Augenoperation: Der Operationstag — Tipps für einen sicheren und entspannten Ablauf
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Dieser Artikel erklärt, wie Sie sich am Tag einer Augenoperation richtig verhalten und was Sie an diesem Tag erwartet. Bei einer Augenoperation wird das Auge behandelt, zum Beispiel wenn die Augenlinse getrübt ist (grauer Star), der Augeninnendruck zu hoch ist (grüner Star), die Netzhaut beschädigt ist oder die Augenstellung korrigiert werden soll. Mit guter Vorbereitung läuft der Operationstag für Sie sicherer und ruhiger ab.
Wichtige Fakten
- Sie dürfen am Operationstag meist nichts mehr essen — Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt Ihnen genau, ab welcher Uhrzeit und wann Sie wieder trinken dürfen.
- Nehmen Sie eine Begleitperson mit: Nach dem Eingriff dürfen Sie selbst nicht Auto fahren.
- Bringen Sie eine Liste Ihrer Medikamente, Allergien und Vorerkrankungen mit.
- Nach der Operation schützt ein Verband oder eine Schutzklappe das Auge — tragen Sie diese, solange es verordnet ist.
- Bei starken Schmerzen, plötzlichem Sehverlust oder schwerer Übelkeit rufen Sie sofort den Notruf 112.
Ja. Augenoperationen gehören zu den häufigsten Eingriffen in Deutschland. Allein der graue Star wird hierzulande jedes Jahr viele hunderttausend Mal operiert. Die allermeisten Eingriffe verlaufen ohne Komplikationen.
Menschen in jedem Alter können eine Augenoperation benötigen. Besonders oft sind ältere Menschen betroffen, etwa bei grauem Star oder grünem Star. Auch Kinder werden operiert, zum Beispiel bei Schielen. Viele Eingriffe sind geplant, einige müssen jedoch schnell erfolgen.
Symptome
- Starke, nicht nachlassende Schmerzen im operierten Auge
- Plötzlicher kompletter Sehverlust auf einem Auge
- Schwere Übelkeit oder wiederholtes Erbrechen nach dem Eingriff
- Zeichen eines Schlaganfalls, zum Beispiel halbseitige Lähmung, hängender Mundwinkel oder verwaschene Sprache
- Starke Blutung mit schnell zunehmender Schwellung rund um das Auge
- ⚠Starke Rötung oder eitriger Ausfluss aus dem operierten Auge, besonders mit Fieber
- ⚠Zunehmende Verschlechterung des Sehens, obwohl eine Besserung erwartet wurde
- ⚠Blitze, Schatten oder ein dunkler Vorhang im Gesichtsfeld
- ⚠Unerträglicher Druck oder Fremdkörpergefühl im Auge, das nicht verschwindet
Häufige Symptome
- Leichte Nervosität oder innere Anspannung vor dem Eingriff — das ist völlig normal.
- Durch die aufweitenden Augentropfen ist das Sehen für einige Stunden verschwommen.
- Trockener Mund oder leichter Hunger, weil Sie nüchtern bleiben müssen.
- Müdigkeit oder leichte Benommenheit, solange die Beruhigung oder Narkose nachwirkt.
Symptome bei Kindern
- Kinder sind vor einem Eingriff oft ängstlich, weinerlich oder klammern sich an die Eltern.
- Auch Kinder müssen nüchtern bleiben, was sie unruhig und hungrig machen kann.
- Nach der Aufwachphase sind manche Kinder weinerlich oder kurze Zeit verwirrt.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen brauchen nach der Narkose manchmal länger, um wieder klar zu denken.
- Sie sind nach dem Eingriff oft müde und benötigen für einige Tage Hilfe im Alltag.
- Bei älteren Menschen kann der Blutdruck nach dem Aufstehen kurz abfallen — bitte langsam aufstehen und festhalten.
Ursachen
Hauptursachen
- Grauer Star (Katarakt): Die Augenlinse trübt sich ein, das Sehen wird neblig und blass — eine Operation kann die Linse ersetzen.
- Grüner Star (Glaukom): Der Augeninnendruck ist zu hoch und schädigt den Sehnerv — manchmal hilft nur eine Operation, den Druck zu senken.
