Causes of fullness in one ear
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Druck- oder Völlegefühl in einem Ohr, als ob das Ohr verstopft oder 'zu' ist. Oft fühlt es sich an wie unter Wasser oder wie wenn man im Flugzeug sitzt. Die Ursachen reichen von harmlosen Verstopfungen bis zu behandelbaren Erkrankungen des Mittelohrs.
Wichtige Fakten
- Die häufigste Ursache ist ein verstopfter Gehörgang durch Ohrenschmalz.
- Oft bessert sich das Gefühl von selbst oder mit einfachen Hausmitteln.
- Bei anhaltenden oder starken Beschwerden sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.
Ja, ein Völlegefühl in einem Ohr ist sehr häufig. Fast jeder Mensch erlebt es mindestens einmal im Leben, zum Beispiel nach dem Schwimmen oder bei einer Erkältung.
Es kann Menschen jeden Alters betreffen, besonders häufig aber Kinder (durch Mittelohrentzündungen), Erwachsene mit Neigung zu Ohrenschmalz und ältere Menschen mit Hörgeräten oder veränderten Ohrstrukturen.
Symptome
- Plötzlicher, kompletter Hörverlust auf einem Ohr
- Starker Schwindel mit Drehgefühl, Übelkeit oder Erbrechen
- Gesichtslähmung oder taubes Gefühl auf einer Seite
- Starke Ohrenschmerzen mit Fieber über 39°C
- ⚠Anhaltender Ohrdruck nach einem Schlag oder Unfall
- ⚠Eitriger oder blutiger Ausfluss aus dem Ohr
- ⚠Plötzliches, einseitiges Ohrengeräusch (Tinnitus) mit Hörverlust
- ⚠Schmerzen im Ohr, die nachts nicht nachlassen
Häufige Symptome
- Gefühl von Druck oder Verstopfung im Ohr
- Hören wie durch Watte oder unter Wasser
- Eigenes Klingen oder Rauschen im Ohr (Tinnitus)
- Leichte Schmerzen oder Unbehagen
- Manchmal Schwindel oder Benommenheit
Symptome bei Kindern
- Ziehen am Ohr oder Reiben des Ohrs
- Weinen oder Unruhe, besonders beim Liegen oder Trinken
- Fieber (bei Mittelohrentzündung)
- Vermindertes Hörverständnis oder Nachfragen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Häufig durch verhärteten Ohrenschmalz (Cerumen)
- Gefühl von Ohrdruck beim Kauen oder Gähnen
- Verschlechterung des Hörvermögens, das mit Altersschwerhörigkeit verwechselt werden kann
- Leichter Schwindel oder Gangunsicherheit
Ursachen
Hauptursachen
- Ohrenschmalzpfropf: verhärtetes Ohrenschmalz, das den Gehörgang verstopft
- Eustachische Röhren-Dysfunktion: Die Verbindung zwischen Mittelohr und Rachen ist blockiert, z. B. bei Erkältung oder Allergie
- Mittelohrentzündung (Otitis media): Flüssigkeitsansammlung oder Entzündung hinter dem Trommelfell
- Wasser im Ohr nach dem Schwimmen oder Duschen (Badeotitis)
- Trommelfellveränderungen wie Einziehung oder Perforation
- Fremdkörper im Ohr (selten bei Erwachsenen, häufiger bei Kindern)
Risikofaktoren
- Häufiges Schwimmen oder Tauchen
- Verwendung von Wattestäbchen oder anderen Gegenständen zur Ohrenreinigung
- Kürzliche Erkältung, Nasennebenhöhlenentzündung oder Allergie
- Fliegen oder Tauchgänge (Druckveränderungen)
- Verengte Gehörgänge (z. B. durch Veranlagung oder nach Operationen)
- Hörgeräteträger (verstärkt Schmalzbildung)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn das Völlegefühl nach einem Schlag oder Unfall aufgetreten ist
- Wenn zusätzlich starke Schmerzen, Fieber oder Hörverlust bestehen
- Wenn Flüssigkeit oder Blut aus dem Ohr austritt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Gefühl länger als ein paar Tage anhält
- Wenn es regelmäßig wiederkehrt
- Wenn Sie sich unsicher sind oder das Ohr sich nicht wie gewohnt anfühlt
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird zunächst mit einem Otoskop (Ohrspiegel) in Ihr Ohr schauen, um die Ursache zu erkennen. Oft reicht das schon aus.
