Augenbeschwerden, die im Liegen schlimmer werden
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Wenn sich Beschwerden am Auge im Liegen verschlimmern, bedeutet das, dass Symptome wie Schmerzen, Druckgefühl, Sehstörungen oder Rötung auftreten oder stärker werden, sobald Sie sich hinlegen. Das kann verschiedene Ursachen haben, von harmlosen Druckveränderungen bis hin zu ernsteren Erkrankungen. Es ist wichtig, solche Beschwerden ärztlich abklären zu lassen, um die richtige Behandlung zu bekommen.
Wichtige Fakten
- Im Liegen verändert sich der Druck im Kopf und in den Augen – das kann Beschwerden auslösen oder verstärken.
- Mögliche Ursachen sind unter anderem erhöhter Augeninnendruck (Glaukom), Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder ein erhöhter Druck im Schädelinneren.
- Nur eine ärztliche Untersuchung kann klären, was genau hinter den Beschwerden steckt.
Es ist kein seltenes Symptom. Viele Menschen erleben gelegentlich ein Druckgefühl oder leichte Beschwerden am Auge, wenn sie liegen. Meist ist es harmlos, es kann aber auch auf eine ernste Erkrankung hinweisen.
Betroffen sind Menschen jeden Alters. Häufiger tritt das Symptom bei älteren Erwachsenen auf, insbesondere im Zusammenhang mit einem erhöhten Augeninnendruck, Gefäßerkrankungen oder chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen. Auch Menschen mit Migräne oder Schilddrüsenerkrankungen sind öfter betroffen.
Symptome
- Plötzliche und starke Sehverschlechterung oder Sehverlust auf einem Auge
- Sehr starke Augenschmerzen, begleitet von Übelkeit und Erbrechen
- Ein hartes, extrem gerötetes Auge mit einer verkürzten Pupille
- Bewusstseinsstörungen oder Schlaganfallzeichen wie einseitige Lähmung, Sprachschwierigkeiten oder ein herabhängendes Augenlid
- ⚠Neue oder zunehmende Sehstörungen, die mit dem Liegen zusammenhängen
- ⚠Augenschmerzen, die länger als einen Tag anhalten
- ⚠Rötung des Auges kombiniert mit Lichtscheu (helle Lichter als unangenehm empfinden)
- ⚠Doppelbilder oder ein anhaltend verschwommenes Sehen
Häufige Symptome
- Druckgefühl hinter dem Auge, das im Liegen zunimmt
- Augenschmerzen, die beim Hinlegen stärker werden
- Verschwommenes Sehen oder Schleier vor dem Auge
- Rötung des Auges oder vermehrter Tränenfluss
- Kopfschmerzen, besonders im Stirn- oder Schläfenbereich
- Blitze oder Lichterscheinungen im Sichtfeld
Ursachen
Hauptursachen
- Erhöhter Augeninnendruck – zum Beispiel bei einem Glaukom (Grüner Star). Beim Liegen kann der Druck im Auge weiter ansteigen und Beschwerden verstärken.
- Erhöhter Druck im Schädel – etwa durch Entzündungen, gutartigen Hirndruck oder Tumore. Im Liegen steigt der Druck in den Venen des Kopfes und kann auf das Auge drücken.
- Entzündungen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) – Flüssigkeitsansammlungen in den Nebenhöhlen können im Liegen stärker auf das Auge und den Sehnerv drücken.
- Entzündungen oder Tumore in der Augenhöhle – durch die Schwerkraft oder veränderte Druckverhältnisse verschlimmern sich die Beschwerden im Liegen.
- Durchblutungsstörungen des Auges, etwa bei Gefäßverschlüssen oder einer unzureichenden Versorgung des Sehnervs.
Risikofaktoren
- Lebensalter über 40 Jahre
- Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit, insbesondere wenn sie stark ausgeprägt ist
- Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Migräne
- Chronische Nasennebenhöhlenentzündungen
- Schilddrüsenerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen
- Eine familiäre Vorbelastung für Glaukom (Grüner Star) oder Hirndruckerkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Beschwerden plötzlich auftreten oder sich schnell verschlimmern
- Wenn Sie eine deutliche Sehverschlechterung bemerken
- Wenn das Auge gerötet ist, sehr schmerzt und Sie Lichtscheu haben
- Wenn zusätzlich starke Kopfschmerzen oder Übelkeit auftreten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Symptom wiederkehrt oder mehrere Tage anhält
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Sehen insgesamt schlechter wird
- Wenn Sie Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes haben und Veränderungen am Auge bemerken
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt wird zunächst ausführlich mit Ihnen über Ihre Beschwerden sprechen – zum Beispiel, seit wann sie bestehen, wann genau sie auftreten und welche Begleiterkrankungen vorliegen. Danach folgt eine gründliche Untersuchung der Augen und oft auch des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs. Je nach Verdacht werden weitere Tests durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Messung des Augeninnendrucks (Augendruckmessung/Tonometrie)
- Untersuchung des Augenhintergrunds mit einer speziellen Lupe oder Kamera (Funduskopie)
- Gesichtsfeldmessung, um das seitliche Sehen zu überprüfen
- Optische Kohärenztomographie (OCT) zur Untersuchung des Sehnervs und der Netzhaut
- Bei Verdacht auf Nebenhöhlen- oder Hirndruckprobleme: Bildgebung wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei und dauern etwa 30 bis 60 Minuten. Sie können währenddessen jederzeit Fragen stellen. Nach der Diagnose erklärt Ihnen die Ärztin oder der Arzt, was die Befunde bedeuten und welche Schritte als Nächstes sinnvoll sind.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Das Ziel ist immer, die Symptome zu lindern, Schäden am Auge oder am Sehnerv zu verhindern und Ihre Lebensqualität zu erhalten. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto besser ist in der Regel der Verlauf.
