Sinus-Operation: Tipps für den Tag des Eingriffs
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Operation der Nasennebenhöhlen (Sinus-Operation) ist ein Eingriff, bei dem der Arzt verengte oder verschlossene Nebenhöhlen öffnet. Dabei werden entzündete Schleimhaut oder Wucherungen (Polypen) entfernt. Das Ziel ist, dass die Nebenhöhlen wieder besser belüftet werden und Sekret abfließen kann. Der Eingriff findet meist unter Vollnarkose statt.
Wichtige Fakten
- Sie müssen in der Regel nüchtern erscheinen – das heißt: keine feste Nahrung, keine Milch, kein Kaffee. Die Klinik sagt Ihnen genau, ab wann Sie nichts mehr essen oder trinken dürfen.
- Bringen Sie Ihren Ausweis, die Versichertenkarte und eine aktuelle Medikamentenliste mit.
- Planen Sie eine Begleitperson, die Sie nach dem Eingriff abholt und nach Hause bringt.
Die Sinus-Operation ist ein häufiger Eingriff in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Viele Menschen mit chronischen Nasennebenhöhlenproblemen werden auf diese Weise behandelt.
Betroffen sind meist Erwachsene mit einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung, die mit Medikamenten nicht ausreichend besser wird. Auch Kinder mit starken Polypen oder angeborenen Engen können operiert werden.
Symptome
- Schwere Atemnot oder Erstickungsgefühl
- Starke Brustschmerzen oder Herzrasen
- Plötzliche Sehstörungen oder starke Kopfschmerzen mit Nackensteifheit
- ⚠Fieber über 38 °C am Operationstag
- ⚠Ausgeprägte Erkältung mit starkem Husten oder eitrigem Auswurf
- ⚠Kontakt zu einer Person mit einer ansteckenden Krankheit wie Masern oder Windpocken
Häufige Symptome
- Neue Erkältungszeichen wie Schnupfen, Halskratzen oder Husten – das sollten Sie Ihrem Behandlungsteam unbedingt melden.
- Fieber oder Schüttelfrost am Operationstag.
- Allergische Beschwerden, die die Atmung erschweren.
Symptome bei Kindern
- Fieber, Husten oder ein frischer Schnupfen muss dem Narkoseteam am Morgen gemeldet werden.
- Auch Durchfall oder Erbrechen ist wichtig, weil das Kind dann Flüssigkeit verliert.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nehmen Sie Ihre Blutverdünner oder Blutdruckmittel nicht eigenmächtig ab – sprechen Sie zuerst mit dem Ärzteteam.
- Begleiterkrankungen wie Diabetes, Herzschwäche oder Nierenprobleme sind für die Narkose wichtig und sollten am Operationstag genannt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), die länger als zwölf Wochen dauert und auf Medikamente nicht anspricht.
- Wucherungen der Nasenschleimhaut, sogenannte Polypen, die die Atemwege blockieren.
- Anatomische Verengungen der Öffnungen der Nasennebenhöhlen.
Risikofaktoren
- Allergien, Asthma oder ein geschwächtes Immunsystem.
- Rauchen und Passivrauchen reizen die Schleimhäute.
- Zahnerkrankungen im Oberkiefer können die Nebenhöhlen infizieren.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie am Operationstag Fieber bekommen oder einen starken neuen Husten entwickeln, informieren Sie sofort die Klinik.
- Wenn Sie unsicher sind, ob Sie bestimmte Medikamente am Morgen einnehmen dürfen, fragen Sie rechtzeitig nach.
- Wenn Sie Zeichen einer schweren Infektion bemerken, zum Beispiel zunehmende Gesichtsschwellung oder Atemnot.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Zum Aufklärungsgespräch einige Tage vor der Operation, bei dem alle Details besprochen werden.
- Wenn Sie Fragen zu Krankmeldung, Nachsorge oder dem Verhalten zu Hause haben.
Diagnose
Vor der Operation wird die Nase mit einem Endoskop untersucht. Das ist ein dünner Schlauch mit einer kleinen Kamera. Damit erkennt der Arzt Entzündungen, Polypen oder Engstellen. Zusätzlich wird oft eine Computertomographie (CT) der Nasennebenhöhlen gemacht, um die Anatomie genau zu sehen.
Mögliche Untersuchungen
- Nasenendoskopie – Spiegelung der Nase mit einer feinen Kamera.
- Computertomographie (CT) der Nasennebenhöhlen.
