Wie eine Hüftoperation durchgeführt wird
Übersicht
Bei einer Hüftoperation wird ein beschädigtes Hüftgelenk durch ein künstliches Gelenk ersetzt. Dieses künstliche Gelenk heißt Hüftprothese. Die Hüfte ist das Gelenk zwischen Becken und Oberschenkelknochen. Es funktioniert wie ein Kugelgelenk. Wenn Knorpel und Knochen durch Verschleiß oder eine Verletzung stark geschädigt sind, kann eine Prothese Schmerzen lindern und die Bewegung verbessern. Die Operation wird meist in Vollnarkose (Schlafzustand) oder mit einer Betäubung des Unterkörpers durchgeführt. Der Arzt entfernt den geschädigten Gelenkanteil und setzt das Implantat ein. Danach wird die Wunde verschlossen.
Wichtige Fakten
- Die Operation dauert meist etwa ein bis zwei Stunden.
- Meist wird ein künstliches Gelenk aus Metall und Kunststoff eingesetzt.
- Nach der Operation folgt eine Rehabilitation, oft mit Physiotherapie.
Ja, die Hüftprothese gehört zu den häufigsten orthopädischen Operationen. In Deutschland wird sie sehr oft durchgeführt, vor allem bei älteren Menschen.
Betroffen sind vor allem ältere Erwachsene mit Hüftarthrose (Gelenkverschleiß) oder nach einem Oberschenkelhalsbruch. Auch jüngere Menschen können eine Prothese brauchen, zum Beispiel nach schweren Verletzungen oder bei bestimmten Hüfterkrankungen.
Symptome
- Plötzliche Atemnot oder Brustschmerzen.
- Bewusstlosigkeit oder starke Verwirrtheit.
- Plötzliche starke Schwellung und Schmerzen in der Wade, besonders mit Atemnot.
- Eine Hüfte, die plötzlich nicht mehr belastbar ist und stark verformt aussieht (mögliche Ausrenkung).
- ⚠Zunehmende Rötung, Schwellung oder Wärme um die Operationswunde.
- ⚠Wundsekret oder eitrige Absonderung.
- ⚠Fieber oder Schüttelfrost.
- ⚠Zunehmende Schmerzen, die trotz der verordneten Behandlung stärker werden.
Häufige Symptome
- Schmerzen in der Leiste, am Oberschenkel oder im Gesäß, besonders beim Gehen oder Treppensteigen.
- Steifigkeit der Hüfte, vor allem morgens oder nach längerem Sitzen.
- Schwierigkeiten beim Anziehen von Socken oder Schuhen, weil das Bein nicht mehr gut gebeugt werden kann.
- Ein Gefühl, dass die Hüfte blockiert oder nicht mehr richtig mitmacht.
Symptome bei Kindern
- Eine Hüftprothese ist bei Kindern sehr selten. Bei Hüftproblemen im Kindesalter werden meist andere Behandlungen gewählt. Sprechen Sie mit einer Kinderorthopädin oder einem Kinderorthopäden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen ist eine Hüftoperation häufiger, weil Hüftarthrose und Stürze mit Knochenbrüchen im Alter öfter vorkommen. Das Behandlungsteam prüft gemeinsam mit Ihnen, ob eine Operation sinnvoll und sicher ist.
Ursachen
Hauptursachen
- Hüftarthrose (Gelenkverschleiß): Der Knorpel im Gelenk wird dünner und der Knochen reibt.
- Oberschenkelhalsbruch oder andere Hüftfrakturen, besonders nach einem Sturz.
- Rheumatische Erkrankungen, die das Gelenk entzünden und schädigen.
- Hüftkopfnekrose: Der Hüftkopf (oberer Teil des Oberschenkelknochens) bekommt zu wenig Blut und stirbt ab.
- Angeborene oder erworbene Fehlstellungen der Hüfte.
Risikofaktoren
- Höheres Alter.
- Übergewicht, das die Gelenke stärker belastet.
- Schwere körperliche Arbeit oder Sport mit hoher Gelenkbelastung.
- Frühere Hüftverletzungen oder Operationen.
- Genetische Veranlagung (Hüftarthrose in der Familie).
- Bestimmte Erkrankungen wie Rheuma.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Hüftschmerzen nach einem Sturz, besonders wenn Sie nicht mehr auftreten können.
- Plötzlich auftretende starke Schmerzen mit Fieber und Rötung.
- Taubheitsgefühl oder Kraftverlust im Bein.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Anhaltende Hüftschmerzen, die den Alltag einschränken.
- Morgensteifigkeit, die länger als eine Stunde anhält.
- Schwierigkeiten beim Gehen oder Treppensteigen.
- Wenn Schmerzmittel nicht mehr ausreichend helfen.
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin fragt nach Ihren Beschwerden und Ihrem Alltag. Dann wird die Hüfte untersucht: Beweglichkeit, Kraft und Schmerzpunkte. Meist wird ein Röntgenbild gemacht. Manchmal sind weitere Bilder wie MRT (Kernspinbild) oder CT (Schichtbild) nötig. Vor einer Operation werden auch Blutwerte und die allgemeine Gesundheit geprüft.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung der Hüfte und des Gangs.
