Infiziertes Ekzem
Übersicht
Ein infiziertes Ekzem ist eine Hautstelle, die durch ein Ekzem geschädigt ist und zusätzlich von Bakterien befallen wurde. Ekzem bedeutet, die Haut ist trocken, juckt und ist entzündet. Wenn die Haut durch Kratzen kleine Wunden bekommt, können Bakterien leichter eindringen. Dann wird die Stelle gerötet, wärmer, schmerzhafter und es kann Eiter oder Krusten geben.
Wichtige Fakten
- Die Haut ist bereits durch ein Ekzem geschädigt; die Infektion kommt zusätzlich hinzu.
- Das Ekzem selbst ist nicht ansteckend, aber Bakterien können über kleine Wunden auf andere Hautstellen oder Menschen übertragen werden.
- Wichtig sind gute Hautpflege, nicht zu kratzen und bei Warnzeichen früh ärztliche Hilfe zu suchen.
Infektionen auf einem Ekzem sind häufig, besonders bei Menschen mit Neurodermitis oder sehr trockener, juckender Haut.
Symptome
- Hohes Fieber zusammen mit einer schnell größer werdenden Rötung
- Die Rötung breitet sich rasch aus oder wird dunkel und schmerzhaft
- Sehr starke Schmerzen, Blasenbildung oder Blasen mit Blut
- Verwirrtheit, Benommenheit oder Ohnmacht
- Schneller Herzschlag, Atemnot oder das Gefühl, sehr krank zu sein
- ⚠Fieber oder Schüttelfrost
- ⚠Zunehmende Rötung, Wärme oder Schwellung
- ⚠Eiter, gelbe Krusten oder übel riechende Stellen
- ⚠Rote Streifen, die von der Hautstelle ausgehen
- ⚠Die Beschwerden werden trotz Behandlung schlimmer oder bessern sich nach 2 bis 3 Tagen nicht
Häufige Symptome
- Starker Juckreiz, oft schlimmer als beim Ekzem allein
- Rötung, Wärme und Schwellung der Hautstelle
- Schmerzen oder Brennen
- Gelbe Krusten, kleine Eiterbläschen oder nässende Stellen
- Die Haut fühlt sich rau, gespannt oder verdickt an
- Kleine Wunden durch Kratzen
- Die Beschwerden bessern sich trotz üblicher Hautpflege nicht
Symptome bei Kindern
- Kinder kratzen sich oft unbemerkt, besonders im Schlaf, dadurch entstehen kleine Wunden
- Unruhe, Quengeln oder schlechter Schlaf durch Juckreiz und Schmerzen
- Krusten und nässende Stellen werden häufig übersehen, wenn sie unter Kleidung liegen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben oft dünnere, trockenere Haut; Infektionen können schneller fortschreiten
- Fieber fehlt manchmal, stattdessen können Verwirrtheit, Schwäche oder allgemeines Unwohlsein auftreten
- Die Haut heilt langsamer, deshalb ist eine frühe Behandlung wichtig
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien, die auf der Haut leben, gelangen durch kleine Risse oder Kratzwunden in die Haut
- Ein Ekzem schädigt die Hautbarriere, dadurch ist die Haut verletzlicher
- Kratzen öffnet die Haut und verteilt Bakterien
- Unzureichende Hautpflege kann trockene, rissige Haut begünstigen
Risikofaktoren
- Neurodermitis oder andere Ekzemerkrankungen
- Sehr trockene Haut
- Häufiges Kratzen oder Reiben der Haut
- Geschwächtes Immunsystem oder bestimmte Grunderkrankungen wie Diabetes
- Enge Kleidung, die reibt, oder Kontakt mit reizenden Stoffen
- Warme, feuchte Hautstellen, zum Beispiel in Hautfalten
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber, Schüttelfrost oder allgemeines Krankheitsgefühl
- Schnell zunehmende Rötung, Wärme oder Schwellung
- Eiter oder rote Streifen auf der Haut
- Starke Schmerzen oder Blasenbildung
- Bei Kindern: Unruhe, Trinkunlust oder schlechter Allgemeinzustand
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Der Juckreiz wird stärker oder die Haut verändert sich
- Gelbe Krusten, kleine Eiterbläschen oder nässende Stellen treten auf
- Die Hautstelle heilt trotz guter Pflege nicht ab
- Infektionen treten immer wieder auf
- Sie sind unsicher, ob die Haut infiziert ist
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt schaut sich die Haut genau an und fragt nach Beschwerden, Vorerkrankungen und bisheriger Pflege. Oft reicht das für die Einschätzung. Bei ausgedehnten oder wiederkehrenden Infektionen kann ein Abstrich helfen, die Bakterien genauer zu bestimmen. Die Behandlung orientiert sich an ärztlichen Leitlinien, zum Beispiel der AWMF.
