Impfen: Welche Impfungen brauchen Sie wirklich?
Übersicht
Immunisierung – im Alltag meist Impfung genannt – bedeutet: Ihr Körper lernt, einen Krankheitserreger zu erkennen und abzuwehren. Dabei wird dem Immunsystem, also der Abwehr des Körpers, eine harmlose Probe des Erregers oder ein kleiner Teil davon gezeigt. Die Abwehr übt sozusagen für den Ernstfall und kann dann schneller und gezielter reagieren. Bei der Frage, welche Impfungen Sie brauchen, geht es nicht um ein starres Programm für alle. Es geht um Sie: Ihr Alter, Ihren Gesundheitszustand, Ihren Beruf, Ihre Reisen und die Menschen, mit denen Sie zusammenleben. In Deutschland gibt die Ständige Impfkommission, kurz STIKO, Empfehlungen heraus. Ihre Hausarztpraxis kann diese Empfehlungen gemeinsam mit Ihnen an Ihre persönliche Situation anpassen.
Wichtige Fakten
- Impfungen schützen Sie selbst und auch andere Menschen, die sich nicht impfen lassen können.
- Welche Impfungen sinnvoll sind, hängt von Alter, Gesundheit, Beruf, Alltag und Reisen ab.
- Der Impfausweis oder digitale Impfpass zeigt, was schon da ist und was vielleicht fehlt.
- Die Empfehlungen werden regelmäßig aktualisiert. Ein Blick darauf lohnt sich alle paar Jahre.
Ja, sehr. Fast jeder Mensch steht irgendwann vor der Frage, welche Impfungen er braucht. In Deutschland gibt es empfohlene Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene. Viele Erwachsene wissen aber nicht mehr genau, wann sie zuletzt geimpft wurden oder wogegen sie überhaupt geschützt sind. Ein regelmäßiger Blick in den Impfpass ist deshalb sinnvoll – zum Beispiel alle paar Jahre, bei jedem Praxisbesuch oder vor einer größeren Reise.
Das Thema betrifft alle Altersgruppen: Babys und Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Menschen ab 60 Jahren und Schwangere. Besonders wichtig ist die Frage für Menschen mit chronischen Erkrankungen, für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, für Beschäftigte im Gesundheitswesen oder in der Kinderbetreuung, für Reisende und für alle, die mit kleinen Kindern oder kranken Angehörigen zusammenleben.
Symptome
- Atemnot, pfeifende Atmung oder ein Engegefühl in der Brust
- Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals
- Nesselfieber am ganzen Körper zusammen mit Schwäche, Schwindel oder Unruhe
- Ohnmacht oder Kreislaufkollaps
- Diese Zeichen können auf eine schwere allergische Reaktion hindeuten. Rufen Sie sofort 112 an – den Notruf in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern.
- ⚠Fieber über etwa 39 Grad, das nicht sinken will
- ⚠Eine Einstichstelle, die nach zwei Tagen stärker rot, heiß oder geschwollen wird
- ⚠Anhaltendes Erbrechen oder Trinkunlust bei Kindern
- ⚠Starke Kopfschmerzen mit Nackensteife oder Verwirrtheit – hier bitte sofort den Notruf 112 wählen
Häufige Symptome
- Rötung, Schwellung oder ein ziehender Schmerz an der Einstichstelle – meist für ein bis zwei Tage
- Müdigkeit oder ein leichtes Krankheitsgefühl am Tag nach der Impfung
- Leichtes Fieber, Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen
- Bei manchen Impfungen einige Tage später ein blasser Hautausschlag oder vorübergehendes Unwohlsein
- Diese Zeichen sind normal und meist harmlos. Sie zeigen, dass sich das Immunsystem mit dem Impfstoff beschäftigt.
Symptome bei Kindern
- Babys und kleine Kinder reagieren oft mit Quengeln, Schreien oder unruhigem Schlaf.
