Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)
Übersicht
Bei einer Gebärmutterspiegelung – fachlich Hysteroskopie genannt – schaut eine Ärztin oder ein Arzt mit einer kleinen Kamera in die Gebärmutter hinein. Die Gebärmutter ist der hohle Muskel im Unterbauch, in dem ein Kind heranwächst. Über die Scheide wird ein dünner, schlauchartiger Stab mit einer winzigen Kamera eingeführt. So lässt sich die Innenwand der Gebärmutter von innen ansehen, ebenso die Öffnungen der Eileiter. Das Bild wird auf einen Bildschirm übertragen. Die Untersuchung hilft, Veränderungen zu erkennen, zum Beispiel Schleimhautwucherungen (Polypen), gutartige Muskelknoten (Myome), Verwachsungen oder eine verdickte Schleimhaut. Häufig kann direkt im Anschluss eine kleine Behandlung erfolgen, zum Beispiel das Abtragen eines Polypen.
Wichtige Fakten
- Die Gebärmutterspiegelung ist eine kurze Untersuchung und dauert meist nur wenige Minuten.
- Sie ist in der Praxis ohne Betäubung oder in einer Klinik mit kurzer Narkose möglich.
- Danach sind leichte Blutungen oder ein Ziehen im Unterbauch möglich – das ist meist harmlos.
Ja. Die Gebärmutterspiegelung gehört zu den häufigsten gynäkologischen Untersuchungen und Eingriffen. Sie wird sehr oft ambulant durchgeführt.
Sie betrifft Menschen mit Gebärmutter, also Frauen, Mädchen, trans Männer und nicht-binäre Personen mit Gebärmutter. Besonders häufig wird sie bei unklaren oder starken Blutungen, bei Kinderwunsch, nach wiederholten Fehlgeburten oder bei auffälligem Ultraschallbefund gemacht.
Symptome
- Sehr starke Blutung, bei der Sie Binden oder Vorlagen innerhalb etwa einer Stunde durchbluten
- Kreislaufbeschwerden wie Schwindel, Blässe, Herzrasen oder Ohnmacht
- Plötzlich sehr starke Bauchschmerzen
- Fieber über 38,5 Grad zusammen mit Schüttelfrost und Unterbauchschmerzen, besonders nach einem Eingriff
- Übelriechender Ausfluss zusammen mit Fieber und starken Schmerzen
- Atemnot oder Brustschmerzen
- ⚠Eine Blutung, die länger als erwartet anhält oder stärker wird
- ⚠Fieber ab 38 Grad
- ⚠Zunehmende Unterbauchschmerzen
- ⚠Übelriechender Ausfluss ohne Fieber
- ⚠Übelkeit und Erbrechen, das nicht nachlässt
Häufige Symptome
- Unregelmäßige oder Zwischenblutungen
- Sehr starke oder lange anhaltende Regelblutungen
- Blutungen nach den Wechseljahren
- Wiederkehrende Unterbauchschmerzen, oft im Zusammenhang mit der Regel
- Unerfüllter Kinderwunsch oder wiederholte Fehlgeburten
- Ein auffälliger Ultraschallbefund, zum Beispiel eine verdickte Schleimhaut oder ein verdächtiger Schatten
Ursachen
Hauptursachen
- Die Gebärmutterspiegelung ist keine Krankheit, sondern eine Untersuchung. Sie wird aus bestimmten Gründen durchgeführt:
- Abklärung von unklaren Blutungen aus der Gebärmutter
- Suche nach Polypen, Myomen oder Verwachsungen
- Beurteilung der Gebärmutterhöhle bei Kinderwunsch oder vor einer künstlichen Befruchtung
- Abklärung wiederholter Fehlgeburten
- Kontrolle nach einer Operation oder nach dem Entfernen von Gewebe
- Entfernen eines verlorenen oder verrutschten Empfängnisschutzes (Spirale)
Risikofaktoren
- Verwachsungen oder Vernarbungen in der Gebärmutter nach früheren Eingriffen
- Eine bestehende Entzündung im Bereich von Scheide oder Gebärmutter
- Eine bestehende Schwangerschaft (dann wird der Eingriff meist verschoben)
- Bestimmte Herzerkrankungen oder Herzklappenfehler
- Eine bekannte Störung der Blutgerinnung oder die Einnahme von Mitteln, die die Gerinnung beeinflussen
- Allergien gegen Betäubungsmittel oder Latex
- Stark eingeengte oder stark veränderte Gebärmutter, wodurch der Eingriff schwieriger werden kann
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie sehr stark bluten oder sich schwach und schwindelig fühlen
- Wenn nach einem Eingriff Fieber, Schüttelfrost oder übelriechender Ausfluss auftreten
- Wenn die Schmerzen stärker werden statt nachzulassen
- Wenn eine Blutung nach den Wechseljahren auftritt – das sollte zeitnah abgeklärt werden
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei wiederkehrenden Zwischenblutungen
- Bei sehr starken Regelblutungen, die Ihren Alltag einschränken
- Wenn Sie einen Kinderwunsch haben und wissen möchten, ob die Gebärmutter unauffällig ist
- Wenn im Ultraschall etwas Auffälliges gesehen wurde
