Überblähte Lunge (Lungenüberblähung)
Übersicht
Bei einer überblähten Lunge ist zu viel Luft in der Lunge eingeschlossen. Normalerweise geht beim Ausatmen die Luft fast vollständig aus den Lungenbläschen heraus. Bei einer Überblähung bleibt ein Teil der Luft stecken. Mediziner sprechen dann von einer Lungenhyperinflation. Die vielen kleinen Lungenbläschen (Alveolen – das sind die feinen Bläschen am Ende der Atemwege, in denen der Sauerstoff ins Blut übergeht) werden dadurch überdehnt. Mit der Zeit verlieren sie ihre Elastizität, also ihre Fähigkeit, sich beim Ausatmen zusammenzuziehen. Der Brustkorb wirkt dann oft breiter und runder, und der Zwerchfellmuskel (der große Atemmuskel unter der Lunge) wird nach unten flach gedrückt. Deshalb fühlt sich das Atmen anstrengender an, besonders das Ausatmen. Eine überblähte Lunge ist keine eigene Krankheit, sondern ein Zeichen, das bei verschiedenen Lungenerkrankungen auftreten kann.
Wichtige Fakten
- Überblähte Lunge bedeutet: Luft wird beim Ausatmen nicht vollständig abgegeben und bleibt in der Lunge eingeschlossen.
- Sie ist meist ein Hinweis auf eine dahinterliegende Lungenerkrankung, am häufigsten auf COPD oder Asthma.
- Typisch sind Kurzatmigkeit bei Belastung, ein Gefühl, nicht tief ausatmen zu können, und pfeifende Atemgeräusche.
- Die Lunge selbst kann sich nicht wieder ganz zurückbilden, aber Atemtechniken, Bewegung und eine gute Behandlung der Grunderkrankung verbessern das Befinden deutlich.
Ja. Eine Überblähung der Lunge ist häufig und gehört zu den typischen Befunden bei chronischen Lungenerkrankungen. Vor allem bei COPD und bei länger bestehendem Asthma ist sie sehr verbreitet. Auch bei Menschen mit Mukoviszidose (einer angeborenen Erkrankung, bei der zäher Schleim die Atemwege verstopft) oder mit Bronchiektasen (dauerhaft erweiterte Atemwege) kommt sie oft vor.
Betroffen sind vor allem Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen. Häufig sind es Erwachsene mittleren und höheren Alters, besonders Raucherinnen und Raucher sowie Menschen, die lange Staub oder Schadstoffen ausgesetzt waren. Auch Kinder und Jugendliche mit schwerem Asthma oder Mukoviszidose können eine überblähte Lunge entwickeln. Bei sehr alten Menschen kann eine leichte Überblähung auch ohne deutliche Erkrankung vorkommen, weil das Lungengewebe mit dem Alter an Elastizität verliert.
Symptome
- Schwere Atemnot in Ruhe oder das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen
- Sie können nur noch einzelne Wörter oder gar nicht mehr sprechen
- Blaue oder graue Lippen, Fingernägel oder Gesichtshaut
- Verwirrtheit, Unruhe oder zunehmende Schläfrigkeit – ein Zeichen für Sauerstoffmangel
- Plötzlich stechender Brustschmerz, besonders beim Atmen
- Atmung, bei der die Schultern stark hochgezogen werden und die Nasenflügel flattern
- Keine Besserung trotz der Notfall-Medikamente, die Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verschrieben hat
- Bewusstlosigkeit oder ein plötzlicher Zusammenbruch
- ⚠Zunehmende Atemnot über Stunden oder wenige Tage
- ⚠Fieber zusammen mit mehr Husten und verändertem, farbigem Auswurf
- ⚠Nächtliches Aufwachen wegen Atemnot oder Husten
- ⚠Sie brauchen deutlich häufiger Ihr Notfall-Spray oder -Inhalationsgerät als sonst
- ⚠Schwellung an Füßen oder Beinen zusammen mit mehr Atemnot
- ⚠Neue oder stärkere Verwirrtheit, Erschöpfung oder Appetitlosigkeit
Häufige Symptome
- Kurzatmigkeit, vor allem bei Anstrengung wie Treppensteigen oder Spazierengehen
- Das Gefühl, nicht richtig ausatmen zu können oder „auf halber Lunge“ zu atmen
- Pfeifende oder brummende Atemgeräusche, manchmal nur beim Ausatmen hörbar
- Husten, oft mit zähem Schleim, besonders morgens
