Vorbereitung auf einen Eingriff an den Nasennebenhöhlen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Nasennebenhöhleneingriff ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem verengte oder entzündete Nasennebenhöhlen geöffnet werden, damit Luft und Sekret besser abfließen können. Meist wird die Operation über die Nase durchgeführt, ohne sichtbare Narben im Gesicht. Ziel ist es, Beschwerden wie anhaltende Verstopfung und Druckgefühl zu lindern.
Wichtige Fakten
- Vor dem Eingriff führen Ärztinnen und Ärzte ein ausführliches Aufklärungsgespräch und eine körperliche Untersuchung durch.
- In den Stunden vor der Operation müssen Sie nüchtern bleiben – Ihr Behandlungsteam gibt Ihnen genaue Anweisungen.
- Eventuell müssen Sie bestimmte Medikamente kurze Zeit absetzen, zum Beispiel blutverdünnende Mittel – nur nach ärztlicher Anweisung.
- Die Operation erfolgt meist minimal-invasiv über die Nase; die meisten Menschen können nach ein bis zwei Wochen ihren Alltag wieder aufnehmen.
Ja, Eingriffe an den Nasennebenhöhlen gehören zu den häufigeren HNO-Operationen in Deutschland.
Sie werden bei Erwachsenen und Kindern durchgeführt, vor allem bei chronischen Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder bei Nasenpolypen. Menschen jeden Alters können betroffen sein.
Symptome
- Rufen Sie sofort die 112 an, wenn Sie plötzliche Sehstörungen oder Doppelbilder bemerken.
- Rufen Sie sofort die 112 an bei hohem Fieber mit steifem Nacken.
- Rufen Sie sofort die 112 an bei Atemnot, Bewusstlosigkeit oder einer starken Schwellung rund um das Auge.
- Nach einem Eingriff: Rufen Sie sofort die 112 an, wenn die Blutung aus der Nase trotz Druck nicht aufhört.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe, wenn Sie Fieber über 38,5 °C haben.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe bei starken, nicht nachlassenden Kopf- oder Gesichtsschmerzen.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe bei eitrigem oder übelriechendem Nasenausfluss nach einem Eingriff.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe bei einem geschwollenen oder geröteten Auge.
Häufige Symptome
- länger anhaltende verstopfte Nase
- Druckgefühl im Gesicht, besonders um die Augen oder an der Stirn
- Kopfschmerzen
- eingeschränkter oder verlorener Geruchssinn
- zäher Schleim oder eitriger Ausfluss aus der Nase
- Husten, der nachts oder morgens schlimmer wird
Symptome bei Kindern
- verstopfte Nase mit Mundatmung
- Schnarchen oder unruhiger Schlaf
- anhaltender Husten oder wiederkehrende Ohrenschmerzen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Druckgefühl im Gesicht wird oft weniger stark wahrgenommen
- anhaltende Müdigkeit oder allgemeines Unwohlsein
- Schwindel
Ursachen
Hauptursachen
- chronische oder wiederkehrende Entzündungen der Nasennebenhöhlen
- Nasenpolypen (gutartige Schleimhautwucherungen)
- eine stark gekrümmte Nasenscheidewand
- verengte Abflusswege der Nebenhöhlen
Risikofaktoren
- Allergien wie Heuschnupfen
- Asthma
- Rauchen oder regelmäßige Belastung mit Staub und Reizstoffen
- ein geschwächtes Immunsystem
- Veränderungen der Anatomie der Nase
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Ihre Beschwerden trotz Behandlung länger als drei Monate bestehen.
- Wenn Sie pro Jahr viermal oder öfter eine Nasennebenhöhlenentzündung haben.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei wiederkehrenden Beschwerden wie verstopfter Nase, Gesichtsschmerz oder Riechstörungen vereinbaren Sie einen Termin in einer HNO-Praxis.
- Wenn eine Operation bevorsteht, nutzen Sie das Aufklärungsgespräch für all Ihre Fragen.
Diagnose
Die HNO-Ärztin oder der HNO-Arzt fragt nach Ihren Beschwerden, schaut in die Nase und tastet das Gesicht ab. Häufig wird eine Nasenendoskopie mit einem dünnen, biegsamen Schlauch durchgeführt, um die Nasengänge und die Ausgänge der Nebenhöhlen zu beurteilen.
