Hodgkin-Lymphom (Morbus Hodgkin)
Übersicht
Das Hodgkin-Lymphom ist eine Krebserkrankung des lymphatischen Systems. Das lymphatische System ist das Abwehrnetz des Körpers: Lymphknoten, Milz und Lymphgefäße arbeiten zusammen wie viele kleine Kontrollstationen, in denen Abwehrzellen (Lymphozyten) Krankheitserreger erkennen und unschädlich machen. Beim Hodgkin-Lymphom vermehren sich bestimmte Abwehrzellen unkontrolliert. Diese veränderten Zellen heißen Reed-Sternberg-Zellen – sie sind das typische Erkennungsmerkmal dieser Erkrankung. Meist beginnt sie in Lymphknoten am Hals, in der Achselhöhle oder in der Leiste. Wichtig zu wissen: Das Hodgkin-Lymphom zählt zu den Krebserkrankungen, die sich heute sehr gut behandeln lassen.
Wichtige Fakten
- Das Hodgkin-Lymphom ist eine bösartige Erkrankung der Lymphknoten und des lymphatischen Systems.
- Typisch ist eine schmerzlose Schwellung von Lymphknoten, oft am Hals – häufig zusammen mit Fieber, starkem Nachtschweiß oder ungewolltem Gewichtsverlust.
- Die Heilungschancen sind heute sehr gut: Die große Mehrheit der Betroffenen kann dauerhaft geheilt werden.
Nein, das Hodgkin-Lymphom ist eine eher seltene Krebserkrankung. In Deutschland erkranken schätzungsweise etwa 2 bis 3 von 100.000 Menschen pro Jahr – das sind insgesamt ungefähr 2.000 Personen. Andere Krebsarten wie Brust- oder Darmkrebs kommen deutlich häufiger vor.
Das Hodgkin-Lymphom kann in jedem Alter auftreten. Es gibt zwei Häufigkeitsgipfel: junge Erwachsene zwischen etwa 20 und 35 Jahren und ältere Menschen ab etwa 55 Jahren. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Bei Kindern ist die Erkrankung selten, kommt aber vor.
Symptome
- Starke Atemnot, Erstickungsgefühl oder Druck auf Brust und Hals – sofort den Notruf 112 wählen.
- Schwellung im Gesicht oder am Hals mit Atemnot (mögliche Stauung der großen Vene im Brustkorb) – Notruf 112.
- Hohes Fieber mit Verwirrtheit, Kreislaufproblemen oder Bewusstseinstrübung – Notruf 112.
- Fieber während einer Krebstherapie, besonders nach einer Chemotherapie – sofort ärztlichen Notdienst kontaktieren, im Zweifel 112.
- Starke Brustschmerzen, Ohnmacht oder sehr schneller, unregelmäßiger Herzschlag – Notruf 112.
- Starke, nicht stillbare Blutung – Notruf 112.
- ⚠Neu aufgetretene oder schnell größer werdende Lymphknotenschwellung.
- ⚠Anhaltendes Fieber ohne erkennbare Infektion über mehrere Tage.
- ⚠Zunehmende Luftnot oder ein neu auftretender, länger anhaltender Husten.
- ⚠Sehr starker Nachtschweiß oder ungewollter Gewichtsverlust innerhalb weniger Wochen.
Häufige Symptome
- Schmerzlose, feste Schwellung von Lymphknoten – am häufigsten am Hals, daneben in der Achselhöhle oder in der Leiste. Weil es nicht weh tut, wird sie oft lange nicht bemerkt.
- Fieber, das ohne erkennbare Infektion auftritt und wiederkommt.
- Starker Nachtschweiß – man wacht auf und muss Bettwäsche oder Kleidung wechseln.
- Ungewollter Gewichtsverlust ohne Diät.
- Anhaltende Müdigkeit und ein Gefühl von Kraftlosigkeit, das auch nach Schlaf nicht besser wird.
- Juckreiz am ganzen Körper ohne Hautausschlag.
