Causes of burning mouth sensation
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Brennen im Mund (Burning-Mouth-Syndrom) ist ein Gefühl von Wärme, Schmerz oder Brennen auf der Zunge, den Lippen, dem Gaumen oder im gesamten Mund – ohne dass eine sichtbare Ursache wie Entzündung oder Verletzung vorliegt. Es tritt oft anhaltend auf und kann sehr belastend sein.
Wichtige Fakten
- Das Brennen kann ohne erkennbare körperliche Veränderungen auftreten (primäre Form).
- Bei der sekundären Form steckt eine andere Erkrankung dahinter – zum Beispiel ein Vitaminmangel oder eine Allergie.
- Die Beschwerden lassen sich bei vielen Menschen gut behandeln, auch wenn die genaue Ursache unklar bleibt.
Ja, etwa 1–5 von 100 Menschen sind betroffen. Am häufigsten tritt es bei Frauen zwischen 50 und 70 Jahren auf.
Vor allem Frauen in den Wechseljahren, aber auch Männer und jüngere Menschen können ein Mundbrennen entwickeln.
Symptome
- Plötzliche Schwellung der Zunge, Lippen oder im Hals (kann Atemnot verursachen)
- Brennen nach Einnahme eines neuen Medikaments oder nach Insektenstich
- Schluckbeschwerden oder das Gefühl, die Luft zu verlieren
- ⚠Hohes Fieber mit Mundbrennen
- ⚠Blasen oder offene Stellen im Mund, die nicht heilen
- ⚠Sehr starke, neu aufgetretene Schmerzen, die nach zwei Tagen nicht besser werden
Häufige Symptome
- Brennendes Gefühl auf der Zunge, an den Lippen, dem Gaumen oder im ganzen Mund
- Trockenheitsgefühl im Mund
- Veränderter Geschmack (z. B. metallisch oder bitter)
- Kribbeln oder Taubheit im Mund
- Schmerzen, die sich im Laufe des Tages verschlimmern
Symptome bei Kindern
- Selten – wenn vorhanden, eher durch virale Infektionen (z. B. Herpes) oder Allergien
- Oft begleitend zu anderen Symptomen wie Fieber oder Ausschlag
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Häufiger als bei jungen Menschen
- Trockener Mund durch Medikamente oder Speicheldrüsenveränderungen verstärkt das Brennen
- Kann mit Sodbrennen (saurem Aufstoßen) zusammenhängen
Ursachen
Hauptursachen
- Primäres Burning-Mouth-Syndrom – die genaue Ursache ist nicht bekannt, vermutlich spielen Nerven und Psyche eine Rolle.
- Mangel an Vitamin B12, Folsäure oder Eisen
- Mundtrockenheit (z. B. durch Sjögren-Syndrom, Bestrahlung oder Medikamente)
- Sodbrennen / saures Aufstoßen (gastroösophagealer Reflux)
- Allergien gegen Mundpflegeprodukte, Zahnfüllungen oder Nahrungsmittel
- Medikamente (z. B. Blutdrucksenker, Antidepressiva)
- Hormonelle Veränderungen (z. B. Wechseljahre)
- Psychische Belastung wie Stress oder Angststörungen
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht
- Alter über 50 Jahre
- Rauchen oder übermäßiger Alkoholkonsum
- Bestimmte Grunderkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenstörungen
- Einnahme mehrerer Medikamente (Polypharmazie)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliches und starkes Brennen mit Schwellung oder Atemnot – sofort Notruf 112
- Brennen nach einem Unfall oder nach Kontakt mit ätzenden Substanzen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Brennen länger als zwei Wochen anhält
- Wenn der Appetit nachlässt oder das Essen wehtut
- Wenn Sie eine Grunderkrankung haben (z. B. Diabetes) und neue Symptome auftreten
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte und Ihren Medikamenten. Er untersucht Ihren Mund genau – oft mit einem Spiegel und vorsichtigem Tasten.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: Auf Vitamine (B12, Folsäure), Eisen, Zucker und Schilddrüsenwerte
- Abstrich aus dem Mund: Pilze (z. B. Mundsoor) oder Bakterien nachweisen
- Allergietest (Prick-Test) bei Verdacht auf eine Allergie
- Ggf. Speichelmessung: Wie viel Speichel wird produziert?
