Blut spenden: Was Sie vorher, während und danach wissen sollten
Übersicht
Blut spenden heißt, dass Sie eine kleine Menge Ihres Blutes abgeben, damit daraus lebenswichtige Blutprodukte für andere Menschen hergestellt werden können. Bei einer Vollblutspende werden meist etwa 450 bis 500 Milliliter entnommen – das ist ungefähr ein halber Liter und entspricht rund einem Zehntel Ihrer Blutmenge. Daneben gibt es zum Beispiel Plasmaspenden, bei denen nur der flüssige Anteil gewonnen und der Rest des Blutes zurückgegeben wird. Vor jeder Spende prüft das Team, ob Sie gesund genug sind. Nach der Spende dürfen Sie sich ausruhen und bekommen meist etwas zu trinken und einen kleinen Imbiss.
Wichtige Fakten
- Die eigentliche Entnahme dauert bei einer Vollblutspende meist 10 bis 15 Minuten. Mit Anmeldung, Aufklärungsgespräch und Ruhepause sollten Sie etwa eine Stunde einplanen.
- Die verlorene Flüssigkeit ersetzt Ihr Körper meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Die roten Blutkörperchen brauchen einige Wochen, bis sie vollständig nachgebildet sind.
- Zwischen zwei Vollblutspenden sollte in Deutschland in der Regel ein Abstand von mindestens acht Wochen liegen. Zusätzlich gibt es eine Obergrenze pro Jahr.
Ja. In Deutschland werden jedes Jahr mehrere Millionen Blutspenden abgegeben. Trotzdem kommt es immer wieder zu Engpässen, weil manche Blutprodukte nur wenige Tage haltbar sind – zum Beispiel Blutplättchen.
Spenden dürfen grundsätzlich gesunde Erwachsene. In Deutschland ist man meist ab 18 Jahren dabei; für Menschen über 60 Jahre haben die Spendedienste eigene Regeln. Außerdem gelten unter anderem ein Mindestgewicht von etwa 50 Kilogramm und bestimmte Mindestwerte für den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin). Ob Sie spenden dürfen, entscheidet immer das Team vor Ort nach einem kurzen Gesundheitscheck.
Symptome
- Bewusstlosigkeit oder ein Sturz nach der Spende, besonders mit Kopfverletzung
- Plötzliche Atemnot, starke Brustschmerzen oder Anzeichen eines Schlaganfalls (zum Beispiel hängender Mundwinkel, Sprachstörung, halbseitige Schwäche)
- Schwere allergische Reaktion mit Schwellung von Gesicht oder Hals, Atemnot oder Hautausschlag am ganzen Körper
- Eine starke Blutung an der Einstichstelle, die auch nach festem Drücken nicht stoppt
- ⚠Anhaltender Schwindel, Herzklopfen oder starke Schwäche, die nicht besser werden
- ⚠Fieber, zunehmende Rötung, Schwellung oder Eiter an der Einstichstelle
- ⚠Taubheitsgefühl, Kribbeln oder starke Schmerzen im Arm, die über Stunden bleiben
- ⚠Ungewöhnlich starke Erschöpfung oder Luftnot über mehrere Tage
Häufige Symptome
- Ein kurzer Stich beim Einstich in die Armvene – danach spüren die meisten nichts mehr.
- Leichter Schwindel oder Müdigkeit direkt nach der Spende, vor allem wenn Sie vorher wenig gegessen oder getrunken haben.
- Ein blauer Fleck oder ein Druckgefühl am Arm an der Einstichstelle, der nach einigen Tagen abklingt.
- Durst oder ein leichtes Kältegefühl während der Spende.
- Bei Plasma- oder Blutplättchenspenden manchmal ein Kribbeln um den Mund oder in den Fingern. Das kommt vom Gerinnungshemmer und geht meist schnell vorbei – sagen Sie es trotzdem dem Team.
Ursachen
Hauptursachen
- Blut wird für große Operationen und nach Unfällen gebraucht.
- Menschen mit Krebserkrankungen benötigen während einer Therapie oft Blutprodukte.
- Bei komplizierten Geburten kann ein hoher Blutverlust ausgeglichen werden.
- Bestimmte chronische Erkrankungen des Blutes oder der Knochenmarksfunktion machen regelmäßige Transfusionen nötig.
- Schwere Verbrennungen und manche Intensivbehandlungen erfordern Blutprodukte.
- Viele Menschen spenden aber auch einfach, weil sie anderen helfen möchten – und nehmen den kurzen Gesundheitscheck gern mit.
