sie am besten mit Ihrer Praxis; in Deutschland orientieren sich die Empfehlungen an den Vorgaben der Ständigen Impfkommission (STIKO).
Früherkennungsprogramme
Ein spezielles Screening auf POTS existiert nicht. Wenn Sie nach einer Infektion oder einer Operation anhaltend schwindelig sind oder ein Herzrasen beim Aufstehen bemerken, lohnt es sich, das frühzeitig ärztlich anzusprechen – so muss man nicht abwarten, bis die Beschwerden den Alltag stark einschränken.
Komplikationen
Unbehandelt
- Stürze und Verletzungen durch Schwindel oder Ohnmacht, besonders bei älteren Menschen
- Deutlich eingeschränkte Belastbarkeit mit Auswirkungen auf Schule, Ausbildung, Beruf und Freizeit
- Rückzug aus sozialen Kontakten und Verlust von Lebensfreude
- Angst vor dem nächsten Schwindelanfall, manchmal mit körperlicher Schonung, die den Kreislauf weiter schwächt
- Depressive Verstimmung, wenn Beschwerden lange unklar bleiben
- Bei starker Einschränkung: Verlust von Kraft und Ausdauer, weil Bewegung vermieden wird
Langzeitprognose
Die Aussichten sind insgesamt ermutigend. Bei vielen Jugendlichen verläuft POTS mild und bessert sich mit der Zeit, oft innerhalb von Monaten bis einigen Jahren. Auch Erwachsene profitieren häufig deutlich von einer Kombination aus Flüssigkeit, Kompression, angepasstem Training und dem Wissen um die eigenen Auslöser. Manche Menschen haben länger mit Beschwerden zu tun – aber auch dann lässt sich der Alltag meist gut gestalten, wenn die Behandlung stimmt und Sie gut begleitet werden.
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Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2026
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