Pelvic pain what it can mean
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Unter Beckenschmerzen versteht man Schmerzen im Unterbauch oder im Bereich zwischen den Hüftknochen. Die Schmerzen können stechend, ziehend, krampfartig oder dumpf sein und kommen oft von inneren Organen wie der Gebärmutter, der Blase, dem Darm oder den Beckenknochen.
Wichtige Fakten
- Beckenschmerzen sind häufig und können viele verschiedene Ursachen haben.
- Die Schmerzen können akut (plötzlich) oder chronisch (über Wochen oder Monate anhaltend) auftreten.
- Nicht jeder Beckenschmerz ist gefährlich, aber bei anhaltenden oder starken Beschwerden sollte man immer einen Arzt aufsuchen.
Ja, Beckenschmerzen sind ein häufiger Grund, warum Menschen in die Arztpraxis kommen. Etwa jede zehnte Frau in der Allgemeinbevölkerung leidet unter chronischen Beckenschmerzen. Auch Männer können betroffen sein, zum Beispiel bei Prostataproblemen.
Beckenschmerzen können Menschen jeden Alters betreffen, sind aber bei Frauen im gebärfähigen Alter besonders häufig. Auch bei Männern mit Prostataerkrankungen oder bei Menschen mit Darmerkrankungen treten sie auf.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Schmerzen im Becken oder Unterbauch
- Schmerzen, die in den Rücken oder die Beine ausstrahlen und mit Übelkeit oder Schwitzen einhergehen
- Fieber und Schüttelfrost bei gleichzeitigen Schmerzen
- Blut im Urin oder im Stuhl
- Bei Frauen: plötzliche starke Schmerzen in der Schwangerschaft oder nach einer Fehlgeburt
- ⚠Anhaltende Schmerzen, die nach einigen Tagen nicht besser werden
- ⚠Schmerzen mit Fieber oder allgemeinem Unwohlsein
- ⚠Schmerzen beim Wasserlassen oder häufigem Harndrang
- ⚠Schmerzen mit Übelkeit oder Erbrechen
- ⚠Bei Männern: Schmerzen im Hoden oder in der Leiste
Häufige Symptome
- Schmerzen im Unterbauch oder im Beckenbereich, die ständig oder immer wieder kommen
- Stechende, ziehende oder dumpfe Schmerzen
- Schmerzen, die in den Rücken oder die Oberschenkel ausstrahlen
- Beschwerden beim Wasserlassen oder Stuhlgang
- Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können Beckenschmerzen auf eine Harnwegsinfektion, Verstopfung oder bei Mädchen auf Menstruationsbeschwerden hinweisen.
- Achten Sie auf Fieber, Erbrechen oder Schmerzen beim Wasserlassen – dann bitte sofort zum Arzt.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können Beckenschmerzen auf eine Harnwegsinfektion, Prostatavergrößerung (bei Männern) oder Verstopfung hindeuten.
- Auch Erkrankungen wie eine Darmverschlingung oder ein Ileus (Darmverschluss) können Beckenschmerzen auslösen.
Ursachen
Hauptursachen
- Gynäkologische Ursachen bei Frauen: Menstruationsbeschwerden, Eierstockzysten, Endometriose (Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter), Myome (gutartige Muskelknoten in der Gebärmutter)
- Urologische Ursachen: Harnwegsinfektionen, Nierensteine, bei Männern Prostataentzündung oder Prostatavergrößerung
- Gastrointestinale Ursachen: Verstopfung, Reizdarmsyndrom, entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
- Muskuloskelettale Ursachen: Verspannungen der Beckenbodenmuskulatur, Fehlhaltungen, Verletzungen
- Andere Ursachen: chronische Beckenschmerzen ohne erkennbare organische Ursache, psychische Belastungen
Risikofaktoren
- Frauen im gebärfähigen Alter (besonders bei Menstruationsbeschwerden oder Endometriose)
- Männer über 50 Jahre (Prostatavergrößerung)
- Menschen mit chronischen Darmerkrankungen oder häufigen Harnwegsinfektionen
- Psychische Belastungen wie Stress, Angst oder Depressionen
- Übergewicht oder Bewegungsmangel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, sehr starken Schmerzen (rufen Sie den Notruf 112)
- Bei Fieber und Schüttelfrost mit Schmerzen
- Bei Blut im Urin oder Stuhl
- Bei Schmerzen in der Schwangerschaft
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Schmerzen länger als eine Woche anhalten oder immer wiederkehren
- Wenn Sie unsicher sind, was die Schmerzen verursacht
- Bei gleichzeitigen Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang
- Wenn die Schmerzen den Alltag beeinträchtigen
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird zunächst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen, um Ihre Beschwerden genau zu erfragen. Dazu gehören Fragen nach dem Schmerzverlauf, früheren Erkrankungen und Ihrem Lebensstil.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung: Abtasten des Bauches und der Beckenregion
- Urinuntersuchung: zum Ausschluss einer Harnwegsinfektion oder Nierensteinen
