Ellbogenschmerzen – Ursachen, Symptome und Hilfe
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Schmerzen im Ellenbogen sind ein häufiges Problem. Sie können durch Überlastung, Verschleiß oder Verletzungen entstehen. Viele Ellenbogenschmerzen lassen sich gut behandeln und klingen innerhalb weniger Wochen wieder ab.
Wichtige Fakten
- Der Ellenbogen ist ein komplexes Gelenk aus Knochen, Bändern, Sehnen und Muskeln.
- Häufigste Ursachen sind Überlastung und kleine Verletzungen.
- Die meisten Ellenbogenschmerzen werden ohne Operation behandelt.
Ja. Ellenbogenschmerzen kommen bei Menschen jeden Alters vor und gehören zu den häufigen Beratungsanlässen in der Hausarztpraxis.
Menschen, die viel mit den Armen arbeiten oder Sport mit Wurf- und Schlagbewegungen ausüben, sind häufiger betroffen. Auch ältere Menschen mit Gelenkverschleiß und Kinder mit bestimmten Armverletzungen können betroffen sein.
Symptome
- Offene Wunde oder sichtbar herausragender Knochen am Ellenbogen
- Deutliche Verformung des Gelenks nach einem Unfall
- Der Arm ist taub, blass oder kalt
- Das Gelenk kann überhaupt nicht bewegt werden
- ⚠Starke Schmerzen nach einem Sturz oder Unfall
- ⚠Fieber und Rötung rund um den Ellenbogen
- ⚠Schnell zunehmende Schwellung
- ⚠Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Hand oder Fingern
Häufige Symptome
- Schmerz an der äußeren oder inneren Seite des Ellenbogens
- Schwellung oder Rötung am Gelenk
- Steifheit oder eingeschränkte Beweglichkeit
- Schwäche beim Greifen, Heben oder Drehen des Arms
- Knirschen oder Klicken bei Bewegungen
Symptome bei Kindern
- Schmerz nach einem kräftigen Zug am Arm, zum Beispiel beim Hochheben
- Das Kind weint und hält den Arm eng am Körper
- Der Arm wird nicht aktiv bewegt, obwohl er nicht sichtbar verletzt ist
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Anlaufschmerz: Der Ellenbogen tut weh, wenn man ihn nach Ruhe wieder bewegt
- Morgendliche Steifheit im Ellenbogengelenk
- Schmerz bei Verschleiß oder Entzündung, oft verbunden mit Bewegungseinschränkung
Ursachen
Hauptursachen
- Überlastung der Sehnenansätze, zum Beispiel Tennisarm oder Golferarm
- Abnutzung des Gelenkknorpels (Arthrose)
- Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen
- Verletzungen wie Verstauchung, Bänderdehnung oder Knochenbruch
- Nervenreizung im Bereich des Ellenbogens, zum Beispiel Kubitaltunnelsyndrom
Risikofaktoren
- Wiederholte gleiche Bewegungen bei der Arbeit, zum Beispiel bei Handwerk oder Fließbandarbeit
- Sportarten mit Wurf-, Schlag- oder Stützbewegungen
- Lebensalter – der Verschleiß nimmt mit den Jahren zu
- Frühere Verletzungen oder Operationen am Ellenbogen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Nach einem Unfall mit starker Schwellung, Verformung oder offener Wunde
- Wenn der Arm nicht mehr bewegt werden kann
- Wenn zusätzlich Fieber, starke Rötung oder Wärmegefühl im Gelenk auftritt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Schmerzen ohne erkennbaren Grund länger als zwei Wochen andauern
- Wenn die Beschwerden trotz Schonung und Kühlung zunehmen
- Wenn Sie im Alltag merken, dass Sie den Arm und die Hand immer weniger einsetzen können
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt, wie die Schmerzen entstanden sind, wo genau sie auftreten und wann sie stärker werden. Danach wird der Ellenbogen untersucht: Er wird abgetastet, in alle Richtungen bewegt und bestimmte Funktionen werden geprüft.
