Häufige Fragen zu Impfungen
Übersicht
Impfen – auch Immunisierung genannt – bedeutet: Der Körper lernt, einen Krankheitserreger zu erkennen und abzuwehren, ohne dass man die Krankheit wirklich durchmachen muss. Dabei wird eine harmlose Information über den Erreger an das Abwehrsystem gegeben. Der Körper bildet daraufhin eine Schutzreaktion. Diese Schutzreaktion merkt sich der Körper oft über Jahre. Kommt man später mit dem echten Erreger in Kontakt, kann das Abwehrsystem schnell reagieren. Viele Menschen haben Fragen zu Impfungen: Wann ist welche Impfung sinnvoll? Was sind Nebenwirkungen? Was ist Mythos, was ist Fakt? Dieser Artikel beantwortet die häufigsten Fragen in einfacher Sprache.
Wichtige Fakten
- Impfungen gehören zu den wirksamsten und am besten untersuchten Vorsorgemaßnahmen: Sie können vor schweren oder lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten schützen.
- In Deutschland gibt die Ständige Impfkommission (STIKO) Empfehlungen, welche Impfungen für wen sinnvoll sind. Diese Empfehlungen werden regelmäßig überprüft und angepasst.
- Leichte Beschwerden nach einer Impfung – etwa ein druckempfindlicher Arm, Müdigkeit oder leichtes Fieber – sind häufig, meist harmlos und gehen nach ein bis drei Tagen von selbst wieder weg.
Impfen ist eine der häufigsten Vorsorgemaßnahmen überhaupt. Die meisten Menschen in Deutschland haben in ihrem Leben viele Impfungen bekommen, viele davon schon als Kind. Auch Auffrischimpfungen im Erwachsenenalter sind verbreitet – zum Beispiel gegen Tetanus und Diphtherie, die alle zehn Jahre empfohlen werden.
Grundsätzlich betrifft das Thema Impfen alle Menschen, vom Säugling bis ins hohe Alter. Für manche Gruppen gibt es eigene Empfehlungen: Schwangere, Frühgeborene, ältere Menschen, Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem. Auch Menschen, die beruflich viel Kontakt zu anderen haben – etwa im Gesundheitswesen oder in der Kinderbetreuung – haben oft zusätzliche Empfehlungen.
Symptome
- Atemnot oder ein pfeifendes Atemgeräusch
- Schwellung im Gesicht, an den Lippen, im Mund oder im Hals
- Starker Hautausschlag am ganzen Körper mit Juckreiz und Kreislaufproblemen
- Plötzliche Bewusstlosigkeit oder ein Kreislaufkollaps
- Krampfanfall, der nicht von selbst aufhört
- ⚠Fieber über 39 °C oder Fieber, das länger als zwei Tage anhält
- ⚠Zunehmende Rötung, Schwellung oder Eiter an der Einstichstelle
- ⚠Starke, anhaltende Kopfschmerzen oder Nackensteifigkeit
- ⚠Anhaltendes Erbrechen oder Trinkunlust, besonders bei kleinen Kindern
- ⚠Ein Krampfanfall durch Fieber, auch wenn er kurz war
Häufige Symptome
- Schmerz, Rötung oder eine leichte Schwellung an der Einstichstelle – der Arm fühlt sich druckempfindlich an
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit am Tag der Impfung oder am Tag danach
- Leichtes Fieber (bis etwa 38,5 °C), das meist nach einem Tag wieder sinkt
- Kopf- oder Gliederschmerzen, die von selbst abklingen
- Ein kurzes Gefühl von Kranksein, obwohl man nicht krank ist – das Abwehrsystem arbeitet gerade
Symptome bei Kindern
- Quengeligkeit oder Unruhe, das Kind ist anhänglicher als sonst
- Rötung und Schwellung an der Einstichstelle, die Kinder oft als unangenehm empfinden
- Leichtes Fieber, manchmal auch etwas höher, meist innerhalb der ersten zwei Tage
- Vermehrtes Schlafbedürfnis oder weniger Appetit für kurze Zeit
- Sehr selten ein Krampfanfall durch Fieber – das sieht erschreckend aus, ist aber in der Regel harmlos. Trotzdem sollte er ärztlich abgeklärt werden
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Oft nur ein druckempfindlicher Arm und sonst kaum Beschwerden
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit für ein bis zwei Tage
- Weniger Fieber als bei jüngeren Menschen – das Abwehrsystem reagiert manchmal schwächer, der Schutz kann dadurch etwas geringer ausfallen
- Bei Menschen mit chronischen Erkrankungen kann die Reaktion nach einer Impfung ausgeprägter sein – sprechen Sie vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt
Ursachen
Hauptursachen
- Unsicherheit entsteht oft durch widersprüchliche Informationen im Internet oder in sozialen Medien
- Eigene oder familiäre Erfahrungen mit Nebenwirkungen vergangener Impfungen
- Die Sorge, ob eine Impfung mit einer bestehenden Erkrankung oder einer Medikamenteneinnahme zusammenpasst
- Unklarheit darüber, welche Impfung wann fällig ist und wie lange der Schutz anhält
- Angst vor Spritzen oder vor dem kleinen Schmerz der Injektion
- Berichte über Impfungen, die früher empfohlen wurden und heute anders bewertet werden – das kann verunsichern
Risikofaktoren
- Ein geschwächtes Abwehrsystem – dadurch ist der Schutz nach einer Impfung manchmal geringer
