Myomektomie: Myome entfernen, Gebärmutter erhalten
Übersicht
Bei einer Myomektomie entfernt eine Ärztin oder ein Arzt Gebärmuttermyome. Myome sind gutartige Muskelknoten in der Gebärmutterwand – also Wucherungen aus Muskel- und Bindegewebe, die kein Krebs sind. Das Besondere an dieser Operation: Die Gebärmutter bleibt erhalten. Myome machen oft keine Beschwerden. Wenn sie aber starke Blutungen, Schmerzen, Druck im Bauch oder Probleme beim Schwangerwerden verursachen, kann eine Myomektomie helfen. Sie ist eine von mehreren Behandlungsmöglichkeiten.
Wichtige Fakten
- Die Gebärmutter bleibt erhalten – deshalb ist die Myomektomie oft die Wahl, wenn noch ein Kinderwunsch besteht.
- Entfernt werden nur die Myome. Neue Myome können später an anderer Stelle wieder wachsen.
- Je nach Größe und Lage der Myome wird über eine Bauchspiegelung (kleine Schnitte), einen Bauchschnitt oder durch die Gebärmutter (Gebärmutterspiegelung) operiert.
Myome sind sehr häufig: Viele Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens Myome, oft ohne es zu merken. Nur bei einem Teil wird eine Behandlung nötig. Die Myomektomie gehört zu den häufigeren gynäkologischen Operationen.
Symptome
- Sehr starke Blutung, bei der Sie innerhalb einer Stunde mehrere Binden oder Tampons durchbluten, zusammen mit Schwindel, Kreislaufschwäche oder Ohnmacht
- Plötzlicher, sehr starker Unterbauchschmerz mit Übelkeit, Erbrechen oder Fieber
- ⚠Zunehmende Blutungsstärke über mehrere Monate, besonders mit Müdigkeit und Blässe
- ⚠Neu aufgetretene Blutungen nach den Wechseljahren
- ⚠Starke Unterbauchschmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Nach einer Operation: Fieber, Wundrötung, zunehmende Schmerzen, überriechender Ausfluss oder Probleme beim Wasserlassen und Stuhlgang
Häufige Symptome
- Sehr starke oder lange andauernde Monatsblutungen, manchmal mit großen Blutgerinnseln
- Blutungen zwischen den Perioden
- Druck- oder Schweregefühl im Unterbauch, der Bauch wirkt aufgetrieben
- Häufiger Harndrang oder das Gefühl, die Blase nicht ganz zu entleeren
- Verstopfung oder Druck beim Stuhlgang
- Rückenschmerzen oder Schmerzen im Becken
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Anzeichen von Blutarmut durch starke Blutungen: Müdigkeit, Blässe, Kurzatmigkeit, Herzklopfen
- Unerfüllter Kinderwunsch oder wiederholte Fehlgeburten – Myome sind aber nicht immer die Ursache
Symptome bei Kindern
- Myome sind bei Kindern und Jugendlichen sehr selten.
- Bei jungen Mädchen mit auffälligen Unterbauchschmerzen oder Blutungsstörungen sollte eine kinder- und jugendgynäkologische Abklärung erfolgen – meist steckt etwas anderes dahinter.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nach den Wechseljahren bilden sich Myome meist von selbst zurück, weil die Geschlechtshormone fehlen.
- Blutungen nach den Wechseljahren sind immer ein Grund für eine zeitnahe Untersuchung und sollten nicht vorschnell auf ein Myom zurückgeführt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache von Myomen ist nicht vollständig geklärt.
- Myome wachsen unter dem Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron – deshalb treten sie vor allem im gebärfähigen Alter auf.
- Vererbung spielt eine Rolle: In manchen Familien kommen Myome gehäuft vor.
- Auch Wachstumsfaktoren im Gebärmuttergewebe und Veränderungen der Muskelzellen werden diskutiert.