- Engegefühl oder Druck in der Brust
- Längeres, mühsames Ausatmen, oft mit gespitzten Lippen
- Nutzung der Schulter- und Halsmuskeln beim Atmen, weil die Atmung anstrengender wird
- Blähbauch oder Völlegefühl, weil das flach gedrückte Zwerchfell nach unten auf den Bauchraum wirkt
- Müdigkeit und schnell nachlassende Kraft bei körperlicher Aktivität
- Weniger Belastbarkeit im Alltag, zum Beispiel beim Anziehen, Duschen oder Einkaufen
Symptome bei Kindern
- Auffällig schnelles oder angestrengtes Atmen beim Spielen oder Treppensteigen
- Häufige Atemwegsinfekte, die langsamer abklingen als bei anderen Kindern
- Pfeifende Atemgeräusche, besonders nachts oder nach Anstrengung
- Husten, der bei Anstrengung oder Lachen schlimmer wird
- Trink- und Essprobleme bei Säuglingen, weil Atmen und Trinken gleichzeitig schwerfallen
- Langsame Gewichtszunahme oder Gedeihstörung bei kleinen Kindern
- Der Brustkorb kann sich mit der Zeit breiter und runder formen
- Kinder ziehen sich beim Toben eher zurück oder machen häufiger Pausen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nachlassende Belastbarkeit, die oft fälschlich als „normales Altern“ abgetan wird
- Kurzatmigkeit schon bei leichten Alltagsaufgaben wie Bettmachen oder Anziehen
- Verstärkter, runder Brustkorb (manchmal „Fassthhorax“ genannt)
- Ungewollter Gewichtsverlust durch die erhöhte Atemarbeit
- Schlafprobleme, weil das flache Zwerchfell im Liegen das Atmen erschwert
- Häufigere Krankenhausaufenthalte wegen Atemwegsinfekten
- Verwirrtheit oder Schläfrigkeit bei Sauerstoffmangel – das muss ärztlich abgeklärt werden
Ursachen
Hauptursachen
- COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung): Die Atemwege sind dauerhaft verengt und das Lungengewebe ist geschädigt, sodass Luft eingeschlossen wird.
- Asthma: Bei einem Asthmaanfall oder bei schlecht eingestelltem Asthma verengen sich die Atemwege, und die Luft bleibt in der Lunge.
- Lungenemphysem: Die Lungenbläschen sind überdehnt und zerstört, das Gewebe verliert seine Elastizität.
- Mukoviszidose: Zäher Schleim verstopft die Atemwege, die Luft kann nicht gut entweichen.
- Bronchiektasen: Dauerhaft erweiterte Atemwege mit viel Schleim und häufigen Infekten.
- Verklebte oder vernarbte kleine Atemwege nach schweren Infektionen oder bei anderen Lungenerkrankungen
- Normaler Alterungsprozess des Lungengewebes, der die Elastizität verringert (meist nur leicht ausgeprägt)
Risikofaktoren
- Rauchen und Passivrauchen – der wichtigste vermeidbare Risikofaktor
- Jahrelange Belastung durch Staub, Dampf oder Chemikalien am Arbeitsplatz
- Starke Luftverschmutzung, zum Beispiel an viel befahrenen Straßen
- Häufige oder schwere Atemwegsinfekte, besonders in der Kindheit
- Erbliche Veranlagung, zum Beispiel ein angeborener Mangel eines schützenden Eiweißstoffs (Alpha-1-Antitrypsin-Mangel)
- Frühgeburtlichkeit oder eine Lungenschädigung in der frühen Kindheit
- Übergewicht, das die Atemarbeit zusätzlich erschwert
- Unbehandeltes oder schlecht eingestelltes Asthma
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Atemnot, die innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen deutlich zunimmt
- Fieber mit vermehrtem Husten und verändertem Auswurf
- Blaue Lippen oder Fingernägel – hier sofort den Notruf 112 wählen
- Brustschmerzen beim Atmen
- Das Gefühl, mit Ihren verschriebenen Medikamenten nicht mehr zurechtzukommen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sie werden bei Anstrengung schneller kurzatmig als früher und fragen sich, ob das normal ist
- Sie haben seit Wochen oder Monaten einen Husten, der nicht weggeht