- Bestimmte Allergien gegen Inhaltsstoffe von Impfstoffen
- Ein früherer schwerer Zwischenfall nach einer Impfung
- Sehr junges oder sehr hohes Alter
- Eine bereits bestehende Infektion oder hohes Fieber zum Zeitpunkt der Impfung
- Einnahme von Medikamenten, die das Abwehrsystem beeinflussen – dies sollte vorher ärztlich besprochen werden
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn nach einer Impfung Atemnot, Schwellungen im Hals- oder Gesichtsbereich, starke Kreislaufprobleme oder eine Bewusstlosigkeit auftreten – dann sofort den Notruf 112 wählen
- Wenn ein Kind oder ein Erwachsener nach der Impfung krampft
- Wenn Fieber über 39 °C nicht sinkt oder länger als zwei Tage bleibt
- Wenn die Einstichstelle stark rot, heiß und zunehmend schmerzhaft wird oder Eiter austritt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Impfschutz noch ausreicht – der Impfpass kann das klären
- Wenn eine Impfung versäumt wurde und Sie sie nachholen möchten
- Wenn Sie eine Fernreise planen und wissen möchten, welcher Schutz sinnvoll ist
- Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen
- Wenn bei Ihnen eine chronische Erkrankung besteht und Sie die Impfungen darauf abstimmen möchten
- Wenn leichte Beschwerden nach einer Impfung länger als eine Woche anhalten
- Wenn Sie Angst vor Spritzen haben und das besprechen möchten
Diagnose
Bei Fragen rund ums Impfen wird keine Krankheit diagnostiziert. Stattdessen geht es um eine Einschätzung Ihrer persönlichen Situation. Im Gespräch schaut die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit Ihnen in den Impfpass, fragt nach Vorerkrankungen, Allergien und Medikamenten und erklärt, welche Impfungen für Sie empfohlen sind. So entsteht ein persönlicher Impfplan.
Mögliche Untersuchungen
- Durchsicht des Impfpasses oder der digitalen Impfdokumentation
- Ausführliches Gespräch über Vorerkrankungen, Allergien und eingenommene Medikamente
- In manchen Fällen eine Blutuntersuchung, um den Antikörperschutz zu prüfen – zum Beispiel bei Beschäftigten im Gesundheitswesen, in der Schwangerschaft oder nach einer bestimmten Erkrankung
- Bei einem vermuteten schweren Zwischenfall eine allergologische Abklärung in einer spezialisierten Praxis
- Körperliche Untersuchung, wenn es um Beschwerden nach einer Impfung geht
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Nehmen Sie zu einem Impftermin möglichst Ihren Impfpass mit. Das Gespräch dauert meist nur wenige Minuten. Sie können alle Fragen stellen – auch kritische. Eine gute Praxis nimmt sich Zeit und erklärt verständlich, was empfohlen ist und warum. Auf Wunsch bekommen Sie eine schriftliche Übersicht über die nächsten fälligen Impfungen.
Behandlung
Eine Impfung selbst braucht in der Regel keine Behandlung. Die meisten Menschen gehen danach ihrem Alltag nach. Bei leichten Beschwerden reichen oft einfache Maßnahmen wie Ruhe, Kühlung und ausreichend Trinken. Wichtig ist: Nach einer Impfung nicht vorsorglich Medikamente einnehmen, ohne dies vorher mit einer Ärztin oder einem Apotheker zu besprechen – das kann die Schutzreaktion beeinflussen.
Selbsthilfe zu Hause
- Den Arm nach der Impfung ruhig bewegen – das kann die Beschwerden an der Einstichstelle lindern
- Eine kühle Kompresse oder ein feuchtes Tuch auf die Einstichstelle legen
- Ausreichend trinken und sich Ruhe gönnen, wenn Sie müde sind
- Fieber und das allgemeine Befinden in den ersten zwei Tagen im Blick behalten
- Die Einstichstelle sauber und trocken halten und nicht aufkratzen
- Bei Schmerzen im Arm den Arm nicht unnötig schonen – leichte Bewegung ist meist hilfreich
Medizinische Behandlungen
Bei stärkeren Beschwerden können ärztlich verordnete Mittel gegen Fieber oder Schmerzen helfen. Auch bei einer allergischen Reaktion gibt es Behandlungsmöglichkeiten – diese gehört aber immer in ärztliche Hand. Wichtig: Nehmen Sie keine Medikamente vor oder direkt nach einer Impfung vorsorglich ein, ohne vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke gesprochen zu haben. Bei einem schweren Zwischenfall nach einer Impfung wird die nächste Impfung in der Regel in einer spezialisierten Umgebung und mit angepasstem Vorgehen durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Impfung können Sie in der Regel ganz normal weiterleben. Leichte Beschwerden wie ein schwerer Arm sind kein Grund, sich krankzumelden – Sie können aber Ihrem Körper Ruhe gönnen, wenn Sie es brauchen. Bewahren Sie Ihren Impfpass sicher auf oder nutzen Sie die digitale Impfdokumentation Ihres Arztes. So wissen Sie und Ihre Behandler jederzeit, was schon geimpft ist und was als Nächstes ansteht.
