Obesity â Patienteninformationen · Ruqelo Health
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Obesity
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Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Ăbersicht
Adipositas, auch Fettleibigkeit genannt, ist eine chronische Erkrankung, bei der der Körper ĂŒbermĂ€Ăig viel Fettgewebe hat. Dieses ĂŒberschĂŒssige Fett kann zu ernsthaften Gesundheitsproblemen fĂŒhren. Adipositas wird meist mit dem Body-Mass-Index (BMI) gemessen, einem Wert, der Körpergewicht und KörpergröĂe in Beziehung setzt.
Wichtige Fakten
Adipositas ist eine chronische Krankheit, die nicht einfach durch Willenskraft ĂŒberwunden werden kann.
In Deutschland sind etwa 20 % der Erwachsenen von Adipositas betroffen.
Eine Behandlung umfasst meist eine Kombination aus ErnÀhrungsumstellung, Bewegung, Verhaltenstherapie und je nach Schweregrad auch medizinischen Eingriffen.
Ja, Adipositas ist in Deutschland und vielen anderen LĂ€ndern sehr verbreitet. Nach Angaben der Deutschen Adipositas-Gesellschaft leidet etwa jeder fĂŒnfte Erwachsene an Adipositas.
Adipositas kann Menschen jeden Alters betreffen â Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren. Allerdings steigt das Risiko mit zunehmendem Alter und in bestimmten Lebensphasen wie der Schwangerschaft oder den Wechseljahren.
Fragen zu diesem Artikel
Symptome
Rufen Sie sofort den Notruf, wenn Sie bemerken:
Plötzliche starke Atemnot oder Brustschmerz
Anzeichen eines Schlaganfalls: LÀhmungen, Sprachstörungen, einseitige GesichtslÀhmung
Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
Suchen Sie dringend (noch am selben Tag) einen Arzt auf, wenn Sie bemerken:
â Sehr starke, unerklĂ€rliche Bauchschmerzen
â Schnell zunehmende Schwellungen in den Beinen
â Fieber mit SchĂŒttelfrost und starker Unwohlsein
HĂ€ufige Symptome
Kurzatmigkeit bei geringer Anstrengung
Gelenkschmerzen, besonders an Knien und HĂŒften
MĂŒdigkeit und Erschöpfung
Vermehrtes Schwitzen
Sodbrennen oder saures AufstoĂen
Schlafapnoe â Atemaussetzer wĂ€hrend des Schlafs
Symptome bei Kindern
Bei Kindern können zusÀtzlich soziale Ausgrenzung und Mobbing auftreten.
Kinder klagen oft ĂŒber Gelenkschmerzen und haben weniger Freude an Bewegung.
FrĂŒhe Anzeichen einer Insulinresistenz wie ein dunkler Hautstreifen am Nacken (Acanthosis nigricans) können auftreten.
Symptome bei Àlteren Erwachsenen
Bei Àlteren Menschen verstÀrken sich die EinschrÀnkungen der Beweglichkeit.
Gelenkverschleià (Arthrose) tritt hÀufiger auf.
Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes sind hÀufige Begleiterkrankungen.
Ursachen
Hauptursachen
Ungesunde ErnÀhrungsgewohnheiten, z. B. zu viele Kalorien aus Fertiggerichten und zuckerhaltigen GetrÀnken
Bewegungsmangel â langes Sitzen und wenig körperliche AktivitĂ€t
Genetische Faktoren, die den Stoffwechsel und die Fettverteilung beeinflussen
Psychische Faktoren wie Stress, Depression oder emotionales Essen
Risikofaktoren
FamiliĂ€re Vorbelastung â wenn nahe Verwandte bereits an Adipositas leiden
Bestimmte Erkrankungen wie SchilddrĂŒsenunterfunktion oder das Cushing-Syndrom
Medikamente wie manche Antidepressiva, Neuroleptika oder Kortison
Schlafmangel und ein gestörter Tagesrhythmus
Sozialer Status â niedriges Einkommen und Bildung können das Risiko erhöhen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
Wenn Sie plötzlich Atemnot oder Brustschmerzen bekommen
Wenn Sie starke Schwellungen in den Beinen oder Bauch bemerken
Wenn Sie das Bewusstsein verlieren oder einen Krampfanfall haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
Wenn Ihr BMI ĂŒber 30 liegt â das ist die Grenze zur Adipositas
Wenn Sie glauben, dass Ihr Gewicht Ihre Gesundheit oder LebensqualitÀt beeintrÀchtigt
Wenn Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes auffÀllig werden
Ein Arztbesuch ist ein wichtiger erster Schritt. Sie mĂŒssen sich nicht schĂ€men â Ărzte sind dazu da, Ihnen zu helfen. Jeder kann bei der Behandlung von Adipositas UnterstĂŒtzung bekommen.
Diagnose
Der Arzt wird zunĂ€chst Ihren Body-Mass-Index (BMI) berechnen, indem er Ihr Gewicht in Kilogramm durch das Quadrat Ihrer GröĂe in Metern teilt. Auch der Taillenumfang gibt Hinweise auf das Gesundheitsrisiko. Eine Blutuntersuchung kann Begleiterkrankungen aufdecken.
Mögliche Untersuchungen
Blutdruckmessung
Blutuntersuchung auf Zucker (Blutzucker), Fette (Cholesterin) und Leberwerte
SchilddrĂŒsenwerte, um eine SchilddrĂŒsenunterfunktion auszuschlieĂen
Bei Verdacht auf Schlafapnoe: Schlaflabor oder Sauerstoffmessung in der Nacht
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird mit Ihnen ĂŒber Ihre Essgewohnheiten, Bewegung und Lebenssituation sprechen. Das GesprĂ€ch ist vertraulich und einfĂŒhlsam. Sie werden gemeinsam besprechen, welche Schritte fĂŒr Sie am besten geeignet sind.
