Burning mouth sensation
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Brennende-Mund-Syndrom (Burning Mouth Syndrome) ist eine Erkrankung, bei der im Mund ein brennendes, schmerzendes oder kribbelndes Gefühl auftritt, ohne dass eine ersichtliche Ursache wie eine Infektion oder Verletzung vorliegt. Es kann die Zunge, die Lippen, den Gaumen oder die gesamte Mundhöhle betreffen.
Wichtige Fakten
- Das Brennende-Mund-Syndrom ist keine ansteckende Krankheit und nicht gefährlich, aber es kann sehr belastend sein.
- Die genaue Ursache ist oft unbekannt. Es kann jedoch mit anderen Erkrankungen wie Mundtrockenheit, Nährstoffmangel oder emotionalem Stress zusammenhängen.
- Eine Behandlung ist möglich. Oft helfen eine gute Mundpflege, Ernährungsumstellung und Gespräche mit dem Arzt.
- Es betrifft häufiger Frauen als Männer und tritt vor allem ab dem mittleren Lebensalter auf.
Ja, das Brennende-Mund-Syndrom ist relativ häufig. Schätzungsweise bis zu 5 von 100 Menschen sind im Laufe ihres Lebens davon betroffen.
Es betrifft vor allem Frauen in den Wechseljahren und ältere Menschen. Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenproblemen sind häufiger betroffen.
Symptome
- Wenn das Brennen plötzlich zusammen mit Atemnot, Schwellungen im Mund- und Rachenraum oder starken Schluckbeschwerden auftritt – rufen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Wenn das Brennen von starken Schmerzen, Fieber oder offenen Wunden im Mund begleitet wird, suchen Sie noch am selben Tag eine Arztpraxis auf.
- ⚠Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion (z. B. Hautausschlag, Juckreiz im Mund) sollten Sie ebenfalls umgehend ärztliche Hilfe holen.
Häufige Symptome
- Ein brennendes oder heißes Gefühl auf der Zunge, den Lippen, dem Gaumen oder im gesamten Mund.
- Ein taubes oder kribbelndes Gefühl im Mund.
- Ein metallischer oder bitterer Geschmack oder veränderter Geschmackssinn.
- Mundtrockenheit oder verstärkter Durst.
- Schmerzen, die im Tagesverlauf zu- oder abnehmen können – oft sind sie abends stärker.
Symptome bei Kindern
- Dieses Syndrom tritt bei Kindern sehr selten auf. Wenn es vorkommt, äußert es sich oft mit Unwohlsein beim Essen oder Trinken, weil das Brennen als störend empfunden wird.
- Kinder klagen möglicherweise über einen komischen Geschmack oder wollen bestimmte Speisen nicht mehr essen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Erwachsenen kann das Brennen mit Mundtrockenheit durch Medikamente oder altersbedingte Veränderungen zusammenhängen.
- Oft wird es von einem metallischen Geschmack begleitet. Die Beschwerden können die Nahrungsaufnahme erschweren.
Ursachen
Hauptursachen
- Primäres Brennendes-Mund-Syndrom: Die genaue Ursache ist unbekannt. Es wird angenommen, dass Nerven im Mund überempfindlich reagieren.
- Sekundäres Brennendes-Mund-Syndrom: Es tritt als Folge einer anderen Erkrankung auf, z. B. Mundtrockenheit (Sjögren-Syndrom), Vitaminmangel (vor allem B-Vitamine und Eisen), Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion oder Pilzinfektionen im Mund (Mundsoor).
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht und Wechseljahre.
- Alter über 50 Jahre.
- Psychische Belastungen wie Stress, Angst oder Depression.
- Bestimmte Medikamente (z. B. Blutdrucksenker, Antidepressiva).
- Mundtrockenheit durch Rauchen oder bestimmte Erkrankungen.
- Allergien auf Mundpflegeprodukte oder Nahrungsmittel.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn das Brennen plötzlich und sehr stark ist oder von Atemnot/Schluckbeschwerden begleitet wird.
- Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion wie Schwellungen oder Hautausschlag.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Brennen länger als zwei Wochen anhält.
- Wenn es Ihre Lebensqualität beeinträchtigt (z. B. beim Essen, Sprechen oder Schlafen).
