Druckgefühl in den Nebenhöhlen nach dem Sport – Ursachen und was Sie tun können
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Nach körperlicher Anstrengung spüren manche Menschen einen unangenehmen Druck im Gesicht – zum Beispiel an Stirn, Nase oder hinter den Augen. Dieses Gefühl kommt von den Nebenhöhlen. Das sind kleine luftgefüllte Räume im Schädelknochen, die mit der Nase verbunden sind. Durch Sport verändert sich der Luftstrom in der Nase, die Schleimhäute schwellen an oder die Luft ist trocken. Dadurch kann ein Druck- oder Völlegefühl entstehen.
Wichtige Fakten
- Ein Druckgefühl in den Nebenhöhlen nach dem Sport ist meist harmlos und geht von allein wieder zurück.
- Häufig stecken Allergien, Erkältungen oder trockene Raumluft dahinter.
- Ausreichend Trinken und das Befeuchten der Nasenschleimhäute können bereits helfen.
- Wenn das Druckgefühl länger als zehn Tage anhält oder sehr stark wird, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt zurate ziehen.
Ja, das ist recht häufig. Viele Menschen bemerken vor allem beim Laufen, beim Schwimmen oder bei intensivem Training ein verstopftes Gefühl in der Nase oder einen Druck im Gesicht.
Das Problem kann bei jedem auftreten, ist aber besonders häufig bei Menschen mit Heuschnupfen, Asthma, einer Neigung zu Allergien oder einer früheren Nasennebenhöhlenentzündung. Auch wer in beheizten, trockenen Räumen trainiert, ist öfter betroffen.
Symptome
- Plötzlicher, sehr starker Kopfschmerz – schlimmer als je zuvor
- Hohes Fieber mit steifem Nacken
- Starke Schwellung oder Rötung rund um ein Auge
- Plötzliche Sehstörungen oder Doppelbilder
- Verwirrtheit oder starke Teilnahmslosigkeit
- ⚠Fieber über 39 Grad Celsius oder Fieber, das länger als drei Tage anhält
- ⚠Sehr starke Schmerzen im Gesicht, die nicht nachlassen
- ⚠Doppelte Krankheitsphase: Erst Besserung, dann plötzlich wieder Verschlechterung
- ⚠Druckgefühl, das länger als zehn Tage besteht oder sich trotz Hausmitteln verschlimmert
Häufige Symptome
- Druck- oder Völlegefühl im Gesicht, besonders an Stirn und Wangen
- Verstopfte Nase – einseitig oder beidseitig
- Laufende Nase oder vermehrter Schleim im Rachen
- Leichter Kopfschmerz, der bei Bewegung stärker wird
- Nachlassen des Geruchssinns oder verminderter Geschmack
Symptome bei Kindern
- Verschrappte Nase oder ständiges Mundatmen
- Hinterziehen von Schleim im Hals
- Unruhe oder Reizbarkeit nach dem Sport
- Druck im Gesicht, den Kinder als Bauchschmerz oder Kopfweh beschreiben
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Das typische Druckgefühl fällt manchmal schwächer aus – stattdessen können allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit oder Schwindel auftreten
- Vorsicht bei neu aufgetretenem Verwirrtsein oder plötzlich starken Kopfschmerzen – dann sofort ärztliche Hilfe
- Bestehende Grunderkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes können das Risiko für Komplikationen erhöhen
Ursachen
Hauptursachen
- Beim Sport schwellen die Schleimhäute in der Nase leicht an, weil sie stärker durchblutet werden
- Trockene oder kalte Luft reizt die Nasenschleimhaut und lässt sie anschwellen
- Bei Anstrengung atmen viele Menschen mehr durch den Mund – dadurch trocknet die Nase schneller aus
- Allergene wie Pollen oder Hausstaub in der Umgebungsluft können während des Sports eine Reaktion auslösen
- Bei empfindlichen Menschen führen plötzliche Druckänderungen (zum Beispiel beim Tauchen oder im Höhenbereich) zu Nebenhöhlenproblemen
Risikofaktoren
- Heuschnupfen oder ganzjährige Allergien
- Asthma oder eine übersensibilisierte Bronchialschleimhaut
- Frühere Nasennebenhöhlenentzündungen oder Nasenpolypen
- Eine verkrümmte Nasenscheidewand mit begrenztem Luftdurchlass
- Training in klimatisierten oder sehr staubigen Räumen
- Schwimmer, vor allem wenn das Wasser stark gechlort ist
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Symptomen, die unter den Punkten 'Notfall' oder 'Dringend' genannt sind
- Wenn das Druckgefühl mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen oder Schwellungen im Gesicht einhergeht
- Wenn Sie nach einer Erkältung oder nach dem Sport plötzlich starke Schmerzen im Ohr oder Zahnbereich bemerken – das kann auch von der Nebenhöhle ausgehen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Druckgefühl nach dem Sport regelmäßig auftritt und den Alltag stört
- Wenn die Symptome trotz Hausmitteln länger als zehn Tage anhalten
- Wenn Sie sich wiederholt wegen einer Nasennebenhöhlenentzündung behandeln lassen müssen
- Wenn Sie wissen möchten, ob eine Allergie oder eine anatomische Besonderheit die Ursache ist
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst genau nach Ihren Beschwerden, wann sie auftreten und ob Sie Allergien oder frühere Nebenhöhlenentzündungen haben. Danach schaut er sich Nase und Rachen an und beurteilt, ob die Schleimhäute geschwollen sind. Die Diagnose kann meist schon allein durch diese Untersuchung gestellt werden.