Risikofaktoren
- Ein akuter Infekt oder eine laufende Behandlung mit bestimmten Medikamenten
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Ein frisches Tattoo oder Piercing, je nach Spendedienst mit Wartezeit
- Reisen in Gebiete mit bestimmten Infektionskrankheiten wie Malaria
- Blutarmut (zu wenig rote Blutkörperchen oder zu wenig roter Blutfarbstoff)
- Sehr niedriger Blutdruck oder ein empfindlicher Kreislauf
- Bestimmte Vorerkrankungen, zum Beispiel einige Herz-, Nieren- oder Krebserkrankungen
- Risikofaktoren für Kreislaufprobleme beim Spenden: wenig gegessen oder getrunken, Angst vor Nadeln, erste Spende
- Sehr häufige Spenden ohne ausreichende Abstände können die Eisenspeicher leeren
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nach der Spende ohnmächtig werden, stürzen oder sich nicht mehr sicher auf den Beinen fühlen
- Wenn die Einstichstelle stark blutet, stark anschwillt oder Fieber dazukommt
- Wenn Taubheit oder starke Schmerzen im Arm nicht nachlassen
- Wenn Sie Atemnot, Brustschmerzen oder eine schwere allergische Reaktion bemerken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sie möchten zum ersten Mal spenden und haben eine chronische Erkrankung oder nehmen regelmäßig Medikamente ein.
- Sie fühlen sich nach einer Spende über mehrere Tage schlapp oder kommen nicht richtig auf die Beine.
- Sie spenden häufig und möchten Ihre Eisenwerte überprüfen lassen.
- Sie haben Fragen zu Impfungen, Auslandsreisen oder einer geplanten Operation.
- Sie haben große Angst vor Nadeln und möchten das vorher besprechen.
Diagnose
Vor jeder Spende gibt es einen kurzen Gesundheitscheck. Sie füllen einen Fragebogen aus und sprechen mit einer Ärztin oder einem Arzt über Ihre Gesundheit, Ihre Medikamente und Ihre letzten Reisen. Danach werden Blutdruck, Puls und Körpertemperatur gemessen und ein kleiner Tropfen Blut aus der Fingerbeere für den Hämoglobinwert entnommen. Erst wenn alles passt, beginnt die Spende. Das gespendete Blut wird zusätzlich im Labor untersucht.
Mögliche Untersuchungen
- Hämoglobinwert aus einem Tropfen Blut aus der Fingerbeere – er zeigt, ob Sie genug roten Blutfarbstoff haben
- Blutdruck und Puls
- Körpertemperatur und eine kurze körperliche Untersuchung
- Fragebogen und Gespräch zu Beschwerden, Medikamenten, Reisen und Risikofaktoren
- Laboruntersuchung der Spende auf Infektionserreger wie HIV, Hepatitis B und C sowie Syphilis
- Bei Bedarf weitere Werte, zum Beispiel Eisenwerte im Blut
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie melden sich an, füllen den Fragebogen aus und sprechen mit dem Team. Danach geht es in einen Liegestuhl oder auf eine Liege, der Arm wird desinfiziert und die Vene mit einem dünnen Schlauch punktiert. Während der Spende können Sie sich entspannen und etwas trinken. Ist die Entnahme beendet, wird ein Druckverband angelegt und Sie bleiben noch etwa 10 bis 15 Minuten sitzen. Danach gibt es meist einen Imbiss. Den Rest des Tages können Sie Ihren Alltag meist normal weiterführen, sollten es aber ruhiger angehen lassen.
Behandlung
Eine Blutspende ist keine Behandlung, sondern ein kurzer Eingriff, der von selbst abheilt. Ihr Körper reguliert das meiste selbst. Wichtig ist, dass Sie es sich danach für den Rest des Tages etwas leichter machen, genug trinken und dem Arm etwas Ruhe gönnen.
Selbsthilfe zu Hause
- Direkt nach der Spende noch etwa 10 bis 15 Minuten sitzen oder liegen bleiben und etwas trinken.
- Am Spendetag auf ausreichend Flüssigkeit achten – am besten Wasser oder Saftschorle.
- Den Druckverband so lange tragen, wie es Ihnen empfohlen wurde, und den Arm nicht schwer belasten.
- Am Spendetag keinen Sport treiben, keine schweren Lasten heben, nicht in die Sauna gehen und keinen Alkohol trinken.
- Eine leichte Mahlzeit vor und nach der Spende hilft, Kreislaufprobleme zu vermeiden.
- Wenn Ihnen schwindelig wird: hinlegen, Beine hochlagern und langsam wieder aufstehen.
Medizinische Behandlungen
In der Regel ist keine Behandlung nötig. Das verlorene Blutvolumen wird über Flüssigkeit und Nährstoffe schnell ausgeglichen, die Blutbildung läuft von selbst wieder an. Bei Kreislaufproblemen hilft meist Ruhe und Hochlagern der Beine. Sinkt der Eisenwert durch häufige Spenden, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob eine Spende-Pause sinnvoll ist und ob weitere Abklärungen nötig sind. Nehmen Sie Eisenpräparate oder andere Mittel nicht auf eigene Faust ein, sondern nur nach Rücksprache.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nicht relevant bei diesem Thema.
