Greasy floating stools
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Fettstuhl, auch Steatorrhoe genannt, bedeutet, dass der Stuhlgang fettig glänzt, auf der Toilette schwimmt und unangenehm riecht. Das liegt daran, dass der Körper Nahrungsfette nicht richtig verdauen oder aufnehmen kann.
Wichtige Fakten
- Fettstuhl kann durch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, der Leber, der Gallenwege oder des Darms entstehen.
- Eine häufige Ursache ist eine verminderte Funktion der Bauchspeicheldrüse (exokrine Pankreasinsuffizienz).
- Die Behandlung richtet sich immer nach der zugrundeliegenden Erkrankung.
Fettstuhl kommt recht häufig vor, vor allem bei Menschen mit bestimmten Verdauungsstörungen wie chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Zöliakie.
Fettstuhl kann in jedem Alter auftreten, ist aber bei Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Leber oder Gallenwege häufiger. Auch Menschen nach einer Gallenblasenentfernung können betroffen sein.
Symptome
- Starke, plötzliche Bauchschmerzen
- Blut im Stuhl oder schwarzer, teerartiger Stuhl
- Zeichen einer Dehydratation (sehr trockener Mund, kein Urin über 8 Stunden)
- ⚠Fettstuhl, der länger als eine Woche anhält
- ⚠Gleichzeitiges Fieber oder Schüttelfrost
- ⚠Gelbfärbung der Haut oder Augen (Gelbsucht)
Häufige Symptome
- Fettige, schaumige oder ölige Stühle, die auf dem Wasser schwimmen
- Übelriechender Stuhlgang
- Blähungen und Völlegefühl
- Bauchschmerzen oder Krämpfe
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Müdigkeit und Schwäche
Symptome bei Kindern
- Gedeihstörungen (langsames Wachstum oder Gewichtszunahme)
- Aufgeblähter Bauch
- Übelriechende, voluminöse Stühle
- Häufiger Hunger trotz ausreichender Nahrung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Gewichtsverlust und Muskelschwund
- Mangelernährung mit Vitaminmangel (z.B. Vitamin D, K)
- Häufige Infekte durch geschwächtes Immunsystem
- Müdigkeit und Antriebslosigkeit
Ursachen
Hauptursachen
- Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (z.B. chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Mukoviszidose)
- Erkrankungen der Leber oder Gallenwege (z.B. Gallengangsverengung, Leberzirrhose)
- Erkrankungen des Dünndarms (z.B. Zöliakie, Morbus Crohn, Kurzdarmsyndrom)
- Nach einer Gallenblasenentfernung
Risikofaktoren
- Chronischer Alkoholkonsum
- Gallensteine oder Gallenwegserkrankungen
- Familiäre Vorbelastung für Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
- Einnahme von bestimmten Medikamenten, die die Fettverdauung beeinflussen (z.B. Mittel gegen Übergewicht)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn der Fettstuhl länger als eine Woche anhält
- Wenn Sie gleichzeitig starke Bauchschmerzen, Fieber oder Gelbsucht haben
- Wenn Sie Blut im Stuhl bemerken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn der Fettstuhl immer wieder auftritt
- Wenn Sie ungewollt an Gewicht verlieren
- Wenn bei Ihnen eine bekannte Verdauungskrankheit vorliegt und sich die Symptome verschlimmern
Diagnose
Der Arzt wird zunächst nach Ihren Symptomen, Ihrer Krankengeschichte und Ihren Essgewohnheiten fragen. Anschließend folgen Untersuchungen, um die Ursache zu finden.
Mögliche Untersuchungen
- Stuhluntersuchung auf Fettgehalt (Stuhlfettbestimmung)
- Bluttests: Bauchspeicheldrüsenenzyme, Leberwerte, Vitaminspiegel
- Bildgebung: Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Bauchraums
- Endoskopische Untersuchungen: Magenspiegelung oder Darmspiegelung
- Bei Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenerkrankung: Funktionstests wie der Sekretin-Pankreozymin-Test
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose kann mehrere Schritte umfassen. Meist beginnt es mit einem Gespräch und Blutabnahme. Je nach Verdacht werden weitere Spezialuntersuchungen durchgeführt. Ihr Arzt wird Sie dabei eng begleiten.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Fettstuhls. Ziel ist es, die zugrundeliegende Erkrankung zu behandeln und die Verdauung zu verbessern.
