Dellen und Einziehungen an der Brust (Brustdimpling)
Übersicht
Eine Delle oder Einziehung an der Brust – oft Brustdimpling genannt – ist eine kleine Kuhle in der Haut der Brust. Sie entsteht, wenn feine Bindegewebsfäden im Inneren der Brust an der Haut ziehen. Diese Haltefäden heißen Bänder von Cooper: Das sind straffe Fasern, die die Haut mit dem Drüsengewebe verbinden. Manchmal sieht man die Delle nur, wenn man den Arm hebt oder sich nach vorne beugt. Eine Einziehung kann harmlos sein, zum Beispiel nach einer Operation oder einer Entzündung. Sie kann aber auch ein Zeichen sein, das ärztlich abgeklärt werden sollte. Deshalb gilt: lieber einmal zu viel untersuchen lassen als einmal zu wenig.
Wichtige Fakten
- Eine Delle allein sagt nicht, ob sie harmlos ist oder nicht. Das kann nur eine ärztliche Untersuchung klären.
- Brustveränderungen sind sehr häufig, und die meisten sind gutartig.
- Wird eine Veränderung früh angeschaut, sind die Behandlungsmöglichkeiten am besten.
- Auch Männer können Veränderungen und Dellen an der Brust bekommen.
Veränderungen der Brust sind weit verbreitet. Eine echte Einziehung der Haut ist seltener als ein tastbarer Knoten, gehört aber zu den Zeichen, die man zeitnah ärztlich abklären lassen sollte.
Grundsätzlich kann jede Person mit Brustgewebe betroffen sein, am häufigsten Frauen. Auch Männer können eine Delle an der Brust entwickeln. Narben nach Operationen oder Bestrahlung, eine Entzündung in der Stillzeit, eine Verletzung oder eine deutliche Gewichtsabnahme können ebenfalls Einziehungen verursachen – unabhängig vom Alter.
Symptome
- Eine plötzlich einsetzende starke Blutung aus der Brust oder der Brustwarze, die nicht aufhört
- Eine glühend rote, heiße und stark geschwollene Brust zusammen mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Verwirrtheit oder Kreislaufproblemen – das können Zeichen einer schweren Infektion sein
- Atemnot, Bewusstlosigkeit oder ein stark verschlechtertes Allgemeinbefinden – hier zählt jede Minute
- ⚠Eine neu aufgetretene Delle oder Einziehung an der Brust
- ⚠Eine neu eingezogene Brustwarze
- ⚠Orangenhaut, Rötung oder eine Hautveränderung, die nicht abheilt
- ⚠Blutiger oder einseitiger Ausfluss aus der Brustwarze
- ⚠Ein harter, fester Knoten oder eine deutliche Verhärtung
- ⚠Rötung, Überwärmung und Schmerzen der Brust mit Fieber – Verdacht auf eine Entzündung oder eine Eiteransammlung
Häufige Symptome
- Eine kleine Kuhle oder ein Grübchen in der Haut, oft nur bei bestimmten Bewegungen sichtbar
- Eine Stelle, an der die Haut eingezogen wirkt oder wie festgeklebt aussieht
- Eine neu eingezogene Brustwarze, die vorher vorstand
- Haut wie bei einer Orange: kleine Poren, verdickte Haut (sogenannte Orangenhaut)
- Ein tastbarer Knoten, eine Verhärtung oder eine ungleiche Form der Brust
- Rötung, Wärme, Schwellung oder Schmerzen – das kann auf eine Entzündung hindeuten
- Flüssigkeit aus der Brustwarze, besonders wenn sie blutig ist
- Eine Hautstelle, die wie ein Ekzem aussieht und nicht abheilt
Ursachen
Hauptursachen
- Gutartige Veränderungen wie Narben nach einer Operation, nach einer Bestrahlung oder nach einer Verletzung
- Entzündungen der Brust, zum Beispiel in der Stillzeit, oder eine Eiteransammlung (Abszess)
- Fettgewebsnekrose: abgestorbenes Fettgewebe, das eine derbe Stelle mit Einziehung bilden kann
- Gutartige Knoten oder Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume)
- Bösartige Veränderungen: Eine Geschwulst kann die Haltefäden der Haut verkürzen und die Haut einziehen – das muss ärztlich ausgeschlossen werden
- Veränderungen der Brustform durch Alter, Schwangerschaft, Stillzeit oder starken Gewichtsverlust
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht
- Höheres Lebensalter
- Brustkrebs in der Familie oder bekannte erbliche Veranlagung
- Frühere Bestrahlung der Brust
- Rauchen und regelmäßiger Alkoholkonsum
- Übergewicht, besonders nach den Wechseljahren
- Zu wenig Bewegung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie eine neue Delle oder Einziehung bemerken: vereinbaren Sie zeitnah einen Termin, am besten innerhalb weniger Tage. Das heißt nicht, dass etwas Schlimmes vorliegt, aber es sollte abgeklärt werden.