- Eine gerötete Einstichstelle und leichtes Fieber sind häufig und gehen meist schnell vorbei.
- Einige Tage nach bestimmten Impfungen kann ein blasser Hautausschlag auftreten – das ist in der Regel unbedenklich.
- Bei sehr kleinen Babys oder wenn Sie unsicher sind, fragen Sie in der Kinderarztpraxis nach.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Das Immunsystem antwortet im Alter oft etwas schwächer auf eine Impfung. Der Schutz ist trotzdem wichtig, weil Infektionen im Alter häufiger schwer verlaufen.
- Nach manchen Impfungen kann der Arm einige Tage spürbar wehtun oder die Beweglichkeit einschränken.
- Müdigkeit und leichtes Fieber treten auch bei älteren Menschen auf, meist für ein bis zwei Tage.
- Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, sprechen Sie vor der Impfung darüber.
Ursachen
Hauptursachen
- Ihr Alter: Für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Menschen ab 60 Jahren gelten unterschiedliche Empfehlungen.
- Ihr Impfstatus: Was Sie bereits hatten oder geimpft wurden, zählt mit.
- Ihre Gesundheit: Chronische Krankheiten oder Medikamente, die die Abwehr dämpfen, verändern den Bedarf.
- Ihr Alltag und Beruf: Arbeit im Gesundheitswesen, in der Kinderbetreuung oder mit vielen Kontakten.
- Ihre Reisepläne: Andere Länder bedeuten andere Erreger und andere Zeitpläne.
- Ihr Umfeld: Wenn Sie mit Babys, Schwangeren oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem zusammenleben.
- Eine bestehende Schwangerschaft oder der Wunsch nach einem Kind.
- Die aktuellen Empfehlungen der STIKO – und am Ende Ihre persönliche Entscheidung nach einem guten Gespräch.
Risikofaktoren
- Höheres Lebensalter
- Chronische Erkrankungen von Herz, Lunge, Leber oder Niere
- Diabetes
- Geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch bestimmte Therapien oder eine Organtransplantation
- Schwangerschaft
- Beruf mit vielen engen Kontakten, etwa im Gesundheitswesen oder in der Kinderbetreuung
- Reisen in Gebiete, in denen bestimmte Erreger verbreitet sind
- Diese Faktoren erhöhen nicht die Gefahr durch eine Impfung. Sie erhöhen die Gefahr durch die Krankheit selbst – und machen den Schutz besonders wichtig.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn nach einer Impfung Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder ein Kreislaufkollaps auftreten – sofort 112 anrufen.
- Wenn eine Einstichstelle sich nach zwei Tagen deutlich verschlimmert oder stark schmerzt.
- Wenn Fieber mehrere Tage anhält oder sehr hoch ist.
- Wenn ein Kind nach der Impfung nicht trinken will oder ungewöhnlich schläfrig wirkt.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie nicht wissen, wann Sie zuletzt geimpft wurden.
- Vor einer Reise – am besten einige Wochen vorher, weil manche Impfungen Zeit brauchen.
- Bei einer geplanten Schwangerschaft oder wenn Sie schwanger sind.
- Wenn bei Ihnen eine chronische Krankheit neu festgestellt wurde.
- Wenn Sie 60 Jahre oder älter sind.
- Wenn Sie eine neue Arbeit im Gesundheitswesen, in der Pflege oder in einer Kita beginnen.
- Wenn Sie einfach unsicher sind oder Fragen haben – auch das ist ein guter Grund für ein Gespräch.
Diagnose
Es gibt keinen einzelnen Test, der Ihnen sagt, welche Impfungen Sie brauchen. Die Antwort entsteht im Gespräch. Gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gehen Sie Ihren Impfstatus durch, sprechen über Ihre Gesundheit, Ihren Beruf und Ihren Alltag – und vergleichen das mit den aktuellen Empfehlungen der STIKO. Daraus ergibt sich ein persönlicher Plan.
