Loss of smell
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Der Verlust des Geruchssinns, auch Anosmie genannt, bedeutet, dass Sie nichts mehr riechen können. Manchmal ist der Geruchssinn nur teilweise eingeschränkt (Hyposmie).
Wichtige Fakten
- Häufigste Ursachen sind Erkältungen oder Nasennebenhöhlenentzündungen.
- Nach einer COVID-19-Infektion tritt Riechverlust häufig auf.
- In den meisten Fällen erholt sich der Geruchssinn von selbst.
Ja, Riechverlust ist ein häufiges Symptom. Schätzungsweise 5 % der Bevölkerung haben keinen oder einen stark eingeschränkten Geruchssinn.
Jeder kann betroffen sein, besonders aber Menschen mit Erkältungen, Allergien, Nasenpolypen oder nach Kopfverletzungen. Auch ältere Menschen sind häufiger betroffen.
Symptome
- Plötzlicher Riechverlust zusammen mit starken Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen – dies könnte auf einen Schlaganfall hinweisen. Rufen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Riechverlust nach einem Schlag oder Sturz auf den Kopf
- ⚠Riechverlust begleitet von anhaltendem Nasenbluten oder eitrigem Ausfluss
- ⚠Wenn der Riechverlust plötzlich auftritt und Sie sich unwohl fühlen
Häufige Symptome
- Völliger oder teilweiser Verlust des Geruchssinns
- Verminderte Wahrnehmung von Aromen beim Essen
- Schwierigkeiten, bestimmte Gerüche zu unterscheiden
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann Riechverlust oft an nachlassendem Interesse am Essen oder an verändertem Essverhalten erkannt werden
- Manche Kinder klagen, dass Essen „schmeckt wie nichts“
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen bemerken oft nicht sofort den Riechverlust, da er langsam eintreten kann
- Riechverlust kann die Erkennung von Gefahren wie Gasgeruch oder Rauch erschweren
Ursachen
Hauptursachen
- Virusinfektionen der oberen Atemwege (z. B. Erkältung, Grippe, COVID-19)
- Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis)
- Nasenpolypen oder geschwollene Nasenschleimhäute
- Kopfverletzungen mit Schädigung des Riechnervs
- Altersbedingter Rückgang des Geruchssinns
- Neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer
Risikofaktoren
- Rauchen
- Allergien
- Ständige Exposition gegenüber giftigen Chemikalien oder Staub
- Bestimmte Medikamente (z. B. manche Antibiotika oder Blutdrucksenker) – sprechen Sie mit Ihrem Arzt
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn der Riechverlust plötzlich und ohne erkennbaren Grund auftritt
- Wenn er nach einer Kopfverletzung auftritt
- Wenn zusätzlich starke Kopfschmerzen, Fieber oder Nasenbluten bestehen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn der Riechverlust länger als zwei Wochen anhält und nicht besser wird
- Wenn Sie sich Sorgen machen oder der Verlust Ihren Alltag beeinträchtigt
Diagnose
Ihr Arzt wird Sie zunächst ausführlich befragen und Ihre Nase untersuchen. Dabei wird er auch nach möglichen Ursachen wie Allergien, Infekten oder Verletzungen fragen.
Mögliche Untersuchungen
- Riechtest mit verschiedenen Duftstoffen (z. B. Kaffee, Zitrone, Vanille)
- Nasenspiegelung (Endoskopie) um Polypen oder Entzündungen zu erkennen
- Bildgebung (CT oder MRT) bei Verdacht auf Verletzungen oder Tumore
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei. Ein Riechtest dauert nur wenige Minuten. Ihr Arzt wird die Ergebnisse mit Ihnen besprechen und gegebenenfalls die weitere Behandlung planen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Riechverlusts. Oft heilt er von selbst aus. Bei anhaltenden oder schweren Fällen stehen verschiedene Therapieansätze zur Verfügung.
Selbsthilfe zu Hause
- Nasenspülungen mit Kochsalzlösung (fragen Sie in der Apotheke)
- Riechtraining: Täglich bewusst an verschiedenen Düften riechen (z. B. Kaffee, Zimt, Zitrone, Rose)
- Viel trinken und die Nasenschleimhäute feucht halten (z. B. mit Raumluftbefeuchtern)
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können kortisonhaltige Nasensprays oder Antibiotika zum Einsatz kommen (diese werden nur auf ärztliche Verschreibung angewendet). Bei chronischer Nasennebenhöhlenentzündung kann eine operative Entfernung von Polypen oder eine Nasennebenhöhlenreinigung erwogen werden. Bei neurologischen Ursachen steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt infrage, wenn Nasenpolypen oder Verengungen die Nasenatmung blockieren und mit Medikamenten keine Besserung erreicht wird.
Leben mit der Erkrankung
Der Verlust des Geruchssinns kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Essen riecht und schmeckt anders, Gefahren wie Gas oder Rauch werden nicht erkannt. Es ist wichtig, sich an die neuen Umstände anzupassen.
Tipps für den Alltag
- Installieren Sie Rauchmelder in Ihrer Wohnung
- Überprüfen Sie regelmäßig das Mindesthaltbarkeitsdatum von Lebensmitteln und achten Sie auf Schimmel
- Bitten Sie Angehörige, bei der Überprüfung von Gasgeruch oder verdorbenen Lebensmitteln zu helfen
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine abwechslungsreiche Ernährung. Auch wenn Sie wenig riechen, sind Aromen wie süß, sauer, salzig und bitter noch wahrnehmbar. Bewegung und frische Luft können die Regeneration fördern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Riechverlust kann zu Frustration, sozialem Rückzug und sogar zu depressiven Verstimmungen führen. Sie sind mit diesen Gefühlen nicht allein.
Vorbeugung
Nicht alle Formen von Riechverlust lassen sich verhindern. Sie können das Risiko jedoch senken, indem Sie Infekte vermeiden (Häufiges Händewaschen, Abstand zu kranken Personen), Impfungen (z. B. gegen Grippe und COVID-19) wahrnehmen und Kopfverletzungen vermeiden (Helm beim Fahrradfahren).
Impfungen
Impfungen gegen Grippe, COVID-19 und Keuchhusten können schwere Infektionen verhindern, die mit Riechverlust einhergehen können.
Früherkennungsprogramme
Ein spezielles Screening auf Riechverlust gibt es nicht. Bei Risikofaktoren kann der Arzt den Geruchssinn im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung überprüfen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Gewichtsverlust oder Mangelernährung durch mangelnden Appetit
- Unbemerkte Gefahren (z. B. Gasleck, verdorbenes Essen)
- Soziale Isolation und depressive Verstimmungen
Langzeitprognose
Die Prognose hängt von der Ursache ab. Bei vielen Menschen bessert sich der Riechverlust innerhalb von Wochen bis Monaten von selbst, besonders nach Infekten. Riechtraining kann die Erholung fördern. Auch wenn der Verlust dauerhaft bleibt, können Sie lernen, damit gut zu leben. Ihr Arzt unterstützt Sie dabei.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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