Die Nebenhöhlen nach der Behandlung: Gut zu Hause erholen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Nasennebenhöhlen sind kleine, luftgefüllte Räume im Schädelknochen um die Nase. Bei einer Entzündung schwellen die Schleimhäute an und es kann sich Sekret stauen. Nach einer ärztlichen Behandlung – oder bei leichten Verläufen ohne Arztbesuch – können Sie zu Hause viel dafür tun, dass die Schleimhäute abschwellen, das Sekret abfließt und sich die Nebenhöhlen erholen.
Wichtige Fakten
- Feuchte Luft und viel Trinken helfen, zähes Sekret zu verflüssigen.
- Dampfinhalationen und Nasenspülungen mit Kochsalzlösung sind einfache und wirksame Selbsthilfe-Schritte.
- Bei starken Schmerzen, Schwellungen im Gesicht oder Sehstörungen sollten Sie sofort den Notruf 112 wählen.
Ja, fast jeder Mensch hat irgendwann eine Entzündung der Nasennebenhöhlen – oft als Begleitung einer Erkältung.
Sie kann Menschen jeden Alters betreffen. Besonders häufig sind Personen mit Allergien, geschwächtem Immunsystem oder anatomisch engen Abflüssen der Nebenhöhlen betroffen.
Symptome
- Plötzliche Sehstörungen oder Doppelbilder
- Nackensteifigkeit in Verbindung mit Fieber – das kann ein Zeichen für eine Ausbreitung der Infektion sein
- Bewusstseinstrübung, starke Benommenheit oder Verwirrtheit
- Schwere Atemnot
- ⚠Hohes Fieber über 39 °C, das nicht sinkt
- ⚠Rötung oder starke Schwellung um ein Auge oder auf der Stirn
- ⚠Starke Gesichtsschmerzen, die trotz einfacher Maßnahmen schlimmer werden
- ⚠Verschlechterung nach anfänglicher Besserung – also zwei Krankheitsphasen nacheinander
Häufige Symptome
- Druck- oder Schmerzgefühl im Gesicht, besonders an Stirn, Wangen oder hinter den Augen
- Verstopfte Nase und erschwerte Nasenatmung
- Zäher, gelblicher oder grünlicher Ausfluss aus der Nase oder in den Rachen
- Eingeschränkter Geruchs- und Geschmackssinn
- Kopfschmerzen oder Schmerzen im oberen Zahnbereich
Symptome bei Kindern
- Neben den oben genannten Zeichen: Reizhusten, Müdigkeit, Ohrenschmerzen oder ein Gefühl der „Verstopfung“ im Kopf
- Kinder können reizbar sein, schlecht trinken oder unruhig schlafen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Beschwerden sind oft weniger eindeutig: Verwirrtheit, Antriebslosigkeit oder Appetitverlust können im Vordergrund stehen
- Hohes Fieber ist seltener, aber ein allgemein schlechtes Befinden und zunehmende Schwäche sind möglich
Ursachen
Hauptursachen
- In den meisten Fällen folgt die Entzündung auf einen Erkältungsinfekt, der die Schleimhäute anschwellen lässt
- Allergien, die die Nasenschleimhaut dauerhaft reizen
- Anatomische Engstellen oder eine verkrümmte Nasenscheidewand, die den Abfluss behindern
- Zahninfektionen, die in die Kieferhöhle übergreifen
Risikofaktoren
- Rauchen oder regelmäßiges Einatmen von trockener Luft oder Schadstoffen
- Allergien, Asthma oder ein geschwächtes Immunsystem
- Langes Liegen bei einer Erkältung, wenn das Sekret nicht abfließen kann
- Tauchen oder Fliegen bei verstopfter Nase
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Fieber über 39 °C, starken Schwellungen im Gesicht oder an den Augenlidern, heftigen Kopfschmerzen oder Sehstörungen suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe auf
- Wenn sich eine Rötung oder Schwellung an Auge oder Stirn ausbreitet
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden länger als 10 bis 14 Tage anhalten
- Wenn Sie öfter als zwei- bis dreimal pro Jahr Nebenhöhlenentzündungen haben
- Wenn Hausmittel nach einigen Tagen keine spürbare Besserung bringen
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin fragt nach Ihren Beschwerden und der Dauer, tastet Gesicht und Kieferhöhlen ab und schaut mit einem Leuchtspiegel in die Nase. So lassen sich oft schon Hinweise auf eine Entzündung der Nebenhöhlen finden.