- Sie können nicht mehr so tief ausatmen wie früher oder hören sich beim Atmen pfeifend an
- Sie rauchen oder haben geraucht und möchten Ihre Lunge einmal prüfen lassen
- Sie arbeiten regelmäßig mit Staub oder Dämpfen und möchten sich beraten lassen
- Bei Ihrem Kind fällt Ihnen auf, dass es beim Spielen schnell außer Atem ist oder häufig pfeifend atmet
Diagnose
Zuerst fragt die Ärztin oder der Arzt nach Ihren Beschwerden, Ihrer Vorgeschichte, Ihren Rauchgewohnheiten und Ihrem Arbeitsplatz. Danach folgt eine körperliche Untersuchung: Mit dem Stethoskop wird die Atmung abgehört, und durch Abklopfen des Brustkorbs lässt sich ein besonders lauter, hohler Klang hören, der auf zu viel Luft hindeutet. Der wichtigste Test ist die Lungenfunktionsprüfung. Sie zeigt, wie viel Luft Sie ein- und ausatmen können und wie viel davon in der Lunge zurückbleibt. Zusammen mit den Ergebnissen kann die Ärztin oder der Arzt einschätzen, wie stark die Überblähung ist und welche Erkrankung dahintersteckt.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie): Sie atmen durch ein Mundstück in ein Gerät, das misst, wie viel und wie schnell Sie ein- und ausatmen.
- Bodyplethysmographie: Eine genauere Messung in einer geschlossenen Glaskabine, die auch das in der Lunge eingeschlossene Luftvolumen erfasst.
- Messung des Sauerstoffs im Blut, meist über einen kleinen Clip am Finger (Pulsoxymetrie)
- Röntgenaufnahme der Brust oder Computertomographie (CT), um Überblähung und Gewebeveränderungen sichtbar zu machen
- Blutuntersuchung, unter anderem zum Ausschluss eines angeborenen Eiweißmangels
- Allergietests, wenn ein Asthma vermutet wird
- Belastungstest, zum Beispiel ein sechsminütiger Gehtest, um die körperliche Leistungsfähigkeit einzuschätzen
- Bei Kindern manchmal eine Untersuchung der Atemwege mit einem dünnen Schlauch (Bronchoskopie), wenn die Ursache unklar bleibt
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Lungenfunktionstests sind schmerzfrei, können aber anstrengend sein, weil Sie mehrmals kräftig ein- und ausatmen müssen. Tragen Sie lockere Kleidung und essen Sie vorher nicht zu schwer. Die Untersuchung dauert meist 20 bis 40 Minuten. Manchmal wird vor und nach dem Inhalieren eines atemwegserweiternden Medikaments gemessen, um zu sehen, ob sich die Werte verbessern. Die Ergebnisse besprechen Sie am besten direkt im Anschluss mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und lassen sich die Zahlen in Ruhe erklären. Fragen Sie ruhig nach, wenn etwas unklar ist – das ist Ihr gutes Recht.
Behandlung
Eine bereits überdehnte Lunge lässt sich nicht wieder vollständig in ihre ursprüngliche Form bringen. Aber das ist auch nicht nötig, um sich deutlich besser zu fühlen. Die Behandlung hat drei Ziele: die Grunderkrankung gut einstellen, die Atemwege so weit wie möglich offen halten und die Atmung mit Übungen und Bewegung effizienter machen. In Deutschland richtet sich die Behandlung nach den medizinischen Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften), also nach anerkannten Empfehlungen für COPD, Asthma und andere Lungenerkrankungen.
Selbsthilfe zu Hause
- Lippenbremse üben: langsam durch die Nase einatmen und mit gespitzten Lippen doppelt so lange ausatmen – das hält die Atemwege offen und hilft, Luft abzugeben.
- Atemtechnik mit der Bauchatmung: Eine Hand auf den Bauch legen und spüren, wie sich der Bauch beim Einatmen hebt.
- Nicht rauchen und Rauch sowie Dämpfe zu Hause und am Arbeitsplatz meiden.
- Körperlich aktiv bleiben – regelmäßige, angepasste Bewegung ist einer der stärksten Hebel für mehr Belastbarkeit.
- Inhalationsgeräte genau so anwenden, wie es in der Praxis erklärt wurde; die Technik regelmäßig überprüfen lassen.