Mögliche Untersuchungen
- Nasenspiegelung: Ein dünnes Rohr mit Kamera wird vorsichtig in die Nase geführt – so lassen sich Schleimhaut, Nasengänge und eventuelle Polypen beurteilen.
- Allergietest (Hauttest oder Bluttest): Wenn der Verdacht auf eine allergische Ursache besteht.
- Bildgebung (zum Beispiel Computertomografie, sie ist nur in besonderen Fällen nötig, etwa vor einer geplanten Operation).
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Sie bequemen sich auf einem Stuhl oder einer Liege, der Arzt beleuchtet die Nase mit einem kleinen Gerät oder führt gegebenenfalls ein Endoskop ein. Danach bespricht er mit Ihnen die Befunde und gibt Empfehlungen für die weitere Behandlung.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. In vielen Fällen reichen einfache Hausmittel aus, um die Schleimhäute zu beruhigen. Wenn eine Allergie oder eine chronische Entzündung dahintersteckt, kann die Ärztin oder der Arzt eine passende Behandlung verschreiben. Bei akuten Infektionen kommen manchmal zusätzliche Medikamente zum Einsatz – über Einzelheiten sollten Sie immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie genug – am besten Wasser oder ungesüßten Tee – damit die Schleimhäute feucht bleiben.
- Inhalieren Sie über einem Topf mit heißem Wasser (mit einem Abstand von circa 30 bis 40 Zentimetern, um Verbrühungen zu vermeiden).
- Spülen Sie die Nase mit einer milden Salzlösung – dazu gibt es fertige Produkte in der Apotheke oder Sie stellen sich eine Lösung nach ärztlicher Anleitung her.
- Legen Sie ein warmes, feuchtes Tuch auf Stirn und Wangen – das kann das Druckgefühl lindern.
- Schlafen Sie mit erhöhtem Kopf, damit Schleim besser abfließen kann.
- Vermeiden Sie vorübergehend starke körperliche Anstrengung, wenn das Gesicht schmerzt.
Medizinische Behandlungen
Die Ärztin oder der Arzt kann zum Beispiel ein kortisonhaltiges Nasenspray verschreiben, um die Entzündung in den Schleimhäuten zu reduzieren. Bei einer bakteriellen Infektion kann ein Antibiotikum sinnvoll sein – dies muss aber die Ärztin oder der Arzt entscheiden. Gegen Schmerzen werden übliche Schmerzmittel in angemessener Dosierung eingesetzt, auch hier ist die ärztliche oder apothekerliche Beratung wichtig. Bei Allergien helfen unter Umständen antiallergische Medikamente. Eine Selbstmedikation ohne Rücksprache wird nicht empfohlen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in seltenen Fällen sinnvoll, etwa wenn eine ausgeprägte Nasenmuschelvergrößerung oder Nasenpolypen den Abfluss der Nebenhöhlen dauerhaft blockieren. Auch eine stark verkrümmte Nasenscheidewand kann eine Operation erfordern. Diese Entscheidung trifft die Hals-Nasen-Ohren-Ärztin oder der -Arzt gemeinsam mit Ihnen, nachdem vorher alle konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. Bei einem reinen Druckgefühl nach dem Sport ist eine Operation normalerweise nicht nötig.