- Bei Rötung, Überwärmung, Schmerzen und Fieber: noch am selben Tag in die Praxis oder in den ärztlichen Bereitschaftsdienst.
- Bei blutigem Ausfluss aus der Brustwarze oder einer Wunde, die nicht heilt: zügig einen Termin vereinbaren.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Regelmäßige Brustvorsorge in der gynäkologischen Praxis wahrnehmen
- In Deutschland können Frauen von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre am Mammographie-Screening teilnehmen – die Einladung kommt automatisch
- Bei familiärer Häufung von Brustkrebs: die Haus- oder gynäkologische Praxis auf eine frühere und engmaschigere Vorsorge ansprechen
- Bei Fragen zu Veränderungen der Brust: lieber einmal mehr nachfragen
Diagnose
Zuerst gibt es ein Gespräch, in dem nach dem Verlauf und nach Beschwerden gefragt wird (Anamnese). Danach folgt eine Tastuntersuchung der Brust. Je nach Befund entscheidet die Ärztin oder der Arzt, welche Bildgebung sinnvoll ist. Bei jüngeren Menschen ist oft eine Ultraschalluntersuchung der erste Schritt, bei älteren häufig eine Mammographie, also eine Röntgenaufnahme der Brust. Bleibt etwas unklar, kann eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) nötig sein.
Mögliche Untersuchungen
- Gespräch und Tastuntersuchung der Brust und der Achselhöhle
- Ultraschall der Brust (Sonografie)
- Mammographie – eine Röntgenaufnahme der Brust
- Gewebeprobe (Biopsie) mit feiner Nadel, wenn eine Stelle genauer untersucht werden muss
- Laboruntersuchungen, wenn eine Entzündung vermutet wird
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie können zu einem Termin eine Begleitperson mitnehmen. Notieren Sie sich vorher, seit wann die Delle besteht und ob sie sich verändert hat. Fragen Sie ruhig nach, was die Befunde bedeuten und wie es weitergeht. Bis ein Ergebnis da ist, kann die Zeit lang erscheinen – das ist normal und geht vielen so.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich ganz nach der Ursache. Bei vielen gutartigen Veränderungen ist gar keine Therapie nötig, nur eine Verlaufskontrolle. Bei einer Entzündung wird die Entzündung behandelt. Bei einem bösartigen Befund gibt es einen Behandlungsplan, der zu der Person und der Erkrankung passt.
Selbsthilfe zu Hause
- Nichts, was Sie selbst tun, ersetzt die ärztliche Abklärung – Cremes oder Massagen können eine Delle nicht wegbringen.
- Ein gut sitzender, stützender BH kann bei Schmerzen und Schwellung angenehm sein.
- Die Stelle beobachten und Veränderungen notieren, aber nicht ständig danach tasten – das verstärkt oft nur die Anspannung.