Mögliche Untersuchungen
- Nasen-Endoskopie: Ein dünner Schlauch mit einer kleinen Kamera gibt einen Blick auf die Schleimhäute und die Ausgänge der Nebenhöhlen
- Bei Bedarf Ultraschall, Röntgen oder Computertomografie (CT), um die Entzündung genauer darzustellen
- Abstriche oder Allergietests, wenn ein bestimmter Erreger oder eine Allergie vermutet wird
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei. Sie sitzen oder liegen entspannt, der Arzt schaut kurz in Ihre Nase und erklärt, was er sieht. Meist erhalten Sie gleich eine Einschätzung und Empfehlungen für die nächsten Schritte.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache und Schwere der Entzündung ab. In vielen Fällen reicht eine konsequente Selbstfürsorge zu Hause. Der Arzt kann zusätzlich unterstützende Medikamente vorschlagen. Ziel ist immer, die Schleimhaut abzuschwellen, das Sekret abfließen zu lassen und die Infektion auszuheilen. In Deutschland orientieren sich Ärztinnen und Ärzte dabei an der S2k-Leitlinie der AWMF zur Behandlung von Nasennebenhöhlenentzündungen.
Selbsthilfe zu Hause
- Mehrmals täglich über einer Schüssel mit heißem Wasser vorsichtig den aufsteigenden Wasserdampf einatmen – mit ausreichend Abstand, um Verbrennungen zu vermeiden
- Nasenspülungen mit handelsüblicher Kochsalzlösung können helfen, Sekret und reizende Partikel aus der Nase zu spülen
- Viel trinken – am besten Wasser oder ungesüßter Tee – um das Sekret flüssiger zu machen
- Schlafen mit erhöhtem Oberkörper, damit das Sekret besser abfließen kann
- Warme, feuchte Umschläge auf Stirn und Wangen für einige Minuten, mehrmals täglich
- Den Körper schonen und ausreichend schlafen, damit das Immunsystem arbeiten kann
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann abschwellende Nasensprays für einige Tage empfehlen – aber nicht länger als etwa eine Woche, weil sie die Schleimhaut bei längerer Anwendung reizen. Auch entzündungshemmende Schmerzmittel oder – falls eine bakterielle Infektion vorliegt – Antibiotika können zum Einsatz kommen. Alle Medikamente sollten Sie nur nach ärztlicher Rücksprache und in der empfohlenen Anwendungsdauer anwenden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die Entzündung immer wiederkehrt oder anatomische Engstellen den Abfluss dauerhaft blockieren, kann eine kleine Operation helfen. Dabei wird der Ausgang der betroffenen Nebenhöhle erweitert. Ob ein Eingriff sinnvoll ist, besprechen Sie am besten mit einem HNO-Arzt oder einer HNO-Ärztin.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie in den ersten Tagen ausreichend Ruhe ein. Gehen Sie an die frische Luft, aber vermeiden Sie starke Anstrengung. Achten Sie darauf, dass die Raumluft nicht zu trocken ist – zum Beispiel mit einem Luftbefeuchter oder feuchten Tüchern auf der Heizung.
Tipps für den Alltag
- Auf Rauchen und Passivrauchen verzichten – das reizt die Schleimhäute
- Allergene wie Staub oder Pollen möglichst meiden, wenn Sie allergisch reagieren
- Tägliche, schonende Bewegung wie Spazierengehen fördert die Durchblutung und den Sekretabfluss
- Für ausgeglichene Luftfeuchtigkeit sorgen, besonders im Schlafzimmer
Ernährung und Bewegung
Essen Sie ausgewogen mit viel Obst und Gemüse und trinken Sie ausreichend. Leichte Bewegung an der frischen Luft ist gut, während Sport, Saunagänge oder Schwimmbadbesuche bei akuten Beschwerden besser verschoben werden. Gönnen Sie Ihrem Körper die nötige Erholung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Beschwerden können müde machen und die Stimmung belasten. Es ist ganz normal, wenn Sie sich während einer längeren Erkrankung erschöpft fühlen. Planen Sie Pausen ein und sprechen Sie mit vertrauten Menschen über das, was Sie belastet.
Vorbeugung
Nicht jede Entzündung lässt sich verhindern, aber das Risiko lässt sich senken: Regelmäßiges Händewaschen, ausreichend Schlaf und eine gesunde Nasenschleimhaut – zum Beispiel durch feuchte Luft und viel Trinken – können helfen.
Impfungen
Impfungen gegen Grippe und bestimmte Atemwegserreger können dazu beitragen, Erkältungskrankheiten und damit verbundene Nebenhöhlenentzündungen zu vermeiden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über Ihren Impfschutz.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Entzündung kann sich auf die Augenhöhle oder das Gehirn ausbreiten – das ist selten, aber ernst und muss sofort behandelt werden
- Aus einer akuten Entzündung kann eine chronische Form entstehen, die länger anhält oder immer wiederkehrt
- Bei Menschen mit Asthma kann eine unbehandelte Nebenhöhlenentzündung die Atemwegsbeschwerden verstärken
Langzeitprognose
Mit guter Selbstfürsorge und – wenn nötig – ärztlicher Begleitung heilt die überwiegende Zahl der Nebenhöhlenentzündungen vollständig aus. Auch bei wiederkehrenden Beschwerden gibt es heute wirksame Behandlungen. Bleiben Sie im Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, dann finden Sie gemeinsam einen guten Weg.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- HNO-Arztpraxis in Ihrer Nähe · Deutschland
- Patientenberatung Ihrer Krankenkasse · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.