- Schmerzen in Lymphknoten nach dem Trinken von Alkohol – das ist selten, aber ein bekanntes Warnzeichen.
- Bei Befall im Brustkorb: trockener Husten, Druckgefühl in der Brust oder Luftnot bei Anstrengung.
Symptome bei Kindern
- Häufig eine tastbare, schmerzlose Schwellung am Hals, die nicht wieder verschwindet.
- Müdigkeit, Blässe und weniger Lust zu spielen oder Sport zu machen.
- Manchmal Husten oder Luftnot, wenn Lymphknoten im Brustkorb betroffen sind.
- Fieber und Nachtschweiß kommen bei Kindern vor, sind aber nicht immer vorhanden.
- Bei Kindern wird eine Lymphknotenschwellung sehr oft durch harmlose Infekte verursacht – die meisten Fälle sind keine Krebserkrankung.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Beschwerden sind oft unauffälliger: Müdigkeit, Leistungsabfall, Appetitlosigkeit oder unklarer Gewichtsverlust.
- Lymphknotenschwellungen können fehlen oder schwer tastbar sein, zum Beispiel im Bauchraum oder Brustkorb.
- Fieber und Nachtschweiß werden manchmal anderen Ursachen wie Infekten zugeordnet und deshalb später abgeklärt.
- Da im höheren Alter andere Erkrankungen häufiger sind, lohnt es sich, anhaltende Beschwerden zeitnah ärztlich einordnen zu lassen.
Ursachen
Hauptursachen
- Beim Hodgkin-Lymphom entstehen aus Abwehrzellen (B-Lymphozyten) veränderte Zellen, die sich unkontrolliert vermehren. Warum das passiert, ist im Einzelfall nicht genau bekannt.
- Eine Rolle spielen vermutlich mehrere Faktoren zusammen: eine erbliche Veranlagung, Einflüsse auf das Immunsystem und – in einigen Fällen – eine frühere Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (das Virus, das Pfeiffersches Drüsenfieber auslöst).
- Wichtig: Das Hodgkin-Lymphom ist nicht ansteckend. Man kann es nicht von anderen Menschen bekommen und auch nicht weitergeben.
Risikofaktoren
- Alter: gehäuft bei jungen Erwachsenen zwischen etwa 20 und 35 Jahren und bei Menschen ab etwa 55 Jahren.
- Geschlecht: Männer erkranken etwas häufiger als Frauen.
- Ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch bestimmte Erkrankungen oder durch Medikamente, die die Abwehr unterdrücken.
- Eine frühere Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus erhöht das Risiko leicht – die allermeisten Menschen mit dieser Infektion erkranken aber nie an einem Hodgkin-Lymphom.
- Eine familiäre Häufung kommt vor, ist aber selten.
- Rauchen und ein insgesamt ungesunder Lebensstil werden mit vielen Krebsarten in Verbindung gebracht; beim Hodgkin-Lymphom ist der Zusammenhang weniger stark ausgeprägt.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn eine Lymphknotenschwellung innerhalb weniger Wochen deutlich größer wird oder druckempfindlich ist.
- Wenn Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust gemeinsam auftreten.
- Wenn Atemnot, ein Engegefühl in der Brust oder ein anhaltender Husten dazukommen.
- Wenn Sie sich sehr krank fühlen, hohes Fieber haben oder Ihnen schwindelig wird.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn eine Lymphknotenschwellung länger als drei bis vier Wochen besteht, ohne dass ein Infekt vorausging.
- Wenn Sie über Wochen müde und leistungsschwach sind, ohne dass Sie sich das erklären können.
- Wenn Sie ungewollt Gewicht verlieren oder nachts stark schwitzen.
- Wenn ein Lymphknoten nach Alkoholgenuss schmerzt.
- Wenn Sie sich Sorgen machen – auch dann ist ein Termin in der Hausarztpraxis sinnvoll. Ein Gespräch nimmt oft viel Unsicherheit weg.