- Röntgenbild der Hüfte.
- MRT oder CT bei bestimmten Fragen.
- Blutuntersuchungen vor einer geplanten Operation.
- Manchmal eine Gelenkpunktion, wenn eine Infektion vermutet wird.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie erhalten eine Erklärung der Befunde. Der Arzt bespricht mit Ihnen, ob konservative Behandlungen infrage kommen oder ob eine Operation sinnvoll sein könnte. Bei einer geplanten Operation gibt es ein ausführliches Aufklärungsgespräch.
Behandlung
Zuerst werden oft Behandlungen ohne Operation versucht. Dazu gehören Physiotherapie, Bewegung nach ärztlichem Rat, Gewichtsmanagement und Hilfsmittel. Wenn diese nicht genug helfen und die Beschwerden stark bleiben, kann eine Hüftprothese erwogen werden. Die Entscheidung wird gemeinsam getroffen. Die AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) empfiehlt, Nutzen und Risiken individuell zu besprechen.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewegung nach ärztlichem Rat, zum Beispiel Physiotherapie und Spaziergänge.
- Gewicht reduzieren, wenn das für Sie sinnvoll ist, um die Gelenke zu entlasten.
- Gehhilfen oder Stock nutzen, wenn sie Sicherheit geben.
- Hilfsmittel im Alltag, wie ein erhöhter Toilettensitz oder eine Greifzange.
- Pausen einlegen und Schmerzen ernst nehmen.
Medizinische Behandlungen
Ohne Operation können Schmerzbehandlung, Physiotherapie, entzündungshemmende Behandlung nach ärztlicher Anweisung und Hilfsmittel helfen. Auch Spritzen in das Gelenk können manchmal erwogen werden. Diese Behandlungen lindern oft, heilen den Verschleiß aber nicht. Wenn sie nicht ausreichen, wird eine Operation besprochen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird erwogen, wenn starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen den Alltag trotz anderer Behandlungen deutlich beeinträchtigen. Auch bei bestimmten Hüftfrakturen, besonders im höheren Alter, kann eine schnelle Operation sinnvoll sein. Das Team bespricht mit Ihnen die Vor- und Nachteile.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Operation stehen Wundkontrolle, Schmerzlinderung und Bewegung im Mittelpunkt. Sie lernen, mit Gehhilfen zu gehen und alltägliche Dinge sicher zu tun. Ihr Behandlungsteam sagt Ihnen, welche Bewegungen Sie zunächst vermeiden sollten. Viele Menschen gehen nach einigen Tagen nach Hause oder in eine Rehabilitation.
Tipps für den Alltag
- Rutschfeste Matten und gute Beleuchtung zu Hause.
- Erhöhter Toilettensitz und ein stabiler Stuhl mit Armlehnen.
- Greifzange, um Dinge aufzuheben, ohne sich tief zu beugen.
- Unterstützung durch Familie oder Freunde organisieren.
- Keine hastigen Drehbewegungen, besonders in den ersten Wochen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Kalzium und Vitamin D kann den Heilungsprozess unterstützen. Fragen Sie Ihr Behandlungsteam nach konkreten Empfehlungen. Bewegung nach Reha-Plan ist wichtig: Physiotherapie, Spaziergänge und später Krafttraining für die Muskeln. Vermeiden Sie Überlastung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Hüftoperation kann emotional belastend sein. Viele machen sich Sorgen, sind ungeduldig oder fühlen sich niedergeschlagen, wenn die Erholung länger dauert. Das ist normal. Sprechen Sie offen mit Ihrem Team. Wenn Sie Gedanken haben, sich zu verletzen, holen Sie sofort Hilfe: Notruf 112 oder Telefonseelsorge.
Vorbeugung
Nicht jede Hüftoperation lässt sich verhindern. Aber ein gesundes Gewicht, regelmäßige Bewegung, kräftige Muskeln und die frühzeitige Behandlung von Hüftbeschwerden können helfen, Gelenke zu schützen und Beschwerden hinauszuzögern.
Impfungen
Für diesen Eingriff ist keine besondere Impfung erforderlich. Allgemeine Impfungen sollten nach ärztlichem Rat aktuell sein.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Vorsorgeuntersuchung für diesen Eingriff gibt es nicht. Bei anhaltenden Hüftbeschwerden ist ein Arztgespräch sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Zunehmende Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
- Schwäche der Muskeln und häufigeres Stolpern oder Stürzen.
- Weniger Teilhabe am Alltag und sinkende Lebensqualität.
- Bei einem unbehandelten Bruch oder einer Infektion können ernste Komplikationen entstehen.
Langzeitprognose
Die meisten Menschen haben nach einer Hüftprothese weniger Schmerzen und können wieder besser gehen. Die Erholung dauert Wochen bis Monate und braucht Geduld. Es gibt Risiken, aber das Behandlungsteam bespricht sie mit Ihnen und unterstützt Sie bei der Rehabilitation.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2026
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