Schnupfen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine laufende Nase (auch Rhinorrhoe genannt) bedeutet, dass flüssiges Sekret aus der Nase austritt. Das kann wässrig, schleimig oder eitrig sein. Meistens ist es ein Zeichen einer Erkältung oder Allergie, aber auch andere Ursachen sind möglich.
Wichtige Fakten
- Eine laufende Nase ist sehr häufig und meist harmlos.
- Sie kann durch Viren, Allergene oder Reizstoffe ausgelöst werden.
- In den meisten Fällen klingt sie von selbst ab – oft innerhalb einer Woche.
Ja, fast jeder Mensch hat mindestens mehrmals im Leben eine laufende Nase. Besonders in der kalten Jahreszeit oder bei Kontakt mit Pollen tritt sie häufig auf.
Eine laufende Nase kann Menschen jeden Alters betreffen. Besonders oft betroffen sind Kinder (wegen des noch unreifen Immunsystems) und Personen mit Allergien oder Asthma.
Symptome
- Atemnot oder schweres Atmen fällt
- Die laufende Nase tritt plötzlich nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf auf
- Blutungen aus der Nase, die nicht innerhalb weniger Minuten stoppen
- ⚠Hohes Fieber (über 39°C) über mehrere Tage
- ⚠Starke Kopfschmerzen oder Gesichtsschmerzen
- ⚠Eitriges oder blutiges Nasensekret über mehr als eine Woche
- ⚠Die laufende Nase hält länger als 10 Tage an oder kommt immer wieder
Häufige Symptome
- Flüssigkeit läuft aus der Nase (wässrig, klar oder dickflüssiger, gelblich-grün)
- Nase ist verstopft
- Niesen
- Juckreiz in der Nase
- Verminderter Geruchssinn
Symptome bei Kindern
- Häufig auch begleitend Fieber
- Reizbarkeit und Unruhe wegen verstopfter Nase beim Trinken oder Schlafen
- Oft auch Husten oder Ohrenschmerzen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen kann eine laufende Nase auch ein Zeichen von altersbedingtem Nachlassen der Nasenschleimhaut sein
- Manchmal tritt sie zusammen mit trockener Nase auf (Rhinitis sicca)
- Allergische Ursachen sind seltener im Alter
Ursachen
Hauptursachen
- Viren – zum Beispiel Erkältungsviren, Grippeviren
- Allergene – Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilze
- Reizstoffe – Rauch, Staub, Chemikalien, trockene Heizungsluft
- Medikamente – manche Nasensprays (bei längerer Anwendung), Blutdrucksenker
- Hormonelle Veränderungen – Schwangerschaft, Schilddrüsenprobleme
Risikofaktoren
- Kontakt mit erkälteten Personen (Schmierinfektion, Tröpfchen)
- Geschwächtes Immunsystem
- Trockene oder staubige Umgebung
- Rauchen (aktiv oder passiv)
- Allergische Veranlagung (Asthma, Heuschnupfen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie zusätzlich Fieber über 39°C haben oder sich sehr krank fühlen
- Wenn das Sekret eitrig oder blutig ist und länger als eine Woche anhält
- Wenn Sie starke Schmerzen im Gesicht oder Kopf haben (Nebenhöhlenentzündung)
- Wenn Ihre Nase nach einem Unfall läuft (eventuell Riss im Schädelknochen)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die laufende Nase länger als 10 Tage anhält, ohne besser zu werden
- Wenn Sie jedes Jahr zur gleichen Zeit eine laufende Nase haben (Verdacht auf Allergie)
- Wenn die laufende Nase ständig oder häufig wiederkehrt und den Alltag stört
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin fragt nach Ihren Beschwerden, wie lange die laufende Nase schon besteht, ob Sie Niesen oder Husten haben und ob Allergien bekannt sind.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung – Blick in die Nase und Rachen
- Allergietest – zum Beispiel ein Pricktest auf der Haut oder eine Blutuntersuchung
- Abstrich – bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion (selten nötig)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist kurz und schmerzfrei. Der Arzt wird mit einem kleinen Licht in Ihre Nase leuchten. Bei Allergieverdacht kann ein Hauttest oder Bluttest folgen. Sie müssen nichts Besonderes vorbereiten.
Behandlung
Eine laufende Nase ist meistens harmlos und braucht keine spezielle Behandlung. Die Therapie richtet sich nach der Ursache: bei Erkältung reichen oft Ruhe, bei Allergie helfen Antihistaminika (generisch) und Meiden des Allergens.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken – Wasser oder ungesüßter Tee
- Inhalieren mit Kochsalzlösung (ohne Medikamente)
- Nasenspülungen mit isotonischer Kochsalzlösung
- Raumluft feucht halten (Luftbefeuchter oder feuchte Tücher)
- Kopf hoch lagern beim Schlafen
Medizinische Behandlungen
Bei allergischem Schnupfen kann man Antihistaminika (oral oder als Nasenspray) anwenden – bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Abschwellende Nasensprays sollten nicht länger als eine Woche angewendet werden, da sie sonst die Nasenschleimhaut schädigen. Bei bakteriellen Infektionen können Antibiotika nötig sein – aber nur nach ärztlicher Verordnung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten nötig, zum Beispiel bei chronischer Nasennebenhöhlenentzündung oder bei einer Verkrümmung der Nasenscheidewand. Das entscheidet der Facharzt.
Leben mit der Erkrankung
Die meiste Zeit ist eine laufende Nase nur vorübergehend. Wenn sie länger anhält, kann das unangenehm sein – mit einfachen Hausmitteln lässt sie sich meist gut in den Griff bekommen.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Reizstoffe wie Rauch und Staub
- Lüften Sie regelmäßig – aber nicht zu trockene Heizungsluft
- Nutzen Sie bei Allergie einen Pollenfilter oder halten Sie Fenster in der Pollenzeit geschlossen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem. Bei akuter laufender Nase sollten Sie auf Sport verzichten, bis die Symptome abklingen. Leichte Spaziergänge an der frischen Luft sind aber in Ordnung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine chronische laufende Nase kann belastend sein, zum Beispiel wenn man sich ständig die Nase putzen muss oder nachts nicht gut schläft. Das kann auf Dauer die Stimmung beeinträchtigen. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen.
Vorbeugung
Ganz vermeiden lässt sich eine laufende Nase nicht, aber das Risiko lässt sich senken: Hände waschen, Abstand zu erkälteten Personen halten, Allergene meiden und das Immunsystem stärken.
Impfungen
Die Grippeimpfung (Influenza) kann eine Grippe mit laufender Nase verhindern. Die Impfung wird besonders für Risikogruppen (ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere) empfohlen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Früherkennungsuntersuchung für eine laufende Nase. Wenn Sie aber regelmäßig unter Allergien leiden, kann ein Allergietest im Rahmen der Gesundheitsvorsorge sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) – Schmerzen im Gesicht, Druckgefühl
- Mittelohrentzündung – vor allem bei Kindern
- Asthmaanfall bei Allergikern
- Chronischer Schnupfen – die Nase läuft ständig oder ist dauerhaft verstopft
Langzeitprognose
Bei den allermeisten Menschen heilt eine laufende Nase von selbst aus – oft innerhalb weniger Tage. Auch bei Allergien gibt es gute Behandlungen, die die Symptome lindern. Mit der richtigen Pflege und Geduld wird es meistens wieder besser.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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