Armpit lump
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Knoten unter der Achsel ist eine Schwellung oder Verhärtung, die Sie unter dem Arm tasten oder sehen können. Oft handelt es sich um eine vergrößerte Lymphdrüse (Lymphknoten) – das sind kleine Filterstationen des Immunsystems. Die meisten Knoten sind harmlos, zum Beispiel durch eine harmlose Infektion. Selten kann ein Knoten aber auch auf eine ernstere Erkrankung hinweisen. Deshalb ist es wichtig, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen, um die Ursache abzuklären.
Wichtige Fakten
- Die meisten Achselknoten sind harmlos, zum Beispiel durch eine Erkältung oder kleine Hautentzündung.
- Ein Knoten kann auch durch gutartige Wucherungen wie ein Lipom (Fettgeschwulst) oder eine Zyste entstehen.
- Nur sehr selten steckt eine bösartige Erkrankung dahinter – aber zur Sicherheit sollte jeder Knoten ärztlich untersucht werden.
Ja, Achselknoten treten häufig auf. Viele Menschen haben irgendwann im Leben einmal einen Knoten unter dem Arm. Die Ursache ist meist harmlos.
Menschen jeden Alters können einen Achselknoten bekommen. Kinder haben oft Knoten durch Infekte, Erwachsene durch Verletzungen oder Hautreizungen, und ältere Menschen müssen seltener auch an mögliche bösartige Ursachen denken. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen.
Symptome
- Der Knoten wächst sehr schnell und ist hart und unverschieblich.
- Sie haben hohes Fieber, Schüttelfrost und fühlen sich sehr krank.
- Der Knoten ist heiß, stark gerötet und schmerzt heftig – Zeichen einer schweren Infektion (Abszess).
- Sie bemerken plötzliche Atemnot oder Schluckbeschwerden (Hinweis auf eine ernste Lymphknotenschwellung im Brust- oder Halsbereich).
- ⚠Der Knoten vergrößert sich über eine Woche oder ist schmerzlos und fest.
- ⚠Sie haben zusätzlich Nachtschweiß, unerklärlichen Gewichtsverlust oder anhaltendes Fieber.
- ⚠Der Knoten tritt zusammen mit einem Knoten in der Brust oder in der Leiste auf.
- ⚠Hautreizungen oder Rötungen um den Knoten herum bessern sich nicht nach ein paar Tagen.
Häufige Symptome
- Ein spür- oder sichtbarer Knoten unter der Achsel, oft kugelig oder eiförmig.
- Der Knoten kann weich oder fest sein, verschieblich oder unverschieblich.
- Manchmal ist die Stelle gerötet, warm oder schmerzt bei Berührung.
- Einige Knoten verursachen keine Beschwerden.
Symptome bei Kindern
- Knoten treten oft im Zusammenhang mit Infekten auf, z. B. Erkältung, Mandelentzündung oder Windpocken.
- Der Knoten ist dann meist weich, druckschmerzhaft und geht nach der Infektion wieder zurück.
- Seltene Ursachen sind gutartige Fehlbildungen oder eine Impfreaktion (z. B. nach bestimmten Impfungen).
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ein Knoten kann ohne Begleitsymptome auftreten – das ist typischer für ältere Menschen.
- Eine plötzliche oder schmerzlose Vergrößerung sollte immer ernst genommen werden.
- Auch Hautveränderungen in der Brust oder eine Schwellung des Arms (Ödem) können auf einen Knoten hinweisen.
Ursachen
Hauptursachen
- Vergrößerte Lymphknoten durch harmlose Infektionen (z. B. Erkältung, Grippe, Hautentzündungen)
- Gutartige Fettgeschwulste (Lipome), die weich und beweglich sind
- Zysten – mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume, oft harmlos
- Hautreizungen durch Rasur, Deodorant oder enge Kleidung
- Entzündungen der Schweißdrüsen (Hidradenitis suppurativa) – chronisch, aber nicht bösartig
- Selten: bösartige Erkrankungen wie Lymphome (Lymphdrüsenkrebs) oder Metastasen (Absiedlungen) von Brustkrebs oder anderen Tumoren
Risikofaktoren
- Häufige Infekte (z. B. durch Beruf oder Alltag)
- Rasur oder Enthaarung, die kleine Hautverletzungen verursacht
- Übergewicht (erhöhtes Risiko für Haut- und Lymphknotenentzündungen)
- Rauchen
- Bestimmte Autoimmunerkrankungen (z. B. Lupus, rheumatoide Arthritis)
- Familiäre Vorbelastung für Brustkrebs oder Lymphome
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn der Knoten sehr schnell wächst (innerhalb weniger Tage).
- Wenn der Knoten hart, unverschieblich und schmerzlos ist.
- Wenn Sie zusätzlich Fieber, Nachtschweiß oder Gewichtsverlust haben.
- Wenn der Knoten rot und heiß ist und Sie sich krank fühlen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn der Knoten länger als drei bis vier Wochen besteht und nicht kleiner wird.
- Wenn Sie mehrere Knoten hintereinander oder an anderen Stellen (z. B. Hals, Leiste) bemerken.
- Wenn Sie eine bekannte Krebserkrankung haben und einen neuen Knoten spüren.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt wird zuerst ein ausführliches Gespräch führen (Anamnese), um mögliche Ursachen einzugrenzen. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung: Dabei tastet die Ärztin oder der Arzt den Knoten ab, prüft Größe, Konsistenz, Verschieblichkeit und Schmerzhaftigkeit. Auch die umliegenden Lymphknoten (z. B. am Hals, in der Leiste) werden untersucht. Die Leitlinien der AWMF empfehlen, bei unklaren Befunden eine Ultraschalluntersuchung durchzuführen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: Gibt Aufschluss über Entzündungen oder Blutbildveränderungen.