Selbsthilfe zu Hause
- Fettarme Kost – reduzieren Sie insbesondere tierische Fette
- Kleine, häufige Mahlzeiten statt große Portionen
- Ausreichend Flüssigkeit trinken (Wasser, ungesüßte Tees)
- Alkohol meiden
- Bei Bedarf MCT-Öl (mittelkettige Triglyceride) verwenden – sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ernährungsberater
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung umfasst je nach Ursache eine Enzymersatztherapie mit Pankreasenzymen zu den Mahlzeiten (verschrieben vom Arzt), die Gabe von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) bei Mangel, sowie die Behandlung der Grunderkrankung (z.B. entzündungshemmende Medikamente bei Morbus Crohn, Glutenvermeidung bei Zöliakie). In einigen Fällen können Medikamente notwendig sein, die die Fettausscheidung im Stuhl verringern.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann erforderlich sein, wenn der Fettstuhl durch Gallensteine, Gallengangsverengungen oder Tumore verursacht wird. Auch bei bestimmten Formen der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung kommt manchmal ein operativer Eingriff in Frage.
Leben mit der Erkrankung
Leben mit Fettstuhl bedeutet, auf die Ernährung zu achten und die verordnete Therapie konsequent umzusetzen. Führen Sie ein Tagebuch über Stuhlgang und Beschwerden – das hilft Ihrem Arzt bei der Anpassung der Behandlung.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung, um die Verdauung anzuregen
- Stress vermeiden – Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation können helfen
- Ausreichend Schlaf und Erholung
Ernährung und Bewegung
Eine fettarme, aber nährstoffreiche Ernährung ist wichtig. Setzen Sie auf magere Proteine (Huhn, Fisch, Tofu), Vollkornprodukte, Obst und Gemüse. MCT-Öl kann eine Alternative sein, da es leichter verdaut wird. Leichte Bewegung nach dem Essen fördert die Verdauung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronischer Fettstuhl kann belastend sein und zu Schamgefühlen, sozialem Rückzug oder Angst vor Mahlzeiten führen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt oder suchen Sie psychologische Unterstützung. Auch der Austausch mit Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann helfen.
Vorbeugung
Nicht jeder Fettstuhl ist vermeidbar. Sie können Ihr Risiko jedoch senken, indem Sie übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden, sich ausgewogen ernähren und Gallensteinleiden frühzeitig behandeln lassen.
Impfungen
Generell werden keine speziellen Impfungen zur Vorbeugung von Fettstuhl empfohlen. Eine Impfung gegen Grippe oder Pneumokokken kann jedoch sinnvoll sein, wenn das Immunsystem durch Mangelernährung geschwächt ist – sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening auf Fettstuhl. Bei familiärer Vorbelastung für Bauchspeicheldrüsenerkrankungen kann Ihr Arzt individuelle Vorsorgeuntersuchungen empfehlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Mangelernährung und Gewichtsverlust
- Mangel an fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) mit Folgen wie Nachtblindheit, brüchigen Knochen oder erhöhter Blutungsneigung
- Geschwächtes Immunsystem mit erhöhter Infektanfälligkeit
- Osteoporose (Knochenschwund) bei langem Vitamin-D-Mangel
Langzeitprognose
Die Prognose hängt von der Ursache ab. Viele Formen des Fettstuhls lassen sich gut behandeln, sodass die Beschwerden nachlassen und die Lebensqualität wieder steigt. Bei chronischen Grunderkrankungen kann die Erkrankung zwar nicht geheilt werden, aber mit der richtigen Therapie sind die meisten Symptome kontrollierbar. Bleiben Sie in engem Kontakt mit Ihrem Arzt und passen Sie Ihre Behandlung bei Bedarf an – das gibt Ihnen die beste Chance auf ein weitgehend normales Leben.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
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