Leben mit der Erkrankung
Wer regelmäßig spendet, plant die Termine am besten mit etwas Abstand und nicht direkt vor langen Autofahrten oder wichtigen Verpflichtungen. Viele Spendedienste erinnern per App, Karte oder Nachricht an den nächsten möglichen Termin. Zwischen zwei Vollblutspenden liegen in Deutschland meist mindestens acht Wochen, zusätzlich gibt es eine jährliche Obergrenze. Ihr Spendedienst sagt Ihnen, welche Regeln für Sie gelten.
Tipps für den Alltag
- Ausgewogen essen, mit eisenhaltigen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen, grünem Blattgemüse und – wenn Sie Fleisch essen – magerem Fleisch.
- Zu eisenhaltigen Mahlzeiten ein Glas vitamin-C-haltigen Saft trinken, das hilft dem Körper bei der Eisenaufnahme.
- Tee und Kaffee lieber mit Abstand zu den Mahlzeiten trinken, weil sie die Eisenaufnahme bremsen.
- Regelmäßig trinken und ausreichend schlafen.
- Nicht nüchtern zur Spende kommen – eine leichte Mahlzeit vorher ist besser.
- Nach der Spende den Tag ruhig angehen; am nächsten Tag ist Sport meist wieder gut möglich.
Ernährung und Bewegung
Eine abwechslungsreiche Ernährung mit eisenreichen Lebensmitteln unterstützt die Blutbildung. Nach der Spende ist der Kreislauf oft für einige Stunden etwas empfindlicher – deshalb am Spendetag lieber spazieren gehen statt intensiv zu trainieren. Ab dem nächsten Tag können Sie meist wieder wie gewohnt Sport treiben. Hören Sie dabei auf Ihren Körper und trinken Sie ausreichend.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Manche Menschen haben Angst vor Nadeln oder vor dem Anblick von Blut. Das ist völlig normal und kein Grund, sich zu schämen – sagen Sie es dem Team, es kennt das und kann Sie gut begleiten. Andere fühlen sich nach der Spende stolz und erleichtert, weil sie etwas beigetragen haben. Beides ist in Ordnung. Wenn die Angst sehr groß ist oder Sie sich längere Zeit niedergeschlagen fühlen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer Beratungsstelle. Bei einer seelischen Krise gibt es kostenlose und anonyme Unterstützung, zum Beispiel bei der Telefonseelsorge; bei akuter Gefahr gilt der Notruf 112.
Vorbeugung
Eine Blutspende muss man nicht verhindern – aber die unangenehmen Begleiterscheinungen lassen sich gut vermeiden. Kommen Sie ausgeruht und mit einer leichten Mahlzeit im Bauch, trinken Sie vorher ausreichend und halten Sie nach der Spende die Ruhepause ein. Wer häufig spendet, sollte auf eisenreiche Ernährung und ausreichende Abstände achten.
Impfungen
Nach manchen Impfungen gibt es eine kurze Wartezeit, bis gespendet werden darf. Sagen Sie beim Gesundheitscheck, welche Impfungen Sie zuletzt hatten – das Team prüft es für Sie. Umgekehrt schützt eine Blutspende Sie nicht vor Krankheiten, Ihr eigener Impfschutz bleibt wichtig.
Früherkennungsprogramme
Jede Spende wird im Labor auf bestimmte Infektionserreger untersucht. Das dient vor allem dem Schutz der Empfängerinnen und Empfänger und ersetzt keinen Gesundheits-Check-up. Blutdruck, Puls und Hämoglobin werden bei jeder Spende gemessen – ein hilfreicher Nebeneffekt, aber ebenfalls kein Ersatz für Vorsorgeuntersuchungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wer nach der Spende sofort Sport macht oder zu wenig trinkt, riskiert Kreislaufprobleme bis hin zur Ohnmacht.
- Bei sehr häufigen Spenden kann der Eisenspeicher sinken. Das kann zu Müdigkeit und Blutarmut führen.
- Ein blauer Fleck kann sich ausbreiten, wenn der Arm zu früh wieder belastet wird.
- Fehlen Blutspenden, müssen Operationen verschoben werden, und manche Krebstherapien lassen sich nicht wie geplant durchführen.
Langzeitprognose
Für Sie selbst ist eine Blutspende meist eine kurze und gut verträgliche Sache, und Ihr Körper erholt sich schnell. Für andere Menschen kann sie lebensrettend sein. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie spenden dürfen, klären Sie das einfach vorher – ein offenes Gespräch mit dem Spendedienst oder Ihrer Hausarztpraxis nimmt die meisten Sorgen.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
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