Mögliche Untersuchungen
- Nasenendoskopie
- Computertomographie (CT) der Nasennebenhöhlen
- Allergietest
- Riechtest
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Ärztin oder der Arzt erklärt jeden Schritt und sagt Ihnen, ob Sie mit der Vorbereitung beginnen können. Falls eine Operation geplant ist, erhalten Sie einen Termin zum Aufklärungsgespräch und zur Narkoseabklärung. Sie dürfen Fragen stellen.
Behandlung
Die genaue Vorbereitung hängt vom Ausmaß des Eingriffs und Ihrer Gesundheit ab. Das Behandlungsteam erstellt einen Plan, der ein Aufklärungsgespräch, die Narkosevorbereitung und Anweisungen für zu Hause umfasst. Die Behandlung richtet sich nach der Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).
Selbsthilfe zu Hause
- Bringen Sie eine Liste aller Medikamente und aktuellen Befunde zum Aufklärungsgespräch mit.
- Halten Sie am Operationstag die Nüchternheitsregeln ein.
- Organisieren Sie eine Begleitperson für die Abholung nach dem Eingriff.
- Legen Sie zu Hause Dinge wie Taschentücher, Kochsalzlösung für die Nasenspülung und lockere Kleidung bereit.
- Verzichten Sie mindestens einige Tage vor und nach dem Eingriff auf das Rauchen.
Medizinische Behandlungen
Vor dem Eingriff können Sprays mit abschwellender Wirkung oder mit einem Kortison-Arzneistoff verordnet werden, um die Schleimhaut abzuschwellen. Nur wenn eine bakterielle Infektion vorliegt, wird ein Antibiotikum gegeben. Diese Entscheidungen trifft die Ärztin oder der Arzt individuell. Schmerzmittel erhalten Sie nach der Operation nur in der verordneten Form und Dosierung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird meist dann empfohlen, wenn die Therapie mit Medikamenten über einen längeren Zeitraum nicht ausreicht oder die Beschwerden stark einschränken. Auch bei Komplikationen, etwa einem Abszess oder einer Beteiligung des Auges, kann ein Eingriff nötig sein.
Leben mit der Erkrankung
In den ersten Tagen nach dem Eingriff können die Nase verstopft, die Schleimhaut geschwollen und Krustenbildung im Vordergrund sein. Das ist normal. Am besten folgen Sie den Anweisungen zur Nasenpflege, zum Beispiel mit Nasenspülungen oder vorsichtigem Abschwellen.
Tipps für den Alltag
- Führen Sie Nasenspülungen nach Anleitung durch, um Krusten zu lösen.
- Trinken Sie ausreichend und schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper, um die Schwellung zu reduzieren.
- Vermeiden Sie schweres Heben, starkes Pressen und intensiven Sport für etwa zwei Wochen.
- Nicht in die Nase fassen oder die Nase kräftig schnäuzen.
Ernährung und Bewegung
Am Operationstag müssen Sie nüchtern bleiben. Am Tag danach ist leichte, leicht verdauliche Kost empfehlenswert. Beginnen Sie erst nach Rücksprache wieder mit Sport – begonnen wird meist mit ruhigen Aktivitäten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Zeit vor einer Operation ist oft mit Aufregung und Fragen verbunden. Das ist ganz normal. Ein offenes Gespräch mit dem Behandlungsteam, ein fester Plan und Entspannungsübungen können helfen, Ängste abzubauen.
Vorbeugung
Nicht jede Erkrankung der Nasennebenhöhlen lässt sich verhindern, aber ein gesunder Lebensstil hilft. Behandeln Sie Allergien konsequent und meiden Sie Rauch und Schadstoffe in der Luft.
Impfungen
Eine Impfung gegen Grippe oder Pneumokokken kann sinnvoll sein, um Atemwegsinfekte zu vermeiden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening für Nasennebenhöhlenprobleme. Eine regelmäßige Kontrolle ist nur bei anhaltenden Beschwerden sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- unbehandelte chronische Entzündung mit dauerhafter Beeinträchtigung der Nasenatmung
- Wachstum von Nasenpolypen, die den Geruchssinn dauerhaft schädigen können
- sehr selten: Ausbreitung der Entzündung auf die umliegenden Bereiche wie Auge oder Hirn
Langzeitprognose
Die Aussichten nach einem Nasennebenhöhleneingriff sind insgesamt sehr gut. Die meisten Menschen werden von ihren Beschwerden deutlich entlastet und sind mit dem Ergebnis zufrieden. Wie genau der Verlauf bei Ihnen ist, kann Ihr Behandlungsteam Ihnen am besten einschätzen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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