Leben mit der Erkrankung
Achten Sie auf Ihre Körpersignale. Wenn Sie nach dem Sport ein starkes Druckgefühl bekommen, reduzieren Sie vorübergehend die Intensität. Es kann helfen, vor dem Sport fünf bis zehn Minuten aufzuwärmen und die Nase durch bewusstes Atmen durch die Nase zu trainieren. Nach dem Sport sollten Sie sich Zeit nehmen, um zu trinken und zur Ruhe zu kommen.
Tipps für den Alltag
- Lüften Sie regelmäßig und halten Sie die Raumluft feucht – zum Beispiel mit einer Schale Wasser auf der Heizung oder einem Luftbefeuchter.
- Wenn Sie zu Allergien neigen, duschen Sie nach dem Sport und wechseln Sie die Kleidung, um Pollen oder Staub zu entfernen.
- Schwimmen Sie bevorzugt in Schwimmbädern mit guter Wasserqualität und weichen Sie gegebenenfalls auf Salzwasserbäder aus oder nutzen Sie eine Nasendusche mit Salzwasser danach.
- Vermeiden Sie Rauchen und Passivrauch, denn das reizt die Schleimhäute zusätzlich.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und ausreichend Flüssigkeit unterstützt die Schleimhäute. Regelmäßiger, moderater Sport ist grundsätzlich gut für Ihre Atemwege und das Immunsystem. Wenn bestimmte Sportarten das Problem auslösen – etwa Schwimmen im gechlorten Wasser – können Sie auf andere Aktivitäten ausweichen oder die Technik anpassen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wiederholtes Druckgefühl nach dem Sport kann frustrierend sein und die Freude an Bewegung schmälern. Das ist verständlich. Für die meisten Menschen ist es eine vorübergehende oder gut behandelbare Sache. Versuchen Sie, nicht zu viel hineinzuinterpretieren – eine klare Diagnose und ein Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt schaffen oft Erleichterung. Wenn Sie merken, dass die Beschwerden Sie seelisch belasten oder Sie ängstlich machen, sprechen Sie darüber – auch das ist ein wichtiger Teil der Gesundheitsfürsorge.
Vorbeugung
Ja, häufig kann man einem Druckgefühl in den Nebenhöhlen nach dem Sport vorbeugen: Wärmen Sie sich gut auf, trinken Sie vor dem Training ausreichend, trainieren Sie nicht bei sehr trockener oder sehr kalter Luft und befeuchten Sie Ihre Nasenschleimhäute mit einer Kochsalzspülung, wenn Sie zu Allergien oder trockenen Schleimhäuten neigen. Wer eine bekannte Allergie hat, sollte seine Allergiemedikamente wie von der Ärztin oder dem Arzt verordnet regelmäßig anwenden – auch am Sporttag.
Impfungen
Gegen die saisonale Grippe (Influenza) und gegen Pneumokokken gibt es Impfungen. Sie können nicht direkt das Druckgefühl nach dem Sport verhindern, aber sie senken das Risiko, dass aus einem Infekt eine Nasennebenhöhlenentzündung entsteht. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese Impfungen für bestimmte Altersgruppen und für Menschen mit Vorerkrankungen. Fragen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt, ob Sie dazu gehören.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein Screening-Programm für Nebenhöhlendruck nach dem Sport. Falls Sie jedoch wiederkehrenden Druck haben, kann ein Besuch beim HNO-Arzt sinnvoll sein, um zugrunde liegende Allergien oder anatomische Besonderheiten abzuklären.
Komplikationen
Unbehandelt
- In seltenen Fällen kann sich eine akute Nasennebenhöhlenentzündung entwickeln, also eine Infektion, die zusätzlich behandelt werden muss.
- Bei längerem Bestehen kann eine chronische Entzündung entstehen – die Nebenhöhlen bleiben dann dauerhaft geschwollen und der Schleim staut sich.
- Sehr selten kann sich die Entzündung auf das Auge oder das Gehirn ausbreiten – das sind Notfälle, die sofort im Krankenhaus behandelt werden müssen.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Ein Druckgefühl in den Nebenhöhlen nach dem Sport verschwindet bei den meisten Menschen von selbst oder lässt sich mit einfachen Maßnahmen gut in den Griff bekommen. Auch wenn sich eine Nebenhöhlenentzündung entwickelt hat, ist die Heilungsaussicht sehr gut – insbesondere bei rechtzeitiger Behandlung und ärztlicher Begleitung. Komplikationen sind sehr selten und treten fast nur bei geschwächtem Immunsystem oder unbehandelten schweren Infektionen auf. Also: Bleiben Sie zuversichtlich und lassen Sie sich bei anhaltenden Beschwerden einmal gründlich ärztlich beraten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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