Nasennebenhöhlenentzündung vorbeugen: Ihr Risiko senken
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Nasennebenhöhlen sind kleine, luftgefüllte Räume im Schädel, die mit der Nase verbunden sind. Entzünden sich ihre Schleimhäute, entsteht eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Dieser Artikel erklärt, was das Risiko dafür erhöht und wie Sie es senken können.
Wichtige Fakten
- Die meisten Nasennebenhöhlenentzündungen sind viral und heilen von selbst.
- Rauchen und trockene Raumluft begünstigen eine Entzündung.
- Gut behandelte Allergien können das Risiko deutlich senken.
Ja, eine Sinusitis zählt zu den häufigsten Atemwegsinfektionen. Viele Menschen haben mindestens einmal im Leben damit zu tun.
Sie kann in jedem Alter vorkommen. Erwachsene sind häufiger betroffen als Kinder. Menschen mit Allergien, geschwächtem Immunsystem oder anatomischen Engstellen in der Nase haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Starke Schwellung oder Rötung um ein Auge
- Sehstörungen oder Doppelbilder
- Starke Kopfschmerzen mit steifem Nacken und Fieber
- Atemnot
- ⚠Hohes Fieber über mehrere Tage
- ⚠Sehr starke Gesichtsschmerzen
- ⚠Beschwerden, die sich nach vorübergehender Besserung deutlich verschlimmern
- ⚠Plötzliche, starke einseitige Schwellung im Gesicht
Häufige Symptome
- Druck- oder Schmerzgefühl im Gesicht, besonders an Stirn, Wangen oder hinter den Augen
- Verstopfte oder laufende Nase
- Dickflüssiges, gelbliches oder grünliches Nasensekret
- Verminderter Geruchssinn
- Kopfschmerzen oder Zahnschmerzen
Symptome bei Kindern
- Husten, der besonders nachts stärker wird
- Reizbarkeit und häufiges Weinen
- Schwellung der Augenlider
- Ohrenschmerzen oder Druckgefühl
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Weniger typische Beschwerden wie anhaltende Müdigkeit oder Verwirrtheit
- Verstopfte Nase ohne starkes Sekret
- Länger anhaltender Husten
Ursachen
Hauptursachen
- Viren, die auch Erkältungen verursachen
- Bakterien, die sich auf einer geschwächten Schleimhaut festsetzen
- Allergischer Schnupfen, der die Schleimhäute anschwellen lässt
- Engstellen oder Verkrümmungen der Nasenscheidewand
Risikofaktoren
- Rauchen und Passivrauchen
- Trockene, erhitzte Luft in Räumen
- Häufige Erkältungen oder Grippe
- Allergien wie Heuschnupfen
- Zahnwurzelentzündungen im Oberkiefer
- Tauchen oder Fliegen mit starkem Schnupfen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie starke Schmerzen im Gesicht oder Kopf haben
- Wenn hohes Fieber oder ein geschwollenes Auge dazukommt
- Wenn Sie unter einer schweren Grunderkrankung leiden und Fieber bekommen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden nach etwa 10 Tagen nicht besser werden
- Wenn Sie wiederholt unter Nasennebenhöhlenentzündungen leiden
- Wenn Sie wissen möchten, ob eine Allergie oder anatomische Ursache vorliegt
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden und untersucht Nase, Rachen und Ohren. Oft ist diese Untersuchung ausreichend, um eine Sinusitis festzustellen.
Mögliche Untersuchungen
- Nasenendoskopie: eine feine Kamera wird in die Nase geführt
- Ultraschall oder Computertomografie (CT) bei unklaren oder hartnäckigen Fällen
- Allergietest, wenn eine Allergie vermutet wird
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist körperlich nicht belastend. Bei der Endoskopie kann ein leichter Druck oder Kitzelreiz entstehen. Falls Bildgebung nötig ist, wird sie in Ruhe durchgeführt und ist schmerzfrei.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist, die Schleimhaut abzuschwellen, das Sekret abfließen zu lassen und die Entzündung zu lindern. In Deutschland orientieren sich Ärztinnen und Ärzte dabei an den Leitlinien der AWMF.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend trinken, z.B. Wasser oder ungesüßten Tee
- Mit Wasserdampf inhalieren – bei Kindern unter Anleitung
- Nasenspülung mit Kochsalzlösung aus der Apotheke
- Den Kopf beim Schlafen leicht erhöht lagern
- Sich schonen und ausreichend schlafen
Medizinische Behandlungen
In der Arztpraxis kommen zum Beispiel abschwellende Nasensprays (nur wenige Tage anwenden), schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente sowie bei Allergien Antihistaminika oder entzündungshemmende Nasensprays infrage. Antibiotika werden nur dann verordnet, wenn tatsächlich Bakterien beteiligt sind. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt – die Auswahl und Dosierung erfolgt immer individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig. Sie kann erwogen werden, wenn anatomische Engstellen den Abfluss behindern oder wenn trotz guter Behandlung wiederholte, starke Entzündungen auftreten. Der Eingriff öffnet die Abflusswege der Nebenhöhlen und wird von einer HNO-Ärztin oder einem HNO-Arzt geplant.
Leben mit der Erkrankung
Bei Neigung zu Nasennebenhöhlenentzündungen ist es hilfreich, die Nase feucht zu halten – durch viel Trinken und regelmäßiges Lüften. Putzen Sie die Nase sanft und immer ein Nasenloch, damit der Druck nicht zu hoch wird.
Tipps für den Alltag
- Auf das Rauchen verzichten
- Räume nicht überheizen und Stoßlüften
- Allergene wie Hausstaub oder Pollen nach Möglichkeit reduzieren
- Bei Erkältungen auf Fliegen oder Tauchen verzichten
- Die Hände regelmäßig waschen, um Infekte zu vermeiden
Ernährung und Bewegung
Eine abwechslungsreiche Ernährung und regelmäßige, moderate Bewegung stärken die Abwehrkräfte. Bei sehr kalter oder stark pollenbelasteter Luft ist anstrengender Sport im Freien weniger sinnvoll.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wiederkehrende Beschwerden können den Schlaf, die Konzentration und das Wohlbefinden beeinträchtigen. Sprechen Sie offen über Ihre Belastung. Wenn Sie sich psychisch stark belastet fühlen, wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis oder eine psychosoziale Beratungsstelle.
Vorbeugung
Eine Nasennebenhöhlenentzündung lässt sich nicht immer verhindern. Sie können das Risiko aber deutlich senken, indem Sie Erkältungen vorbeugen, Allergien behandeln und die Nasenschleimhaut nicht reizen.
Impfungen
Eine Grippeimpfung kann schwere Atemwegsinfekte verhindern, die häufig einer Sinusitis vorausgehen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, welche Impfung für Sie sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Vorsorge-Untersuchung für Nasennebenhöhlen. Wenn Sie wiederholt betroffen sind, ist eine gründliche ärztliche Abklärung die beste Vorsorge.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung, die über Wochen anhält
- Eine Ausbreitung der Entzündung auf das Auge oder das Gehirn (sehr selten, aber ernst)
- Eine Verschlechterung von Asthma bei gleichzeitig bestehender Atemwegserkrankung
Langzeitprognose
Mit guter Information und passender Begleitung sind die meisten Sinusitis-Erkrankungen gut beherrschbar. Auch wer häufig betroffen ist, findet durch ärztliche Beratung, angepasste Behandlung und vorbeugende Maßnahmen meist deutliche Besserung. Bleiben Sie mit Ihrem medizinischen Team im Gespräch.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.