Augeneingriff: Schritt für Schritt gut vorbereitet
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Augeneingriff ist eine Operation am Auge oder an den Augenlidern. Er wird zum Beispiel bei grauem Star (Katarakt), grünem Star (Glaukom) oder Netzhautproblemen durchgeführt. Eine gute Vorbereitung hilft, dass der Eingriff sicher abläuft und Ihr Auge schnell heilt.
Wichtige Fakten
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie Sie sich auf den Eingriff vorbereiten sollen.
- Oft ist eine Untersuchung des Auges und eine Messung der Augenwerte nötig.
- Sie dürfen nach dem Eingriff nicht selbst Auto fahren – planen Sie eine Begleitung.
- Befolgen Sie die Hinweise zu Essen und Trinken vor der Operation.
Augenoperationen gehören zu den häufigsten Operationen in Deutschland. Jedes Jahr werden zum Beispiel viele hunderttausend Katarakt-Operationen durchgeführt.
Sie betreffen Menschen jeden Alters, aber besonders ältere Menschen, weil Augenkrankheiten wie Katarakt oder Makuladegeneration mit dem Alter häufiger werden.
Symptome
- Plötzlicher, sehr starker Augenschmerz
- Plötzlicher Sehverlust auf einem oder beiden Augen
- Schwere Verletzung des Auges
- Blitze oder schwarzer Vorhang im Sichtfeld
- ⚠Neu aufgetretene Sehstörungen wie Doppelbilder
- ⚠Rötung mit heftigen Schmerzen
- ⚠Fremdkörper, der ins Auge eingedrungen ist
- ⚠Plötzlich geschwollenes oder tränendes Auge mit Sehverschlechterung
Häufige Symptome
- Verschwommenes Sehen oder Sehverschlechterung
- Augenschmerzen oder Druckgefühl im Auge
- Rötung des Auges
- Blitze oder Schatten im Sichtfeld
- Plötzlicher Sehverlust
Symptome bei Kindern
- Schielen oder auffällige Augenstellung
- Weißlich getrübte Pupille (frühes Anzeichen für Katarakt)
- Kind blinzelt sehr oft oder reibt sich ständig die Augen
- Klagen über Kopfschmerzen, zum Beispiel in der Schule
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verschlechterung des Sehens, z. B. beim Lesen oder Autofahren
- Blendempfindlichkeit oder Halos um Lichtquellen
- Verlust des Kontrastsehens
- Häufiges Stolpern oder Stürze wegen schlechter Sicht
Ursachen
Hauptursachen
- Grauer Star (Katarakt): Die natürliche Linse trübt sich ein.
- Grüner Star (Glaukom): Der Sehnerv wird durch zu hohen Augeninnendruck geschädigt.
- Netzhautablösung: Die Netzhaut löst sich von ihrer Unterlage.
- Makuladegeneration: Die Stelle des schärfsten Sehens wird geschädigt.
- Hornhautverkrümmung oder andere Formfehler des Auges
- Augenverletzungen oder Infektionen
Risikofaktoren
- Alter
- Diabetes
- Bluthochdruck
- Starke Kurzsichtigkeit
- Rauchen
- Familiäre Veranlagung für Augenkrankheiten
- Frühere Augenverletzungen oder Augenoperationen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Sehverschlechterung, Augenschmerzen oder Augenverletzung sollten Sie noch am selben Tag einen Augenarzt aufsuchen oder sich in der Augennotaufnahme vorstellen.
- Wenn Sie vor einem geplanten Eingriff plötzlich neue Symptome bemerken, informieren Sie sofort Ihre Arztpraxis oder die Klinik.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie langsam schlechter sehen, eine Brille nicht mehr ausreicht oder Sie Beschwerden im Auge bemerken, vereinbaren Sie einen Termin beim Augenarzt.