- Wenn Sie zusätzlich unerklärlichen Gewichtsverlust oder Müdigkeit bemerken.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel von einem Hausarzt oder einer Hausärztin gestellt. Es werden eine gründliche Befragung (Anamnese) und eine Untersuchung der Mundhöhle durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung auf Vitaminmangel (z. B. B12, Eisen, Folsäure) und Schilddrüsenwerte.
- Abstrich der Mundschleimhaut, um eine Pilzinfektion auszuschließen.
- Allergietests, wenn eine Allergie vermutet wird.
- Bei Bedarf Überweisung an einen Zahnarzt oder Hautarzt.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Es kann mehrere Wochen dauern, bis die Ursache gefunden wird. Der Arzt wird Sie bitten, ein Beschwerdetagebuch zu führen. Manchmal bleibt die Ursache unklar, was aber nicht bedeutet, dass gar nichts unternommen werden kann.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache (falls bekannt). Wenn keine Ursache gefunden wird, stehen Maßnahmen zur Symptomlinderung im Vordergrund.
Selbsthilfe zu Hause
- Vermeiden Sie scharfe, saure oder sehr heiße Speisen und Getränke.
- Trinken Sie ausreichend Wasser, um die Mundtrockenheit zu lindern.
- Verwenden Sie milde, alkoholfreie Mundpflegeprodukte.
- Kauen Sie zuckerfreien Kaugummi oder lutschen Sie Eiswürfel, um den Mund zu befeuchten.
- Reduzieren Sie Stress durch Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können Medikamente eingesetzt werden, z. B. Mundspülungen mit schmerzlindernden oder entzündungshemmenden Wirkstoffen, künstlicher Speichel bei Mundtrockenheit, oder Antimykotika bei Pilzbefall. Auch eine Therapie mit Vitaminen oder Spurenelementen kann helfen. Bei psychischen Faktoren sind Gesprächstherapien oder Verhaltenstherapien wirksam. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird mit Ihnen die passende Option besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist beim Brennenden-Mund-Syndrom in der Regel nicht erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Das Brennende-Mund-Syndrom kann den Alltag belasten, aber mit einfachen Anpassungen lässt sich die Lebensqualität verbessern. Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Beschwerden, um mögliche Auslöser zu erkennen.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Tabak und Alkohol, da beides die Beschwerden verschlimmern kann.
- Achten Sie auf eine gute Mundhygiene mit weicher Zahnbürste und milden Pasten.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Entspannung.
Ernährung und Bewegung
Bevorzugen Sie weiche, milde Speisen wie Joghurt, Bananen oder Kartoffelbrei. Vermeiden Sie stark gewürzte oder säurehaltige Nahrungsmittel wie Zitrusfrüchte, Tomaten und scharfe Soßen. Regelmäßige Bewegung hilft, Stress abzubauen und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Das ständige Brennen kann zu Ängsten, Schlafstörungen und Niedergeschlagenheit führen. Es ist wichtig, mit Ihrem Arzt über Ihre Gefühle zu sprechen. Wenn Sie sich sehr belastet fühlen, suchen Sie Unterstützung bei einer psychologischen Beratungsstelle oder Ihrem Hausarzt.
Vorbeugung
Da die Ursache oft unbekannt ist, lässt sich das Brennende-Mund-Syndrom nicht immer verhindern. Sie können aber Ihr Risiko senken, indem Sie Ihre allgemeine Gesundheit pflegen: ausgewogene Ernährung, regelmäßige Zahnarztbesuche, Vermeidung von Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltende Schmerzen und Unwohlsein können die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
- Es kann zu einer verminderten Nahrungsaufnahme und damit zu Gewichtsverlust kommen.
- Ständige Beschwerden belasten die psychische Gesundheit und können Ängste oder Depressionen verstärken.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und Selbstfürsorge bessern sich die Symptome bei vielen Betroffenen. Auch wenn keine vollständige Heilung immer möglich ist, lässt sich die Lebensqualität durch eine gute Begleitung oft deutlich verbessern. Bleiben Sie zuversichtlich und suchen Sie sich Unterstützung.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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