Selbsthilfegruppen: Gemeinsam durch die Krankheit
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Selbsthilfegruppe ist ein Treffen von Menschen mit ähnlichen gesundheitlichen Problemen oder Lebensfragen. Sie tauschen Erfahrungen aus, geben sich Tipps und unterstützen sich gegenseitig. Selbsthilfegruppen ersetzen keine ärztliche Behandlung, aber sie ergänzen sie und helfen im Alltag.
Wichtige Fakten
- In Deutschland gibt es viele Tausend Selbsthilfegruppen zu den unterschiedlichsten Erkrankungen.
- Die Teilnahme ist meist kostenlos oder nur mit einem kleinen Beitrag verbunden.
- Alles, was in der Gruppe gesagt wird, bleibt vertraulich – alle Mitglieder sind zum Schweigen verpflichtet.
Ja, Selbsthilfegruppen sind in Deutschland weit verbreitet. Man schätzt, dass mehrere Millionen Menschen in Selbsthilfe aktiv sind.
Selbsthilfegruppen gibt es für Menschen mit chronischen Erkrankungen (lang andauernde Krankheiten), seelischen Problemen, Suchterkrankungen oder Behinderungen. Auch Angehörige und pflegende Angehörige können sich dort Unterstützung holen.
Symptome
- Wenn Sie unter schweren Suizidgedanken leiden oder eine akute Gefahr für sich oder andere besteht, wählen Sie sofort die Notrufnummer 112.
- ⚠Wenn Sie sich in einer akuten seelischen Krise befinden, die nicht bis zum nächsten Tag warten kann, wenden Sie sich umgehend an Ihre ärztliche Praxis oder an die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses.
Häufige Symptome
- Sie fühlen sich mit Ihrer Erkrankung allein und unverstanden.
- Sie haben viele Fragen zum Alltag, die in der Arztpraxis zu kurz kommen.
- Sie möchten sich mit anderen Betroffenen über Ihre Erfahrungen austauschen.
Ursachen
Hauptursachen
- Der Wunsch nach einer Selbsthilfegruppe entsteht häufig, weil die Krankheit zu Stress im Alltag führt.
- Menschen suchen den Austausch, um praktische Tipps zu erhalten und sich gegenseitig Mut zu machen.
- Manchmal gibt es ein bestimmtes Ereignis, etwa eine Krebsdiagnose oder den Beginn einer Lungenkrankheit, das den Wunsch weckt, sich auszutauschen.
Risikofaktoren
- Sie betreuen einen kranken Angehörigen zu Hause.
- Sie haben eine chronische Krankheit und sind dadurch im Alltag eingeschränkt.
- Sie leben eher zurückgezogen und haben wenig soziale Kontakte.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Gedanken haben, sich etwas anzutun, oder wenn Sie das Gefühl haben, nicht mehr weiterzuleben, brauchen Sie sofort Hilfe. Rufen Sie die 112 oder gehen Sie in die Notaufnahme.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie unter Ihrer Erkrankung oder der Situation als Angehöriger stark leiden, besprechen Sie dies mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Sie können Sie auch zu einer geeigneten Selbsthilfegruppe beraten.
Diagnose
Für den Besuch einer Selbsthilfegruppe gibt es keine Diagnose und keinen Test. Sie können einfach eine Gruppe in Ihrer Nähe finden und bei einem Treffen unverbindlich vorbeischauen.
Mögliche Untersuchungen
- Keine medizinischen Untersuchungen erforderlich.
- Ihre Hausarztpraxis oder eine örtliche Selbsthilfe-Kontaktstelle kann Ihnen passende Gruppen nennen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
In der ersten Sitzung werden Sie meistens willkommen geheißen und können sich vorstellen, wenn Sie möchten. Sie dürfen auch erst einmal nur zuhören. Die Gruppe entscheidet selbst, wie oft sie sich trifft – häufig einmal in der Woche oder alle vierzehn Tage.
Behandlung
Selbsthilfegruppen sind keine medizinische Behandlung. Sie unterstützen Sie dabei, mit Ihrer Krankheit besser zu leben, und ergänzen so die ärztliche und therapeutische Versorgung. Viele Betroffene fühlen sich in einer Gruppe verstanden und werden selbstbewusster im Umgang mit der Krankheit.
Selbsthilfe zu Hause
- Besuchen Sie regelmäßig die Treffen, wenn die Gruppe Ihnen guttut.
- Bringen Sie Ihre eigenen Fragen ein – so profitieren auch andere davon.
- Seien Sie geduldig: Vertrauen und eine gute Gruppenatmosphäre brauchen Zeit.
Medizinische Behandlungen
Eine Selbsthilfegruppe ersetzt keine ärztlichen Behandlungen, Medikamente oder Psychotherapien. Sie sollten immer ärztlich verordnete Behandlungen weiterführen. Die Gruppe hilft Ihnen, diese Behandlung im Alltag besser umzusetzen und auftretende Probleme zu besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Eine Selbsthilfegruppe ist für viele Menschen ein fester Termin im Kalender, auf den sie sich freuen. Der Austausch kann das Selbstvertrauen stärken und das Gefühl geben, nicht allein zu sein.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie an Ihren gewohnten Freizeitaktivitäten fest, soweit es Ihre Gesundheit zulässt.
- Pflegen Sie auch Kontakte außerhalb der Selbsthilfegruppe, zum Beispiel zu Freundinnen, Freunden oder Nachbarn.
- Suchen Sie sich Zeiten für Ruhe und Erholung.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und leichte Bewegung wie Spazierengehen können das Wohlbefinden unterstützen. Sprechen Sie jedoch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, was in Ihrer Situation guttut – nicht nur mit der Selbsthilfegruppe. In den Gruppen werden oft eigene Ernährungstipps ausgetauscht, die Ihnen als Anregung dienen können.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Durch Selbsthilfegruppen sinkt oft das Gefühl der Einsamkeit. Das Reden über Ängste und Sorgen kann entlasten. Zudem sehen Sie an anderen, dass ein Leben mit der Erkrankung möglich ist – das macht Mut und stärkt die seelische Widerstandskraft.
Vorbeugung
Eine Selbsthilfegruppe kann nicht verhindern, dass man eine Krankheit bekommt. Sie kann aber verhindern, dass man sich mit einer Krankheit einsam fühlt oder in eine Depression gerät. Der offene Austausch wirkt oft vorbeugend gegen seelische Krisen.
Früherkennungsprogramme
Für die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe gibt es keine Art von Vorsorgeuntersuchung – und es ist auch keine nötig. Sie müssen nur den Wunsch haben, sich mit anderen Betroffenen zu treffen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn Sie sich isolieren und gar keine Unterstützung suchen, können Gefühle wie Einsamkeit, Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit zunehmen.
- Schwierige Lebensumstände wie eine Pflegebelastung können sich verschlechtern, wenn man allein mit dem Druck bleibt.
Langzeitprognose
Auch mit einer chronischen Erkrankung kann man ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen. Selbsthilfegruppen helfen dabei, Lösungen zu finden und neuen Mut zu schöpfen. Sie sind kein schneller Ausstieg, aber ein verlässlicher Weg, mit der Krankheit besser zu leben.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Ihre örtliche Selbsthilfe-Kontaktstelle · Deutschland – in vielen Städten und Landkreisen
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.