Bauchfellentzündung (Peritonitis)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Peritonitis ist eine Entzündung des Bauchfells – einer dünnen Haut, die die Innenseite der Bauchhöhle auskleidet und die Organe im Bauch umhüllt. Sie entsteht meist durch eine Infektion und ist ein Notfall, der schnell behandelt werden muss.
Wichtige Fakten
- Bauchfellentzündung entsteht oft als Folge eines geplatzten Blinddarms oder einer anderen Baucherkrankung.
- Typische Zeichen sind stärkste Bauchschmerzen, Fieber und ein angespannter Bauch.
- Sie wird im Krankenhaus mit Medikamenten (Antibiotika) und häufig einer Operation behandelt.
Peritonitis ist selten, aber eine ernste Erkrankung. Früher war sie sehr gefürchtet, heute ist sie bei schneller Behandlung meist gut behandelbar.
Sie kann jede Person treffen, besonders aber Menschen mit Baucherkrankungen (z. B. Blinddarmentzündung), nach einer Bauch-Operation oder mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Plötzliche, sehr heftige Bauchschmerzen
- Bauch ist hart wie ein Brett und sehr berührungsempfindlich
- Hohes Fieber mit schnellem Puls, Schwindel oder Verwirrtheit
- Wenn die Person kollabiert oder bewusstlos zu werden droht
- ⚠Zunehmende Bauchschmerzen, die nicht wechseln oder weggehen
- ⚠Fieber mit Bauchschmerzen
- ⚠Nach einer Bauch-OP: neu aufkommende Schmerzen, Fieber oder Wundprobleme
Häufige Symptome
- Starke Bauchschmerzen, die immer schlimmer werden
- Bauchdecke fühlt sich hart und angespannt an (wie ein Brett)
- Fieber und Schüttelfrost
- Übelkeit und Erbrechen
- Herzklopfen und schneller Puls
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann der Bauch schmerzen, aber sie können auch ungewöhnlich müde, reizbar oder appetitlos sein.
- Starker Schmerz oder ein harter Bauch sind immer ein Notfall.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind Schmerzen oft weniger deutlich.
- Warnzeichen können Verwirrtheit, Schwäche, niedriger Blutdruck oder einfach ein plötzlicher schlechter Allgemeinzustand sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Perforation (Durchbruch) eines Organs im Bauch, z. B. Blinddarm, Magengeschwür oder Divertikel
- Bauchoperationen – dabei können Bakterien ins Bauchfell gelangen
- Bauchdialyse (eine Form der Nierenersatztherapie) – Infektion über den Katheter
- Spontane bakterielle Bauchfellentzündung – vor allem bei Menschen mit Leberzirrhose (geschrumpfter Leber)
Risikofaktoren
- Unbehandelte Entzündungen im Bauch (z. B. Blinddarmentzündung, Gallenblasenentzündung)
- Schwaches Immunsystem, z. B. durch Medikamente oder schwere Krankheiten
- Bauchoperationen oder Verletzungen im Bauchbereich
- Leberzirrhose mit Flüssigkeitsansammlung im Bauch (sog. Aszites)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Bauchschmerzen immer stärker werden und Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen – im Zweifel rufen Sie 112.
- Wenn Fieber und starke Schmerzen gemeinsam auftreten.
- Nach einer Bauch-OP: bei unerklärlichen Schmerzen oder Fieber.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie nach einer Baucherkrankung anhaltende Beschwerden haben und sich verschlechtern.
- Wenn Sie ein geschwächtes Immunsystem haben und sich unwohl fühlen.
Diagnose
Der Arzt fragt nach Beschwerden und untersucht den Bauch. Entscheidend sind Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren, um die Ursache zu finden.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest: zeigt Entzündungswerte und die Zahl der weißen Blutkörperchen
- Ultraschall (Sonographie) des Bauches
- CT-Untersuchung (Computertomographie) für genaue Bilder
- Bauchpunktion: Eine Probe der Bauchflüssigkeit wird mit einer Nadel entnommen und untersucht
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Im Krankenhaus werden Sie beobachtet, bekommen oft Infusionen und Blutuntersuchungen. Die Diagnose muss manchmal schnell eine Operation ergeben. Die Abklärung dauert oft nur wenige Stunden.
Behandlung
Die Behandlung findet immer im Krankenhaus statt. Sie besteht aus Antibiotika gegen die Infektion, Flüssigkeit über die Vene und der Behandlung der auslösenden Ursache. Wenn Organe durchgebrochen sind, ist eine Operation nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Ruhe bewahren und den Anweisungen der Ärzte folgen
- Bis zur Diagnose nichts essen oder trinken
- Keine Schmerzmittel auf eigene Faust einnehmen
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung erfolgt im Krankenhaus. Antibiotika werden über die Vene gegeben. Zusätzlich erhält man Infusionen, um den Flüssigkeitshaushalt zu stabilisieren. Bei schweren Formen kann eine Operation nötig sein, um die Ursache zu beheben und Bauchflüssigkeit zu entfernen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist meist nötig, wenn ein Organ durchgebrochen ist oder der Bauchraum gespült werden muss. Dabei schließt der Chirurg die Quelle der Infektion und entfernt abgestorbenes Gewebe.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Bauchfellentzündung braucht der Körper Zeit, um sich zu erholen. Die meisten Menschen bleiben einige Zeit im Krankenhaus und werden danach von ihrem Hausarzt weiterbetreut.
Tipps für den Alltag
- Genug Zeit für Erholung und Schlaf einplanen
- Anfangs schwere körperliche Arbeit vermeiden
- Regelmäßige Arztkontrollen wahrnehmen
Ernährung und Bewegung
Sprechen Sie mit dem Behandlungsteam, wann Sie wieder normal essen können. Beginnen Sie mit leichter Kost und steigern Sie die körperliche Aktivität langsam – zum Beispiel mit Spaziergängen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine schwere Baucherkrankung und ein Krankenhausaufenthalt sind belastend. Angst, Traurigkeit oder Schlafstörungen sind normal. Es ist wichtig, darüber zu sprechen und sich Unterstützung zu holen.
Vorbeugung
Nicht immer, aber viele Fälle lassen sich vermeiden, indem man Baucherkrankungen (z. B. Blinddarmentzündung) früh behandelt. Bei Bauchdialyse ist sorgfältige Hygiene wichtig.
Impfungen
Gegen die Erreger der Bauchfellentzündung gibt es keinen speziellen Impfstoff. Eine allgemeine Impfung (z. B. gegen Grippe oder Pneumokokken) kann das Immunsystem bei Risikopersonen unterstützen – fragen Sie Ihren Arzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung der Infektion bis in den Blutkreislauf (Sepsis – Blutvergiftung)
- Schädigung innerer Organe durch die Entzündung bis hin zum Organversagen
- Narbenbildung und Verwachsungen im Bauchraum, die später Beschwerden machen können
Langzeitprognose
Wenn die Behandlung schnell beginnt, ist die Prognose gut. Viele Menschen erholen sich vollständig. Wichtig ist, dass die Bauchfellentzündung im Krankenhaus und oft operativ behandelt wird. Je eher man den Notarzt ruft, desto besser sind die Chancen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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