Meatotomie und Meatoplastik: Die Harnröhrenöffnung erweitern
Übersicht
Bei einer Meatotomie und einer Meatoplastik wird die äußere Harnröhrenöffnung erweitert oder neu geformt. Diese Öffnung heißt auch Meatus. Sie sitzt am Ende der Harnröhre, dort, wo der Urin den Körper verlässt. Ist sie zu eng, kann der Urin schlechter abfließen. Eine Meatotomie ist ein kleiner Einschnitt, der die Öffnung weitet. Eine Meatoplastik ist eine etwas größere Korrektur, bei der die Öffnung umgeformt und mit umliegendem Gewebe erweitert wird. Beides sind operative Eingriffe, keine Medikamente. Die Nummer 16360 ist, falls sie Ihnen begegnet, eine Abrechnungs- oder Leistungsziffer und kein Name für eine Krankheit.
Wichtige Fakten
- Meatotomie und Meatoplastik werden meist bei einer Verengung der Harnröhrenöffnung durchgeführt; medizinisch heißt das Meatusstenose.
- Der Eingriff kann ambulant oder mit kurzem Krankenhausaufenthalt erfolgen. Das hängt von Alter, Narkose und Begleiterkrankungen ab.
- Ziel ist ein besserer, schmerzfreier Urinfluss und weniger wiederkehrende Harnwegsinfekte.
- Nicht jede Enge muss operiert werden. Die Entscheidung sollte nach einem ausführlichen Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen.
Verengungen der Harnröhrenöffnung sind nicht selten. Sie können zum Beispiel bei Jungen nach einer Beschneidung auftreten oder bei Menschen nach Katheteranlagen, Operationen oder Entzündungen. Wie häufig eine Meatotomie oder Meatoplastik nötig ist, hängt von der Ursache und den Beschwerden ab.
Symptome
- Sie können gar nicht mehr Wasser lassen und haben starke Schmerzen oder einen gespannten, harten Unterbauch
- Fieber mit Schüttelfrost und starken Schmerzen in der Flanke oder im Rücken
- Verwirrtheit, Kreislaufprobleme oder eine sehr schnelle Verschlechterung des Allgemeinzustands
- ⚠Blut im Urin, das stärker wird oder Gerinnsel bildet
- ⚠Fieber, Brennen und häufiger Harndrang zusammen mit Schmerzen
- ⚠Zunehmende Schmerzen beim Wasserlassen oder ein plötzlich sehr schwacher Strahl
- ⚠Nach einer Operation: Wunde blutet, eitert, ist stark gerötet, heiß oder schmerzt zunehmend
Häufige Symptome
- Schwacher oder dünner Harnstrahl
- Spritzen oder breiter Fächer des Urins
- Pressen müssen beim Wasserlassen
- Nachträufeln nach dem Wasserlassen
- Gefühl, die Blase nicht ganz leer zu bekommen
- Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Häufiger Harndrang oder häufiges kleines Wasserlassen
- Wiederkehrende Harnwegsinfekte
- Manchmal Blut an der Harnröhrenöffnung
Symptome bei Kindern
- Weinen oder Pressen beim Wasserlassen
- Dünner Strahl oder langes Tröpfeln
- Häufiges kleines Wasserlassen
- Einnässen tagsüber, obwohl das Kind sonst trocken ist
- Wiederkehrende Harnwegsinfekte
- Schwellung oder Reizung an der Harnröhrenöffnung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schwacher Harnstrahl und Nachträufeln
- Häufiger Harndrang, auch nachts
- Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung
- Wiederkehrende Harnwegsinfekte
- Beschwerden können sich mit einer vergrößerten Prostata überschneiden und sollten ärztlich abgeklärt werden
Ursachen
Hauptursachen
- Angeborene Enge der Harnröhrenöffnung
- Vernarbung nach Entzündungen, Katheteranlagen, Operationen oder Verletzungen
- Lichen sclerosus, eine chronische Hauterkrankung, die Narben und Verengungen verursachen kann
- Chronische Reizung oder wiederkehrende Infektionen im Bereich der Harnröhrenöffnung
- Bei Jungen kann nach einer Beschneidung eine Verengung der Harnröhrenöffnung auftreten
Risikofaktoren
- Männliches Geschlecht
- Wiederkehrende Harnwegsinfekte
- Katheteranlagen oder Eingriffe an der Harnröhre
- Hauterkrankungen wie Lichen sclerosus
- Narben nach Operationen oder Verletzungen im Genitalbereich
- Bestimmte Grunderkrankungen, die Infektionen begünstigen, zum Beispiel Diabetes
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sie können nicht mehr Wasser lassen.
- Sie haben Fieber, Schüttelfrost oder starke Flankenschmerzen.
- Blut im Urin wird stärker oder es bilden sich Gerinnsel.
- Nach einer Operation treten Fieber, zunehmende Schmerzen, Wundsekret oder eine starke Rötung auf.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Der Harnstrahl ist dauerhaft schwach oder spritzt.
- Sie müssen oft pressen oder haben das Gefühl, die Blase nicht leer zu bekommen.
- Harnwegsinfekte treten immer wieder auf.
- Ein Kind zeigt Schmerzen, Pressen oder Einnässen beim Wasserlassen.