Diagnose
Ein Augenarzt oder eine Augenärztin untersucht Ihr Auge mit verschiedenen Geräten. Dazu gehören Sehtest, Spaltlampenuntersuchung, Augeninnendruckmessung und gegebenenfalls eine Untersuchung des Augenhintergrundes.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtest (Visusbestimmung)
- Spaltlampenuntersuchung
- Augeninnendruckmessung (Tonometrie)
- Untersuchung des Augenhintergrunds (Ophthalmoskopie)
- Optische Kohärenztomographie (OCT) zur Darstellung der Netzhaut
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist schmerzfrei. Sie sitzen dabei an einem Gerät. Es kann sein, dass Augentropfen zur Erweiterung der Pupille gegeben werden, dann ist das Sehen für einige Stunden verschwommen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung. Oft ist eine Operation der beste Weg, um das Sehen zu erhalten oder zu verbessern. Vor der Operation werden Sie ausführlich über den Ablauf aufgeklärt.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie bei Bedarf eine Begleitperson mit.
- Besorgen Sie nach ärztlicher Beratung allenfalls benötigte Schmerzmittel – fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker.
- Vermeiden Sie nach der Operation Anstrengung am Auge, z. B. schweres Heben.
- Ziehen Sie Kleidung an, die Sie leicht über den Kopf ziehen und wieder ausziehen können.
- Fragen Sie, ob Sie Ihre Medikamente wie gewohnt einnehmen sollen.
Medizinische Behandlungen
Augenoperationen werden meist mit örtlicher Betäubung durchgeführt, manchmal mit Vollnarkose. Bei einer Kataraktoperation wird die trübe Linse durch eine künstliche Linse ersetzt. Bei Laserbehandlungen wird die Hornhaut geformt. Das genaue Vorgehen erklärt Ihnen Ihr Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird dann empfohlen, wenn die Augenkrankheit das Sehen stark beeinträchtigt oder wenn Komplikationen wie eine Netzhautablösung drohen.
Leben mit der Erkrankung
Nach dem Eingriff sollten Sie sich schonen und den Anweisungen des Arztes folgen. Schützen Sie Ihr Auge mit einem Verband oder einer Plastikschale, wenn dies angeordnet ist. Vermeiden Sie Staub, Zugluft und intensives Reiben.
Tipps für den Alltag
- Vereinbaren Sie Fahrten zum Kontrolltermin.
- Nehmen Sie bei Bedarf eine Sonnenbrille mit, da das Auge lichtempfindlich sein kann.
- Verwenden Sie vom Arzt empfohlene Augentropfen.
- Planen Sie für einige Tage keine schweren körperlichen Tätigkeiten.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen und ausreichend Flüssigkeit unterstützt die Wundheilung. Vermeiden Sie in den ersten Tagen Sport, Schwimmen und Sauna. Leichte Spaziergänge sind in der Regel erlaubt, aber fragen Sie vorher Ihren Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Augenoperation kann Stress und Angst auslösen. Es ist normal, sich unsicher zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen – er kann Ihnen helfen, Ängste zu nehmen. Bei anhaltenden Ängsten kann ein psychologisches Gespräch helfen.
Vorbeugung
Nicht jede Augenerkrankung ist vermeidbar. Eine schützende Brille bei Risikosportarten, gute Blutzuckereinstellung bei Diabetes, Kontrolle des Blutdrucks und Schutz vor UV-Strahlung können das Risiko für einige Augenerkrankungen senken.
Impfungen
Gegen manche Infektionen, die das Auge betreffen können, gibt es Schutzimpfungen. Für Augenoperationen selbst gibt es keine spezielle Impfung.
Früherkennungsprogramme
Ab 40 Jahren können regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt helfen, Augenkrankheiten früh zu erkennen, vor allem wenn Sie Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck haben.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn Augenkrankheiten wie Glaukom oder Netzhautablösung unbehandelt bleiben, kann das Sehvermögen dauerhaft geschädigt werden.
- Bei Katarakt führt unbehandelt die zunehmende Sehbeeinträchtigung zu Einschränkungen im Alltag und bei der Mobilität.
- Ein Gefäßverschluss im Auge (Augeninfarkt) kann zu bleibender Sehminderung führen.
Langzeitprognose
Die meisten Augenoperationen sind sicher und werden erfolgreich durchgeführt. Die Sehkraft bessert sich bei vielen Menschen deutlich. Je früher eine behandlungsbedürftige Augenerkrankung erkannt wird, desto besser sind die Chancen, das Sehen zu erhalten. Ihr Ärzteteam begleitet Sie vor, während und nach dem Eingriff.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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