Fuß- und Zehengeschwüre
Übersicht
Ein Geschwür am Fuß oder an der Zehe ist eine offene Stelle, die nicht heilt. Mediziner nennen das „Ulkus“ (gesprochen: Ul-kus). Oft entsteht es durch Druck, schlechte Durchblutung oder Nervenschäden. Besonders Menschen mit Diabetes sind betroffen. Ein Geschwür ist keine kleine Schramme: Es braucht ärztliche Betreuung.
Wichtige Fakten
- Ein Geschwür ist eine offene Wunde, die oft tief und schwer zu behandeln ist.
- Frühes Handeln ist wichtig, damit keine Infektion entsteht.
- Mit guter Fußpflege, Druckentlastung und ärztlicher Behandlung heilen viele Geschwüre.
Fußgeschwüre sind nicht selten. Sie treten vor allem bei Menschen mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen auf. In Deutschland sind sie ein häufiger Grund für Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte.
Symptome
- Rötung, die sich rasch ausbreitet, zusammen mit Fieber oder Schüttelfrost
- Dunkle oder schwarze Hautstellen, die schnell größer werden
- Verwirrtheit, Kreislaufprobleme oder starke Schwäche
- Starke, plötzlich auftretende Schmerzen im Fuß mit Blässe oder Kälte
- ⚠Eine neue offene Stelle am Fuß, besonders bei Diabetes
- ⚠Zunehmende Schwellung, Wärme oder Schmerz um eine Wunde
- ⚠Eiter, unangenehmer Geruch oder rote Streifen
- ⚠Fieber ohne andere klare Ursache
- ⚠Eine Wunde, die nach einigen Tagen nicht besser wird
Häufige Symptome
- Eine offene Stelle an Fuß oder Zehe, die nicht oder nur langsam heilt
- Rötung, Schwellung oder Wärme um die Wunde
- Schmerzen – oder auch keine Schmerzen, weil Nerven geschädigt sind
- Wundsekret, unangenehmer Geruch oder eitrige Absonderung
- Dunkle, schwarze oder abgestorbene Hautareale
- Blasen, Hornhaut oder Druckstellen, die aufbrechen
Symptome bei Kindern
- Fuß- und Zehengeschwüre sind bei Kindern sehr selten.
- Wenn eine Wunde nicht heilt, sollte sie ärztlich untersucht werden.
- Mögliche Ursachen sind Verletzungen, Verbrennungen, Infektionen oder angeborene Erkrankungen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben ein höheres Risiko, weil Durchblutung und Haut oft schwächer sind.
- Schmerzen können fehlen, besonders bei Nervenschäden.
- Tägliche Fußkontrollen und Hilfe beim Anschauen der Füße sind wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Diabetes: Nervenschäden (Neuropathie) und schlechte Durchblutung begünstigen Geschwüre.
- Druck und Reibung durch enge Schuhe, Hornhaut oder Fußfehlstellungen.
- Durchblutungsstörungen, zum Beispiel bei pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit, eine Durchblutungsstörung der Beine).
- Verletzungen, Verbrennungen oder kleine Wunden, die nicht heilen.
- Langes Liegen oder Sitzen und wenig Bewegung.
Risikofaktoren
- Diabetes mellitus
- Nervenschäden an den Füßen
- Durchblutungsstörungen
- Rauchen
- Hohes Alter
- Übergewicht
- Fußfehlstellungen oder Schwielen
- Ungeeignetes Schuhwerk
- Frühere Fußgeschwüre
- Eingeschränkte Bewegung oder Bettlägerigkeit
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Diabetes haben und eine neue offene Stelle am Fuß bemerken
- Wenn eine Wunde stärker schmerzt, anschwillt oder eitert
- Wenn Fieber, rote Streifen oder schwarze Haut auftreten – rufen Sie im Notfall 112
- Wenn der Fuß plötzlich kalt, blass oder gefühllos wird
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn eine Wunde langsam heilt oder immer wiederkehrt
- Bei Taubheitsgefühl, Kribbeln oder verändertem Gefühl an den Füßen
- Bei Hornhaut, Schwielen oder Druckstellen
- Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihre Füße richtig pflegen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt schaut sich die Wunde genau an und fragt nach Ihrer Vorgeschichte. Dabei werden Durchblutung, Gefühl und Hautzustand geprüft. Oft wird auch kontrolliert, ob eine Infektion vorliegt. Die Untersuchung richtet sich nach ärztlichen Leitlinien, zum Beispiel der AWMF.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung der Wunde und der Füße
- Prüfen der Fußpulse und der Durchblutung
- Prüfen des Gefühls, zum Beispiel mit einem feinen Faden
- Wundabstrich, wenn eine Infektion vermutet wird
- Blutuntersuchungen
- Ultraschall oder Röntgen bei Verdacht auf tiefe Infektionen
- Gefäßuntersuchungen wie Doppler oder Blutdruckmessung am Knöchel
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist gut machbar; sagen Sie Bescheid, wenn es weh tut. Je nach Befund können weitere Termine nötig sein. Manchmal arbeiten Hausarztpraxis, Podologie, Wundambulanz und Gefäßmedizin zusammen. Das Ziel ist, die Wunde zu heilen und den Fuß zu erhalten.