Mögliche Untersuchungen
- Röntgen oder Ultraschall, um Knochen, Gelenkspalt und Weichteile zu beurteilen
- Magnetresonanztomographie (MRT), wenn Sehnen, Bänder oder Knorpel genauer betrachtet werden müssen
- Blutuntersuchung, um eine entzündliche Erkrankung oder Infektion auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert in der Regel nicht lange. Sie sollten der Ärztin oder dem Arzt sagen, wenn etwas wehtut. Nach der Untersuchung bekommen Sie eine mündliche Einschätzung und Empfehlungen für die Behandlung.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Häufig reichen Schonung, Kühlung und eine langsame Rückkehr zur Bewegung aus. Bei länger anhaltenden Beschwerden kommen Physiotherapie, Medikamente oder weitere Maßnahmen in Frage. In seltenen Fällen ist eine Operation nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Den Arm für einige Tage entlasten und belastende Tätigkeiten vermeiden
- Kühlbeutel oder ein in ein Tuch gewickelter Kühlakku 10 bis 15 Minuten mehrmals täglich auflegen
- Den Ellenbogen in einer bequemen, erhöhten Position lagern
- Sanfte Bewegungsübungen beginnen, sobald der akute Schmerz nachlässt
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Ihnen individuelle Behandlungsmöglichkeiten empfehlen. Dazu gehören Krankengymnastik, manuelle Therapie, Schmerzmittel (zum Beispiel entzündungshemmende Medikamente) oder eine örtliche Injektion am Ellenbogen. Welche Maßnahme für Sie sinnvoll ist, hängt von der genauen Ursache ab.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten erforderlich, zum Beispiel bei einem komplizierten Bruch, einem abgerissenen Sehnenansatz oder wenn alle konservativen Behandlungen über Monate nicht geholfen haben. Der Eingriff wird in einer Klinik von einer Fachärztin oder einem Facharzt für Orthopädie oder Unfallchirurgie durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Passen Sie sich im Alltag an, indem Sie Bewegungen vermeiden, die stark schmerzen. Achten Sie auf eine ergonomische Haltung am Arbeitsplatz und planen Sie regelmäßige kurze Pausen bei sich wiederholenden Tätigkeiten.
Tipps für den Alltag
- Vor dem Sport den Arm mit lockeren Übungen aufwärmen
- Einseitige Belastungen abwechseln, zum Beispiel zwischen rechts und links
- Bei Übungen wie Liegestützen eine stabile Position wählen und den Ellenbogen nicht überstrecken
- Auf ausreichend Erholungszeiten nach körperlicher Belastung achten
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit genügend Kalzium und Vitamin D unterstützt Knochen und Gelenke. Regelmäßige, mäßige Bewegung wie Gehen, Radfahren oder sanfte Gymnastik hält den gesamten Bewegungsapparat geschmeidig und fördert die Heilung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wenn Schmerzen über Wochen bleiben, kann das belasten und den Schlaf stören. Sprechen Sie darüber – bei Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Menschen, denen Sie vertrauen. Auch Entspannungsübungen wie tiefes Atmen oder progressive Muskelentspannung können helfen.
Vorbeugung
Ja, in vielen Fällen. Sie können Überlastung vermeiden, Bewegungen korrekt ausführen und den Arm regelmäßig trainieren. Nicht jede Ursache ist jedoch vermeidbar, etwa altersbedingter Verschleiß.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Schmerzen, die über Monate bestehen bleiben
- Zunehmende Bewegungseinschränkung des Ellenbogens
- Muskelschwäche im Unterarm und in der Hand
- Anhaltende Entzündungszeichen wie Schwellung und Überwärmung
Langzeitprognose
Die meisten Ellenbogenschmerzen bessern sich innerhalb von einigen Wochen bis Monaten, besonders wenn frühzeitig gegengesteuert wird. Auch bei länger andauernden Beschwerden ist mit einer gezielten Behandlung die Aussicht auf deutliche Besserung sehr gut.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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