- Räume regelmäßig lüften und trockene, staubige oder stark parfümierte Umgebungen meiden.
- Bei Atemwegsinfekten frühzeitig die Hausarztpraxis kontaktieren.
- Einen persönlichen Notfallplan mit der Praxis besprechen: Was tun, wenn die Atemnot zunimmt?
- Auf ausreichend Schlaf und Pausen achten, damit die Atemmuskulatur nicht überlastet wird.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei Asthma oder COPD werden meist Medikamente inhaliert, die die Atemwege erweitern oder Entzündungen in den Atemwegen dämpfen. Bei zähem Schleim können schleimlösende Maßnahmen helfen. Wichtig ist eine gute Schulung: Die Inhalationstechnik entscheidet mit darüber, ob ein Medikament wirkt. Eine Lungenrehabilitation (ambulant oder stationär) ist besonders wirksam – dort lernen Betroffene Atemtechniken, trainieren Ausdauer und Kraft und erhalten Ernährungsberatung. Atemphysiotherapie kann helfen, eingeschlossene Luft besser abzugeben. Wenn der Sauerstoffgehalt im Blut dauerhaft zu niedrig ist, kann eine Langzeitsauerstofftherapie verordnet werden. Bei Atemwegsinfekten können je nach Situation auch Antibiotika oder kortisonhaltige Medikamente zum Einsatz kommen. Welche Behandlung für Sie passt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen sind nur bei wenigen Menschen mit schwerem Lungenemphysem eine Option. Dabei wird überdehntes Lungengewebe gezielt verkleinert, damit sich die restliche Lunge besser entfalten kann (Lungenvolumenreduktion). Manche Eingriffe erfolgen mit dem Bronchoskop, also über einen dünnen Schlauch durch die Atemwege, andere über eine Operation. In sehr seltenen, besonders schweren Fällen kann eine Lungentransplantation in Frage kommen. Ob solche Verfahren passen, wird in spezialisierten Lungenzentren ausführlich geprüft. Für die allermeisten Betroffenen stehen aber Atemtherapie, Bewegung, Medikamente und eine gute Einstellung der Grunderkrankung im Vordergrund.
Leben mit der Erkrankung
Eine überblähte Lunge verändert den Alltag – aber mit etwas Planung bleibt viel Lebensqualität erhalten. Viele Betroffene lernen, ihre Kräfte einzuteilen: schwere Aufgaben auf den Morgen legen, zwischendurch Pausen machen, Treppen langsam und mit Lippenbremse steigen. Hilfsmittel wie ein Atemtrainer, ein Rollator mit Sitzfläche oder ein höhenverstellbarer Stuhl in der Küche können Entlastung bringen. Wichtig ist, die eigenen Grenzen zu kennen, ohne sich zu sehr einzuschränken. Bewegung bleibt zentral – wer regelmäßig und im eigenen Tempo aktiv ist, wird belastbarer. Ein guter Rhythmus aus Aktivität und Ruhe hilft dabei, Atemnot nicht als ständigen Alarm zu erleben.
Tipps für den Alltag
- Rauchstopp – am wirksamsten mit professioneller Unterstützung, zum Beispiel in einer Rauchstopp-Beratung oder einer spezialisierten Sprechstunde
- Regelmäßige Bewegung, angepasst an Ihre Belastbarkeit
- Vermeidung von Tabakrauch, Staub, Schimmel und starken Gerüchen in der Wohnung
- Ausreichend trinken, damit der Schleim flüssig bleibt
- Gute Handhygiene und Impfungen zum Schutz vor Infekten
- Bei Kälte einen Schal vor Mund und Nase tragen, denn kalte Luft reizt die Atemwege
- Auf ein gesundes Gewicht achten – Übergewicht erschwert die Atmung, Untergewicht schwächt die Atemmuskulatur
- Regelmäßige Termine in der Hausarztpraxis zur Kontrolle der Lungenfunktion
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und guten Eiweißquellen unterstützt die Atemmuskulatur. Wer schnell außer Atem gerät, merkt oft, dass große Mahlzeiten unangenehm sind. Dann helfen mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, und eine Pause vor dem Essen. Bei Untergewicht ist eine Ernährungsberatung sinnvoll. Bewegung ist ausdrücklich erwünscht: Spazierengehen, Radfahren auf flachem Weg, Wassergymnastik oder spezielle Lungensportgruppen sind gut geeignet. Die Regel ist: Sie sollten sich anstrengen, aber dabei noch sprechen können. Atemübungen vor und nach der Bewegung helfen. Besprechen Sie einen Trainingsplan am besten mit Ihrer Praxis oder in einer Lungenrehabilitation.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Dauernde Atemnot ist belastend und macht vielen Menschen Angst. Diese Angst ist verständlich und sehr häufig – Sie sind damit nicht allein. Angst kann die Atmung zusätzlich anspannen und das Gefühl von Enge verstärken. Es gibt wirksame Wege, damit umzugehen: Atementspannung, Achtsamkeitsübungen, Psychotherapie und Lungensportgruppen, in denen man merkt, dass man nicht die einzige Person mit diesen Sorgen ist. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ängste oder Niedergeschlagenheit – das gehört zur Behandlung dazu. Wenn Sie das Gefühl haben, in eine seelische Krise zu geraten, suchen Sie bitte zeitnah Unterstützung, zum Beispiel über Ihre Hausarztpraxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder die Telefonseelsorge.