- Zur Besprechung des Ergebnisses und der weiteren Schritte nach einer Spiegelung
Diagnose
Meist steht am Anfang ein Gespräch über Ihre Beschwerden und Ihre Vorgeschichte, gefolgt von einer gynäkologischen Untersuchung und einem Ultraschall. Zeigt sich dabei etwas Auffälliges oder bleiben Blutungen unklar, wird eine Gebärmutterspiegelung empfohlen. Sie ist gleichzeitig Untersuchung und, wenn nötig, Behandlung: Die Ärztin oder der Arzt sieht die Gebärmutter von innen und kann bei Bedarf sofort eine Gewebeprobe entnehmen oder eine kleine Veränderung entfernen.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch über Beschwerden, Regelblutung, Kinderwunsch und frühere Eingriffe
- Gynäkologische Tastuntersuchung
- Ultraschall über die Scheide (Scheidensonografie)
- Gebärmutterspiegelung mit Kamera
- Gewebeprobe (Biopsie) aus der Gebärmutterschleimhaut, feingewebliche Untersuchung im Labor
- Blutuntersuchung, zum Beispiel Blutbild und Gerinnung
- Schwangerschaftstest vor dem Eingriff
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Spiegelung wird oft in der ersten Hälfte des Zyklus geplant, also nach der Regelblutung. In der Praxis dauert sie meist nur wenige Minuten. Viele empfinden ein Ziehen oder leichte Krämpfe, ähnlich wie bei einer Regelblutung. Auf Wunsch sind Schmerzmittel oder eine kurze Betäubung möglich. Wenn eine Narkose geplant ist, dürfen Sie vorher meist nicht essen und trinken – Ihre Praxis erklärt Ihnen das genau. Danach ruhen Sie kurz aus und können in der Regel nach Hause gehen. Es ist gut, sich abholen zu lassen, besonders nach einer Betäubung. Planen Sie den Tag ruhig und nicht zu voll.
Behandlung
Was nach der Spiegelung passiert, hängt ganz vom Befund ab. Ist alles unauffällig, ist oft keine weitere Behandlung nötig. Wurde etwas gefunden, kann vieles direkt während der Spiegelung behandelt werden – zum Beispiel das Abtragen eines Polypen. Andere Situationen brauchen eine gezielte Behandlung über Wochen oder Monate. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht mit Ihnen die Möglichkeiten, die Vorteile und die Risiken, damit Sie in Ruhe entscheiden können.
Selbsthilfe zu Hause
- Gönnen Sie sich nach dem Eingriff einen ruhigen Tag und vermeiden Sie am ersten Tag anstrengende Tätigkeiten.
- Wärme, etwa eine Wärmflasche auf dem Bauch, kann das Ziehen lindern.
- Für einige Tage sind Binden meist angenehmer als Tampons – fragen Sie Ihre Praxis, was für Sie gilt.
- Achten Sie auf Ihre Körperzeichen: Wird die Blutung stärker oder kommt Fieber dazu, melden Sie sich in Ihrer Praxis.
- Wenn Sie ein Schmerzmittel brauchen, klären Sie mit Ihrer Praxis oder Apotheke, welches zu Ihnen passt.
- Notieren Sie sich Fragen für den nächsten Termin – das hilft, nichts zu vergessen.
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund kommen verschiedene Wege infrage. Bei Blutungsstörungen kann eine hormonelle Behandlung helfen, die den Zyklus und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut beeinflusst. Bei einer Entzündung kann eine Behandlung gegen die Erreger sinnvoll sein. Bei gutartigen Wucherungen oder Verwachsungen reicht oft eine Entfernung während der Spiegelung. Manchmal wird auch einfach abgewartet und später kontrolliert. Ihr Behandlungsteam erklärt Ihnen, welche Möglichkeit zu Ihrer Situation passt und welche Vor- und Nachteile sie hat.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nötig, wenn bei der Spiegelung etwas entfernt werden soll, das größer ist – etwa ein Myom, ein Polyp, eine Schleimhautverdickung oder eine Verwachsung. Das geschieht meist über denselben Zugang über die Scheide und muss nicht bedeuten, dass der Bauch geöffnet wird. In seltenen Fällen, etwa bei sehr großen Myomen oder wenn etwas nicht sicher beurteilbar ist, kann ein anderer Zugang nötig sein. Auch das bespricht das Behandlungsteam vorher ausführlich mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Gebärmutterspiegelung sind die meisten Menschen schnell wieder im Alltag. Leichte Blutungen oder ein Ziehen können ein paar Tage anhalten. Wenn eine Behandlung geplant ist, zum Beispiel wegen starker Blutungen, kann es etwas dauern, bis sich der Zyklus wieder einspielt. Halten Sie Termine zur Kontrolle wahr und zögern Sie nicht, Fragen zu stellen – auch kleine Unsicherheiten verdienen eine Antwort.
