Bronchiale Thermoplastie
Übersicht
Die bronchiale Thermoplastie ist ein spezielles Verfahren zur Behandlung von schwerem Asthma. Dabei führt ein Arzt oder eine Ärztin einen dünnen Schlauch mit Kamera über Mund oder Nase in die Atemwege ein. Das nennt man Bronchoskopie. Über diesen Schlauch wird vorsichtig Wärme an die glatte Muskulatur in den mittleren Atemwegen abgegeben. Diese Muskelschicht kann bei Asthma verkrampft sein und die Atemwege verengen. Ziel ist, die Muskelschicht zu verkleinern und dadurch Atemnot und Asthmaanfälle zu verringern. Die bronchiale Thermoplastie ist kein Ersatz für die übliche Asthmabehandlung und keine Heilung.
Wichtige Fakten
- Die bronchiale Thermoplastie wird nur bei ausgewählten Erwachsenen mit schwerem Asthma erwogen, wenn die übliche Behandlung trotz guter Anwendung nicht ausreicht.
- Der Eingriff erfolgt in mehreren Sitzungen und nur in spezialisierten Zentren.
- Der Nutzen ist nicht bei allen Menschen gleich. Die regelmäßige Asthmabehandlung und die Nachsorge bleiben wichtig.
Die bronchiale Thermoplastie ist selten. Sie wird nur in bestimmten spezialisierten Kliniken angeboten und ist für die meisten Menschen mit Asthma nicht notwendig.
Sie kommt für Erwachsene mit schwerem, anhaltend schlecht kontrolliertem Asthma infrage. Bei Kindern und Jugendlichen wird sie in der Regel nicht eingesetzt. Ältere Menschen können sie ebenfalls erhalten, wenn der Gesundheitszustand vorher sorgfältig geprüft wird.
Symptome
- Starke Atemnot in Ruhe oder das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen: sofort den Notruf 112 rufen.
- Blaue oder graue Lippen, Bewusstlosigkeit oder starke Verwirrtheit: sofort den Notruf 112 rufen.
- Das vom Arzt verordnete Notfallmedikament hilft nicht oder die Atemnot wird schnell schlimmer: sofort den Notruf 112 rufen.
- Nach dem Eingriff: starkes Bluthusten, sehr starke Brustschmerzen oder schwere Atemnot: sofort den Notruf 112 rufen.
- ⚠Nach dem Eingriff Fieber oder Schüttelfrost
- ⚠Zunehmende Atemnot oder häufigere Asthmaanfälle
- ⚠Brustschmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Blutstreifen im Auswurf
- ⚠Gefühl von Schwäche oder Kreislaufprobleme
Häufige Symptome
- Pfeifende oder brummende Atemgeräusche
- Kurzatmigkeit, besonders bei Anstrengung
- Husten, oft trocken oder mit zähem Schleim
- Engegefühl in der Brust
- Nächtliches Aufwachen durch Atemnot oder Husten
- Weniger Belastbarkeit im Alltag
Symptome bei Kindern
- Die bronchiale Thermoplastie ist für Kinder nicht üblich. Kinder mit schwerem Asthma sollten in einer kinderfachärztlichen Praxis betreut werden.
- Kinder können ähnliche Asthmazeichen haben: Husten, pfeifende Atmung, Atemnot und nächtliches Aufwachen.
- Bei Kindern ist eine genaue Abklärung wichtig, weil andere Ursachen ebenfalls häufig sind.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben oft dieselben Asthmazeichen, manchmal aber weniger typische Beschwerden.
- Zusätzliche Erkrankungen des Herzens oder der Lunge können die Beschwerden beeinflussen und müssen vor einem Eingriff geprüft werden.
- Die Belastbarkeit kann im Alter ohnehin eingeschränkt sein. Daher ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Die bronchiale Thermoplastie ist keine Krankheit, sondern ein Behandlungsverfahren. Die zugrunde liegende Erkrankung ist schweres Asthma.