Mögliche Untersuchungen
- Abstrich: Mit einem Wattestäbchen wird etwas Hautsekret entnommen und im Labor untersucht
- Blutuntersuchung, wenn die Infektion weiter fortgeschritten ist oder Fieber besteht
- Selten eine kleine Gewebeprobe, wenn die Hautveränderung unklar ist
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert meist nur wenige Minuten. Ein Abstrich ist kurz und meist schmerzlos, kann aber kurz kitzeln. Sie können Fragen stellen und sollten alle Medikamente und Salben nennen, die Sie bereits verwenden.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist, die Infektion zu stoppen und das Ekzem zu beruhigen. Wichtig sind gute Hautpflege, das Vermeiden von Kratzen und die genaue Einhaltung der ärztlichen Anweisungen. Je nach Schwere reicht eine Salbe; bei ausgedehnter Infektion kann eine Behandlung mit Tabletten nötig sein.
Selbsthilfe zu Hause
- Hände regelmäßig waschen und Nägel kurz halten
- Nicht kratzen; statt kratzen kühle Umschläge oder leichten Druck nutzen
- Die Haut täglich mit einer parfümfreien, feuchtigkeitsspendenden Salbe pflegen
- Reizende Seifen, Badezusätze und stark parfümierte Produkte meiden
- Lockere Baumwollkleidung tragen, damit die Haut nicht reibt
- Bettwäsche und Handtücher regelmäßig wechseln
- Nicht mit anderen Menschen Handtücher oder Kleidung teilen, die mit der betroffenen Hautstelle in Kontakt kamen
Medizinische Behandlungen
Die Ärztin oder der Arzt entscheidet je nach Ausmaß der Infektion. Bei kleineren Stellen wird oft eine antibakterielle Salbe verordnet. Bei größeren, wiederkehrenden oder hartnäckigen Infektionen können antibakterielle Tabletten notwendig sein. Zusätzlich wird das Ekzem mit entzündungshemmenden Salben behandelt. Wichtig: Die Mittel genau nach ärztlicher Anweisung anwenden und nicht selbst antibakterielle Salben oder Tabletten verwenden oder weitergeben.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen sind bei einem infizierten Ekzem in der Regel nicht nötig. Wenn sich selten ein Abszess bildet, also eine abgekapselte Eiteransammlung, kann eine kleine Eröffnung durch die Ärztin oder den Arzt notwendig werden.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag ist regelmäßige Hautpflege der wichtigste Schutz. Achten Sie auf Warnzeichen wie zunehmende Rötung, Wärme, Schmerzen oder Eiter und suchen Sie dann früh ärztliche Hilfe. Kleine Kinder sollten beim Eincremen und beim Kratzen unterstützt werden.
Tipps für den Alltag
- Täglich eincremen, auch wenn die Haut gerade gut aussieht
- Kurze Nägel und keine rauen Handtücher verwenden
- Lauwarm statt heiß duschen und die Haut danach gut pflegen
- Stress möglichst reduzieren und ausreichend schlafen
- Bei Schwitzen die Haut sanft reinigen und trocken halten
- Auf parfümfreie Pflegeprodukte achten
Ernährung und Bewegung
Eine spezielle Diät ist bei infiziertem Ekzem normalerweise nicht nötig. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Trinken unterstützen die Haut. Bewegung ist gut, aber nach dem Schwitzen sollte die Haut sanft gereinigt und gepflegt werden. Bei bekannten Allergien oder Unverträglichkeiten sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Juckreiz, sichtbare Hautstellen und Schlafprobleme können belasten. Manche Menschen schämen sich oder fühlen sich gestresst. Das ist verständlich und darf angesprochen werden. Wenn die seelische Belastung sehr groß wird oder Gedanken an Selbstverletzung auftreten, suchen Sie sofort Hilfe; in akuten Krisen gilt der Notruf 112.
Vorbeugung
Nicht immer, aber man kann viel tun: Das Ekzem gut behandeln, die Haut täglich pflegen, Kratzen vermeiden und kleine Wunden früh versorgen. So wird die Haut widerstandsfähiger und Bakterien haben weniger Chancen.
Impfungen
Eine Schutzimpfung gegen infiziertes Ekzem gibt es nicht.
Früherkennungsprogramme
Ein spezielles Screening auf infiziertes Ekzem gibt es nicht. Wichtig ist, die Haut regelmäßig selbst zu kontrollieren und bei Veränderungen ärztliche Hilfe zu suchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Infektion kann sich auf größere Hautflächen ausbreiten
- Es kann sich ein Abszess bilden, also eine abgekapselte Eiteransammlung
- Eine Wundrose kann entstehen, das ist eine bakterielle Hautinfektion mit Rötung und Fieber
- Selten kann eine Blutvergiftung auftreten, die sofortige Notfallhilfe braucht
- Narben oder dauerhafte Hautveränderungen sind möglich
Langzeitprognose
Mit rechtzeitiger Behandlung heilt ein infiziertes Ekzem meist gut ab. Die Haut braucht Zeit und gute Pflege. Viele Menschen bekommen die Beschwerden mit ärztlicher Unterstützung und einem guten Hautpflegeplan gut in den Griff.
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Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2026
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