Übelkeit – wenn Ihnen schlecht wird
Übersicht
Übelkeit ist ein unangenehmes Gefühl im Magen oder Hals, bei dem man sich übergeben könnte. Sie ist keine eigene Krankheit, sondern ein Signal des Körpers. Erbrechen bedeutet, dass sich der Magen tatsächlich entleert. Hinter Übelkeit kann etwas Harmloses stecken, aber auch eine ernstere Ursache. Deshalb ist es wichtig, auf Begleitsymptome zu achten.
Wichtige Fakten
- Übelkeit ist sehr häufig und meist kurzzeitig.
- Die Ursachen reichen von Infektionen über Stress bis zu Medikamenten.
- Wichtig ist, genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen; bei Warnzeichen ist eine ärztliche Abklärung nötig.
Ja, Übelkeit ist sehr verbreitet. Fast jeder Mensch kennt dieses Gefühl. Meist steckt eine harmlose und vorübergehende Ursache dahinter, zum Beispiel eine Magen-Darm-Infektion, Stress oder Reisekrankheit.
Übelkeit kann Menschen jeden Alters betreffen. Besonders häufig tritt sie bei Schwangeren, Kindern, älteren Menschen sowie bei Menschen mit Migräne, Reisekrankheit oder chronischen Erkrankungen auf.
Symptome
- Starke, plötzliche Bauchschmerzen oder ein harter Bauch
- Erbrechen von Blut oder kaffeesatzartigem Material
- Schwarzer, teerartiger Stuhl oder Blut im Stuhl
- Plötzliche stärkste Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Fieber und Verwirrtheit
- Brustschmerzen, Atemnot, Kaltschweißigkeit oder Ausstrahlung in Arm oder Kiefer
- Bewusstlosigkeit, Krampfanfall oder starke Benommenheit
- Zeichen schwerer Austrocknung: kaum Urin, sehr trockener Mund, Kreislaufschwäche
- Vergiftung oder Einnahme einer unbekannten Substanz
- Erbrechen nach einer Kopfverletzung
- Bei Kindern: nicht weckbar, sehr schlapp, keine Tränen, keine nasse Windel oder eingesunkene Augen
- Rufen Sie bei einem dieser Zeichen sofort den Notruf 112.
- ⚠Übelkeit und Erbrechen, die länger als ein bis zwei Tage anhalten
- ⚠Sie können keine Flüssigkeit bei sich behalten
- ⚠Zeichen der Austrocknung: dunkler Urin, wenig Urin, trockener Mund oder Schwindel
- ⚠Fieber über 38,5 °C oder Fieber mit starkem Krankheitsgefühl
- ⚠Schwangerschaft mit starkem Erbrechen und Gewichtsverlust
- ⚠Bei Diabetes: Übelkeit mit hohen oder sehr niedrigen Blutzuckerwerten
- ⚠Bei älteren oder chronisch kranken Menschen: neue Übelkeit
- ⚠Verdacht auf eine Nebenwirkung eines Medikaments – sprechen Sie mit Arzt oder Apotheke; setzen Sie Medikamente nicht selbst ab
- ⚠Bei Kindern: Erbrechen mit Durchfall, Trinkschwäche oder weniger Urin
Häufige Symptome
- Übelkeit und ein flaues Gefühl im Magen
- Würgereiz oder Erbrechen
- Vermehrter Speichelfluss
- Schwitzen, Blässe und Schwindel
- Appetitlosigkeit und Druck im Oberbauch
- Manchmal Kopfschmerz oder Lichtempfindlichkeit, etwa bei Migräne
Symptome bei Kindern
- Säuglinge und Kleinkinder können oft nicht sagen, dass ihnen übel ist. Sie sind dann blass, schlapp und weinen häufiger.
- Vermehrter Speichelfluss, Würgen, Trinkschwäche oder wiederholtes Erbrechen
- Weniger nasse Windeln, trockener Mund und eingesunkene Augen können auf Flüssigkeitsmangel hinweisen.
- Bei Kindern mit Erbrechen und Durchfall ist eine frühe ärztliche Abklärung wichtig.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Übelkeit kann bei älteren Menschen weniger deutlich ausgeprägt sein und leichter übersehen werden.