- Netzhautablösung: Die Netzhaut löst sich vom Augenhintergrund — das ist ein Notfall und muss schnell operiert werden.
- Schielen (Strabismus): Die Augen stehen nicht parallel, besonders bei Kindern — eine Operation begradigt die Augenstellung.
- Verletzungen oder Fremdkörper: Augenverletzungen oder eingedrungene Fremdkörper müssen häufig operativ versorgt werden.
Risikofaktoren
- Diabetes, Bluthochdruck und Herzerkrankungen können das Risiko bei einer Augenoperation beeinflussen.
- Wenn Sie die Nüchternheitsregel nicht einhalten, kann der Eingriff gefährlicher werden oder verschoben werden.
- Eine fehlende Begleitperson ist riskant, weil Sie nach der Operation nicht selbst Auto fahren dürfen.
- Hektik, Stress und Schlafmangel am Operationstag können den Blutdruck erhöhen.
- Ein Infekt, etwa eine Erkältung oder eine Bindehautentzündung, kann eine Operation gefährlicher machen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Rufen Sie bei starken Schmerzen, plötzlichem Sehverlust oder schwerer Übelkeit nach der Operation sofort den Notruf 112.
- Bei Fieber, eitrigem Ausfluss oder einer stark zunehmenden Schwellung des Auges wenden Sie sich noch am selben Tag an Ihre Arztpraxis oder das Krankenhaus.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vor der Operation: Vereinbaren Sie ein ausführliches Aufklärungsgespräch und stellen Sie alle Fragen, die Ihnen wichtig sind.
- Nach der Operation: Ein Kontrolltermin bei der Augenärztin oder dem Augenarzt ist meist für den ersten oder zweiten Tag nach dem Eingriff geplant.
Diagnose
Die Diagnose, die zur Operation geführt hat, hat Ihre Augenärztin oder Ihr Augenarzt bereits vor dem Eingriff gestellt. Am Operationstag selbst macht das Team eine kurze Sicherheitskontrolle: Blutdruck, Puls sowie ein Gespräch über Medikamente, Allergien und den aktuellen Gesundheitszustand.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruck- und Pulskontrolle
- Untersuchung des Auges mit der Spaltlampe oder einem Augenspiegel
- Fragen zu Medikamenten, Allergien, letzter Mahlzeit und möglichen Infekten
- Bei Bedarf ein Elektrokardiogramm (EKG) zur Prüfung der Herzfunktion
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie kommen in einen Vorbereitungsraum und tragen bequeme Kleidung, die am Hals locker sitzt. Sie erhalten aufweitende Augentropfen. Für den Eingriff liegen Sie bequem — bei örtlicher Betäubung sind Sie wach und spüren keine Schmerzen, bei Vollnarkose schlafen Sie. Das Team spricht in jedem Fall vorher mit Ihnen und erklärt Ihnen jeden Schritt.
Behandlung
Die Behandlung ist eine Operation am Auge. Je nach Eingriff verwenden die Ärztinnen und Ärzte eine örtliche Betäubung, bei der Sie wach bleiben und nichts spüren, oder eine Vollnarkose. Danach wird das Auge in der Regel mit einem Verband oder einer Schutzklappe abgedeckt.
Selbsthilfe zu Hause
- Stellen Sie sicher, dass Sie jemand abholt und die ersten Stunden zu Hause begleitet.
- Tragen Sie am Operationstag bequeme Kleidung, die am Hals und Kopf locker sitzt.
- Lassen Sie Schmuck, Kontaktlinsen und Augen-Make-up zu Hause.
- Kommen Sie pünktlich und bringen Sie alle Unterlagen mit.
- Reiben Sie nicht am Auge und vermeiden Sie Bücken, Heben und Pressen.
- Halten Sie nach der Operation Ruhe: Legen Sie sich hin und warten Sie, bis das Auge belastbar ist.