Risikofaktoren
- Alter: am häufigsten zwischen 30 und 50 Jahren
- Myome bei Mutter oder Schwester
- Übergewicht – Fettgewebe bildet zusätzlich Östrogen
- Früher Beginn der ersten Periode
- Noch keine Schwangerschaft ausgetragen
- Bluthochdruck
- Bei Frauen mit dunkler Hautfarbe treten Myome häufiger und früher auf – die Gründe sind nicht vollständig geklärt
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Blutung so stark ist, dass Sie Ihren Alltag nicht mehr bewältigen können oder sich schwach und schwindelig fühlen
- Bei Blutungen nach den Wechseljahren
- Bei plötzlich sehr starken Unterbauchschmerzen
- Bei Fieber, Wundproblemen oder starkem Blutverlust nach einer Operation
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei wiederkehrenden starken oder schmerzhaften Monatsblutungen
- Bei Druckgefühl im Bauch, häufigem Harndrang oder Verstopfung
- Wenn ein Kinderwunsch sich nicht erfüllt
- Bei bekannten Myomen, wenn die Beschwerden zunehmen – dann ist ein Kontrolltermin sinnvoll
Diagnose
Zuerst fragt die Ärztin oder der Arzt nach Ihren Blutungen, Schmerzen und Ihrem Kinderwunsch. Danach folgt eine Tastuntersuchung des Beckens und meist ein Ultraschall. Damit lassen sich Größe, Anzahl und Lage der Myome gut beurteilen. Weitere Untersuchungen sind vor allem dann sinnvoll, wenn die Ergebnisse unklar sind oder eine Operation geplant wird.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall über den Bauch und über die Scheide (vaginaler Ultraschall)
- Blutbild, um eine Blutarmut durch starke Blutungen zu erkennen
- Gynäkologische Tastuntersuchung
- Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie), wenn Myome in der Gebärmutterhöhle vermutet werden
- Ultraschall mit Flüssigkeit in der Gebärmutterhöhle, um die Innenwand genauer zu beurteilen
- Kernspin (MRT) in besonderen Fällen, zum Beispiel vor einer Operation bei Kinderwunsch
- Eine Gewebeentnahme ist nur selten nötig
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und dauern nicht lange. Für den vaginalen Ultraschall liegen Sie ähnlich wie bei einer gewohnten Frauenarztuntersuchung. Schreiben Sie sich vorher auf, welche Fragen Sie haben – zum Beispiel, ob eine Operation wirklich nötig ist und welche Methode zu Ihrem Kinderwunsch passt.
Behandlung
Nicht jedes Myom muss behandelt werden. Wenn keine oder nur leichte Beschwerden bestehen, ist Abwarten mit regelmäßigen Kontrollen oft eine gute Wahl. Bei Beschwerden gibt es mehrere Wege: Medikamente, die die Blutung oder den Hormonhaushalt beeinflussen, Verfahren, die das Myomgewebe gezielt verkleinern, und Operationen. Die Myomektomie ist die Operation, bei der nur die Myome entfernt werden und die Gebärmutter erhalten bleibt. Welcher Weg passt, hängt von Größe und Lage der Myome, von Ihren Beschwerden und von Ihrem Kinderwunsch ab.
Selbsthilfe zu Hause
- Blutungen notieren: Stärke, Dauer und Begleitsymptome – das hilft beim Arztgespräch.
- Bei starker Blutung eisenreiche Kost essen (zum Beispiel Hülsenfrüchte, grünes Gemüse, Vollkornprodukte) und ausreichend trinken.
- Wärme, etwa eine Wärmflasche oder ein warmes Bad, kann bei Unterbauchkrämpfen wohltun.
- Auf ausreichend Pausen und Schlaf achten, besonders wenn Sie durch die Blutungen müde sind.
- Schmerzmittel nicht über längere Zeit in Eigenregie einnehmen – manche Mittel können Blutungen verstärken. Fragen Sie in der Arztpraxis oder Apotheke nach.
- Vor einer Operation alle Fragen zur Vorbereitung, zum Nüchternbleiben, zu Ihren Medikamenten und zur Nachsorge notieren.
Medizinische Behandlungen
Je nach Beschwerden kommen verschiedene Ansätze in Frage: Mittel, die Schmerzen lindern und die Monatsblutung schwächer machen; hormonelle Behandlungen, die vorübergehend den Hormonhaushalt beeinflussen und Myome verkleinern oder die Blutung kontrollieren; außerdem Verfahren, bei denen die Blutzufuhr zu den Myomen gedrosselt oder das Myomgewebe mit Hitze oder Ultraschall gezielt verkleinert wird. Besteht eine Blutarmut, kann zusätzlich eine Behandlung mit Eisen sinnvoll sein. Welche Methode zu Ihnen passt, besprechen Sie am besten ausführlich mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt – nicht jede Methode ist mit einem Kinderwunsch vereinbar.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Myomektomie wird vorgeschlagen, wenn die Beschwerden deutlich sind – zum Beispiel sehr starke Blutungen mit Blutarmut, Schmerzen oder Druck auf Blase und Darm –, wenn Myome das Schwangerwerden erschweren oder wenn Myome schnell wachsen und abgeklärt werden müssen. Je nach Lage und Größe wird durch die Scheide beziehungsweise über eine Gebärmutterspiegelung, über eine Bauchspiegelung mit kleinen Schnitten oder über einen Bauchschnitt operiert. Der Eingriff erfolgt meist in Vollnarkose. Besprechen Sie vorher Risiken, Narben, die Erholungszeit und die möglichen Auswirkungen auf einen Kinderwunsch.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Operation brauchen Sie Zeit. Nach einer Bauchspiegelung sind viele Frauen nach etwa ein bis zwei Wochen wieder im Alltag, nach einem Bauchschnitt kann es vier bis sechs Wochen dauern, bis Sie sich wieder voll belasten können. Leichte Blutungen oder Ausfluss in den ersten Wochen können vorkommen. Heben Sie anfangs nichts Schweres und klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wann Sie wieder arbeiten, Sport treiben oder Geschlechtsverkehr haben können. Wichtig: Auch nach einer Myomektomie können neue Myome entstehen – Kontrolltermine bleiben deshalb sinnvoll.