- Austrocknung droht schneller. Anzeichen sind Verwirrtheit, Schwäche, Schwindel und wenig Urin.
- Neue oder wiederkehrende Übelkeit kann mit Medikamenten oder anderen Erkrankungen zusammenhängen.
- Durch Schwindel besteht eine erhöhte Sturzgefahr.
Ursachen
Hauptursachen
- Magen-Darm-Infektionen, zum Beispiel durch Viren oder Bakterien
- Lebensmittelvergiftung
- Reisekrankheit oder Schwindel
- Schwangerschaft
- Migräne
- Nebenwirkungen von Medikamenten
- Starker Schmerz, Stress oder Angst
- Rückfluss von Magensäure, Magenschleimhautentzündung oder Geschwür
- Gallensteine, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Blinddarmentzündung oder Darmverschluss
- Stoffwechselprobleme, zum Beispiel der Schilddrüse oder bei Diabetes
- Herzinfarkt, selten, aber wichtig abzuklären
- Erkrankungen im Gehirn, zum Beispiel bei erhöhtem Hirndruck oder Entzündungen
Risikofaktoren
- Schwangerschaft
- Migräne
- Reisekrankheit
- Bestimmte Medikamente, besonders in Kombination
- Infektionen im Umfeld, etwa in Familie, Kita oder auf Reisen
- Chronische Erkrankungen von Magen, Darm, Niere, Leber oder Diabetes
- Alkohol
- Starker Stress oder Angststörung
- Säuglinge, kleine Kinder und ältere Menschen
- Kopfverletzung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn eines der Notfallzeichen aus der Notfallliste auftritt: sofort Notruf 112
- Wenn Sie keine Flüssigkeit behalten können oder Zeichen der Austrocknung haben
- Bei starken Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen oder Blut im Erbrochenen
- Bei Fieber mit starkem Krankheitsgefühl
- Bei Schwangerschaft mit starkem Erbrechen und Gewichtsverlust
- Bei Kindern mit Erbrechen und Durchfall, Trinkschwäche oder weniger Urin
- Bei älteren oder chronisch kranken Menschen mit neuer Übelkeit
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Übelkeit immer wiederkehrt oder über eine Woche anhält
- Wenn Sie ungewollt Gewicht verlieren
- Wenn Schlucken schwerfällt oder Schmerzen hinter dem Brustbein auftreten
- Wenn Übelkeit mit Medikamenten zusammenhängen könnte
- Wenn Sie unsicher sind, ob die Beschwerden harmlos sind
Diagnose
Der Arzt spricht mit Ihnen über Ihre Beschwerden und untersucht Sie körperlich. Wichtig sind Fragen zu Begleitsymptomen, Medikamenten, Schwangerschaft, Reisen, Essen und Vorerkrankungen. Je nach Verdacht können weitere Tests sinnvoll sein.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung
- Urinuntersuchung, bei Frauen auch ein Schwangerschaftstest
- Stuhlprobe bei Durchfall
- Ultraschall des Bauchraums
- EKG bei Verdacht auf Herzprobleme
- Magenspiegelung bei anhaltenden Beschwerden
- Weitere Bildgebung je nach Verdacht
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Meist sind keine aufwändigen Tests nötig. Oft kann der Arzt nach dem Gespräch und der Untersuchung einschätzen, ob eine harmlose oder eine ernstere Ursache wahrscheinlich ist. Bei Warnzeichen geht die Abklärung schneller.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Häufig reicht es, Flüssigkeit zu ersetzen und den Körper zu schonen. Bei einer ernsteren Ursache wird gezielt behandelt. Wenn jemand stark erbricht, kann Flüssigkeit auch über eine Vene gegeben werden. Gegen Übelkeit gibt es Mittel, die Ihnen Arzt oder Apotheke empfehlen können; nehmen Sie keine Medikamente ohne Rücksprache ein.