Medizinische Behandlungen
Nach der Operation können ärztlich verordnete Augentropfen oder Augensalben Entzündungen vorbeugen und die Heilung unterstützen. Auch schmerzlindernde Mittel kann das Team bei Bedarf empfehlen. Welche Mittel für Sie geeignet sind, entscheidet allein Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Nehmen Sie keine Medikamente eigenmächtig ein und ändern Sie Ihre vorhandene Medikation nicht ohne ärztliche Freigabe.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist notwendig, wenn ohne Eingriff das Sehvermögen dauerhaft verloren geht, etwa bei einer Netzhautablösung, einem schweren grünen Star oder einer Verletzung. Bei Kindern mit Schielen wird sie empfohlen, damit die Augen gut zusammenarbeiten und ein räumliches Sehen entstehen kann.
Leben mit der Erkrankung
In den ersten Tagen nach der Operation brauchen Sie Geduld. Tropfen Sie das Auge genau nach Anweisung und tragen Sie nachts die Schutzklappe, wenn sie empfohlen wurde. Meist sind leichte Alltagsaktivitäten schon am nächsten Tag wieder möglich. Für Autofahren, Sport, Schwimmen und Sauna gilt: erst wieder, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es erlaubt.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie alle Nachkontrolltermine wahr.
- Waschen Sie sich gründlich die Hände, bevor Sie das Auge berühren oder tropfen.
- Schützen Sie das Auge beim Schlafen mit der Schutzklappe, falls verordnet.
- Meiden Sie in den ersten Wochen Staub, Rauch und Zugluft am Auge.
Ernährung und Bewegung
Nach dem Aufwachen ist leichte Kost meist gut verträglich. Ausreichend trinken hilft dem Körper, sich zu erholen. Sport und schweres Heben sollten Sie vermeiden, bis das medizinische Team Ihnen grünes Licht gibt — in der Regel einige Tage bis Wochen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Der Gedanke an eine Augenoperation kann Angst machen, zum Beispiel die Sorge, das Sehen könnte schlechter werden. Diese Gefühle sind nachvollziehbar und berechtigt. Sprechen Sie offen darüber — mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Angehörigen oder einer psychologischen Beratung. Nach einer erfolgreichen Operation erleben die meisten Menschen große Erleichterung und gewinnen Lebensqualität zurück. Wenn Sie sich seelisch stark belastet fühlen, können Sie sich an die kostenlose Telefonseelsorge wenden (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222).
Vorbeugung
Eine Augenerkrankung selbst lässt sich nicht immer verhindern, denn Alter und Veranlagung spielen eine große Rolle. Aber Sie können Komplikationen am Operationstag verhindern: Halten Sie sich an die Nüchternheitsregeln, nehmen Sie Ihre Medikamentenliste mit und informieren Sie das Team über alle Beschwerden. Eine gute Nachsorge beugt Problemen nach der Operation vor.
Impfungen
Lassen Sie vor einem geplanten Eingriff Ihren Impfschutz prüfen, zum Beispiel gegen Grippe oder Pneumokokken. Ein guter Impfschutz schützt vor Infektionen, die eine Operation erschweren könnten. Sprechen Sie dazu mit Ihrer Hausarztpraxis und Ihrem Operationsteam.
Früherkennungsprogramme
Mit dem Alter steigt das Risiko für Augenerkrankungen wie grauen oder grünen Star. Lassen Sie daher regelmäßig einen Augen-Check beim Augenarzt durchführen. Die Deutsche Gesellschaft für Augenheilkunde und die AWMF geben dazu Leitlinien und Empfehlungen heraus — fragen Sie Ihre Augenärztin oder Ihren Augenarzt danach.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine Infektion im Auge nach der Operation kann unbehandelt das Sehvermögen dauerhaft schädigen.
- Ein zu hoher Augeninnendruck kann den Sehnerv zerstören und zur Erblindung führen.
- Eine unbehandelte Netzhautablösung führt meist zu schwerem Sehverlust oder Erblindung.
- Nach einer Operation können Narben oder Verwachsungen entstehen, die das Sehen beeinträchtigen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden.
Langzeitprognose
Die allermeisten Augenoperationen sind heute sehr erfolgreich. Die große Mehrheit der Menschen sieht nach der Operation deutlich besser und kann ihren Alltag bald wieder normal gestalten. Ernsthafte Komplikationen sind selten, und das medizinische Team hat für Notfälle klare Abläufe. Mit guter Vorbereitung und sorgfältiger Nachsorge sind die Aussichten sehr gut.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.