- Bei Asthma sind die Atemwege dauerhaft entzündet und überempfindlich. Die glatte Muskulatur in den Atemwegen kann sich zusammenziehen und die Atemwege verengen.
- Warum manche Menschen schweres Asthma entwickeln, ist nicht vollständig geklärt. Erbliche Anlagen und Umwelteinflüsse spielen eine Rolle.
Risikofaktoren
- Schweres Asthma, das trotz guter Behandlung schlecht kontrolliert bleibt
- Rauchen oder Passivrauchen
- Häufige Atemwegsinfekte
- Allergien und bestimmte Umwelteinflüsse
- Übergewicht kann Asthma erschweren
- Ungünstige Wohn- oder Arbeitsumgebung mit Reizstoffen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn nach dem Eingriff Fieber, zunehmende Atemnot, Brustschmerzen oder Bluthusten auftreten
- Wenn Asthmaanfälle häufiger oder schwerer werden
- Wenn das verordnete Notfallmedikament nicht ausreichend hilft
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Asthma trotz Behandlung häufig Beschwerden macht
- Wenn nächtliches Aufwachen oder Alltagseinschränkungen zunehmen
- Wenn Sie über spezielle Verfahren wie die bronchiale Thermoplastie nachdenken
- Wenn die Asthmasprays nicht zuverlässig angewendet werden können
Diagnose
Die bronchiale Thermoplastie wird nicht über einen einzelnen Test festgelegt. Vor einem Eingriff prüft ein Facharzt oder eine Fachärztin in einem spezialisierten Zentrum, ob das Asthma wirklich schwer und gut behandelt ist. Dabei werden auch andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen. Die Entscheidung erfolgt gemeinsam mit Ihnen und nach den Empfehlungen von Leitlinien, in Deutschland zum Beispiel der AWMF.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest, often mit Atemtest vor und nach einem Atemwegsöffner
- Fragebögen zu Beschwerden und Lebensqualität
- Allergietests und Blutuntersuchungen
- Röntgen oder CT der Lunge, wenn nötig
- Prüfung der Inhalationsanwendung und der Behandlungstreue
- Bronchoskopie zur genauen Beurteilung der Atemwege
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden ausführlich über Nutzen, Risiken und Alternativen aufgeklärt. Es wird geprüft, ob Ihre Asthmaanfälle und Beschwerden wirklich durch eine Verengung der Atemwege bedingt sind. Die Untersuchungen können mehrere Termine brauchen. Erst danach wird entschieden, ob das Verfahren für Sie geeignet sein könnte.
Behandlung
Die bronchiale Thermoplastie ist ein Eingriff in den Atemwegen, keine Tablette und kein Spray. Sie kommt erst infrage, wenn eine gut eingestellte Asthmabehandlung ausgeschöpft ist. Der Eingriff wird in mehreren Sitzungen durchgeführt. Zwischen den Sitzungen liegen meist einige Wochen. Danach bleiben die regelmäßige Asthmabehandlung und die Nachsorge wichtig.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie Ihre verordnete Asthmabehandlung regelmäßig und wie besprochen ein.
- Lernen Sie die richtige Anwendung Ihrer Sprays oder Inhalatoren.
- Erstellen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt einen schriftlichen Notfallplan.
- Meiden Sie Rauch, kalte Luft und bekannte Reizstoffe, wenn diese Ihre Beschwerden auslösen.
- Achten Sie auf ausreichenden Schlaf und gehen Sie bei Infekten frühzeitig zum Arzt.
- Besprechen Sie Impfungen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinische Behandlungen
Zuerst wird immer die bestmögliche Asthmatherapie überprüft. Dazu gehören vom Arzt verordnete Sprays, eine gute Schulung und die Behandlung von Auslösern. Bei manchen Menschen kommen zusätzliche spezielle Asthma-Medikamente infrage. Die bronchiale Thermoplastie ist eine mögliche Ergänzung für ausgewählte Erwachsene, wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen. Konkrete Medikamente, Dosierungen oder Markennamen gehören in die persönliche ärztliche Beratung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Die bronchiale Thermoplastie ist kein klassischer chirurgischer Eingriff, sondern ein Verfahren über die Atemwege. Sie kann für manche Erwachsene mit schwerem Asthma erwogen werden, wenn die übliche Behandlung trotz guter Anwendung nicht genügend hilft. Vorher muss ein spezialisiertes Zentrum prüfen, ob Nutzen und Risiken im persönlichen Fall günstig sind.