- Blutuntersuchung: auf Entzündungszeichen oder andere Auffälligkeiten
- Ultraschall (Sonographie): um die inneren Organe darzustellen
- Weitere bildgebende Verfahren wie CT oder MRT, wenn nötig
- Bei Frauen: gynäkologische Untersuchung mit Spekulum und Tastbefund
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meistens nicht schmerzhaft, aber bei starken Schmerzen kann der Druck auf den Bauch unangenehm sein. Der Arzt wird Sie über jeden Schritt informieren. Manchmal sind mehrere Arztbesuche nötig, um die Ursache herauszufinden.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Beckenschmerzen. In vielen Fällen reichen einfache Maßnahmen aus, bei anderen Erkrankungen ist eine spezielle Therapie nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Wärmeanwendungen: Wärmflasche oder warmes Bad können bei krampfartigen Schmerzen helfen
- Schonung und ausreichend Trinken (mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag)
- Bewegung im Alltag, aber keine schweren körperlichen Anstrengungen während der Schmerzphase
- Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation bei stressbedingten Schmerzen
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können entzündungshemmende Medikamente, Antibiotika bei Infektionen, hormonelle Therapien (bei gynäkologischen Beschwerden) oder schmerzlindernde Mittel eingesetzt werden. Ihr Arzt wird mit Ihnen die beste Option besprechen. Bei chronischen Schmerzen kann auch eine Physiotherapie oder eine psychologische Begleitung helfen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur in seltenen Fällen in Frage, zum Beispiel bei großen Eierstockzysten, Myomen oder einer Endometriose, die auf andere Behandlungen nicht anspricht.
Leben mit der Erkrankung
Chronische Beckenschmerzen können den Alltag belasten. Es ist wichtig, auf Ihren Körper zu hören und sich ausreichend Ruhepausen zu gönnen. Planen Sie Ihre Aktivitäten so, dass Sie Überlastungen vermeiden.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit viel Ballaststoffen, um Verstopfung zu vermeiden
- Regelmäßige Bewegung, aber ohne Überanstrengung – Spaziergänge, Schwimmen oder Radfahren sind gut geeignet
- Vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen in einer Position
- Führen Sie ein Schmerztagebuch, um Muster zu erkennen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten hilft, den Darm gesund zu halten. Leichte Bewegung wie Yoga oder Dehnübungen können Verspannungen im Beckenboden lösen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Physiotherapeutin über geeignete Übungen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen können zu Stress, Angst oder depressiven Verstimmungen führen. Es ist völlig normal, sich manchmal überfordert zu fühlen. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen oder psychologische Unterstützung zu suchen.
Vorbeugung
Nicht alle Beckenschmerzen lassen sich verhindern, aber ein gesunder Lebensstil kann das Risiko senken. Dazu gehören eine ballaststoffreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Trinken und Stressmanagement.
Impfungen
Eine Impfung gegen HPV (Humane Papillomviren) kann das Risiko für Gebärmutterhalskrebs senken, der ebenfalls Beckenschmerzen verursachen kann. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.
Früherkennungsprogramme
Bei Frauen: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt (Gynäkologe) können Erkrankungen früh erkennen. Bei Männern ab 45 Jahren: Vorsorgeuntersuchung der Prostata.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronifizierung der Schmerzen (wenn die Ursache nicht behandelt wird)
- Verschlechterung der Grunderkrankung, z.B. Ausbreitung einer Infektion oder Vergrößerung von Zysten
- Psychische Belastungen wie Angst oder Depressionen
- Einschränkungen im Alltag und in der Lebensqualität
Langzeitprognose
Die meisten Beckenschmerzen sind gut behandelbar, besonders wenn die Ursache frühzeitig erkannt wird. Auch chronische Schmerzen lassen sich oft mit einer Kombination aus medizinischer Behandlung, Physiotherapie und psychologischer Begleitung deutlich lindern. Nehmen Sie Ihre Beschwerden ernst und suchen Sie ärztlichen Rat – das ist der erste Schritt zur Besserung.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. · Deutschland
- Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. · Deutschland
- Selbsthilfe-Dachverband für chronische Schmerzen · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
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