Mögliche Untersuchungen
- Otoskopie: Untersuchung des Gehörgangs und Trommelfells mit einem beleuchteten Instrument
- Stimmgabeltest (Rinne- und Weber-Test): Prüft, ob das Hörproblem im Mittel- oder Innenohr liegt
- Tympanometrie: Misst die Bewegung des Trommelfells unter Druckveränderungen
- Hörtest (Audiometrie): Bei Verdacht auf Hörverlust
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Möglicherweise müssen Sie einen Termin beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) wahrnehmen, wenn der Hausarzt oder die Hausärztin eine weiterführende Abklärung empfiehlt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Viele Formen von Ohrdruck bessern sich von selbst. Bei hartnäckigen Beschwerden gibt es wirksame, meist einfache Behandlungen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird gemeinsam mit Ihnen die beste Option besprechen.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei Ohrenschmalz: Tragen Sie 2-3 Mal täglich ein paar Tropfen lauwarmes Olivenöl oder spezielle Ohrentropfen aus der Apotheke in den Gehörgang auf (fragen Sie vorher Ihren Apotheker).
- Bei Wasser im Ohr: Neigen Sie den Kopf zur Seite und hüpfen Sie leicht auf einem Bein, damit das Wasser abläuft.
- Bei Erkältungsdruck: Kaugummi kauen, gähnen oder sanftes Druckausgleich durch die Nase bei zugehaltener Nase (Valsalva-Manöver, aber nur leicht und mit Vorsicht).
- Vermeiden Sie das Reinigen der Ohren mit Wattestäbchen – das schiebt das Schmalz nur tiefer hinein.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin den Ohrenschmalzpfropf unter Sicht entfernen oder das Ohr absaugen. Bei einer Entzündung oder Flüssigkeitsansammlung hinter dem Trommelfell können abschwellende Nasensprays oder entzündungshemmende Medikamente helfen. In seltenen Fällen werden Antibiotika verordnet – diese müssen genau nach Anweisung eingenommen werden. Bei anhaltender Eustachischer Röhren-Dysfunktion kann eine Druckausgleichstherapie oder eine kleine Operation (z. B. Paukenröhrchen) erwogen werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur sehr selten in Frage, etwa wenn sich Flüssigkeit beidseitig hartnäckig hält oder das Trommelfell einreißt. Ihr HNO-Arzt wird Ihnen dann die notwendigen Schritte erklären.
Leben mit der Erkrankung
In den meisten Fällen beeinträchtigt ein Völlegefühl im Ohr den Alltag kaum. Wenn es doch stört, können Sie mit einfachen Maßnahmen wie Kauen oder Gähnen den Druck lösen. Achten Sie darauf, keine Gegenstände ins Ohr einzuführen.
Tipps für den Alltag
- Trocknen Sie Ihre Ohren nach dem Duschen oder Schwimmen mit einem weichen Tuch vorsichtig ab.
- Vermeiden Sie laute Geräusche, da ein verstopftes Ohr empfindlicher auf Lärm reagieren kann.
- Wenn Sie Fliegen, kauen Sie Kaugummi oder trinken Sie während des Starts und der Landung, um den Druck auszugleichen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung stärken das Immunsystem und können Erkältungen vorbeugen, die oft zu Ohrdruck führen. Nikotin verzögert die Heilung – Raucher sollten nach Möglichkeit darauf verzichten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein anhaltendes Völlegefühl kann belastend sein, besonders wenn es mit Hörverlust oder Schwindel einhergeht. Es ist völlig normal, sich dann verunsichert zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin – in der Regel lässt sich die Ursache gut behandeln.
Vorbeugung
Vollständig verhindern lässt sich ein Völlegefühl im Ohr nicht, aber Sie können das Risiko senken. Vermeiden Sie Wattestäbchen und halten Sie Ihre Ohren trocken. Behandeln Sie Erkältungen und Allergien rechtzeitig.
Impfungen
Gegen einige Erreger von Mittelohrentzündungen (z. B. Pneumokokken) gibt es Impfungen. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin beraten, ob diese für Sie oder Ihre Kinder sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening. Wenn Sie jedoch häufig Ohrprobleme haben, kann der Hausarzt bei Vorsorgeuntersuchungen einen Blick ins Ohr werfen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hartnäckiger Ohrenschmalzpfropf kann das Trommelfell reizen oder zu einer Gehörgangsentzündung führen.
- Eine nicht behandelte Mittelohrentzündung kann zu einer chronischen Flüssigkeitsansammlung (Paukenerguss) und Hörverlust führen.
- In sehr seltenen Fällen können sich Bakterien vom Mittelohr auf benachbarte Strukturen ausbreiten (z. B. Mastoiditis oder Hirnhautentzündung).
Langzeitprognose
Die allermeisten Fälle von Völlegefühl im Ohr sind harmlos und klingen von selbst oder mit einfacher Behandlung ab. Selbst bei hartnäckigen Ursachen gibt es moderne und schonende Therapien. Mit der richtigen Diagnose und Behandlung ist die Prognose in der Regel sehr gut – eine vollständige Genesung ohne Folgeschäden ist zu erwarten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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