Diagnose
Am Anfang steht ein Gespräch über Ihre Beschwerden und eine körperliche Untersuchung, bei der die Ärztin oder der Arzt die Lymphknoten abtastet. Danach folgen Blutuntersuchungen und meist eine Ultraschalluntersuchung. Wenn sich der Verdacht nicht ausräumen lässt, wird ein Lymphknoten entnommen und im Labor feingeweblich untersucht – das ist der entscheidende Schritt, um ein Hodgkin-Lymphom sicher zu erkennen oder auszuschließen. Erst danach wird mithilfe weiterer Untersuchungen festgelegt, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist (das nennt man Stadieneinteilung). In Deutschland orientiert sich die Diagnostik und Behandlung an den Empfehlungen der AWMF-Leitlinie, also an einheitlichen Leitlinien für die medizinische Versorgung.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung: Abtasten der Lymphknoten an Hals, Achseln und Leiste sowie von Milz und Leber.
- Blutuntersuchungen: Blutbild, Entzündungswerte und Organwerte wie Leber- und Nierenwerte.
- Ultraschall (Sonografie) der betroffenen Lymphknoten und des Bauchraums.
- Bildgebung wie Röntgen oder Computertomografie (CT), um Lymphknoten im Brustkorb und Bauchraum zu beurteilen.
- PET-CT: eine Kombination aus zwei bildgebenden Verfahren, die stoffwechselaktive Gewebe sichtbar macht und bei der Stadieneinteilung hilft.
- Lymphknotenentnahme (Biopsie): Ein betroffener Lymphknoten wird – meist in örtlicher Betäubung – entfernt und feingeweblich untersucht. Das ist der wichtigste Test.
- Knochenmarkuntersuchung: wird nur bei bestimmten Fragestellungen oder Stadien durchgeführt.
- Vorbeugende Untersuchungen von Herz und Lunge, damit die Behandlung später gut verträglich geplant werden kann.
- Bei jungen Menschen: ein Gespräch über Fruchtbarkeit und Möglichkeiten des Erhalts der Fruchtbarkeit vor der Behandlung.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Abklärung dauert oft einige Tage bis wenige Wochen, weil mehrere Termine nötig sind und die feingewebliche Untersuchung Zeit braucht. Die Lymphknotenentnahme ist ein kleiner Eingriff; danach kann die Stelle einige Tage schmerzen oder blau werden. Nach der Stadieneinteilung wird im Team aus Fachärztinnen und Fachärzten ein Behandlungsplan erstellt und mit Ihnen besprochen. Es ist völlig normal, in dieser Zeit ungeduldig oder ängstlich zu sein – fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen, und nehmen Sie sich eine Vertrauensperson mit zu den Gesprächen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung, nach Ihrem Alter und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand. Ziel ist fast immer die Heilung. In der Regel wird eine Kombination aus medikamentöser Therapie und – je nach Situation – Bestrahlung eingesetzt. Behandlungspläne werden heute sehr genau auf die einzelne Person zugeschnitten, damit möglichst gut gewirkt und möglichst wenig belastet wird. Ihr Behandlungsteam wird Ihnen genau erklären, welche Schritte bei Ihnen geplant sind, welche Nebenwirkungen auftreten können und wie man ihnen begegnet.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie Kontakt zu Ihrem Behandlungsteam und melden Sie Nebenwirkungen früh – vieles lässt sich gut lindern.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und Pausen. Erschöpfung ist während der Behandlung normal und kein Zeichen von Schwäche.
- Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, meiden Sie Menschen mit akuten Infekten und lassen Sie sich zu Impfungen beraten – während der Behandlung ist die Abwehr oft geschwächt.
- Trinken Sie ausreichend und essen Sie regelmäßig kleine Portionen, wenn der Appetit nachlässt.
- Bei Übelkeit oder Geschmacksveränderungen hilft es, leichte, gut verträgliche Speisen zu wählen und den Mund regelmäßig zu spülen.
- Schützen Sie sich vor Sonne: Haut an behandelten Stellen reagiert empfindlicher.
- Führen Sie ein kleines Tagebuch über Beschwerden – das erleichtert die Gespräche in der Praxis.