Tipps für den Alltag
- Ein regelmäßiger Schlafrhythmus und Pausen helfen dem Körper, sich zu erholen.
- Bewegung im Alltag, etwa Spazierengehen, tut gut – nach dem Eingriff langsam wieder beginnen.
- Notieren Sie Blutungen und Beschwerden in einem kleinen Kalender oder einer App. Das macht das Gespräch in der Praxis leichter.
- Rauchen belastet den Körper und kann die Wundheilung verzögern – Unterstützung beim Aufhören gibt es bei Ihrer Praxis oder Apotheke.
- Sprechen Sie mit Ihrem Umfeld über Ihre Termine, damit Sie an solchen Tagen entlastet sind.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten unterstützt den Körper. Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit. Wenn Sie starke Blutungen haben, kann ein Blick auf die Eisenversorgung sinnvoll sein – fragen Sie Ihre Praxis bei Müdigkeit oder Blässe danach. Bewegung ist erlaubt und erwünscht, nach dem Eingriff aber bitte langsam steigern. Schwimmen oder Vollbäder werden in den ersten Tagen oft nicht empfohlen – Ihre Praxis sagt Ihnen, ab wann es wieder geht.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Untersuchungen an der Gebärmutter können emotional berühren. Viele machen sich Sorgen um den Befund, um Kinderwunsch oder um die eigene Weiblichkeit. Solche Gedanken sind normal und dürfen da sein. Es hilft, sie auszusprechen – mit vertrauten Menschen oder im Gespräch mit Ihrer Praxis. Wenn Ängste oder Niedergeschlagenheit über längere Zeit belasten, suchen Sie bitte Unterstützung. Rund um die Uhr erreichbare Notruf- und Krisentelefone gibt es in Deutschland; Ihre Praxis oder Ihr örtlicher Gesundheitsdienst nennt Ihnen passende Anlaufstellen.
Vorbeugung
Eine Gebärmutterspiegelung selbst kann man nicht verhindern, denn sie ist eine Untersuchung. Man kann aber dazu beitragen, dass sie möglichst selten nötig wird: durch regelmäßige Vorsorge, durch das Abklären von Blutungsauffälligkeiten und durch einen sorgsamen Umgang mit Eingriffen an der Gebärmutter, weil Narben und Verwachsungen entstehen können. Wenn eine Spiegelung ansteht, hilft eine gute Vorbereitung, damit sie sicher und angenehm verläuft.
Impfungen
Bei einer Gebärmutterspiegelung spielen Impfungen keine besondere Rolle. Ein vollständiger Impfschutz ist grundsätzlich sinnvoll – sprechen Sie mit Ihrer Praxis, wenn Sie unsicher sind.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland gibt es die regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchung. Sie ersetzt keine Abklärung von Beschwerden, hilft aber, Veränderungen früh zu bemerken. Wichtig: Bei Blutungen nach den Wechseljahren oder bei ungewöhnlichen Blutungen gehen Sie bitte unabhängig vom Vorsorgetermin zeitnah in Ihre Praxis.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unklare Blutungen bleiben ungeklärt, und eine behandelbare Ursache wird möglicherweise übersehen.
- Polypen oder Myome können weiter wachsen und stärkere Blutungen oder Schmerzen verursachen.
- Verwachsungen in der Gebärmutter können einen Kinderwunsch erschweren.
- Eine verdickte oder veränderte Schleimhaut kann ohne Kontrolle länger unbemerkt bleiben.
- Bei anhaltend starken Blutungen kann sich ein Eisenmangel mit Müdigkeit und Schwäche entwickeln.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind in den allermeisten Fällen gut. Die Gebärmutterspiegelung ist ein etabliertes und sehr häufig durchgeführtes Verfahren. Komplikationen sind selten, und viele Beschwerden lassen sich gezielt behandeln, sobald die Ursache bekannt ist. Wenn Sie gut informiert in den Termin gehen und Ihre Fragen stellen, tun Sie schon viel für sich selbst.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsempfehlungen unterscheiden sich nach Land und Region. Diese Seite ist allgemeine Aufklärung und entspricht möglicherweise nicht den Leitlinien, Arzneimitteln oder der Praxis an Ihrem Wohnort. Besprechen Sie Ihre Anliegen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer anderen medizinischen Fachperson und folgen Sie lokalen Empfehlungen, soweit es sie gibt.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Keine Leitlinie nennt dieses Thema
Hier wird keine Gesundheitsleitlinie und kein klinisches Kapitel zitiert, das genau dieses Thema nennt. Diese Seite dient nur der allgemeinen Bildung und Information. Sie ist keine Diagnose, kein Behandlungsplan und kein persönlicher medizinischer Rat. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und folgen Sie deren Rat. Bei starken, plötzlichen oder beunruhigenden Beschwerden holen Sie zeitnah medizinische Hilfe, und rufen Sie im Notfall die örtliche Notrufnummer an. Ruqelo LLC ist nicht verantwortlich für medizinische oder rechtliche Folgen von Entscheidungen, die auf diesen Informationen beruhen.
Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.