Dehnungsstreifen: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Dehnungsstreifen sind feine, linienförmige Risse in der Haut, die entstehen, wenn die Haut schnell gedehnt wird. Sie sehen anfangs oft rötlich oder violett aus und werden mit der Zeit heller und glatter. In der Fachsprache heißen sie Striae distensae.
Wichtige Fakten
- Dehnungsstreifen sind harmlos und kein Zeichen einer schweren Krankheit.
- Sie treten häufig in der Schwangerschaft, bei starkem Wachstum oder schneller Gewichtszunahme auf.
- Mit der Zeit werden sie meist blasser und weniger sichtbar.
Ja, Dehnungsstreifen sind sehr häufig. Die meisten Menschen bekommen irgendwann in ihrem Leben welche, besonders in der Pubertät, in der Schwangerschaft oder bei starken Gewichtsveränderungen.
Dehnungsstreifen können jeden treffen. Besonders betroffen sind Jugendliche im Wachstum, schwangere Frauen, Menschen mit schneller Gewichtszunahme oder -abnahme sowie Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen. Auch die genetische Veranlagung spielt eine Rolle.
Symptome
- Dehnungsstreifen selbst sind kein Notfall. Rufen Sie aber sofort die 112, wenn die Streifen plötzlich und zusammen mit schweren Symptomen auftreten, zum Beispiel sehr starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Lähmungen, plötzliche starke Wassereinlagerungen oder Bewusstseinsstörungen.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe, wenn die Haut an den Streifen stark juckt, sich entzündet, schmerzt oder wenn sich die Streifen rasant ausbreiten und gleichzeitig eine ungewollte Gewichtsabnahme oder Schwäche auftritt.
Häufige Symptome
- Dünne, linienförmige Streifen auf der Haut, häufig an Bauch, Brust, Oberschenkeln, Gesäß oder Oberarmen.
- Anfangs rötliche, violette oder bräunliche Färbung.
- Die Haut fühlt sich an den Stellen manchmal leicht eingesunken oder dünner an.
- Nach einigen Monaten werden die Streifen heller und ähneln feinen Narben.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern entstehen Dehnungsstreifen häufig im Wachstumsschub, zum Beispiel an Oberschenkeln, Hüfte oder Rücken.
- Sie sind bei Kindern in der Regel harmlos. Wenn sie jedoch sehr plötzlich und ohne erkennbaren Grund auftreten, sollte eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt sie sich ansehen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Mit zunehmendem Alter verliert die Haut an Elastizität, sodass Dehnungsstreifen bei älteren Menschen oft schon vor langer Zeit entstanden sind und mittlerweile als blasse Narben erscheinen.
- Neue Dehnungsstreifen bei älteren Menschen können auf eine Gewichtsveränderung oder die Einnahme bestimmter Medikamente hinweisen.
Ursachen
Hauptursachen
- Schnelle Dehnung der Haut durch Wachstum, Gewichtszunahme oder Muskelaufbau.
- Hormonelle Veränderungen, zum Beispiel in der Pubertät, in der Schwangerschaft oder bei bestimmten Erkrankungen.
- Eine erhöhte Ausschüttung von Kortison im Körper (Cushing-Syndrom) oder die längerfristige Anwendung kortisonhaltiger Medikamente.
Risikofaktoren
- Schwangerschaft, besonders im letzten Drittel.
- Familienangehörige, die ebenfalls Dehnungsstreifen haben.
- Starkes Übergewicht oder schnelle Gewichtsschwankungen.
- Jugendalter und Wachstumsschübe.
- Bestimmte Grunderkrankungen wie das Cushing-Syndrom oder das Marfan-Syndrom.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn die Dehnungsstreifen sehr plötzlich und ohne erkennbaren Grund auftreten, besonders wenn Sie gleichzeitig an Bluthochdruck, Muskelschwäche, auffälliger Behaarung oder einer runden Gesichtsform leiden.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ein Arztbesuch kann sinnvoll sein, um die Streifen zu begutachten und harmlose Ursachen von ernsteren Erkrankungen abzugrenzen.
- Wenn die Streifen aus kosmetischen Gründen behandelt werden sollen, besprechen Sie dies bei einem Hautarzttermin in Ruhe.
Diagnose
Die Diagnose stellt eine Ärztin oder ein Arzt meist allein durch das Betrachten der Haut. Dehnungsstreifen haben ein sehr typisches Aussehen und lassen sich in der Regel gut erkennen.
Mögliche Untersuchungen
- In der Regel sind keine technischen Untersuchungen nötig.