Mögliche Untersuchungen
- Blick in den Impfausweis oder in den digitalen Impfpass
- Gespräch über frühere Infektionen, Impfungen und mögliche Nebenwirkungen
- Blick in frühere Krankenunterlagen, wenn der Impfpass fehlt
- In bestimmten Fällen eine Blutuntersuchung auf Antikörper, etwa bei fehlenden Unterlagen oder vor einer Schwangerschaft
- Bei Reisen: Beratung zu Ländern, Jahreszeiten und nötigen Zeitabständen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Nehmen Sie Ihren Impfausweis mit, wenn Sie ihn haben. Schreiben Sie vorher auf, welche Fragen Sie beschäftigen – zum Beispiel zu Reisen, zur Arbeit oder zu einer Krankheit. Im Gespräch wird nichts überstürzt: Sie können alles in Ruhe besprechen, auch Bedenken. Am Ende steht ein Plan, den Sie mittragen. Impfungen lassen sich auch auf mehrere Termine verteilen.
Behandlung
Beim Impfen ist die Impfung selbst die Behandlung – genauer gesagt der Schutz vor einer Krankheit. Es gibt keinen allgemeinen Impfplan, der für alle gleich passt. Stattdessen schaut man gemeinsam auf Ihr Leben: Was brauchen Sie jetzt, was kann warten, was ist schon vorhanden? Sie müssen nicht alles auf einmal entscheiden. Ein guter Plan entsteht oft in zwei oder drei Gesprächen.
Selbsthilfe zu Hause
- Alle Impfunterlagen sammeln und an einem festen Ort aufbewahren – dazu gehört auch der digitale Impfpass, wenn Sie möchten.
- Erinnerungen im Kalender eintragen, zum Beispiel für Auffrischungen.
- Nach der Impfung den Arm locker bewegen, das kann den Muskelkater lindern.
- Bei Schmerzen an der Einstichstelle vorsichtig kühlen.
- Am Tag nach der Impfung etwas kürzertreten, viel trinken und sich Ruhe gönnen, wenn Sie müde sind.
- Reisen frühzeitig planen – manche Impfungen brauchen mehrere Wochen, bis der Schutz aufgebaut ist.
- Fragen aufschreiben, bevor Sie in die Praxis gehen. So geht nichts vergessen.
Medizinische Behandlungen
Die eigentliche Maßnahme ist die Impfung. Es gibt verschiedene Arten von Impfstoffen: Manche enthalten abgetötete oder zerlegte Bestandteile von Erregern, andere eine stark abgeschwächte, harmlose Form des Erregers. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder in der Schwangerschaft sind manche Impfungen nicht geeignet – deshalb ist das persönliche Gespräch so wichtig. Welche Impfung zu Ihnen passt, wann sie sinnvoll ist und wie sie verabreicht wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen. Einzelne Präparate oder Dosierungen nennen wir hier bewusst nicht.
Leben mit der Erkrankung
Mit dem Thema Impfen lebt es sich am leichtesten, wenn man es klein hält. Ein fester Platz für den Impfpass, ein Termin alle paar Jahre und ein kurzes Gespräch beim nächsten Praxisbesuch reichen meist aus. Vor einer Reise lohnt es sich, früh anzufangen. Und wenn ein Impftermin ansteht, dürfen Sie Fragen mitbringen – auch solche, die Ihnen vielleicht klein vorkommen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßig Hände waschen, besonders vor dem Essen und nach dem Heimkommen.
- Räume mehrmals täglich kurz lüften.
- Ausreichend schlafen – Schlaf unterstützt die Abwehr.
- Nicht rauchen oder den Rauch anderer möglichst meiden.
- Bei Krankheitssymptomen zu Hause bleiben und andere schützen.