- In seltenen Fällen: kleine Gewebeprobe (Biopsie) zur feingeweblichen Untersuchung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist schmerzfrei. Manchmal sind mehrere Arztbesuche nötig, bis die Ursache klar ist. Der Arzt wird Sie über die nächsten Schritte informieren.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Wenn ein Mangel, eine Infektion oder ein Reflux vorliegt, wird dieser gezielt behandelt. Bei der primären Form des Burning-Mouth-Syndroms stehen die Linderung der Beschwerden und die Verbesserung der Lebensqualität im Vordergrund.
Selbsthilfe zu Hause
- Vermeiden Sie scharfe, saure oder sehr heiße Speisen und Getränke
- Verzichten Sie auf Alkohol und Tabak
- Trinken Sie über den Tag verteilt Wasser oder ungesüßte Kräutertees
- Kauen Sie zuckerfreien Kaugummi oder lutschen Sie Eiswürfel – das regt den Speichelfluss an
- Nutzen Sie eine sanfte, alkoholfreie Mundspülung
- Reduzieren Sie Stress – z. B. durch Spaziergänge, Atemübungen oder Entspannungstechniken
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen – je nach Ursache – Vitaminpräparate, Antipilzmittel oder säurehemmende Mittel empfehlen. Bei primärem Burning-Mouth-Syndrom kommen manchmal niedrig dosierte Medikamente infrage, die auf das Nervensystem wirken (z. B. bestimmte Antidepressiva oder Antiepileptika). Auch eine kognitive Verhaltenstherapie kann helfen, die Beschwerden besser zu bewältigen. Jede Behandlung wird individuell mit Ihnen besprochen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Mundbrennen in der Regel nicht erforderlich, es sei denn, es liegt eine behandelbare körperliche Ursache vor, die operativ korrigiert werden kann (z. B. ein gutartiger Tumor). Das ist jedoch sehr selten.
Leben mit der Erkrankung
Das Brennen kann von Tag zu Tag unterschiedlich stark sein. Versuchen Sie, sich nicht zu sehr darauf zu konzentrieren – Ablenkung und ein entspannter Umgang mit dem Symptom helfen oft.
Tipps für den Alltag
- Führen Sie ein Beschwerdetagebuch – das hilft dem Arzt, Auslöser zu erkennen
- Achten Sie auf eine gute Mundhygiene (weiche Zahnbürste, fluoridhaltige Zahnpasta)
- Tragen Sie bei trockener Mundschleimhaut spezielle Mundpflegeprodukte auf (Fragen Sie Ihren Apotheker nach einer geeigneten Mundsalbe)
Ernährung und Bewegung
Essen Sie weiche, kühle Speisen (z. B. Joghurt, Quark, zerdrückte Bananen). Meiden Sie scharfe Gewürze, Zitrusfrüchte und Tomaten. Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Schlaf unterstützen den gesamten Körper.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Dauerhafter Schmerz im Mund kann sehr belastend sein, zu Schlafstörungen, Gereiztheit oder Niedergeschlagenheit führen. Wenn die Gedanken sich immer nur um das Brennen drehen, kann eine psychologische Beratung oder eine Selbsthilfegruppe helfen – sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt darüber.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können das Risiko senken: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum, und lassen Sie sich regelmäßig ärztlich durchchecken – besonders in den Wechseljahren.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltende Schmerzen können die Lebensqualität stark beeinträchtigen
- Schwierigkeiten beim Essen und Trinken – Gewichtsverlust möglich
- Sozialer Rückzug wegen der Beschwerden
- Angst vor ernster Krankheit (Krebsangst) – obwohl diese selten ist
Langzeitprognose
Die Prognose ist meist gut: Bei vielen Menschen lassen sich die Beschwerden durch eine gezielte Behandlung oder Selbsthilfemaßnahmen lindern. Auch wenn die Ursache nicht immer gefunden wird, kann der Leidensdruck verringert werden. Mit Geduld und ärztlicher Begleitung können die meisten Betroffenen gut mit dem Symptom leben.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.