Ohrenschmerzen im Liegen: Ursachen und Hilfe
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Wenn das Ohr im Liegen stärker schmerzt, verändert sich meist der Druck im Ohr. Das passiert häufig bei einer Entzündung oder wenn sich Flüssigkeit im Mittelohr sammelt. Der Begriff beschreibt ein Symptom – die genaue Ursache muss eine Ärztin oder ein Arzt abklären.
Wichtige Fakten
- Im Liegen wird der Druck im Ohr oft größer – dadurch fühlen sich Schmerzen stärker an.
- Bei Kindern kommen Ohrenschmerzen häufig vor, vor allem bei Schnupfen.
- Viele Ohrenschmerzen bessern sich innerhalb weniger Tage. Trotzdem ist eine ärztliche Abklärung wichtig.
Ja. Ohrenschmerzen sind ein häufiger Grund, eine Arztpraxis aufzusuchen. Besonders Kinder und Menschen mit Erkältungen sind betroffen.
Ohrenschmerzen, die im Liegen schlimmer werden, können Menschen jeden Alters treffen. Häufig sind sie bei Babys und Kleinkindern, weil ihre Ohrtrompeten noch kurz und eng sind. Auch Erwachsene mit Schnupfen oder Allergien sind öfter betroffen.
Symptome
- Plötzlicher kompletter Hörverlust
- Starke Schmerzen zusammen mit steifem Hals, hohem Fieber und starken Kopfschmerzen
- Schwellung oder Rötung hinter dem Ohr, die schnell zunimmt
- Bei Kindern: Wenn das Kind teilnahmslos oder schwer krank wirkt – in Notfällen sofort die 112 anrufen
- ⚠Schmerzen, die länger als zwei Tage anhalten
- ⚠Fieber über 39 Grad Celsius
- ⚠Gelber oder grünlicher Ausfluss aus dem Ohr
- ⚠Hören nimmt deutlich ab oder das Ohr fühlt sich verstopft an
Häufige Symptome
- Schmerzen im Ohr, die sich beim Hinlegen verstärken
- Druckgefühl oder Völlegefühl im Ohr
- Hören ist gedämpft oder schlechter
Symptome bei Kindern
- Kleinkinder weinen, ziehen am Ohr oder reiben das Ohr
- Sie sind unruhig und schlafen schlecht
- Möglicherweise Fieber oder Appetitlosigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ohrenschmerzen, verbunden mit Hörminderung
- Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen
- Druckgefühl und manchmal Ohrgeräusche
Ursachen
Hauptursachen
- Eine Entzündung des Mittelohrs – häufig nach einer Erkältung
- Ansammlung von Flüssigkeit hinter dem Trommelfell
- Verschließung der Ohrtrompete durch Schleimhautschwellung – der Druckausgleich gelingt nicht
- Auch Probleme im Kiefergelenk oder an den Zähnen können Schmerzen ans Ohr weiterleiten
Risikofaktoren
- Schnupfen, Grippe oder Allergien
- Baby- und Kleinkindalter, weil die Ohrtrompete noch kurz ist
- Rauchen in der Umgebung, also Passivrauchen
- Tauchen oder Fliegen mit starkem Druckausgleich
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sehr starke Schmerzen, die trotz Schonung nicht aufhören
- Fieber und ausgeprägtes Krankheitsgefühl
- Plötzliche Hörminderung oder Schwindel
- Wenn starke Kopfschmerzen oder ein steifer Hals dazukommen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Ohrenschmerzen länger als ein bis zwei Tage bestehen
- Bei wiederholten Ohrenschmerzen innerhalb weniger Wochen
- Wenn ein Kind unspezifisch weint und fiebert – besser früh abklären lassen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt schaut mit einem Ohrspiegel in den Gehörgang und auf das Trommelfell. So lässt sich erkennen, ob eine Entzündung oder Flüssigkeit vorliegt.