- Sie haben Beschwerden an der Harnröhrenöffnung, die nicht besser werden.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Beschwerden, Voroperationen, Infektionen und Katheteranlagen. Danach wird die Harnröhrenöffnung angesehen und oft vorsichtig untersucht. Zusätzlich können der Harnstrahl gemessen und die Blase per Ultraschall kontrolliert werden. So lässt sich einschätzen, ob eine Enge den Urinfluss behindert.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung der Harnröhrenöffnung
- Harnstrahlmessung, auch Uroflowmetrie genannt
- Ultraschall der Blase mit Messung des Restharns
- Urinuntersuchung auf Infektionen
- Gegebenenfalls Messung der Öffnung oder eine Spiegelung der Harnröhre, Urethroskopie genannt
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist kurz. Manche können unangenehm sein, werden aber erklärt und möglichst schonend durchgeführt. Ein Eingriff erfolgt je nach Situation in örtlicher Betäubung oder in kurzer Narkose. Vorher besprechen Sie mit dem Behandlungsteam, was geplant ist und wie Sie sich vorbereiten können.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist, den Urinfluss zu verbessern und Entzündungen zu verringern. Zuerst werden mögliche Ursachen behandelt, zum Beispiel eine Infektion oder eine Hautentzündung. Bleibt die Enge bestehen und verursacht Beschwerden, kann eine Operation helfen.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend trinken, sofern keine ärztliche Einschränkung besteht.
- Urin nicht unnötig lange zurückhalten.
- Den Genitalbereich sanft mit klarem Wasser reinigen und keine parfümierten Seifen verwenden.
- Nach einer Operation die Anweisungen des Behandlungsteams genau befolgen.
- Die Wunde sauber und trocken halten und Nachkontrollen wahrnehmen.
- Bei Kindern auf Schmerzen, Trinkmenge und Wasserlassen achten.
Medizinische Behandlungen
Entzündungen oder Infektionen werden nach ärztlicher Untersuchung behandelt. Bei Hauterkrankungen wie Lichen sclerosus ist eine passende haut- oder urologische Behandlung wichtig. Salben oder andere Mittel sollten nicht ohne Abklärung selbst angewendet werden, weil sie die Haut reizen können. Wenn die Enge trotz Behandlung Beschwerden macht, wird über einen operativen Eingriff gesprochen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann sinnvoll sein, wenn der Urin nur schlecht abfließt, die Blase nicht richtig leer wird, wiederkehrende Infekte auftreten oder starke Schmerzen bestehen. Bei einer Meatotomie wird die Harnröhrenöffnung mit einem kleinen Schnitt erweitert. Bei einer Meatoplastik wird die Öffnung zusätzlich umgeformt und mit umliegendem Gewebe vergrößert. Der Eingriff ist meist kurz und kann ambulant oder mit kurzem Krankenhausaufenthalt erfolgen. Danach kann für kurze Zeit ein Katheter liegen.
Leben mit der Erkrankung
Nach dem Eingriff kann das Wasserlassen vorübergehend brennen oder häufiger nötig sein. Das bessert sich meist innerhalb weniger Tage. Trinken Sie regelmäßig, beobachten Sie die Wunde und gehen Sie zu den vereinbarten Nachkontrollen. Wenn Beschwerden zunehmen oder Fieber auftritt, suchen Sie zeitnah ärztliche Hilfe.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßig zur Toilette gehen und die Blase nicht überdehnen.
- Sanfte Hygiene ohne reizende Produkte.
- Verstopfung vermeiden, weil starker Druck beim Stuhlgang unnötig belastet.
- Bei Frauen: beim Toilettengang von vorne nach hinten wischen.
- Auf Warnzeichen wie Fieber, Blut im Urin oder Harnverhalt achten.
Ernährung und Bewegung
Eine normale ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit sind gut für die Blase. Wenn Kaffee, Alkohol oder scharfe Speisen Beschwerden auslösen, können Sie beobachten, ob eine Reduktion hilft. Bewegung ist erlaubt und meist förderlich; nach einer Operation gelten zunächst die Anweisungen des Behandlungsteams.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Beschwerden beim Wasserlassen können peinlich sein oder Sorgen machen, besonders bei Kindern und vor einer Operation. Solche Gefühle sind verständlich. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei akuten seelischen Krisen gilt in Deutschland der Notruf 112; außerdem gibt es örtliche Krisen- und Beratungsdienste.
Vorbeugung
Nicht alle Ursachen lassen sich verhindern. Gute Hygiene, die Behandlung von Infektionen und Hauterkrankungen sowie ein sorgsamer Umgang mit Kathetern können das Risiko für Narben und Verengungen senken. Nach Operationen sind Nachkontrollen wichtig, damit eine erneute Enge früh erkannt wird.
Impfungen
Es gibt keine spezielle Impfung, die eine Verengung der Harnröhrenöffnung verhindert.
Früherkennungsprogramme
Eine besondere Vorsorgeuntersuchung für diese Verengung gibt es nicht. Bei anhaltenden Beschwerden beim Wasserlassen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Harnverhalt: Es kommt kein Urin mehr, und es entstehen starke Schmerzen.
- Wiederkehrende Harnwegsinfekte
- Blasensteine durch lange gestörten Urinfluss
- Rückstau mit möglicher Belastung der Nieren, wenn die Enge lange besteht
- Dauerhafte Schmerzen und psychische Belastung
Langzeitprognose
Die Aussichten sind meist gut. Nach einer Behandlung fließt der Urin oft deutlich besser und Infekte werden seltener. Manchmal kann sich eine Enge erneut bilden. Regelmäßige Nachkontrollen helfen, das früh zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
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