- Fragen Sie vor der Einnahme von Schmerzmitteln, Kräutern oder Nahrungsergänzungsmitteln immer in Ihrer Praxis nach, weil Wechselwirkungen möglich sind.
Medizinische Behandlungen
Die wichtigste Behandlung ist eine Kombinations-Chemotherapie, also eine Mischung mehrerer Medikamente, die über eine Infusion oder einen dünnen Schlauch (Port) direkt in die Vene gegeben werden. Sie läuft in Zyklen, zwischen denen Erholungspausen liegen. Je nach Stadium und Risikoprofil kann zusätzlich eine Strahlentherapie sinnvoll sein, bei der die betroffenen Stellen gezielt mit Strahlen behandelt werden. Bei bestimmten Formen kommen auch zielgerichtete Therapien zum Einsatz – das sind Medikamente, die veränderte Zellen gezielt angreifen; Ihr Behandlungsteam wird erklären, ob und warum das für Sie infrage kommt. In seltenen Fällen, zum Beispiel bei Rückkehr der Erkrankung, kann eine Hochdosis-Therapie mit anschließender Übertragung eigener Stammzellen notwendig werden. Nach Abschluss der Behandlung finden regelmäßige Nachsorge-Termine statt. Diese Therapieentscheidungen werden immer individuell mit Ihnen besprochen – medikamentöse Einzelheiten gehören in die Hände Ihres Behandlungsteams.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein großer chirurgischer Eingriff gehört nicht zur üblichen Behandlung des Hodgkin-Lymphoms. Operiert wird vor allem zu Beginn: Um einen Lymphknoten zu entnehmen und im Labor untersuchen zu lassen, ist ein kleiner Eingriff nötig. Manchmal werden auch vergrößerte Lymphknoten zur Entlastung entfernt, etwa wenn sie auf andere Organe drücken. Die eigentliche Krebstherapie erfolgt über Medikamente und gegebenenfalls Bestrahlung.
Leben mit der Erkrankung
Die Zeit der Behandlung ist ein Ausnahmezustand. Viele Menschen fühlen sich während der Chemotherapie für einige Tage müder oder schlapper und erholen sich bis zum nächsten Zyklus wieder. Planen Sie Termine großzügig, halten Sie sich Ruhetage frei und bitten Sie Familie, Freunde oder Nachbarn um konkrete Hilfe – Einkäufe, Fahrdienste, Kinderbetreuung. Arbeit lässt sich in vielen Fällen pausieren; besprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, was realistisch ist, und nutzen Sie Angebote zur beruflichen Wiedereingliederung.
Tipps für den Alltag
- Beugen Sie Infekten vor: Händehygiene, Abstand zu Menschen mit Erkältung oder Magen-Darm-Infekt, gut durchgegartes Essen.
- Klären Sie mit Ihrer Praxis, welche Impfungen sinnvoll oder notwendig sind und wann sie gegeben werden dürfen.
- Verzichten Sie auf Rauchen und gehen Sie vorsichtig mit Alkohol um – besonders während der Behandlung.
- Schützen Sie Haut und Augen vor starker Sonne und verwenden Sie Sonnenschutz.
- Regelmäßige Bewegung in kleinen Dosen tut gut, zum Beispiel kurze Spaziergänge.
- Sprechen Sie offen über Erschöpfung. „Fatigue“ bedeutet anhaltende Müdigkeit, die auch durch Schlaf nicht besser wird – das ist eine häufige Begleiterscheinung und behandelbar.