Selbsthilfe zu Hause
- Führen Sie ein kurzes Tagebuch, um festzuhalten, in welchen Situationen die Beschwerden auftreten – das hilft der Ärztin oder dem Arzt bei der Diagnose.
- Bequeme Schlafposition: Manche Menschen empfinden einen leicht erhöhten Kopf beim Schlafen als angenehm – besprechen Sie das aber vorher mit Ihrem Arzt.
- Bei Nebenhöhlenbeschwerden können warme, feuchte Umschläge um die Nase und Augenpartie lindernd wirken – nur nach ärztlicher Freigabe.
- Verzichten Sie auf schweres Heben, starkes Pressen oder langes Vorbeugen, da dies den Druck im Kopf erhöhen kann.
Medizinische Behandlungen
Medizinische Behandlungen werden individuell verschrieben. Je nach Ursache können zum Beispiel druck senkende Augentropfen, entzündungshemmende Medikamente oder Antibiotika bei Infektionen zum Einsatz kommen. Auch eine Einstellung von Blutdruck- oder Blutzuckerwerten kann das Auge entlasten. Bei erhöhtem Hirndruck werden sogenannte Entwässerungsmedikamente eingesetzt. Wichtig: Nehmen Sie niemals Medikamente auf eigene Faust ein – nur nach ärztlicher Verordnung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann notwendig sein, wenn zum Beispiel ein akuter Glaukomanfall auftritt, ein Tumor in der Augenhöhle oder Nebenhöhle entfernt werden muss oder ein erhöhter Hirndruck dauerhaft entlastet werden soll. Auch bei manchen Formen des Grünen Stars (Engwinkelglaukom) kann ein Lasereingriff oder eine kleine Operation das Problem beheben.
Leben mit der Erkrankung
Nehmen Sie Ihre Beschwerden ernst, aber machen Sie sich nicht unnötig verrückt. Versuchen Sie, im Alltag längeres Liegen mit flachem Kopf zu vermeiden, wenn Sie merken, dass das die Symptome fördert. Ein gesundes Maß an Bewegung und regelmäßige Pausen bei der Bildschirmarbeit helfen, die Augen zu entlasten.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung wie Spazierengehen oder Schwimmen stärkt die Gefäße und kann den Blutdruck stabilisieren.
- Ausreichend Schlaf und Entspannungsübungen reduzieren Stress, der sich auf die Augen auswirken kann.
- Verzichten Sie auf das Rauchen und schränken Sie Alkohol ein – beides kann den Augeninnendruck und die Durchblutung beeinflussen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und gesunden Fetten unterstützt die Sehkraft und die Gefäßgesundheit. Wenn Sie übergewichtig sind, kann eine moderate Gewichtsabnahme den Druck im Kopf senken. Leichter Ausdauersport ist empfehlenswert, sprechen Sie aber neue Belastungen vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische oder wiederkehrende Augenbeschwerden können Ängste auslösen, etwa die Sorge, das Sehvermögen zu verlieren. Es ist wichtig, diese Gefühle ernst zu nehmen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin – auch darüber, wie Sie sich fühlen. Bei anhaltender seelischer Belastung kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Nicht alle Ursachen lassen sich verhindern, aber ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Bewegung und regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen kann das Risiko für viele Augenkrankheiten senken. Wichtig ist, Warnsignale wie eine plötzliche Sehverschlechterung ernst zu nehmen und frühzeitig zu handeln.
Impfungen
Es gibt keine spezielle Impfung gegen diese Beschwerden, aber ein vollständiger Impfschutz, zum Beispiel gegen Grippe und Pneumokokken, kann schwere Infekte verhindern, die auch die Augen und Nebenhöhlen betreffen können.
Früherkennungsprogramme
Ab dem 40. Lebensjahr wird empfohlen, regelmäßig den Augeninnendruck messen zu lassen. Menschen mit Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck oder einer familiären Glaukombelastung sollten bereits früher und mindestens einmal jährlich eine augenärztliche Kontrolle wahrnehmen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein unerkanntes Glaukom kann den Sehnerv dauerhaft schädigen und zur Erblindung führen.
- Unbehandelte Nebenhöhlenentzündungen können auf das Auge übergreifen und zu Abszessen oder einer Entzündung der Augenhöhle führen.
- Ein erhöhter Hirndruck ohne Behandlung kann das Sehvermögen bleibend einschränken und auch andere neurologische Störungen verursachen.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind in den meisten Fällen gut, wenn die Beschwerden rechtzeitig ärztlich abgeklärt und behandelt werden. Selbst ernstere Erkrankungen wie Glaukom oder erhöhter Hirndruck lassen sich heute gut behandeln, insbesondere wenn sie früh erkannt werden. Mit einer angepassten Therapie können Sie viel tun, um Ihre Sehkraft und Lebensqualität zu erhalten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.