- Einen festen Rhythmus für Vorsorgetermine finden.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten und regelmäßige Bewegung unterstützen den Körper allgemein. Sie ersetzen keine Impfung, tun aber dem Immunsystem gut. Schon Spazierengehen oder Treppensteigen zählt. Bei der Ernährung geht es nicht um Perfektion, sondern um Verlässlichkeit über die Zeit.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Manche Menschen haben Angst vor Spritzen oder vor Nebenwirkungen. Andere fühlen sich von widersprüchlichen Informationen überfordert oder unter Druck gesetzt. All das ist verständlich und darf angesprochen werden. Ein ruhiges Gespräch in der Praxis hilft oft mehr als stundenlanges Suchen im Internet. Wenn Ängste Sie stark belasten oder Sie sich in einer seelischen Krise befinden, holen Sie sich bitte Unterstützung – niemand muss damit allein bleiben.
Vorbeugung
Ja – darum geht es bei diesem Thema. Impfungen gehören zu den wirksamsten Mitteln, die wir gegen viele Infektionskrankheiten haben. Zusätzlich helfen einfache Hygieneregeln dabei, sich und andere zu schützen. Beides zusammen wirkt am besten.
Impfungen
In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) Impfungen für bestimmte Alters- und Personengruppen. Dazu gehören Standardimpfungen im Kindesalter, Auffrischungen im Jugend- und Erwachsenenalter und zusätzliche Empfehlungen zum Beispiel für Menschen ab 60 Jahren, in der Schwangerschaft, bei bestimmten Vorerkrankungen, bei besonderen Berufen und für Reisen. Die Empfehlungen werden regelmäßig aktualisiert. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Informationen des Robert Koch-Instituts oder ein kurzes Gespräch in Ihrer Praxis. Welche Impfungen für Sie persönlich passen, klären Sie am besten gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keinen eigenen Impf-Screening-Test. Aber jeder Praxisbesuch ist eine gute Gelegenheit, den Impfstatus anzusprechen – ebenso der Gesundheits-Check-up und die Beratung vor einer Reise. Wer regelmäßig einmal im Jahr danach fragt, bleibt gut auf dem Laufenden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Impfschutz kann eine Infektion schwerer verlaufen als bei geimpften Menschen.
- Bei Masern sind zum Beispiel Lungen- oder Gehirnentzündungen mögliche Komplikationen.
- Wundstarrkrampf und andere Erkrankungen können auch heute noch lebensgefährlich sein.
- Manche Infektionen können in der Schwangerschaft das ungeborene Kind gefährden.
- Fehlender Schutz betrifft nicht nur Sie selbst, sondern auch Menschen, die sich nicht impfen lassen können.
Langzeitprognose
Die meisten Impfungen werden gut vertragen, und viele Krankheiten, die früher große Angst gemacht haben, sind in Deutschland selten geworden. Sie müssen nichts überstürzen und nichts allein entscheiden. Ein Blick in den Impfpass und ein ruhiges Gespräch in der Praxis sind ein guter Anfang – und ein guter Weg, sich und andere zu schützen.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsempfehlungen unterscheiden sich nach Land und Region. Diese Seite ist allgemeine Aufklärung und entspricht möglicherweise nicht den Leitlinien, Arzneimitteln oder der Praxis an Ihrem Wohnort. Besprechen Sie Ihre Anliegen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer anderen medizinischen Fachperson und folgen Sie lokalen Empfehlungen, soweit es sie gibt.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Keine Leitlinie nennt dieses Thema
Hier wird keine Gesundheitsleitlinie und kein klinisches Kapitel zitiert, das genau dieses Thema nennt. Diese Seite dient nur der allgemeinen Bildung und Information. Sie ist keine Diagnose, kein Behandlungsplan und kein persönlicher medizinischer Rat. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und folgen Sie deren Rat. Bei starken, plötzlichen oder beunruhigenden Beschwerden holen Sie zeitnah medizinische Hilfe, und rufen Sie im Notfall die örtliche Notrufnummer an. Ruqelo LLC ist nicht verantwortlich für medizinische oder rechtliche Folgen von Entscheidungen, die auf diesen Informationen beruhen.
Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.