- Halten Sie die Nachsorgetermine auch dann ein, wenn es Ihnen gut geht.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und ausreichend Eiweiß unterstützt den Körper während und nach der Behandlung. Wenn Appetit, Übelkeit oder Mundschleimhautentzündungen Probleme machen, helfen kleine, häufige Mahlzeiten und weiche, gut verträgliche Kost – Ihre Praxis oder eine Ernährungsberatung kann Sie begleiten. Bewegung ist ebenfalls hilfreich: Schon regelmäßige, kurze Spaziergänge oder leichte Gymnastik können Müdigkeit lindern und die Stimmung verbessern. Beginnen Sie langsam und steigern Sie sich nach Ihrem eigenen Gefühl. Bei Fieber, Schwindel oder plötzlicher Kraftlosigkeit heißt es pausieren und beim Behandlungsteam fragen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Krebs löst fast immer Angst aus – vor der Behandlung, vor Nebenwirkungen, vor der Zukunft. Auch Traurigkeit, Wut, Schlafprobleme und Konzentrationsstörungen sind häufige und verständliche Reaktionen. Viele Betroffene erleben nach dem Therapieende auch eine Phase, in der sie sich unsicher und „wie unter einer Glasglocke“ fühlen. Das darf sein, und es hilft, darüber zu sprechen. Psychoonkologische Angebote in Kliniken und Krebsberatungsstellen sind kostenlos und speziell für solche Belastungen da. Wenn Sie Gedanken haben, sich das Leben zu nehmen, holen Sie sofort Hilfe: Wenden Sie sich an den Notruf 112 oder die Telefonseelsorge. Sie sind nicht allein.
Vorbeugung
Das Hodgkin-Lymphom lässt sich nicht gezielt vorbeugen, weil die genauen Ursachen unbekannt sind. Es gibt keinen Lebensstil, der die Erkrankung sicher verhindert – das ist wichtig zu wissen, damit sich niemand die Schuld gibt. Sinnvoll ist alles, was das Immunsystem und die allgemeine Gesundheit stärkt: nicht rauchen, ausreichend schlafen, sich bewegen, sich ausgewogen ernähren und Impfungen nach ärztlicher Empfehlung wahrnehmen.
Impfungen
Gegen das Hodgkin-Lymphom selbst gibt es keine Impfung. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind aber Impfungen gegen andere Erreger – etwa Grippe oder Pneumokokken – wichtig. Welche Impfung wann sinnvoll ist, klären Sie bitte mit Ihrem Behandlungsteam, weil während und nach einer Krebstherapie besondere Regeln gelten.
Früherkennungsprogramme
Eine Reihenuntersuchung für das Hodgkin-Lymphom gibt es nicht, weil die Erkrankung zu selten ist und kein einfacher Screening-Test existiert. Wichtig ist, auf den eigenen Körper zu achten: Eine Lymphknotenschwellung, die länger als drei bis vier Wochen bleibt, sollte ärztlich abgeklärt werden. Bei Menschen, die bereits an einem Hodgkin-Lymphom behandelt wurden, gehören regelmäßige Nachsorgetermine dauerhaft dazu – sie dienen dazu, mögliche Spätfolgen oder Rückfälle früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die erkrankten Abwehrzellen breiten sich über die Lymphbahnen weiter aus und können weitere Lymphknoten, Milz oder das Knochenmark erreichen.
- Die Abwehrkraft kann nachlassen, wodurch Infektionen leichter auftreten und schwerer verlaufen.
- Vergrößerte Lymphknoten können auf Nachbarorgane drücken – etwa auf die Atemwege oder Blutgefäße im Brustkorb.
- Ohne Behandlung kann die Erkrankung lebensbedrohlich werden. Behandelt ist sie dagegen sehr gut heilbar.
- Wichtig: Auch Spätfolgen der Behandlung – etwa an Herz, Lunge oder Schilddrüse oder ein erhöhtes Risiko für andere Krebsarten – sind bekannt. Deshalb sind langfristige Nachsorge und Vorsorgeuntersuchungen so wichtig.
Langzeitprognose
Die Aussichten beim Hodgkin-Lymphom gehören zu den besten in der Krebstherapie: Die große Mehrheit der Betroffenen – je nach Stadium etwa 8 bis 9 von 10 – kann heute dauerhaft geheilt werden. Auch bei einem Rückfall gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten. Es gibt also allen Grund für Zuversicht. Gleichzeitig ist jede Erkrankung individuell, und Ihr Behandlungsteam kann Ihnen am besten sagen, wie die Aussichten in Ihrer persönlichen Situation stehen.
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Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2026
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