Vorbeugung
Eine bestehende Überblähung lässt sich nicht rückgängig machen. Aber das Risiko, dass sie entsteht oder deutlich schlimmer wird, können Sie spürbar senken. Der wichtigste Schritt ist der Rauchstopp – für Raucherinnen und Raucher ist er die wirksamste einzelne Maßnahme. Ebenso wichtig: Schadstoffe am Arbeitsplatz vermeiden (Schutzmasken, Absaugung, Arbeitsmedizin nutzen), zu Hause für gute Luft sorgen und ein bestehendes Asthma konsequent behandeln. Wer früh merkt, dass die Atmung nicht mehr stimmt, und eine Lungenfunktionsprüfung machen lässt, kann gegensteuern, bevor das Lungengewebe stärker geschädigt ist.
Impfungen
Atemwegsinfekte können bei geschädigter Lunge besonders schwer verlaufen. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen bestimmte Schutzimpfungen. Dazu gehören in der Regel die Impfung gegen Grippe, gegen Pneumokokken (Bakterien, die Lungenentzündungen auslösen können) und gegen COVID-19; für ältere Menschen kommt außerdem ein Schutz gegen RSV in Frage. Lassen Sie sich in Ihrer Hausarztpraxis oder Apotheke persönlich beraten, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind und wann sie aufgefrischt werden sollten.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Reihenuntersuchungsprogramm für überblähte Lungen gibt es nicht. Sinnvoll ist eine Lungenfunktionsprüfung aber für Menschen mit Risiko: zum Beispiel für alle, die rauchen oder geraucht haben, die beruflich Staub ausgesetzt sind oder die wiederkehrend Husten und Atemnot haben. Auch bei Asthma und COPD gehören regelmäßige Kontrollen der Lungenfunktion zur Standardbetreuung. Fragen Sie Ihre Hausarztpraxis, ob eine Messung für Sie angebracht ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Zunehmende Atemnot, sodass alltägliche Dinge wie Waschen, Anziehen oder Einkaufen schwerfallen
- Häufigere und schwerere Atemwegsinfekte
- Dauerhaft zu wenig Sauerstoff im Blut, was zu Müdigkeit, Konzentrationsproblemen und Leistungsabfall führt
- Belastung des rechten Herzens, weil es gegen den Widerstand in der Lunge anpumpen muss – das kann zu Beinödemen und mehr Atemnot führen
- Verschlechterung der Atmung im Schlaf mit unruhigem Schlaf und Tagesmüdigkeit
- Häufigere Krankenhausaufenthalte
- Angst, Rückzug und gedrückte Stimmung durch die ständige Atemnot
Langzeitprognose
Die Aussichten sind besser, als viele befürchten. Zwar lässt sich bereits überdehntes Lungengewebe nicht zurückbilden – aber wie gut jemand mit einer überblähten Lunge lebt, hängt stark davon ab, was getan wird: Rauchstopp, gute Behandlung der Grunderkrankung, Bewegung, Atemtechniken und Impfschutz machen einen großen Unterschied. Viele Betroffene gewinnen spürbar an Belastbarkeit und Lebensqualität zurück, besonders wenn sie eine Lungenrehabilitation mitmachen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre persönlichen Ziele – gemeinsam lässt sich viel erreichen.
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Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2026
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