Causes of loss of smell
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Verlust des Geruchssinns (Anosmie) bedeutet, dass Sie nichts mehr riechen können. Das passiert oft vorübergehend bei einer Erkältung oder Nasennebenhöhlenentzündung, kann aber auch länger anhalten. Der Geruchssinn ist eng mit dem Geschmackssinn verbunden – wer nichts riecht, schmeckt oft auch weniger.
Wichtige Fakten
- Ein Geruchsverlust tritt häufig bei Infekten der oberen Atemwege auf, zum Beispiel bei einer Erkältung oder Grippe.
- Auch eine COVID-19-Infektion kann plötzlich den Geruchssinn beeinträchtigen.
- In den meisten Fällen erholt sich der Geruchssinn von selbst wieder, es kann aber Wochen bis Monate dauern.
Ja, Geruchsverlust ist ein häufiges Symptom. Schätzungen zufolge hat fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens mindestens einmal eine vorübergehende Beeinträchtigung des Geruchssinns. Besonders bei Erkältungen und Nasennebenhöhlenentzündungen ist er sehr verbreitet.
Geruchsverlust kann Menschen jeden Alters betreffen. Besonders häufig tritt er bei Personen auf, die unter Atemwegsinfektionen, Allergien oder Nasenpolypen leiden. Auch mit zunehmendem Alter nimmt die Riechfähigkeit natürlicherweise ab.
Symptome
- Plötzlicher Geruchsverlust zusammen mit Bewusstseinsstörung, Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen (Hinweis auf Schlaganfall) – sofort den Notruf 112 wählen.
- Geruchsverlust nach einem Schlag auf den Kopf (Kopftrauma) – ebenfalls sofort ärztliche Notfallversorgung aufsuchen.
- ⚠Plötzlicher und kompletter Geruchsverlust ohne erkennbaren Grund (z. B. ohne Erkältung) – noch am selben Tag ärztliche Vorstellung.
- ⚠Geruchsverlust begleitet von starken Kopfschmerzen, Fieber oder Nasenbluten – innerhalb von 24 Stunden ärztliche Hilfe suchen.
Häufige Symptome
- Sie können alltägliche Gerüche wie Kaffee, Brot oder Blumen nicht mehr wahrnehmen.
- Das Essen schmeckt fade oder kaum noch.
- Manchmal riecht alles anders oder unangenehm (Parosmie) – zum Beispiel riecht Kaffee plötzlich verbrannt.
Symptome bei Kindern
- Kinder klagen oft, dass Essen komisch schmeckt oder sie nichts mehr riechen.
- Sie können möglicherweise nicht angeben, ob etwas riecht – achten Sie auf Verhalten wie das Rümpfen der Nase oder das Ablehnen von vertrauten Gerüchen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen bemerken den Verlust oft erst spät, da er schleichend einsetzen kann.
- Es kann zu Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust kommen, weil das Essen nicht mehr schmeckt.
- Geruchsverlust im Alter kann auch die Sicherheit gefährden, zum Beispiel wenn Gas oder Rauch nicht mehr gerochen werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen der oberen Atemwege (z. B. Erkältung, Grippe, COVID-19, Nasennebenhöhlenentzündung).
- Nasenpolypen oder starke Schwellung der Nasenschleimhaut (chronische Rhinosinusitis).
- Allergien (z. B. Heuschnupfen), die die Nasenschleimhaut reizen.
- Schädel-Hirn-Trauma (z. B. durch Unfall, Sturz) – die Riechnerven können durchtrennt werden.
- Altersbedingter Rückgang der Riechfähigkeit (Presbyosmie).
- Neurologische Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Alzheimer (seltener als erstes Symptom).
- Medikamente oder Giftstoffe (z. B. bestimmte Antibiotika, Chemotherapie, Lösungsmittel).
- Operationen an der Nase oder im Gesicht (vorübergehend).
Risikofaktoren
- Rauchgewohnheiten (Rauchen schädigt die Riechschleimhaut).
- Chronische Nasennebenhöhlenentzündungen oder Allergien.
- Fortgeschrittenes Alter.
- Berufliche Exposition gegenüber Reizstoffen oder Lösungsmitteln.
- Zustand nach Schädel-Hirn-Trauma.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzlicher Geruchsverlust zusammen mit Kopfverletzung oder Schlaganfall-Symptomen (Notruf 112).
- Kompletter Geruchsverlust über mehrere Tage ohne Besserung.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Anhaltender Geruchsverlust länger als zwei Wochen nach einem Infekt.
- Geruchsverlust, der den Alltag beeinträchtigt (z. B. beim Kochen oder Essen).
- Sie möchten die Ursache abklären lassen – zum Beispiel bei Verdacht auf Nasenpolypen oder Allergie.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt wird zuerst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen (Anamnese) und Fragen stellen, wann der Geruchsverlust begann, ob es Begleitsymptome gab und ob Sie schon einmal eine Nasenoperation oder einen Unfall hattet.
Mögliche Untersuchungen
- Riechtest mit verschiedenen Düften (z. B. Kaffee, Zitrone, Vanille) – die Ärztin oder der Arzt prüft, ob Sie riechen und unterschiedliche Gerüche erkennen können.