Behandlung
Die Behandlung hat mehrere Ziele: Druck vom Geschwür nehmen, eine Infektion behandeln, die Durchblutung verbessern und die Wunde sauber halten. Wichtig ist auch eine gute Einstellung von Blutzucker und anderen Grunderkrankungen. Die Behandlung wird an Ihre Situation angepasst.
Selbsthilfe zu Hause
- Entlasten Sie die Wunde, wie es Ihnen gezeigt wurde – zum Beispiel mit speziellen Schuhen oder Hilfsmitteln.
- Schauen Sie Ihre Füße täglich an, auch zwischen den Zehen.
- Halten Sie die Wunde sauber und trocken, wie es die Praxis oder Wundambulanz empfiehlt.
- Tragen Sie gut sitzende Schuhe und keine engen Socken.
- Laufen Sie nicht barfuß, auch nicht zu Hause.
- Bearbeiten Sie Hornhaut oder Schwielen nicht selbst mit scharfen Werkzeugen.
- Verwenden Sie keine Hausmittel wie Essig, Alkohol oder scharfe Salben auf der Wunde.
- Bringen Sie Ihre Medikamente und Ihren Blutzuckerplan nach ärztlicher Anweisung in Ordnung.
Medizinische Behandlungen
Ärztlich verordnete Maßnahmen können die Wunde reinigen, abgestorbenes Gewebe entfernen und spezielle Verbände nutzen. Bei einer Infektion können Medikamente gegen die Erreger nötig sein. Druckentlastung ist ein zentraler Teil der Behandlung. Auch die Behandlung von Durchblutungsstörungen und die gute Einstellung des Blutzuckers gehören dazu. Podologische und wundmedizinische Fachkräfte unterstützen häufig.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann nötig sein, wenn die Durchblutung stark gestört ist, eine tiefe Infektion vorliegt oder der Knochen betroffen ist. Ziel ist, Gewebe zu retten und den Fuß zu erhalten. Nicht jede Person mit Fußgeschwür braucht eine Operation.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag geht es darum, den Fuß zu schützen und die Wunde gut zu versorgen. Tägliche Kontrollen helfen, Veränderungen früh zu bemerken. Planen Sie Termine bei Arztpraxis, Podologie oder Wundambulanz fest ein. Bei Diabetes gehört die Blutzuckerkontrolle dazu.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen – das verbessert die Durchblutung.
- Blutzucker gut im Blick behalten, wenn Sie Diabetes haben.
- Bequeme, gut sitzende Schuhe tragen.
- Füße täglich kontrollieren, auch mit Spiegel oder Hilfe.
- Regelmäßige Fußpflege durch geschulte Fachkräfte.
- Ausreichend bewegen, ohne die Wunde zu belasten – fragen Sie nach passenden Übungen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung unterstützen die Heilung und die Durchblutung. Bei einem offenen Geschwür sollte Bewegung so gewählt werden, dass der Fuß nicht stark belastet wird. Fragen Sie Ihr Behandlungsteam, welche Bewegung für Sie sicher ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Fußgeschwür kann belasten: Schmerzen, Einschränkungen und Sorgen sind verständlich. Manche Menschen fühlen sich ängstlich oder niedergeschlagen. Sprechen Sie darüber – Hilfe ist möglich. In einer akuten seelischen Krise wenden Sie sich an den Notruf 112 oder an eine örtliche Krisenhotline.
Vorbeugung
Viel lässt sich tun, um Fußgeschwüre zu verhindern oder früh zu erkennen. Tägliche Fußchecks, gute Schuhe und eine gute Behandlung von Diabetes und Durchblutungsstörungen sind besonders wichtig.
Impfungen
Achten Sie auf einen vollständigen Impfschutz, besonders für Tetanus bei Verletzungen. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Ihre Impfungen aktuell sind.
Früherkennungsprogramme
Menschen mit Diabetes sollten ihre Füße regelmäßig untersuchen lassen. Je nach Risiko sind häufigere Termine sinnvoll. Auch bei bekannten Durchblutungsstörungen sind regelmäßige Kontrollen wichtig.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung einer Infektion bis in tiefe Gewebe oder Knochen
- Absterben von Gewebe (Gangrän)
- Schwere Durchblutungsstörung
- Im schlimmsten Fall eine Amputation (Verlust eines Körperteils)
- Längere Einschränkung der Bewegung und mehr Krankenhausaufenthalte
Langzeitprognose
Die Aussichten sind gut, wenn das Geschwür früh behandelt wird und Sie bei der Fußpflege mitarbeiten. Viele Geschwüre heilen mit konsequenter Behandlung. Ein Behandlungsteam kann helfen, Komplikationen zu vermeiden und die Lebensqualität zu erhalten.
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Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
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