Nipple inversion new
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Brustwarze, die sich nach innen zieht und nicht mehr nach außen zeigt, nennt man eingezogene Brustwarze (medizinisch: Mamillenretraktion). Wenn sie neu auftritt, kann das verschiedene Ursachen haben – von harmlosen Veränderungen bis zu ernsteren Erkrankungen.
Wichtige Fakten
- Eine eingezogene Brustwarze kann von Geburt an bestehen (angeboren) oder neu auftreten.
- Neu auftretende Brustwarzenveränderungen sollten immer ärztlich abgeklärt werden.
- Oft steckt eine gutartige Ursache dahinter, zum Beispiel eine Entzündung oder Vernarbung.
Etwa 10–20 % der Frauen haben angeborene leicht eingezogene Brustwarzen. Neu auftretende Fälle sind seltener und immer ein Grund, einen Arzt aufzusuchen.
Das Phänomen tritt fast ausschließlich bei Frauen auf, kann aber in seltenen Fällen auch Männer betreffen. Besonders häufig ist es bei Frauen zwischen 40 und 60 Jahren.
Symptome
- Eine eingezogene Brustwarze allein ist kein Notfall. Rufen Sie 112, wenn gleichzeitig plötzliche starke Schmerzen, Rötung und Fieber auftreten – dies kann auf einen Abszess (Eiteransammlung) hinweisen.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag oder spätestens am nächsten Werktag einen Arzt auf, wenn: die Brustwarze sich seit Wochen verändert hat, ein Knoten tastbar ist, Blut oder Flüssigkeit aus der Brustwarze austritt oder die Haut sich verändert hat.
Häufige Symptome
- Eine Brustwarze, die plötzlich oder allmählich nach innen gezogen wird
- Eventuell eine tastbare Verhärtung oder Knoten in der Brust
- Hautveränderungen wie Rötung, Schuppung oder Orangenhaut an der Brust
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist eine neu auftretende eingezogene Brustwarze sehr selten; meist ist sie angeboren und harmlos.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Im höheren Alter kann eine eingezogene Brustwarze durch natürliche Gewebeveränderungen oder Brustkrebs entstehen.
Ursachen
Hauptursachen
- Gutartige Ursachen: Milchgangserweiterung (Duktusektasie), Entzündungen, Vernarbungen nach Operation oder Verletzung.
- Bösartige Ursachen: Brustkrebs, der das Bindegewebe der Brustwarze verkürzt.
- Angeborene oder altersbedingte Gewebeschwäche (selten).
Risikofaktoren
- Alter (besonders über 40 Jahre)
- Brustkrebs in der Familie (genetische Belastung)
- Vorherige Brustoperationen oder Bestrahlungen
- Rauchen (erhöht Risiko für Entzündungen und Krebs)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Neu auftretende eingezogene Brustwarze – sofort einen Termin vereinbaren.
- Einseitige Veränderung (nur eine Brustwarze betroffen).
- Gleichzeitig Knoten, Hautveränderungen oder Flüssigkeitsaustritt.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Brustwarze schon seit der Pubertät eingezogen ist und sich nicht verändert hat, reicht eine Routinekontrolle bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung.
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin tastet die Brust ab und befragt Sie zu Ihren Beschwerden, Vorerkrankungen und Risikofaktoren.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall der Brust (Sonografie)
- Mammographie (Röntgenuntersuchung)
- Bei Auffälligkeiten: Gewebeprobe (Biopsie) zur genaueren Untersuchung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Meist überweist der Hausarzt zu einem Facharzt für Frauenheilkunde (Gynäkologie) oder einem Brustzentrum. Die Untersuchungen sind schmerzfrei oder nur kurz unangenehm. Nach der Abklärung wissen Sie, ob die Veränderung gut- oder bösartig ist.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Bei gutartigen Befunden ist oft gar keine Therapie nötig. Bei einer Entzündung können Medikamente helfen. Bei bösartigen Ursachen ist eine Krebsbehandlung erforderlich.
Selbsthilfe zu Hause
- Keine Selbstbehandlung der eingezogenen Brustwarze – insbesondere nicht an der Brustwarze ziehen oder drücken.
- Achten Sie auf eine gute Brusthygiene, um Hautreizungen zu vermeiden.
Medizinische Behandlungen
Bei entzündlichen Ursachen (z. B. Milchgangsentzündung) kommen entzündungshemmende Medikamente oder Antibiotika infrage – Ihr Arzt wird die passende Therapie festlegen. Bei Brustkrebs stehen je nach Stadium Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie oder Hormontherapie zur Verfügung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nötig, wenn eine bösartige Erkrankung vorliegt oder wenn Sie aus kosmetischen Gründen die Brustwarze korrigieren lassen möchten. Die Entscheidung besprechen Sie mit Ihrem Chirurgen oder Ihrer Chirurgin.
Leben mit der Erkrankung
Eine eingezogene Brustwarze beeinträchtigt den Alltag in der Regel nicht. Sie können normal duschen, Sport treiben und arbeiten. Bei Stillwunsch ist eine Abklärung wichtig, da die Brustwarze manchmal die Milchabgabe erschwert.
Tipps für den Alltag
- Führen Sie regelmäßige Brustselbstuntersuchungen durch (einmal im Monat).
- Nehmen Sie Vorsorgeuntersuchungen (Mammographie-Screening ab 50 Jahren) wahr.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung senken das allgemeine Krebsrisiko und unterstützen das Immunsystem. Konkrete Diäten zur Behandlung einer eingezogenen Brustwarze gibt es nicht.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine plötzliche Veränderung der Brust kann Ängste und Sorgen auslösen. Das ist ganz normal. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson darüber.
Vorbeugung
Eine neu auftretende eingezogene Brustwarze lässt sich nicht gezielt verhindern. Ein gesunder Lebensstil mit wenig Alkohol, Nichtrauchen und regelmäßiger Bewegung kann das Brustkrebsrisiko senken.
Früherkennungsprogramme
Teilnahme am Mammographie-Screening für Frauen ab 50 Jahren. Frauen mit familiärem Brustkrebsrisiko sollten mit ihrem Arzt über individuelle Früherkennung sprechen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei einer bösartigen Ursache kann unbehandelt der Krebs fortschreiten und Metastasen bilden.
- Bei einer entzündlichen Ursache kann sich ein Abszess (Eiteransammlung) entwickeln.
Langzeitprognose
Die Prognose ist meist sehr gut. Die meisten eingezogenen Brustwarzen sind harmlos. Selbst wenn eine bösartige Erkrankung vorliegt, ist Brustkrebs heute in vielen Fällen heilbar, besonders bei frühzeitiger Erkennung. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten – er gibt Ihnen die beste Einschätzung für Ihre persönliche Situation.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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