- Vorsicht mit Informationen aus dem Internet: Nutzen Sie seriöse Quellen und lassen Sie sich persönlich beraten.
- Sich Pausen und Entlastung gönnen, während ein Befund abgeklärt wird.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache kommen sehr unterschiedliche Wege in Frage. Bei einer Entzündung kann eine Behandlung mit entzündungshemmenden oder keimtötenden Medikamenten sinnvoll sein – darüber entscheidet die behandelnde Praxis. Gutartige Knoten oder Zysten brauchen oft keine Behandlung, manchmal reicht eine Verlaufskontrolle. Bei einem bösartigen Befund wird ein persönlicher Behandlungsplan erstellt, der je nach Situation Operation, Bestrahlung und medikamentöse Therapie umfassen kann. Fragen Sie immer nach Nutzen, Nebenwirkungen und Alternativen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann nötig sein, wenn ein Knoten entfernt und untersucht werden muss, bei einer Eiteransammlung oder wenn Narben korrigiert werden sollen. Ob ein Eingriff sinnvoll ist, wird gemeinsam mit Ihnen entschieden – holen Sie sich bei Bedarf eine zweite Meinung.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag hilft es, sich nicht ständig zu kontrollieren. Vereinbaren Sie den Termin zur Abklärung und lassen Sie die Zeit bis dahin so normal wie möglich laufen. Viele Menschen merken, dass es guttut, mit jemandem offen über die Sorgen zu sprechen, statt sie mit sich allein auszumachen.
Tipps für den Alltag
- Rauchen vermeiden oder aufhören
- Alkohol möglichst gering halten
- Auf ein gesundes Gewicht achten
- Regelmäßig in Bewegung bleiben
- Ausreichend schlafen und bewusste Ruhepausen einplanen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten und regelmäßige Bewegung sind gut für die allgemeine Gesundheit. Schon rund 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, etwa zügiges Gehen oder Radfahren, können viel bewirken. Das senkt das Risiko für viele Erkrankungen, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Veränderung an der Brust macht vielen Menschen Angst, und das ist völlig verständlich. Sorgen können den Schlaf und die Konzentration beeinflussen. Reden Sie mit Menschen, denen Sie vertrauen, und suchen Sie sich Unterstützung, wenn die Sorgen Ihren Alltag bestimmen. Wenn Sie sich sehr hilflos, niedergeschlagen oder in Gedanken an Selbstverletzung verlieren, holen Sie sich sofort Hilfe – zum Beispiel über den Notruf 112 oder eine Krisen-Hotline in Ihrer Nähe. Sie sind damit nicht allein.
Vorbeugung
Nicht jede Brustveränderung lässt sich verhindern. Einige Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol und Übergewicht können Sie beeinflussen. Der wichtigste Schutz ist die frühe Abklärung: Veränderungen früh zu erkennen, verbessert die Behandlungsmöglichkeiten deutlich.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland lädt das Mammographie-Screening Frauen von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre zur Untersuchung ein. Bei einer familiären Häufung von Brustkrebs kann eine frühere und engmaschigere Vorsorge sinnvoll sein. Sprechen Sie Ihre Hausarztpraxis oder gynäkologische Praxis darauf an.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine Entzündung kann sich zu einer Eiteransammlung (Abszess) entwickeln und muss dann behandelt werden.
- Wird eine bösartige Veränderung spät erkannt, sind die Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkter.
- Anhaltende Unsicherheit und Angst können Kraft kosten und den Alltag belasten.
Langzeitprognose
Die wichtigste Botschaft: Eine Delle ist nicht automatisch ein Zeichen für Krebs. Viele Ursachen sind gutartig. Und wenn tatsächlich etwas behandelt werden muss, sind die Möglichkeiten heute gut – besonders wenn es früh erkannt wird. Der erste Schritt ist ein Termin zur Abklärung.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
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