- Bei unklaren Fällen oder wenn eine Grunderkrankung vermutet wird, können Blutuntersuchungen oder eine Hautprobe (Biopsie) angeordnet werden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Das Gespräch in der Praxis dauert meist nur wenige Minuten. Die Ärztin oder der Arzt wird Sie fragen, seit wann die Streifen bestehen, ob Sie Veränderungen bemerkt haben und ob es weitere Beschwerden gibt. Danach wird die Haut an den betroffenen Stellen angesehen.
Behandlung
Eine medizinische Behandlung ist bei Dehnungsstreifen nicht zwingend nötig. Viele Menschen möchten sie aber aus kosmetischen Gründen behandeln lassen. Die Auswahl der Methode hängt von Alter, Hauttyp und Ausprägung ab. Was wirkt, ist nicht für alle gleich.
Selbsthilfe zu Hause
- Massieren Sie die Haut regelmäßig mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme oder einem Öl ein. Das verbessert das Hautgefühl und macht die Haut geschmeidiger – die Streifen selbst werden dadurch aber nicht vollständig verschwinden.
- Schützen Sie die betroffene Haut vor zu viel Sonne, da helle Streifen sonst deutlicher hervorstechen können. Verwenden Sie bei Bedarf Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor.
- Eine gesunde Ernährung mit viel Wasser, Vitaminen und Mineralstoffen unterstützt die Hautgesundheit.
Medizinische Behandlungen
In der ärztlichen Praxis gibt es verschiedene Ansätze, um das Erscheinungsbild zu verbessern. Dazu gehören Lasertherapie, Mikronadelung, chemische Peelings oder verschreibungspflichtige Cremes, die die Kollagenbildung anregen. Diese Verfahren können die Haut glätten und die Streifen unauffälliger machen. Sprechen Sie mit Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt über die Möglichkeiten. Die Kosten werden oft nicht von der Krankenkasse übernommen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Dehnungsstreifen nur in sehr seltenen Fällen eine Option, zum Beispiel wenn überschüssige Haut nach einer starken Gewichtsabnahme entfernt werden soll. Eine Operation ist ein größerer Eingriff und wird meist nicht allein wegen Dehnungsstreifen durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Dehnungsstreifen stören im Alltag meist nicht. Sie können sie mit Kleidung bedecken oder einfach als natürliche Veränderung des Körpers akzeptieren. Viele Menschen finden es hilfreich, mit anderen über ihre Erfahrungen zu sprechen.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie ausreichend Wasser, um die Haut von innen zu unterstützen.
- Vermeiden Sie extreme Gewichtsschwankungen, indem Sie Ihr Gewicht möglichst langsam und stetig verändern.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, um die Durchblutung der Haut zu fördern.
- Gönnen Sie sich und Ihrer Haut Zeit – Dehnungsstreifen werden mit Monaten von selbst blasser.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten kann die Hautgesundheit unterstützen. Regelmäßige Bewegung hält das Gewicht stabil und fördert die Durchblutung. Es gibt jedoch keine spezielle Diät oder Übung, die Dehnungsstreifen verschwinden lässt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Manche Menschen fühlen sich durch Dehnungsstreifen unsicher oder unwohl, besonders in der Schwangerschaft oder in jungen Jahren. Diese Gefühle sind verständlich. Es kann helfen, sich bewusst zu machen, dass Dehnungsstreifen sehr häufig sind und viele Menschen sie haben. Wenn die seelische Belastung groß ist, kann ein Gespräch mit einer Psychologin, einem Psychologen oder einer Beratungsstelle unterstützen.
Vorbeugung
Dehnungsstreifen lassen sich nicht sicher verhindern. Ein langsames, stetiges Gewichtsmanagement in der Schwangerschaft und bei Gewichtsveränderungen kann die Haut entlasten. Regelmäßiges Eincremen hält die Haut geschmeidig, beugt aber nicht den Streifen selbst vor. Was hilft, ist eine gesunde Lebensweise – sie verbessert die allgemeine Hautgesundheit.
Früherkennungsprogramme
Bei Dehnungsstreifen ist kein besonderes Screening nötig. Wenn Sie eine Grunderkrankung vermuten, etwa eine Störung des Hormonhaushalts, sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf an.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dehnungsstreifen verursachen keine körperlichen Komplikationen. Sie sind keine Krankheit, sondern eine Veränderung des Bindegewebes.
- Wenn die Ursache eine Grunderkrankung ist und diese nicht behandelt wird, können die Symptome der Grunderkrankung bestehen bleiben – die Dehnungsstreifen selbst sind jedoch nicht gefährlich.
Langzeitprognose
Dehnungsstreifen sind fast immer unbedenklich und verschwinden nicht vollständig, werden aber mit der Zeit deutlich blasser und unauffälliger. Mit einer Behandlung lässt sich ihr Aussehen meist verbessern. Auch wenn sie bleiben – sie sind ein ganz normaler Teil der Hautänderung und bei den meisten Menschen völlig unproblematisch.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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