Selbsthilfe zu Hause
- In kleinen Schlucken trinken: Wasser, Kräutertee, klare Brühe oder eine Elektrolytlösung aus der Apotheke
- Langsam essen, wenn es geht: leichte Kost wie Zwieback, Reis, Banane oder gekochte Kartoffeln
- Fettige, sehr süße oder scharfe Speisen und Alkohol meiden, bis es besser wird
- Frische Luft, Ruhe und bequeme Kleidung können helfen; starke Gerüche möglichst meiden
- Nach dem Erbrechen den Mund spülen, aber nicht sofort die Zähne putzen, weil Magensäure den Zahnschmelz angreifen kann
- Bei Reisekrankheit: Pausen machen, den Blick auf den Horizont richten und für frische Luft sorgen
- Medikamente nicht selbst absetzen oder ändern; fragen Sie Arzt oder Apotheke
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können ärztliche Maßnahmen nötig sein: Flüssigkeit und Salze über eine Vene, Mittel gegen Übelkeit oder Erbrechen nur nach Verordnung sowie die Behandlung einer Infektion oder einer anderen Grunderkrankung. In der Schwangerschaft wird besonders vorsichtig behandelt. Mittel gegen Bakterien werden nur eingesetzt, wenn dies ärztlich sinnvoll ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur bei bestimmten Ursachen nötig, zum Beispiel bei Blinddarmentzündung, Darmverschluss, Gallenblasenentzündung oder anderen akuten Bauchproblemen. Der Arzt entscheidet je nach Befund.
Leben mit der Erkrankung
Achten Sie auf ausreichend Trinken, kleine Mahlzeiten und Pausen. Wenn Übelkeit wiederkehrt, kann ein kurzes Tagebuch helfen: Was haben Sie gegessen, welche Medikamente genommen, wie war der Schlaf, gab es Stress? Diese Notizen sind beim Arztgespräch nützlich.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige, kleine Mahlzeiten
- Ausreichend Schlaf und Ruhepausen
- Stress reduzieren und Entspannung in den Alltag einbauen
- Alkohol und Rauchen möglichst meiden
- Bei Reisen vorher leicht essen und für frische Luft sorgen
- Händehygiene und sichere Zubereitung von Lebensmitteln
Ernährung und Bewegung
Leichte Kost und ausreichend Flüssigkeit sind meist gut verträglich. Bewegung an frischer Luft kann helfen, bei akuter Übelkeit ist aber Ruhe wichtig. Eine strenge Diät sollte nur nach ärztlicher Beratung erfolgen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Übelkeit kann Angst machen, besonders wenn sie plötzlich oder immer wieder auftritt. Stress und Anspannung können Übelkeit verstärken. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt. Bei anhaltender Belastung kann psychologische Unterstützung helfen. Wenn Sie in einer psychischen Krise sind, rufen Sie den Notruf 112 an oder wenden Sie sich an einen psychosozialen Notdienst in Ihrer Nähe.
Vorbeugung
Nicht jede Übelkeit lässt sich verhindern, aber vieles: Hände waschen, Lebensmittel gut durchkochen, bei Reisen vorbeugen, Stress reduzieren und Medikamente nur wie besprochen einnehmen.
Impfungen
Für bestimmte Infektionen, die Übelkeit und Erbrechen auslösen können, gibt es Impfungen. Fragen Sie Kinderarzt oder Hausarzt, ob ein Impfschutz sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Vorsorgeuntersuchung gegen Übelkeit gibt es nicht. Bei wiederkehrender Übelkeit oder Risikofaktoren ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung, besonders bei Kindern, älteren Menschen und Schwangeren
- Störungen des Salz- und Flüssigkeitshaushalts
- Gewichtsverlust und Mangelernährung
- Schäden an den Zähnen durch häufiges Erbrechen
- Selten: Einatmen von Erbrochenem
- Bei ernsten Ursachen: Verschlechterung der Grunderkrankung
Langzeitprognose
Meist bessert sich Übelkeit innerhalb kurzer Zeit, vor allem bei Infektionen. Mit genug Flüssigkeit und der Behandlung der Ursache erholen sich die meisten Menschen gut. Bei wiederkehrender Übelkeit ist eine Abklärung wichtig, damit nichts übersehen wird.
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Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
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