Leben mit der Erkrankung
Nach dem Eingriff werden Sie zunächst beobachtet. In den folgenden Tagen können Husten oder ein vorübergehendes Engegefühl auftreten. Planen Sie die Termine so, dass Sie danach nicht sofort stark belastet sind. Langfristig bleibt ein guter Asthmaplan wichtig: Beschwerden früh erkennen, Auslöser meiden und bei Verschlechterung rechtzeitig Hilfe holen.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und Rauch in der Umgebung meiden
- Bekannte Allergene und Reizstoffe möglichst reduzieren
- Regelmäßige Bewegung, angepasst an die Belastbarkeit
- Ausreichend schlafen und Stress im Alltag gut einteilen
- Impfungen nach ärztlicher Empfehlung wahrnehmen
- Regelmäßige Kontrolltermine in der Asthma-Praxis oder im Zentrum
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung kann allgemein helfen, das Körpergewicht im günstigen Bereich zu halten. Ein spezielles Essen heilt Asthma nicht. Bewegung ist meist sinnvoll, sollte aber an die Atemsituation angepasst sein. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Aktivitäten für Sie passen, und nutzen Sie bei Bedarf vorher Ihr verordnetes Notfallmedikament.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Schweres Asthma kann belasten: Angst vor Anfällen, Sorgen um die Zukunft oder das Gefühl, weniger mitmachen zu können. Solche Gefühle sind verständlich. Sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In akuten seelischen Krisen oder bei Gedanken, sich etwas anzutun, holen Sie sofort Hilfe: Rufen Sie den Notruf 112 oder wenden Sie sich an eine örtliche Krisen- und Beratungsstelle.
Vorbeugung
Die bronchiale Thermoplastie selbst kann man nicht vorbeugen, weil sie ein Behandlungsverfahren ist. Wichtig ist, Asthma frühzeitig gut zu behandeln und Auslöser zu meiden. So lassen sich viele schwere Anfälle verhindern. Ob ein spezielles Verfahren für Sie sinnvoll ist, entscheidet die fachärztliche Beratung.
Impfungen
Impfungen werden nach ärztlicher Empfehlung besprochen. Bei Asthma können Atemwegsinfekte besonders belastend sein. Lassen Sie sich zu passenden Schutzimpfungen in Ihrer Praxis beraten.
Früherkennungsprogramme
Ein spezielles Screening auf die bronchiale Thermoplastie gibt es nicht. Regelmäßige Asthma-Kontrollen und eine gute Lungenfunktionsprüfung helfen, die Behandlung anzupassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne gute Asthmabehandlung können schwere Asthmaanfälle häufiger werden.
- Die Lungenfunktion kann sich langfristig verschlechtern.
- Betroffene können häufiger ins Krankenhaus müssen.
- Schlaf, Bewegung und Alltag können stärker eingeschränkt sein.
- Nach dem Eingriff können vorübergehend Husten, Fieber oder eine Verschlechterung des Asthmas auftreten. Diese Zeichen sollten ärztlich abgeklärt werden.
Langzeitprognose
Die bronchiale Thermoplastie kann bei manchen Menschen mit schwerem Asthma Anfälle und Beschwerden verringern. Sie ist keine Heilung, und der Nutzen ist unterschiedlich. Mit guter Nachsorge, einem klaren Notfallplan und regelmäßiger Behandlung bleibt für viele Betroffene eine bessere Lebensqualität möglich. Sprechen Sie offen mit Ihrem Behandlungsteam über Ihre Erwartungen.
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Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
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