Nasenbluten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Nasenbluten (medizinisch: Epistaxis) ist eine Blutung aus der Nase. Meist tritt es im vorderen Teil der Nasenscheidewand auf, wo viele kleine Blutgefäße liegen.
Wichtige Fakten
- Nasenbluten ist meist harmlos und hört von selbst auf.
- Die häufigste Ursache ist trockene Nasenschleimhaut, zum Beispiel durch Heizungsluft.
- Kinder und ältere Menschen sind besonders häufig betroffen.
Ja, Nasenbluten ist sehr häufig. Die meisten Menschen erleben es mindestens einmal im Leben.
Es kann Menschen jeden Alters betreffen, tritt aber besonders häufig bei Kindern zwischen 2 und 10 Jahren sowie bei Erwachsenen über 60 Jahren auf.
Symptome
- Blutungen, die auch nach 20 Minuten Druck nicht aufhören
- Sehr starker Blutverlust (Schwindel, Schwächegefühl, blasse Haut)
- Blutung nach einem Unfall oder Schlag auf den Kopf
- ⚠Wiederholtes Nasenbluten ohne erkennbaren Grund
- ⚠Nasenbluten in Verbindung mit Blutverdünnern (z.B. ASS oder Marcumar) – bitte fragen Sie Ihren Arzt
- ⚠Nasenbluten, das sehr häufig auftritt
Häufige Symptome
- Blut tropft aus einem oder beiden Nasenlöchern
- Blut läuft in den Rachen (wenn man sich nach hinten lehnt)
- Manchmal Schwindel oder Unwohlsein bei starkem Blutverlust
Symptome bei Kindern
- Nasenbluten bei Kindern ist meist harmlos und hört schnell auf
- Kinder neigen dazu, sich die Nase zu putzen oder zu bohren, was die Blutung auslösen kann
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen kann Nasenbluten durch trockene Schleimhäute oder Blutverdünner häufiger auftreten
- Blutungen können länger anhalten und sollten ärztlich abgeklärt werden
Ursachen
Hauptursachen
- Trockene Nasenschleimhaut (z.B. durch Heizungsluft oder Klimaanlage)
- Nasenbohren oder starkes Schnäuzen
- Verletzung der Nase (z.B. durch Stoß)
- Entzündungen der Nasenschleimhaut (Schnupfen, Allergien)
- Blutverdünnende Medikamente
Risikofaktoren
- Trockene Raumluft
- Bluthochdruck (kann Blutungen begünstigen)
- Blutgerinnungsstörungen
- Alter (Kinder und ältere Menschen)
- Bestimmte Medikamente (z.B. Blutverdünner)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Blutung nach 20 Minuten festem Druck nicht stoppt
- Bei sehr starkem Blutverlust oder Schwindel
- Wenn das Nasenbluten nach einem Unfall auftritt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Nasenbluten mehrmals pro Woche auftritt
- Wenn Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen und Nasenbluten bemerken
- Wenn das Nasenbluten Ihre Lebensqualität beeinträchtigt
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird zunächst nach Ihren Symptomen und Ihrer Krankengeschichte fragen. Anschließend untersucht er oder sie Ihre Nase mit einem kleinen Lichtinstrument (Nasenspiegel).
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung
- Blutuntersuchung (z.B. um Gerinnungsstörungen auszuschließen)
- Nasenspiegelung (Rhinoskopie)
- In seltenen Fällen eine Nasenendoskopie
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei. Der Arzt oder die Ärztin kann die Blutungsquelle lokalisieren und gegebenenfalls direkt behandeln.
Behandlung
Die Behandlung von Nasenbluten richtet sich nach der Ursache und Schwere der Blutung. In den meisten Fällen reichen Selbsthilfemaßnahmen aus. Bei starken oder wiederholten Blutungen kann eine ärztliche Behandlung nötig sein.
Selbsthilfe zu Hause
- Setzen Sie sich aufrecht hin und neigen Sie den Kopf leicht nach vorne
- Drücken Sie die Nasenflügel für mindestens 10–15 Minuten fest zusammen
- Atmen Sie durch den Mund
- Legen Sie eine kalte Kompresse auf die Nase oder den Nacken
- Vermeiden Sie es, sich nach hinten zu lehnen – das Blut könnte in den Rachen laufen
Medizinische Behandlungen
Bei anhaltenden Blutungen kann der Arzt oder die Ärztin die Blutungsstelle mit einem Spezialinstrument veröden (Ätzen) oder mit einem kleinen Ballon oder Schwämmchen (Tamponade) stillen. In manchen Fällen kommen spezielle blutstillende Mittel zum Einsatz – Ihr Arzt wird das Geeignete für Sie auswählen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Sehr selten ist eine operative Verödung oder Unterbindung des blutenden Gefäßes nötig. Dies bespricht Ihr Arzt oder Ihre Ärztin mit Ihnen, falls alle anderen Methoden nicht helfen.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie zu Nasenbluten neigen, können Sie Ihren Alltag mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen anpassen. Achten Sie auf ausreichende Luftfeuchtigkeit und vermeiden Sie Nasenbohren.
Tipps für den Alltag
- Verwenden Sie eine Nasensalbe oder ein Nasenöl zur Befeuchtung der Nasenschleimhaut
- Trinken Sie ausreichend Wasser
- Vermeiden Sie trockene Heizungsluft (z.B. durch Luftbefeuchter)
- Schonen Sie sich nach einer Nasenblutung für ein bis zwei Tage – vermeiden Sie schweres Heben und starkes Schnäuzen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitamin C und K kann die Blutgefäße stärken. Vermeiden Sie übermäßige körperliche Anstrengung direkt nach einer Blutung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wiederholtes Nasenbluten kann belastend sein und Ängste auslösen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie sich unsicher fühlen oder die Blutungen Sie im Alltag beeinträchtigen.
Vorbeugung
Ja, Sie können Nasenbluten oft vorbeugen, indem Sie Ihre Nasenschleimhaut feucht halten und Reizungen vermeiden. Dazu gehören: Luftbefeuchter aufstellen, Nasensalben verwenden, nicht in der Nase bohren.
Komplikationen
Unbehandelt
- Selten: Starker Blutverlust mit Kreislaufproblemen
- Blutungen im Rachen oder in der Lunge (Aspiration)
- Chronische Blutarmut (Anämie) bei sehr häufigem Nasenbluten
Langzeitprognose
Die Prognose bei Nasenbluten ist in den allermeisten Fällen sehr gut. Die Blutung stoppt meist von selbst oder mit einfachen Maßnahmen. Auch bei wiederholtem Nasenbluten lassen sich mit ärztlicher Hilfe gute Lösungen finden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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