- Bei Bedarf ein Allergietest und ein Riechtest.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie erhalten vor der Operation einen Aufklärungstermin, bei dem der Ablauf erklärt wird. Am Tag des Eingriffs wird das Narkoseteam Sie persönlich begrüßen und alle wichtigen Fragen klären. Es ist normal, etwas aufgeregt zu sein – die Fachleute sind dafür da und haben viel Erfahrung.
Behandlung
Die Behandlung umfasst die Vorbereitung zu Hause, den Eingriff selbst und die Nachsorge. Am Operationstag ist das Wichtigste, nüchtern zu bleiben und die Anweisungen des Teams zu befolgen. Nach der Operation bleiben Sie einige Stunden zur Beobachtung, bis Sie wieder sicher wach sind.
Selbsthilfe zu Hause
- Ab der vom Krankenhaus genannten Uhrzeit nichts mehr essen oder trinken – auch kein Wasser, kein Kaugummi und nicht rauchen.
- Am Morgen duschen, aber keine Cremes, Make-up, Deodorant oder Nagellack verwenden, weil sie die Überwachung stören können.
- Nehmen Sie keine Wertgegenstände mit. Eine kleine Tasche mit bequemer Kleidung für danach ist sinnvoll.
Medizinische Behandlungen
Nach dem Eingriff erhalten Sie vom Arzt Medikamente, die Schmerzen lindern und die Schleimhaut abschwellen lassen. Das können Tabletten oder Nasensprays sein. Antibiotika werden nur eingesetzt, wenn eine bakterielle Infektion vorliegt. Bitte sprechen Sie alle Medikamente – auch pflanzliche Mittel – vorher mit Ihrem Behandlungsteam ab.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird empfohlen, wenn trotz Nasenspülungen, kortisonhaltigen Sprays und anderen Maßnahmen weiterhin starke Beschwerden bestehen, Polypen die Atmung behindern oder Entzündungen immer wieder auftreten. Die Entscheidung treffen Sie gemeinsam mit Ihrer HNO-Ärztin oder Ihrem HNO-Arzt.
Leben mit der Erkrankung
Nach dem Eingriff ist die Nase meist etwas verstopft und es kann etwas blutiges Sekret austreten. Das ist normal. Der Körper braucht ein paar Tage, um abzuschwellen. In den ersten Tagen sollten Sie sich schonen und den Kopf beim Liegen leicht hoch lagern.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie für etwa eine Woche schweres Heben, Bücken und starkes Pressen.
- Schneuzen Sie die Nase nur ganz sanft und mit offenem Mund, damit der Druck nicht zu groß wird.
- Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee, um die Schleimhäute feucht zu halten.
Ernährung und Bewegung
Am Operationstag ab der vorgegebenen Uhrzeit nichts essen oder trinken. Nach dem Aufwachen erhalten Sie leichte Kost und etwas zu trinken. Sport, Sauna und Schwimmen sind für etwa ein bis zwei Wochen nicht empfehlenswert. Gehen Sie spazieren, das ist gut und erlaubt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Es ist völlig normal, sich vor einer Operation nervös zu fühlen. Aufregung kann die Wahrnehmung von Schmerzen verstärken. Sagen Sie dem Team, wenn Sie ängstlich sind – es gibt gute Möglichkeiten, Sie zu unterstützen und ruhig zu begleiten.
Vorbeugung
Eine Sinus-Operation lässt sich nicht immer vermeiden, wenn sie medizinisch nötig ist. Sie können aber den Heilungsverlauf unterstützen, indem Sie auf das Rauchen verzichten, Allergien gut behandeln und die Nachsorgetermine einhalten.
Impfungen
Es gibt keinen speziellen Impfstoff gegen Nasennebenhöhlenentzündungen. Eine Grippeimpfung kann aber das Risiko für Infektionen senken, die die Nebenhöhlen reizen. Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt darüber.
Früherkennungsprogramme
Ein routinemäßiges Screening für Nasennebenhöhlenprobleme gibt es nicht. Wenn Sie wiederkehrende oder chronische Beschwerden haben, ist die HNO-Praxis die richtige Anlaufstelle.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine schwere, unbehandelte Nasennebenhöhlenentzündung kann sich auf das Auge oder – sehr selten – auf das Gehirn ausbreiten.
- Dauerhafte Entzündung kann zu Wucherungen (Polypen) führen, die die Atmung blockieren.
Langzeitprognose
Die allermeisten Menschen fühlen sich nach einer Sinus-Operation deutlich besser. Die Nasenatmung wird freier, Druckkopfschmerzen nehmen ab und viele Infekte treten seltener auf. Mit etwas Geduld und den richtigen Nachsorge-Tipps ist die Heilung in der Regel unkompliziert.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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