- Endoskopie der Nase (Nasenspiegelung) – ein dünner Schlauch mit Kamera wird in die Nase eingeführt, um die Schleimhaut und mögliche Polypen oder Entzündungen zu beurteilen.
- Bildgebung (z. B. CT oder MRT der Nasennebenhöhlen) bei Verdacht auf chronische Sinusitis, Polypen oder andere strukturelle Probleme.
- Bluttests (z. B. zur Untersuchung auf Schilddrüsenfunktion oder Vitaminmangel) – nur in bestimmten Fällen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist schmerzfrei und dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Die Ärztin oder der Arzt wird sanft vorgehen. Anschließend bespricht sie oder er mit Ihnen die Ergebnisse und mögliche nächste Schritte – das ist unkompliziert und keine aufwändige Prozedur.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Geruchsverlusts. Oft heilt der Geruchssinn von selbst, wenn die Grunderkrankung abklingt. Es gibt aber auch Maßnahmen, die Sie selbst ergreifen können, und medizinische Therapien, die helfen können.
Selbsthilfe zu Hause
- Riechtraining: Täglich mehrmals kurze Zeit an vertrauten Düften riechen (z. B. Kaffee, Zitrone, Rose, Gewürznelke) – das kann die Nervenregeneration anregen.
- Nasenspülungen mit Kochsalzlösung (ohne Zusätze) – befeuchten die Schleimhaut und lösen Sekret.
- Ausreichend trinken und die Raumluft feucht halten (z. B. mit einem Luftbefeuchter).
- Bei Erkältung oder Allergie: Nasenschleimhaut abschwellen lassen durch viel Trinken und Dampfbäder (keine abschwellenden Nasensprays länger als eine Woche anwenden).
Medizinische Behandlungen
Bei Infektionen können entzündungshemmende oder antiallergische Mittel (z. B. kortisonhaltige Nasensprays oder Tabletten) verordnet werden – immer nach ärztlicher Absprache. Bei bakteriellen Nasennebenhöhlenentzündungen können Antibiotika nötig sein. In einigen Fällen, besonders nach COVID-19, wird ein Riechtraining unter Anleitung einer HNO-Ärztin oder eines HNO-Arztes empfohlen. Die genaue Therapie bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn Nasenpolypen oder eine starke Verkrümmung der Nasenscheidewand den Geruchssinn blockieren, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Ihr HNO-Arzt wird mit Ihnen die Vor- und Nachteile besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Ein längerer Geruchsverlust kann den Alltag verändern. Sie sollten besonders auf Ihre Sicherheit achten: Rauchmelder installieren, Gasgeräte regelmäßig prüfen lassen, Lebensmittel mit Haltbarkeitsdaten kontrollieren und Essensreste nicht nach Geruch beurteilen.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung – auch wenn das Essen weniger schmeckt, ist es wichtig, genug Nährstoffe zu sich zu nehmen.
- Gewürze und Kräuter können das Essen interessanter machen – probieren Sie neue Kombinationen aus.
- Planen Sie regelmäßige Mahlzeiten, um den Appetit zu fördern.
Ernährung und Bewegung
Bewegung und eine gesunde Ernährung unterstützen die allgemeine Gesundheit und können auch die Durchblutung der Nasenschleimhaut fördern. Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum, da beides den Geruchssinn weiter beeinträchtigen kann.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Der Verlust des Geruchssinns kann belastend sein, da er mit Genuss, Erinnerungen und sozialen Situationen verbunden ist. Manche Menschen fühlen sich isoliert oder traurig. Es ist völlig in Ordnung, darüber zu sprechen und sich Unterstützung zu holen – auch bei psychologischen Beratungsstellen.
Vorbeugung
Nicht jeder Geruchsverlust ist vermeidbar. Sie können jedoch das Risiko senken, indem Sie Infektionen vorbeugen: regelmäßiges Händewaschen, Abstand zu Erkrankten halten, eine gesunde Lebensweise pflegen. Bei Allergien kann eine Behandlung der Allergie helfen. Vermeiden Sie Rauchen und schädliche Dämpfe.
Impfungen
Gegen einige Infektionen, die Geruchsverlust verursachen können (wie Grippe oder COVID-19), gibt es Impfungen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Impfungen für Sie infrage kommen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening auf Geruchsverlust. Bei Risikogruppen (z. B. ältere Menschen oder Menschen mit neurologischen Erkrankungen) kann eine ärztliche Kontrolle des Geruchssinns sinnvoll sein – fragen Sie bei Ihrem nächsten Termin danach.
Komplikationen
Unbehandelt
- Mangelernährung oder Gewichtsverlust (weil das Essen nicht schmeckt).
- Sicherheitsrisiken (nicht bemerkte Gaslecks, verdorbene Lebensmittel, Rauch).
- Psychische Belastung bis hin zu Depressionen oder sozialer Rückzug.
Langzeitprognose
Die meisten Menschen mit Geruchsverlust erholen sich vollständig, besonders wenn die Ursache eine vorübergehende Infektion war. Bei länger bestehendem Verlust kann ein Riechtraining helfen. Auch wenn der Geruchssinn nicht mehr ganz zurückkommt, gewöhnt sich der Körper meist gut daran, und mit den richtigen Sicherheitsvorkehrungen ist ein normales Leben möglich. Lassen Sie sich nicht entmutigen – es gibt Wege, damit umzugehen.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.