Mögliche Untersuchungen
- Otoskopie – Blick ins Ohr mit einem beleuchteten Instrument
- Tympanometrie – misst den Druck im Mittelohr und die Beweglichkeit des Trommelfells
- Hörtest – falls das Hören beeinträchtigt erscheint
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist in der Regel schmerzfrei. Die Ärztin oder der Arzt kann danach meist sehr gut einschätzen, welche Behandlung sinnvoll ist.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache und der Schwere der Beschwerden ab. Häufig geht eine Mittelohrentzündung von alleine zurück. Schmerzlinderung und Ruhe sind dann das Wichtigste. Bei einer bakteriellen Infektion kann ein Antibiotikum helfen – das entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Selbsthilfe zu Hause
- Legen Sie ein warmes Tuch oder eine nicht zu heiße Wärmflasche auf das Ohr – das kann angenehm sein.
- Schlafen Sie mit erhöhtem Kopf, zum Beispiel mit einem zusätzlichen Kissen.
- Schnäuzen Sie sich sanft und vermeiden Sie kräftigen Druckausgleich.
- Nehmen Sie sich Ruhe und trinken Sie ausreichend.
Medizinische Behandlungen
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann bei Bedarf abschwellende Nasensprays, entzündungshemmende Medikamente oder Schmerzmittel empfehlen. Diese werden auf Ihre Situation abgestimmt. Antibiotika werden nur bei bakteriellen Infektionen verordnet und sollten dann wie verordnet zu Ende genommen werden. Bitte fragen Sie in Ihrer Praxis oder Apotheke, was für Sie geeignet ist. In Notfällen außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig. Bei wiederkehrenden Mittelohrentzündungen oder lang anhaltender Flüssigkeit kann ein kleiner Eingriff mit Paukenröhrchen helfen. Das entscheidet eine Hals-Nasen-Ohren-Ärztin oder ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt.
Leben mit der Erkrankung
Gönnen Sie sich Ruhe, solange die Schmerzen anhalten. Schlafen Sie mit etwas erhöhtem Kopf und lauschen Sie auf die Signale Ihres Körpers. Meiden Sie große Druckschwankungen wie Tauchen oder Fliegen, bis die Beschwerden abgeklungen sind.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und Räume gut lüften
- Die Ohren trocken halten, wenn eine Entzündung im äußeren Gehörgang vorliegt
- Auf das Reinigen der Ohren mit Wattestäbchen verzichten
Ernährung und Bewegung
Eine besondere Ernährung ist bei Ohrenschmerzen nicht nötig. Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit. Körperliche Schonung ist während der akuten Phase sinnvoll; nach Besserung können Sie sich wieder normal bewegen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Starke oder länger anhaltende Schmerzen können quälend sein, den Schlaf stören und die Stimmung senken. Das ist verständlich. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber zu sprechen. Auch der Austausch mit Angehörigen hilft.
Vorbeugung
Nicht jede Ohrinfektion ist vermeidbar. Einige Maßnahmen können aber helfen: Stillen in den ersten Lebensmonaten, Rauchfreiheit, regelmäßiges Händewaschen und konsequentes Impfen senken das Risiko für Atemwegsinfektionen und damit auch für Ohrprobleme.
Impfungen
Gegen Grippe und Pneumokokken gibt es empfohlene Impfungen, die auch Ohrinfektionen vorbeugen können. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Reihenuntersuchung für Ohrenschmerzen. Bei häufig wiederkehrenden Beschwerden kann ein Hörtest beim HNO-Arzt sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine Entzündung nicht behandelt wird, kann das Trommelfell in seltenen Fällen reißen.
- Es kann sich Flüssigkeit hinter dem Trommelfell ansammeln und das Hören dauerhaft beeinträchtigen.
- In seltenen Fällen breitet sich die Infektion auf den Knochen hinter dem Ohr aus – das ist ernst und muss schnell behandelt werden.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und etwas Geduld heilen die meisten Ohrenentzündungen ohne Folgen aus. Auch Eingriffe sind heute selten und gut verträglich. Sie müssen nicht lange leiden – suchen Sie frühzeitig Hilfe.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.