Behandlung
Die Behandlung von Adipositas ist mehrstufig und wird immer auf den Einzelnen abgestimmt. Sie umfasst ErnÀhrungsumstellung, Bewegung, Verhaltenstherapie und falls nötig medikamentöse oder operative Hilfe. Die Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) empfehlen einen ganzheitlichen Ansatz.
Selbsthilfe zu Hause
Reduzieren Sie Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel â setzen Sie auf vollwertige Kost wie Obst, GemĂŒse, Vollkorn und mageres EiweiĂ.
Steigern Sie Ihre Bewegung: Versuchen Sie 30 Minuten moderate AktivitĂ€t pro Tag, z. B. zĂŒgiges Gehen oder Radfahren.
Achten Sie auf ausreichend Schlaf (7â9 Stunden) und versuchen Sie, Stress abzubauen â etwa durch EntspannungsĂŒbungen oder Hobbys.
Medizinische Behandlungen
Medikamente können ergÀnzend eingesetzt werden, wenn LebensstilÀnderungen allein nicht ausreichen. Sie wirken hemmend auf den Appetit oder die NÀhrstoffaufnahme. Diese Therapie ist immer Àrztlich begleitet und an klare Kriterien gebunden. Bei schwerer Adipositas oder Begleiterkrankungen kann auch eine stationÀre Rehabilitation oder Spezialsprechstunde sinnvoll sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation â wie ein Magenbypass oder Schlauchmagen â kommt nur in Betracht, wenn alle anderen MaĂnahmen keinen Erfolg hatten, der BMI ĂŒber 40 oder ĂŒber 35 mit schweren Begleiterkrankungen liegt. Der Eingriff ist ein groĂer Schritt und wird nach eingehender PrĂŒfung durch ein Team aus Ărzten, Psychologen und ErnĂ€hrungsberatern empfohlen.
Leben mit der Erkrankung
Mit Adipositas zu leben bedeutet, jeden Tag bewusste Entscheidungen zu treffen. Es ist ein Prozess, der Geduld erfordert. Kleine Schritte â wie die Treppe statt den Aufzug nehmen â können langfristig viel bewirken. Es geht nicht um Perfektion, sondern um den nĂ€chsten guten Schritt.
Tipps fĂŒr den Alltag
Planen Sie Ihre Mahlzeiten im Voraus â das hilft, spontane ungesunde Entscheidungen zu vermeiden.
Integrieren Sie Bewegung in den Alltag: SpaziergÀnge, Gartenarbeit oder Tanzen.
Suchen Sie sich UnterstĂŒtzung: Freunde, Familie oder Selbsthilfegruppen können motivieren.
ErnÀhrung und Bewegung
Eine ausgewogene ErnĂ€hrung nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) ist die Basis. Viel GemĂŒse, Obst, Vollkorn, HĂŒlsenfrĂŒchte und weniger Fleisch. Bewegung muss nicht sportlich sein: Mehr als 10.000 Schritte am Tag und zweimal pro Woche KrĂ€ftigungsĂŒbungen sind ein gutes Ziel. Fangen Sie langsam an und steigern Sie sich.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Adipositas kann zu Stigmatisierung und Diskriminierung fĂŒhren â das belastet die Psyche. Viele Menschen leiden unter geringem SelbstwertgefĂŒhl, Ăngsten oder Depressionen. Es ist wichtig, diese GefĂŒhle ernst zu nehmen und sich professionelle Hilfe zu holen, etwa bei einem Psychotherapeuten.
Vorbeugung
Ja, durch einen gesunden Lebensstil kann Adipositas oft verhindert werden. Eine ausgewogene ErnĂ€hrung, ausreichend Bewegung und guter Schlaf sind die besten Schutzfaktoren. Auch Stressmanagement spielt eine groĂe Rolle. FĂŒr Menschen mit genetischer Vorbelastung ist PrĂ€vention besonders wichtig.
Impfungen
Gegen Adipositas gibt es keine Impfung. Impfungen gegen andere Krankheiten (z. B. Grippe) werden aber fĂŒr Menschen mit Adipositas besonders empfohlen, da sie ein höheres Risiko fĂŒr schwere VerlĂ€ufe haben können.
FrĂŒherkennungsprogramme
RegelmĂ€Ăige Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt können helfen, Risikofaktoren frĂŒh zu erkennen. Dazu gehören Messungen von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten sowie die Bestimmung von BMI und Taillenumfang. Kinderuntersuchungen (U-Untersuchungen) achten ebenfalls auf gesunde Gewichtsentwicklung.
Komplikationen
Unbehandelt
Typ-2-Diabetes
Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall
Fettleber und Gallensteine
GelenkverschleiĂ (Arthrose)
Schlafapnoe und andere Atemstörungen
Psychische Leiden wie Depressionen
Langzeitprognose
Mit einer ganzheitlichen Behandlung â ErnĂ€hrung, Bewegung, Verhaltenstherapie und falls nötig Medikamente oder Operation â können die meisten Menschen ihre Gesundheit stark verbessern und Komplikationen vermeiden oder hinauszögern. Es ist nie zu spĂ€t, positive VerĂ€nderungen anzugehen. Viele Betroffene berichten von mehr LebensqualitĂ€t, mehr Energie und einem besseren Wohlbefinden.
Krisendienst (Akuthilfe bei psychischen Krisen â regionale Nummern)
112 (Notruf bei akuten Notlagen)
Deutschland
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ĂberprĂŒfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfĂŒgbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle Àrztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wÀhlen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der AufklĂ€rung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfĂŒgbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juni 2026
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Nutzen Sie sie zur ErgĂ€nzung â nicht als Ersatz â fĂŒr den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.