Tipps für den Alltag
- Auf ein gesundes Gewicht achten – Fettgewebe beeinflusst den Hormonhaushalt.
- Regelmäßig bewegen, was sich gut anfühlt – nach der Operation langsam wieder einsteigen.
- Ausreichend schlafen und, wenn möglich, Stress reduzieren.
- Blutungsstärke und Beschwerden notieren, um Veränderungen früh zu bemerken.
- Rauchen möglichst vermeiden – das unterstützt die Wundheilung.
- Verhütung nur nach Rücksprache planen, wenn keine Schwangerschaft gewünscht ist.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und ausreichend Flüssigkeit unterstützt Sie besonders dann, wenn Sie durch starke Blutungen viel Eisen verlieren. Nach der Operation gilt: mit leichter Bewegung beginnen, zum Beispiel mit Spaziergängen, und die Belastung langsam steigern. Fragen Sie bei der Nachsorge, wann Bauchmuskeltraining, Schwimmen oder schweres Heben wieder erlaubt sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Starke Blutungen, Schmerzen und die Frage nach dem Kinderwunsch können sehr belasten. Viele Frauen fühlen sich erschöpft, ängstlich oder traurig – das ist verständlich und kein Zeichen von Schwäche. Sprechen Sie offen darüber. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit oder großer Angst gibt es Unterstützung: Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt kann weitervermitteln, es gibt Beratungsstellen und die Telefonseelsorge, die rund um die Uhr erreichbar ist. Wenn Sie in einer seelischen Krise sind oder Gedanken haben, sich etwas anzutun, holen Sie sich bitte sofort Hilfe – Sie sind damit nicht allein.
Vorbeugung
Myome lassen sich nicht sicher verhindern, weil die Ursache nur teilweise bekannt ist. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogenem Gewicht, regelmäßiger Bewegung und gut eingestelltem Blutdruck kann aber dazu beitragen, dass Sie insgesamt besser mit Beschwerden zurechtkommen.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Vorsorgeuntersuchung für Myome gibt es nicht. Bei den regelmäßigen gynäkologischen Vorsorgeterminen werden Unterbauch und Gebärmutter untersucht, sodass größere Myome oft auffallen. Nehmen Sie diese Termine wahr – besonders, wenn Myome in Ihrer Familie vorkommen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Zunehmende Blutarmut durch starke Blutungen – mit Müdigkeit, Blässe und Kurzatmigkeit
- Wachsender Druck auf Blase und Darm mit Harndrang, Verstopfung oder Rückenschmerzen
- Starke Schmerzen, besonders wenn sich ein gestieltes Myom verdreht
- Erschwertes Schwangerwerden oder wiederholte Fehlgeburten bei bestimmten Myomlagen
- In seltenen Fällen Komplikationen während einer Schwangerschaft
Langzeitprognose
Die Aussichten sind meist gut. Myome sind gutartig, und eine Myomektomie kann Blutungen, Schmerzen und Druckbeschwerden deutlich verbessern. Viele Frauen werden danach schwanger, wenn Myome die Ursache der Probleme waren – eine Garantie gibt es aber nicht. Neue Myome können in den Jahren danach wieder auftreten, deshalb bleiben Kontrollen sinnvoll. Wurde bei der Operation die Gebärmutterhöhle eröffnet oder ein Bauchschnitt gemacht, kann für spätere Geburten ein Kaiserschnitt empfohlen werden – das besprechen Sie am besten vorab in Ruhe.
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Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
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