- Ultraschall (Sonographie): Zeigt, ob der Knoten flüssigkeitsgefüllt (Zyste) oder solide ist.
- Feinnadelbiopsie: Mit einer dünnen Nadel wird Gewebe entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.
- Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT): Nur bei Verdacht auf ernste Erkrankungen oder unklarem Befund.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei und unkompliziert. Sie müssen sich nicht ausziehen, nur den Arm freimachen. Der Arztbesuch dauert etwa 10–20 Minuten. Falls eine Biopsie nötig ist, wird die Stelle örtlich betäubt – das ist etwas unangenehm, aber schnell vorbei. Die Ergebnisse liegen meist nach wenigen Tagen bis zu einer Woche vor.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Knotens. Viele harmlose Knoten benötigen keine Therapie. Bei einer Infektion können entzündungshemmende Maßnahmen helfen. Bei bösartigen Ursachen ist eine spezielle Behandlung erforderlich, die Ihr Arzt mit Ihnen bespricht.
Selbsthilfe zu Hause
- Den Knoten nicht ausdrücken oder aufstechen – das kann Entzündungen verschlimmern.
- Kühlen mit einem feuchten Tuch lindert leichte Schwellungen und Schmerzen.
- Bei Schmerzen nach der Rasur: Enthaarung für einige Tage aussetzen.
- Locker sitzende Kleidung tragen, um Reibung zu vermeiden.
Medizinische Behandlungen
Bei bakteriellen Infektionen kann eine antibiotische Behandlung notwendig sein – Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen dann ein passendes Mittel verschreiben. Bei Entzündungen der Schweißdrüsen (Hidradenitis) kommen entzündungshemmende Medikamente oder in schweren Fällen operative Eingriffe infrage. Bei bösartigen Tumoren erfolgt die Behandlung nach den AWMF-Leitlinien, zum Beispiel durch Operation, Strahlentherapie oder systemische Therapien. Die genauen Optionen besprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird nur dann empfohlen, wenn der Knoten entfernt werden muss (z. B. bei einem Lipom, das stört, oder bei Krebsverdacht). Auch ein Abszess (Eiteransammlung) muss manchmal operativ geöffnet werden.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen mit einem harmlosen Achselknoten haben keine Einschränkungen im Alltag. Sie können weiterhin sportlich aktiv sein und normalen Aktivitäten nachgehen. Achten Sie auf Veränderungen des Knotens (Größe, Form, Farbe) und dokumentieren Sie diese kurz.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Hautpflege: Sanfte Reinigung der Achseln, trocken halten.
- Auf aggressive Deodorants oder Antitranspirantien verzichten, falls Hautreizungen auftreten.
- Bei wiederkehrenden Knoten: Ursachen wie Übergewicht oder Rauchen angehen.
- Nach einer Krebserkrankung: Regelmäßige Nachsorgetermine einhalten.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt das Immunsystem. Moderate Bewegung an der frischen Luft fördert die Lymphdrainage. Bei entzündlichen Hauterkrankungen kann eine Reduktion von Zucker und raffinierten Kohlenhydraten helfen – sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Ernährungsberatung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Knoten kann Ängste auslösen, besonders wenn der Gedanke an Krebs aufkommt. Diese Ängste sind verständlich. Es hilft, den Knoten ärztlich abklären zu lassen und sich auf die Fakten zu stützen. Bei anhaltenden Sorgen kann eine psychologische Beratung unterstützen.
Vorbeugung
Die meisten Ursachen für Achselknoten lassen sich nicht vollständig verhindern. Sie können jedoch das Risiko senken, indem Sie Hautverletzungen vermeiden, auf eine gute Hygiene achten und bei Infekten auf ausreichend Ruhe setzen. Bei wiederkehrenden Entzündungen der Schweißdrüsen kann Gewichtsreduktion und Rauchstopp helfen.
Impfungen
Bestimmte Impfungen, wie zum Beispiel gegen Grippe, können Infektionen vorbeugen, die Lymphknotenschwellungen verursachen. Auch die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) kann das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen senken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie empfohlenen Impfungen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Früherkennung für Achselknoten. Achten Sie bei Selbstuntersuchungen auf Veränderungen unter den Armen. Frauen sollten im Rahmen der Brustkrebsvorsorge (Tastuntersuchung, Mammografie) auch die Achseln einbeziehen. Bei Männern mit Brustkrebsrisiko (z. B. genetische Vorbelastung) ist eine regelmäßige Tastkontrolle sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine unbehandelte bakterielle Infektion kann sich ausbreiten und zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.
- Ein Abszess kann sich vergrößern und den Lymphabfluss behindern.
- Bei bösartigen Erkrankungen (z. B. Lymphom, Brustkrebs) kann eine Verzögerung der Behandlung die Heilungschancen verschlechtern.
- Chronische Entzündungen (z. B. Hidradenitis) können zu Narben und Hautfisteln führen.
Langzeitprognose
Die Prognose ist in den allermeisten Fällen gut. Über 90 % der Achselknoten sind harmlos und verschwinden von selbst oder bleiben unbemerkt. Selbst wenn eine ernste Erkrankung vorliegt, ist eine frühzeitige Behandlung heute sehr erfolgreich. Viele Krebserkrankungen, die sich in einem Achselknoten zeigen, sind gut behandelbar – insbesondere wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Ihr Behandlungsteam wird Sie individuell beraten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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