Tipps für den Alltag
- Ausgeschlafen zur Impfung gehen – das kann die Reaktion des Abwehrsystems unterstützen
- Den Impfstatus einmal im Jahr gemeinsam mit der Hausarztpraxis überprüfen lassen
- Einen Impfpass oder eine digitale Impfübersicht führen und bei Arztbesuchen dabeihaben
- Bei Fernreisen frühzeitig – mehrere Wochen vorher – an Reiseimpfungen denken
- Bei Fragen lieber in der Praxis oder in der Apotheke nachfragen als sich allein auf Internetquellen zu verlassen
- Sich selbst erlauben, am Impftag etwas kürzerzutreten
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung stärken den Körper insgesamt – das gilt auch für das Abwehrsystem. Vor und nach einer Impfung müssen Sie Ihre Ernährung nicht umstellen. Am Impftag können Sie sich normal bewegen; ein hartes Training direkt nach einer Impfung ist nicht verboten, aber manche Menschen fühlen sich am nächsten Tag schlapp und wollen dann eher aussetzen. Hören Sie auf Ihren Körper.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Viele Menschen haben Angst vor Spritzen oder Sorgen vor möglichen Nebenwirkungen. Das ist ganz normal und völlig in Ordnung. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor der Impfung, dass Sie aufgeregt sind – es gibt einfache Tricks, die helfen, zum Beispiel wegschauen, ruhig atmen oder sich ablenken lassen. Wichtig zu wissen: Wenn Ihnen Sorgen oder Ängste über einen längeren Zeitraum schwer zusetzen, ist das keine Schwäche. Sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis oder einer Beratungsstelle darüber. In akuten seelischen Krisen können Sie sich jederzeit an den Notruf 112 oder an die örtliche Telefonseelsorge wenden.
Vorbeugung
Impfen ist selbst eine Vorsorge – es kann verhindern, dass man eine Infektionskrankheit überhaupt bekommt oder dass sie schwer verläuft. Daneben gibt es weitere einfache Maßnahmen: gute Händehygiene, in der Erkältungszeit lüften und bei Krankheit Abstand halten. Am wichtigsten aber bleibt der eigene Impfschutz, der an die persönliche Situation angepasst ist.
Impfungen
In Deutschland gibt es Impfungen gegen viele Krankheiten, zum Beispiel gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Grippe, Gürtelrose und bestimmte Erkrankungen durch Pneumokokken. Es gibt unterschiedliche Arten von Impfstoffen – manche enthalten abgetötete oder stark abgeschwächte Erregerbestandteile, andere einen Bauplan für ein einzelnes Erregerprotein. Welche Impfung für Sie sinnvoll ist und wann, hängt von Alter, Gesundheitszustand, Schwangerschaft, Beruf und manchmal von Ihrer Wohnregion ab. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut gibt dazu Empfehlungen heraus, die regelmäßig aktualisiert werden.
Früherkennungsprogramme
Ein eigenes Screening-Programm für Impfungen gibt es nicht. Stattdessen empfehlen sich regelmäßige Impfchecks: Der Impfstatus kann beim Hausarztbesuch, bei der Schwangerenvorsorge, bei der Aufnahme in eine neue Einrichtung oder bei der Einstellung in bestimmte Berufe überprüft werden. Auch ein jährlicher Blick in den Impfpass ist sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Impfschutz können Infektionskrankheiten wie Masern, Keuchhusten oder Wundstarrkrampf schwer verlaufen – manche mit Lungenentzündung, Hirnhautentzündung oder bleibenden Schäden
- Bestimmte Krankheiten können bei Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem oder bei Säuglingen lebensbedrohlich werden
- Fehlende Immunität in der Bevölkerung kann dazu führen, dass sich Erreger wieder stärker ausbreiten – besonders gefährlich für Menschen, die selbst nicht geimpft werden können
- Grippe und Gürtelrose können bei älteren Menschen zu Komplikationen wie einer Lungenentzündung oder lang anhaltenden Nervenschmerzen führen
- Manche Krankheiten, die fast vergessen waren, treten durch unzureichenden Impfschutz wieder häufiger auf
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Sie können Ihren Schutz selbst in die Hand nehmen. Ein Blick in den Impfpass, ein kurzes Gespräch in der Praxis und eine Auffrischung können einen großen Unterschied machen. Für die allermeisten Menschen sind Impfungen gut verträglich, und leichte Beschwerden gehen schnell vorbei. Wenn Sie unsicher sind, holen Sie sich Rat – Sie müssen diese Entscheidung nicht allein treffen.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2026
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